Energie- und Umwelttechnik

Feb 21
Ruth Schmitt bei der Einführung im Modul “res”. Bild: ZVG.

Wenn grosse Energieanlagen schliesslich gebaut werden, dann sind sie Resultat eines längeren Prozesses, zu dem Bewilligungen und vielleicht gar eine politische Abstimmung gehörten. Nebst technischem Knowhow ist also Wissen über rechtliche Grundlagen, aber auch über politische Prozesse und soziale Dynamiken notwendig. Diese Kombination kann man nicht in einem «normalen» Modul lernen.

«Wer grosse Energieprojekte realisieren will, muss das Gesamtsystem im Blick haben», sagt Ruth Schmitt. Die Ökonomin hat zusammen mit Stefan Roth, Dozent für erneuerbare Energien, sowie Reinhard Zweidler, Dozent für Umweltrecht und Umweltpolitik, 2015 das Modul «Realisierung von Energieanlagen im Spannungsfeld von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft» (RES) ins Leben gerufen. Gestern hat die vierte Durchführung gestartet – mit 15 Studierenden.

Komplexe Bauprojekte gestalten

Während des Semesters werden sich die Studierenden im Rahmen einer Fallstudie in Teams mit einem fiktiven komplexen Energieprojekt im Kanton Aargau auseinandersetzen. «Mehr kann ich dazu nicht sagen, die Studierenden sollen ja überrascht werden», sagt Schmitt.

Als Forscherin beschäftigt sie sich seit zwanzig Jahren mit Stakeholder-Prozessen, in den vergangenen Jahren hat sie zahlreiche partizipative Prozesse in Energieprojekten begleitet und weiss, mit welchen Gegnern Planerinnen und Planer zu kämpfen haben. «Für mich sind die Gegner keine Spielverderber», sagt sie, «sie haben berechtigte Anliegen, die sie frühzeitig einbringen wollen und damit konstruktive Beiträge zur Optimierung leisten».

Diese Haltung will sie den Studierenden vermitteln. Bisher hat sie damit gute Erfahrungen gemacht: «Die EUTler wollen gestalten und die Energiewende prägen. Deshalb wollen sie wissen, wie man alle Player miteinbezieht.»

Verschiedene Perspektiven einnehmen

In den nächsten Wochen vertiefen sich die Studierenden in verschiedene wirtschaftliche, technische und juristische Themen. Besonders rechtliche und politische Fragen müssen dabei auf nationaler und kantonaler Ebene betrachtet werden.

Die Dozierenden Schmitt, Roth und Zweidler werden im Rahmen der Fallstudie «intervenieren» und die Studierenden herausfordern, wendig Perspektiven einzunehmen. – Und doch hartnäckig an ihrer Lösung für das (fiktive) Kraftwerk zu arbeiten.

Stefan Roth begrüsst den Gastreferenten Reto Rigassi, Geschäftsführer von Suisse Eole. Bild: ZVG.
Die Studierenden des Moduls “res”, rechts Dozent für Umweltrecht, Reinhard Zweidler. Bild: ZVG.

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