Energie- und Umwelttechnik

Allgemein Archive

Apr 17
EUT-Studenten Gabriel Ackermann, Fabian Fankhauser, Dardan Bajrami, Diego Mäder und Lukas Schoepke vor dem Windkraftwerk in Ellensburg (Washington). 

“From Waste to Wealth” war das Thema der diesjährigen Reise von connectUS der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Fünf Studenten des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik schlossen sich der diesjährigen Delegation an und bereisten zwischen 28.3. und 13.4. mehrere Städte Nordamerikas. In New York gab’s eine Visite bei Google, in Los Angeles bei der berühmten Hochschule UCLA, in Seattle waren die Studierenden zu Besuch bei KPMG und in Vancouver wurden sie auf dem Schweizer Konsulat empfangen. Für die EUT-Studenten besonders spannend war unter anderem der Besuch des Windkraftwerks “Wild Horse” in Ellensburg, das 149 Windräder umfasst (273 MW installierte Leistung).

Apr 16
Die Studiengangleitung bespricht mögliche Revisionen der Modultabelle, v.l.n.r. Christoph Gossweiler, Concetta Beneduce (Stv.) und Peter Stuber (Stv.).

Der Studiengang Energie- und Umwelttechnik (EUT) wird diesen Sommer acht Jahre alt. Was ist gut daran, was muss man verbessern? Der Studiengangleiter Christoph Gossweiler spricht über Qualität und Verbesserungsmöglichkeiten des Studiengangs. Und er schildert, wie ein Studium in Energie- und Umwelttechnik ab 2020 aussehen soll.

Frage an den Messtechniker: Wie ermittelt man, ob ein Studiengang gut ist?

(Christoph Gossweiler überlegt lange.) Ist ein Studiengang gut, wenn die Leute, die ihn absolvieren, das so beurteilen? Oder ist ein Studiengang gut, wenn die Abgängerinnen und Abgängerinnen entsprechend bewerten? Oder sind es die Dozierenden? Oder die Arbeitgeber in der Wirtschaft? Wenn alle vier – also Studierende, Absolvierende, Dozierende und die Arbeitswelt – auf die Frage, ob der Studiengang denn gut sei, mit «JA» antworten, dann ist ein Studiengang wohl wirklich gut.

Was sagen denn die Studierenden über ihren Studiengang «Energie- und Umwelttechnik»?

Grundsätzlich gefällt ihnen ihr Studium. Das ist wichtig. Denn wenn es ihnen gut geht, dann sind sie motiviert – und bilden eine lernende Gemeinschaft. Dazu gehören übrigens auch wir Dozierenden. Natürlich aber gibt es verschiedene Punkte, die wir verbessern müssen. Dazu sage ich nachher noch mehr!

Und wie sieht es mit den anderen Gruppen aus?

Die Abgängerinnen und Abgänger laden wir jedes Semester ein zu «Berufspraxis EUT». Sie melden uns, dass sie fachlich breit aufgestellt sind, systematisch arbeiten und kritisch denken gelernt haben. Dadurch hätten sie im Job gut Tritt fassen können. Ihre wichtigste Aussage ist, dass die Projektschiene bei der Praxisanwendung viel geholfen hat. Das ist eine enorm wichtige Aussage, denn hier steckt viel Energie von unserer Seite drin.

Auch die Dozierenden befragten wir, zum Beispiel an der letzten Klausurtagung der Hochschule. Wenn Unterricht Spass macht, dann überträgt sich das. Für die Gruppe der Arbeitgeber haben wir keine systematische Befragung vorliegen. Deshalb müssen wir vermehrt auf Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitswelt zugehen. Momentan sind die Feedbacks der Expertinnen und Experten der Bachelor-Thesen wichtig: Sie beurteilen, ob ein Student, eine Studentin mit diesem Fachwissen in der Wirtschaft bestehen wird oder nicht.

Das ist schliesslich das Ziel jeder Ausbildung. Sie soll so gestaltet sein, dass Absolvierende damit in der Wirtschaft brillieren können!

In der Tat! Wenn die Marke EUT bekannt ist, dann funktioniert sie. Wir wissen von 12 Firmen, die bereits mehrere unserer Absolventen eingestellt haben.

Soweit scheint der Studiengang ja alles richtig zu machen. Ihr habt unter dem Titel «EUT 2020» jedoch eine Überarbeitung des Studiengangs in Planung. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Unser Studiengang ist jung. 2011 trat der erste Jahrgang ein, 2014 wurde EUT eidgenössisch anerkannt (akkreditiert), 2015 haben wir das Studienprogramm ein erstes Mal überarbeitet. Dazu trugen übrigens die Feedbacks der Studierenden viel bei. Die Welt der Energie- und Umwelttechnik ist im Wandel, das Fach ist jung. Ein Studiengang muss am Puls der Zeit bleiben. Deshalb steht nun die nächste Revision an, die 2020 in Kraft tritt.

Was sind die wichtigsten Punkte dieser Revision?

EUT hat viel Pionierhaftes. Die Evaluationen, aber auch die Austausche mit der Fachcommunity haben gezeigt, dass der Studiengang zwingend interdisziplinär bleiben muss. Sehr populär ist die Vertiefung «Energie in Gebäuden», die wir zusammen mit der Hochschule für Architektur, Geomatik und Bau (HABG) der FHNW in Muttenz führen. Denn 45% des Energieaufwandes in der Schweiz werden in Gebäuden umgesetzt. Wichtig sind aber auch die Bereiche Ressourceneffizienz und Wirtschaft. Wer mit technischen Neuerungen erfolgreich sein will, muss die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gut kennen. Die Vertiefung «Umwelt und Management» bieten wir seit 2011 an, sie wird aber von unseren Studierenden noch nicht so häufig gewählt.

Und wie lässt sich das verbessern?

Die gesamte Vertiefung «Umwelt und Management» wir neu positioniert, die Module in Ökonomie angepasst, der Bereich Cleantech einbezogen. Die beiden Gebiete Umweltmanagement und Cleantech sind eng miteinander verbunden, darauf werden wir Bezug nehmen. Zudem soll der Einstieg für Leute mit kaufmännischer Ausbildung attraktiver werden. Und daran schliesst der zweite Fokus von «EUT 2020» an: Quereinsteigerinnen und -einsteiger müssen einen leichteren Start erhalten. Wir verbessern die Konvergenz, bieten also für Technikerinnen eine Ökonomie-Ausbildung an und für Berufsmaturanden aus den kaufmännischen Richtungen technische Grundlagen.

Und welche Vision verfolgt die Studiengangleitung damit?

Durch «EUT 2020» verspüren die Studierenden Lust und Freude daran, sich mit den Themen Cleantech, Wirtschaft und Management auseinanderzusetzen. Weil sie interdisziplinär arbeiten können, verstehen sie gesellschaftliche Prozesse und können dadurch in Wirtschaft und Verwaltung Wirkung erzielen. Persönlich wünsche ich mir, dass die schon jetzt bestehende Community of Learning bestehen bleibt und die Studentinnen und Studenten Freude an ihrer Ausbildung haben.

Apr 12
Das Porträt zu Léa Hug in der “Zürichsee Zeitung”.

Im Studiengang ist Léa Hug dafür zuständig, die Vertiefung “Umwelt und Management” zu profilieren. Und sie betreut Studierendenteams in der Projektschiene. Seit vergangenem Herbst ist sie zudem verantwortlich für einen Naturgarten hoch über dem Zürichsee. Dazu hat die “Zürichsee Zeitung” kürzlich berichtet. Den Artikel kann man hier lesen.

Apr 07

Zehntausende Menschen haben gestern in der ganzen Schweiz an Klima-Demonstrationen teilgenommen. Auch in Winterthur fand sich ein Zug von über 4000 Personen ein. Christoph Gossweiler, Studiengangleiter, und Klaus Eisele, ehemaliger Verantwortlicher für die Projektschiene, nahmen an der Kundgebung in ihrer Heimatstadt teil – und machten gleich Werbung für den Studiengang: “Energie- und Umwelttechnik studieren – Probleme lösen”, stand auf ihrem Transparent.

Christoph Gossweiler (links) und Klaus Eisele an der Klimademonstration in Winterthur. Bild: ZVG.
Apr 03
Abbildung aus dem prämierten Poster: Visualisierung des Multi-Stakeholder-Prozesses. Bild: Dubois/Schmitt.

Seit gestern findet in Bilbao, Spanien, die “WindEurope Conference” der European Academy of Wind Energy (EAWE) statt. Ruth Schmitt, Dozentin im Studiengang EUT, wurde dabei für ihr Poster “Local acceptance for wind energy through co-creation” ausgezeichnet.

Das Thema des Posters befasst sich mit den Multistakeholder-Prozessen bei der Genehmigung von Infrastrukturbauten, hier Windturbinen. Für das Gelingen der Energiewende ist die Untersuchung gesellschaftlicher und demokratischer Prozesse wichtig. Die Schweiz bietet dabei mit ihrem direktdemokratischen System eine gute Ausgangslage für Forschung. Schmitts Resultate finden nicht nur Anerkennung auf dem internationalen Parkett, auch EUT-Studierende profitieren direkt davon, dies im Modul “Realisierung von Energieanlagen im Spannungsfeld von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft” (RES).

Mar 22

Im westafrikanischen Gambia ist Strom sehr teuer. Deshalb haben sich in den letzten Jahren gleich zwei Studierendenteams Fragen der unabhängigen Produktion gewidmet: Wie kann die Bäckerei losgelöst vom Stromnetz arbeiten? Wie trocknet man Mangos ohne Strom, sodass das Produkt anschliessend verkäuflich ist? Die Antworten resultierten unter anderem in einem neuen Lehrfilm.

Häufig arbeiten EUT-Studierendenteams über mehrere Semester hinweg für denselben Auftraggeber. Die Studierenden wechseln, die Anliegen des Auftraggebers passen sich den neuen Bedürfnissen an. Einer dieser Auftraggeber ist der «Förderverein Baluo», eine NGO aus der Schweiz, aktiv in Gambia. Der Verein setzt sich für Ausbildungsplätze ein und betreibt unter anderem eine Bäckerei, in der Lehrlinge ausbildet werden. Die Bäckerei des «Fördervereins Baluo» war in den letzten Jahren aber aufgrund hoher Strompreise nicht mehr rentabel. Deshalb suchte man nach einer alternativen Energieversorgung.

Solardörrapparat empfohlen

EUT-Studierende im Frühlingssemester 2017 empfahlen nach eingängiger Untersuchung dem Verein daher, die Bäckerei mit einem Thermoölbackofen auszustatten. Dieser kann zunächst mit Diesel betrieben werden. In einem weiteren Schritt sollen Solarkollektoren auf dem Dach der Bäckerei installiert werden, die das Thermoöl des Backofens erhitzen.

Kaum war dieses Problem gelöst, untersuchte im Frühlingssemester 2018 ein weiteres EUT-Team die Geschäftsidee des Mango-Verkaufs. Mangos sind in Gambia weit verbreitet. Getrocknete Früchte finden in der Regenzeit Absatz. Das EUT-Team untersuchte deshalb stromfreie Prozesse, um die Früchte zu dörren. Die Studierenden empfahlen einen wartungsarmen mit Sonnenenergie betriebenen Dörrapparat.

Neuer Lehrfilm

Wichtig ist nicht nur die Auswahl der geeigneten Geräte für die Verwendung in Gambia, sondern auch der Gebrauch der Geräte muss den Mitarbeitern in Gambia beigebracht werden. Das jüngste Produkt im «Mango Drying Process» ist daher nun ein Lehrfilm, der sich an die Mitarbeiter von Baluo in Gambia richtet.

Fabian Fankhauser und Simon Strebel erklären den Mango-Dörrprozess. Film: MarKom HT FHNW, Karen Schrader.

Die Auftraggeberin Martina Alig meint: «Dieser Film ist sehr nützlich für unsere Arbeit in Gambia.» Seit Kurzem übrigens verbinden sich Brot und Mango: Ein Schweizer Bäcker tüftelt mit den dortigen Arbeiterinnen und Arbeitern an einem Früchte-Brot.

Das Poster zum Projektabschluss zeigt die Empfehlungen des Teams.

Mar 18
Das “Winterthurer Stadtbus”-Team: Alex Salzmann, Martina Senn, Massimo Völkle und Melchor Moor (v.l.n.r.). Bild: 20Minuten.

Die heutige Ausgabe von 20Minuten hat einen Beitrag über ein EUT-Studierendenprojekt publiziert. Es wird berichtet, wie vier Studierende im letzten Semester den Winterthurer Stadtbus-Betrieb analysierten und dem Unternehmen eine Alternative zum Dieselbus unterbreiteten.

Mar 17

Wie verhalten sich die Turbinen bei Sturm? Klaus Eisele vom Studiengang EUT wollte dies genauer wissen und besuchte die Windturbinen Verenafohren in Tengen (D) bei Schaffhausen während des Sturmtiefs Eberhard am 10. März 2019. 

Im Rahmen einer Studierenden-Exkursion im Frühjahr 2018 konnten die Windturbinen der Verenafohren bei schönem Wetter und leichten Winden erlebt werden. Die grösste Überraschung war damals die Stille im Wald. Nur ein leises Flügelschlagen war beim Passieren der Flügel des Turmes zu hören.

Vergangene Woche zeigte sich bei den Verenafohren ein etwas aktiveres Bild: Zwei der drei Turbinen liefen ununterbrochen, während sich eine der Turbinen immer wieder bedingt durch die hohen Windgeschwindigkeiten (>20 m/s) abstellte. Durch das Ausschalten ergab sich kaum eine Geräuschänderung im Wald. Der leise Flügelschlag war dann nicht mehr zu hören. Das Rauschen des Waldes war eindeutig dominant. Zum Teil konnte ein fernes Grollen gehört werden, wobei unklar blieb, ob dieses Grollen durch Flugzeuge oder durch die Windturbinen entstand. Eiseles Fazit: “Lärm von Windturbinen im Wald ist selbst bei Sturm kaum zu hören.”

Mar 06

Der Beginn eines neuen Semesters äussert sich für die Studierenden dadurch, dass die Module neu beginnen. Für die rund 50 EUT-Dozierenden bedeutet der Neustart nebst der Vorbereitung der Kurse aber auch: Studiengangkonferenz. Sie hat heute Abend stattgefunden. Auf der Traktandenliste: Förderung von Studierenden, Anpassungen in der Projektschiene, Evaluationen, Mitteilungen zu den Neuerungen. Aber auch Diskussionen zu Anpassungen im Studiengang. Die zentrale Frage dabei lautete: Wie bilden wir Berufsleute für die Welt von morgen aus?

Studiengangleiter Christoph Gossweiler erläutert die Evaluation der Kurse im Studiengang. Bild: RW.

Feb 21
Ruth Schmitt bei der Einführung im Modul “res”. Bild: ZVG.

Wenn grosse Energieanlagen schliesslich gebaut werden, dann sind sie Resultat eines längeren Prozesses, zu dem Bewilligungen und vielleicht gar eine politische Abstimmung gehörten. Nebst technischem Knowhow ist also Wissen über rechtliche Grundlagen, aber auch über politische Prozesse und soziale Dynamiken notwendig. Diese Kombination kann man nicht in einem «normalen» Modul lernen.

«Wer grosse Energieprojekte realisieren will, muss das Gesamtsystem im Blick haben», sagt Ruth Schmitt. Die Ökonomin hat zusammen mit Stefan Roth, Dozent für erneuerbare Energien, sowie Reinhard Zweidler, Dozent für Umweltrecht und Umweltpolitik, 2015 das Modul «Realisierung von Energieanlagen im Spannungsfeld von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft» (RES) ins Leben gerufen. Gestern hat die vierte Durchführung gestartet – mit 15 Studierenden.

Komplexe Bauprojekte gestalten

Während des Semesters werden sich die Studierenden im Rahmen einer Fallstudie in Teams mit einem fiktiven komplexen Energieprojekt im Kanton Aargau auseinandersetzen. «Mehr kann ich dazu nicht sagen, die Studierenden sollen ja überrascht werden», sagt Schmitt.

Als Forscherin beschäftigt sie sich seit zwanzig Jahren mit Stakeholder-Prozessen, in den vergangenen Jahren hat sie zahlreiche partizipative Prozesse in Energieprojekten begleitet und weiss, mit welchen Gegnern Planerinnen und Planer zu kämpfen haben. «Für mich sind die Gegner keine Spielverderber», sagt sie, «sie haben berechtigte Anliegen, die sie frühzeitig einbringen wollen und damit konstruktive Beiträge zur Optimierung leisten».

Diese Haltung will sie den Studierenden vermitteln. Bisher hat sie damit gute Erfahrungen gemacht: «Die EUTler wollen gestalten und die Energiewende prägen. Deshalb wollen sie wissen, wie man alle Player miteinbezieht.»

Verschiedene Perspektiven einnehmen

In den nächsten Wochen vertiefen sich die Studierenden in verschiedene wirtschaftliche, technische und juristische Themen. Besonders rechtliche und politische Fragen müssen dabei auf nationaler und kantonaler Ebene betrachtet werden.

Die Dozierenden Schmitt, Roth und Zweidler werden im Rahmen der Fallstudie «intervenieren» und die Studierenden herausfordern, wendig Perspektiven einzunehmen. – Und doch hartnäckig an ihrer Lösung für das (fiktive) Kraftwerk zu arbeiten.

Stefan Roth begrüsst den Gastreferenten Reto Rigassi, Geschäftsführer von Suisse Eole. Bild: ZVG.
Die Studierenden des Moduls “res”, rechts Dozent für Umweltrecht, Reinhard Zweidler. Bild: ZVG.