Energie- und Umwelttechnik

Apr 16
Die Studiengangleitung bespricht mögliche Revisionen der Modultabelle, v.l.n.r. Christoph Gossweiler, Concetta Beneduce (Stv.) und Peter Stuber (Stv.).

Der Studiengang Energie- und Umwelttechnik (EUT) wird diesen Sommer acht Jahre alt. Was ist gut daran, was muss man verbessern? Der Studiengangleiter Christoph Gossweiler spricht über Qualität und Verbesserungsmöglichkeiten des Studiengangs. Und er schildert, wie ein Studium in Energie- und Umwelttechnik ab 2020 aussehen soll.

Frage an den Messtechniker: Wie ermittelt man, ob ein Studiengang gut ist?

(Christoph Gossweiler überlegt lange.) Ist ein Studiengang gut, wenn die Leute, die ihn absolvieren, das so beurteilen? Oder ist ein Studiengang gut, wenn die Abgängerinnen und Abgängerinnen entsprechend bewerten? Oder sind es die Dozierenden? Oder die Arbeitgeber in der Wirtschaft? Wenn alle vier – also Studierende, Absolvierende, Dozierende und die Arbeitswelt – auf die Frage, ob der Studiengang denn gut sei, mit «JA» antworten, dann ist ein Studiengang wohl wirklich gut.

Was sagen denn die Studierenden über ihren Studiengang «Energie- und Umwelttechnik»?

Grundsätzlich gefällt ihnen ihr Studium. Das ist wichtig. Denn wenn es ihnen gut geht, dann sind sie motiviert – und bilden eine lernende Gemeinschaft. Dazu gehören übrigens auch wir Dozierenden. Natürlich aber gibt es verschiedene Punkte, die wir verbessern müssen. Dazu sage ich nachher noch mehr!

Und wie sieht es mit den anderen Gruppen aus?

Die Abgängerinnen und Abgänger laden wir jedes Semester ein zu «Berufspraxis EUT». Sie melden uns, dass sie fachlich breit aufgestellt sind, systematisch arbeiten und kritisch denken gelernt haben. Dadurch hätten sie im Job gut Tritt fassen können. Ihre wichtigste Aussage ist, dass die Projektschiene bei der Praxisanwendung viel geholfen hat. Das ist eine enorm wichtige Aussage, denn hier steckt viel Energie von unserer Seite drin.

Auch die Dozierenden befragten wir, zum Beispiel an der letzten Klausurtagung der Hochschule. Wenn Unterricht Spass macht, dann überträgt sich das. Für die Gruppe der Arbeitgeber haben wir keine systematische Befragung vorliegen. Deshalb müssen wir vermehrt auf Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitswelt zugehen. Momentan sind die Feedbacks der Expertinnen und Experten der Bachelor-Thesen wichtig: Sie beurteilen, ob ein Student, eine Studentin mit diesem Fachwissen in der Wirtschaft bestehen wird oder nicht.

Das ist schliesslich das Ziel jeder Ausbildung. Sie soll so gestaltet sein, dass Absolvierende damit in der Wirtschaft brillieren können!

In der Tat! Wenn die Marke EUT bekannt ist, dann funktioniert sie. Wir wissen von 12 Firmen, die bereits mehrere unserer Absolventen eingestellt haben.

Soweit scheint der Studiengang ja alles richtig zu machen. Ihr habt unter dem Titel «EUT 2020» jedoch eine Überarbeitung des Studiengangs in Planung. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Unser Studiengang ist jung. 2011 trat der erste Jahrgang ein, 2014 wurde EUT eidgenössisch anerkannt (akkreditiert), 2015 haben wir das Studienprogramm ein erstes Mal überarbeitet. Dazu trugen übrigens die Feedbacks der Studierenden viel bei. Die Welt der Energie- und Umwelttechnik ist im Wandel, das Fach ist jung. Ein Studiengang muss am Puls der Zeit bleiben. Deshalb steht nun die nächste Revision an, die 2020 in Kraft tritt.

Was sind die wichtigsten Punkte dieser Revision?

EUT hat viel Pionierhaftes. Die Evaluationen, aber auch die Austausche mit der Fachcommunity haben gezeigt, dass der Studiengang zwingend interdisziplinär bleiben muss. Sehr populär ist die Vertiefung «Energie in Gebäuden», die wir zusammen mit der Hochschule für Architektur, Geomatik und Bau (HABG) der FHNW in Muttenz führen. Denn 45% des Energieaufwandes in der Schweiz werden in Gebäuden umgesetzt. Wichtig sind aber auch die Bereiche Ressourceneffizienz und Wirtschaft. Wer mit technischen Neuerungen erfolgreich sein will, muss die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gut kennen. Die Vertiefung «Umwelt und Management» bieten wir seit 2011 an, sie wird aber von unseren Studierenden noch nicht so häufig gewählt.

Und wie lässt sich das verbessern?

Die gesamte Vertiefung «Umwelt und Management» wir neu positioniert, die Module in Ökonomie angepasst, der Bereich Cleantech einbezogen. Die beiden Gebiete Umweltmanagement und Cleantech sind eng miteinander verbunden, darauf werden wir Bezug nehmen. Zudem soll der Einstieg für Leute mit kaufmännischer Ausbildung attraktiver werden. Und daran schliesst der zweite Fokus von «EUT 2020» an: Quereinsteigerinnen und -einsteiger müssen einen leichteren Start erhalten. Wir verbessern die Konvergenz, bieten also für Technikerinnen eine Ökonomie-Ausbildung an und für Berufsmaturanden aus den kaufmännischen Richtungen technische Grundlagen.

Und welche Vision verfolgt die Studiengangleitung damit?

Durch «EUT 2020» verspüren die Studierenden Lust und Freude daran, sich mit den Themen Cleantech, Wirtschaft und Management auseinanderzusetzen. Weil sie interdisziplinär arbeiten können, verstehen sie gesellschaftliche Prozesse und können dadurch in Wirtschaft und Verwaltung Wirkung erzielen. Persönlich wünsche ich mir, dass die schon jetzt bestehende Community of Learning bestehen bleibt und die Studentinnen und Studenten Freude an ihrer Ausbildung haben.

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