Ausgangslage

Das letzte Modul im CAS agile Organisation, agile Transformationen, startet in einem grossen Raum mit vielen leeren Pinwänden und Flipcharts. Zugegeben, das gab mir – einem bekennenden Methodenskeptiker – ein bisschen ein mulmiges Gefühl im Sinne von «was kommt den da alles auf uns zu». Denn ich bekenne ich mich offen und ehrlich zum Motto «warum nid eifach mache» anstatt die Themen in allen bunten Farben und Formen «zu Tode» zu malen.

Zum Schluss war ich äusserst positiv überrascht, aber dazu später mehr. Nachfolgend ein paar ausgewählte, persönliche Highlights des Moduls: – sie bestechen alle durch dem Umstand äusserst «lean» zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Changes, resp. Veränderungen

Das Leben besteht – egal ob beruflich oder privat – zu einem grossen Teil aus Veränderungen. Gewisse sind aktiv gesucht, andere kommen von aussen auf uns zu. In einer ersten Trainingseinheit machten wir uns Gedanken, wie wir emotional a) zu selbst gesuchten Changes b) zu von aussen an uns herangebrachten Veränderungen stehen. Eine – auf den ersten Blick – triviale Übung, welche transparent macht wie ungern wir in der Tendenz Veränderungen haben, welche wir nicht selber angestrebt haben. Eine Tatsache, die zwar allgemein bekannt ist, aber nicht genug in Erinnerung gerufen werden kann. Besonders für Führungskräfte, die sich fragen, warum «Change auf Befehl» nicht zum Ziel führt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Change Manifest

Angelehnt am agilen Manifest haben wir ein Change Manifest erstellt. Bei einem Change Manifest geht es darum, die wichtigen Werte innerhalb eines Change vorhaben gemeinsam zu definieren und transparent zu machen. Auch hier gilt es, dies nicht im stillen Kämmerlein zu machen, sondern das Team INKLUSIVE der wichtigsten Stakeholder einzubeziehen. Das Manifest dient dazu, gerade sich gerade in turbulenten Zeiten auf die gemeinsamen Abmachungen zu besinnen. Die beindruckend simple Form eignet sich aber nicht nur für Changes sondern eigentlich für jede Lebenslage. Egal ob beruflich oder privat. So habe ich gerade mein persönliches 2019 Manifest erstellt

 

 

 

 

 

SCARF Modell

In diesem Modell geht es um Übertragung von Neurowissenschaften in bekannte Managementtheorien. Das Wort SCARF setzt sich aus den Anfangsbuchstaben folgender Worte zusammen. Diese fünf Gebiete sozialer Erfahrungen hält unser Gehirn nach Rock für überlebenswichtig

  • Status
  • Autonomy
  • Relatedness
  • Fairness

Wirklich gute Führungskräfte scheinen dieses Modell unbewusst anzuwenden. Indem sie ihren Mitarbeitern vor Augen führen, was sie an ihrer Arbeit gut finden, steigern sie beispielswese deren Status. Sie haben eine klare Vorstellung, wie die Arbeit „inszeniert“ werden muss und kommunizieren diese, bis sie das gewünschte Ergebnis haben. Dabei wissen die Mitarbeiter, dass sie jeweils die beste Leistung einfordern. Damit vermitteln sie Sicherheit. Dabei achten Sie aber auch darauf, dass sich jeder persönlich einbringen kann und wahren dadurch Autonomie. Sie wissen jederzeit, wie sich die Mitarbeiter fühlen, nehmen Rücksicht auf deren Belange und achten so auf eine Verbundenheit mit ihnen. Und sie behandeln ihre Mitarbeiter jederzeit fair.

Im Rahmen des Unterrichts haben wir diese Werte für uns selber und im Team priorisiert und transparent gemacht. Eine sehr gute, einfache Methode um sich selber zu reflektieren und am System zu arbeiten. Das Modelle kann beliebig adaptiert werden und sollte nicht erst eingesetzt werden, wenn bereits Konfliktsituationen vorliegenl

 

Vgl. https://lead-conduct.de/2015/05/03/scarf-modell-vermeidet-teamkonflikte/

 

 

 

 

 

 

 

 

Hot Seat

Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen kann, eignet sich der Hot Seat. Der Issue Owner sitzt mit dem Rücken zum Team und erklärt das Problem. Anschliessend sammelt die Gruppe Ideen, wie dieses gelöst werden könnte: Die Lösungen werden anschliessend nach Kosten / Nutzen eingeordnet und dem Issueowner übergeben

 

 

 

 

 

Vgl. https://leanchange.org/resources/hotseat/

Canvas

Das Business Model ein Mittel um beliebige komplexe Zusammenhänge auf einem Stück Papier abzubilden.  Es gibt eine Vielzahl von Vorlagen zu den gängigsten Themenblöcken, welche nur darauf warten, befüllt zu werden. Es gilt nur die Vorlage auszudrucken und bereits kann diese mit ersten Gedanken befüllt werden. Im Unterricht haben wir nach der initialen Interation mit vier Feedbackschlaufen gearbeitet. Dabei war es sehr interessant zu sehen, wie viele zusätzliche Ideen durch die eingeholten Feedbacks generiert werden konnten. Auch hier ist es somit elementar, nicht im «stillen Kämmerlein» zu arbeiten sondern möglichst früh die Gedanken mit Dritten zu teilen und wenn möglich Experimente zu wagen.

 

 

 

 

 

Vgl https://www.startplatz.de/startup-wiki/business-model-canvas/

Fazit

Ich bin äusserst positiv überrascht. Ein ganzer Koffer voller Werkzeuge, welche nicht nur «das System» sondern auch den Faktor «Mensch» berücksichtigen. Und erst noch schlank und flexibel in der Anwendung. Massgeschneidert und prädestiniert für Macher. Ich freue mich die praktische Anwendung. Weil: es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.



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