Astrid Henn: Emil im Schnee

04.12.2018 by

Emil geht in den Kindergarten. Heute ist Schlitteln angesagt. Aber Emil mag das Schlitteln nicht, er würde viel lieber einen Schneemann bauen. Alle Kinder rennen begeistert den Hang hoch, aber Emil bleibt mit seinem Schlitten zurück und schlendert gemächlich in eine andere Richtung. «Ich geh mal lieber ein bisschen forschen», sagt er zu sich. Er braucht gar nicht lange zu gehen, da trifft er einen riesengrossen Eisbären. Auch Eisbär freut sich über diese Begegnung, weil ihm heute so langweilig ist. Eisbär und Emil haben grossen Spass zusammen: Zuerst bauen sie ein Iglu. Aber dann will Eisbär unbedingt einmal schlitteln. Also lässt sich Emil überreden, der starke Eisbär wird ihn sicher wohlbehalten ins Tal bringen. Da weder Eisbär noch Emil eine Ahnung haben, wie man einen Schlitten steuert, endet die rasante Fahrt in einem Schneehaufen. Aber das ist nicht schlimm und als kurz darauf die Kinder staunen und glauben, Emil habe ganz alleine einen solch riesigen Schnee-Eisbären gebaut, da fühlt sich Emil richtig gut. Er drückt Eisbär zum Abschied noch einmal ganz innig und verspricht, bald wieder herzukommen.
Astrid Henn hat dieses Bilderbuch gezeichnet und auch gleich den Text selber dazu geschrieben. So ergänzen sich der sehr treffende Erzählton und die winterlich schwungvollen und Bilder ganz wunderbar. In der Figur des eher ängstlichen und verträumte Emil, der seine Angst überwindet, werden sich zudem bestimmt viele Kinder wiederfinden. Ein wunderbares Bilderbuch das sich sehr gut zum Erzählen und Geniessen für Kinder ab etwa 4 Jahren eignet.

Astrid Henn: Emil im Schnee. Ravensburger 2018. ISBN: 978-3-473-44705-3

Rezension: Maria Riss

 

Céline Claire und Qin Leng: Unsere kleine Höhle

04.12.2018 by

Es stürmt immer heftiger im Wald und Schnee ist angesagt. Alle Tiere bündeln ihre Vorräte und kriechen in ihre Höhlen und Nester. Im beginnenden Schneetreiben sind aber zwei Fremde unterwegs, zwei, die nicht in diesem Wald wohnhaft sind: Ein grosser und ein kleiner Bär. Auf der Suche nach einem Unterschlupf klopfen sie bei allen Tieren an, niemand will sie aber hereinlassen. Man ist zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt. Da hilft alles betteln und jammern nichts. Als es immer mehr zu schneien beginnt, bauen sich grosser und kleiner Bär ein Iglu und verkriechen sich darin. Die beiden sind froh, sie sind zwar immer noch hungrig, haben aber Schutz vor dem Schneesturm gefunden. Bald schon hören sie laute Rufe, es sind Tiere, die hereinkommen wollen, weil ihre Behausungen dem Sturm nicht standgehalten haben. Und so treffen sich fast alle Tiere im Iglu wieder und sind froh, dass sie einander haben und sich gegenseitig wärmen können.
Céline Claire hat eine sehr berührende Geschichte geschrieben, deren Botschaft immer aktuell bleibt und die ganz besonders gut zur Weihnachtszeit passt. Die Bilder der chinesischen Künstlerin Qin Leng fangen die Stimmung im Winterwald ganz wunderbar ein. Mit zarten Farben und in gekonnter Darstellung der verschiedenen Tiere ergänzen die Bilder das Buchgeschehen sehr gut und helfen auch beim Verstehen. Ein zartes Bilderbuch mit einer eingängigen Geschichte, die viele Kinder bereits ab 4 Jahren begeistern wird.

Céline Claire und Qin Leng: Unsere kleine Höhle. Aus dem Französischen von Oliver Ilan Schulz. Diogenes 2018 . ISBN: 978-3-257-01233-0

Rezension: Maria Riss

Kate Weisterlund / Ferudin Oral: Geflüster im Schnee

18.11.2017 by

haseDrei Hasen hören im verschneiten Winterwald ein Flüstern. Sie schauen nach und finden einen alten Teddybären. Der schaut wirklich bemitleidenswert aus. Sie wollen den Teddy zum alten Bären bringen, der weiss sicher Rat. Weil der alte Bär um diese Jahreszeit aber meist schlecht gelaunt ist, bringen sie einen Topf Honig mit, vorsichtshalber. Gemeinsam mit dem alten Bären und zwei kleinen Mäusen wird der Teddy nun getrocknet, geflickt und neu eingekleidet. Selbst ein Knopf für das fehlende Auge wird angenäht und so sieht der Teddy am Ende der Prozedur wieder wunderschön aus. Jetzt muss nur noch das Kind gefunden werden, das seinen Teddy vermisst. Hier weiss die Eule Rat. Sie hat schon länger ein Mädchen beobachtet, dass immer wieder ganz traurig aus dem Fenster schaut. Und so kommt schliesslich der Teddy wieder dahin zurück, wo er hingehört und wird zum schönsten aller Weihnachtsgeschenke.
Das Thema des Bilderbuchs ist nicht neu, aber die Art und Weise, wie Ferudin Oral das Geschehen im Winterwald in seinen Bildern eingefangen hat, ist einmalig schön. Man spürt beim Anschauen die Kälte im Winterwald, geniesst die wohlige Wärme und Geborgenheit in der Höhle des alten Bären und dem alten Teddy würde man am liebsten übers Fell streicheln, so realistisch ist jede Faser gezeichnet. Die Geschichte ist so einfach, dass sich das wunderschöne Bilderbuch bereits für Kinder ab drei, vier Jahren eignet.

Kate Weisterlund / Ferudin Oral: Geflüster im Schnee. minedition 2017. ISBN: 978-3865663160

Rezension: Maria Riss

Sang-Keun Kim: Wenn du eine Sternschnuppe siehst, wünsch dir was

18.11.2017 by

sternDer kleine Maulwurf hat einen riesengrossen Schneeball geformt, den möchte er unbedingt mit im Bus nach Hause nehmen. Aber der Busfahrer ist da anderer Meinung: Schneebälle im Bus schmelzen und das gibt eine Riesensauerei. Maulwurf hat eine Idee. Aus seinem grossen Schneeball formt er einen Bären und wartet mit diesem, seinem neuen Freund, auf den nächsten Bus. Aber auch diesmal hat er Pech, weil der Bär so gross ist, erkennt der Fahrer, dass da ein Schneebär mitfahren will. Als der Bus wiederum ohne Maulwurf losfährt, sieht der kleine Maulwurf eine Sternschnuppe. Wünsche können damit ja in Erfüllung gehen, deshalb gibt er nicht auf. Er macht seinen Schneebär kleiner und beim nächsten Busfahrer klappt es tatsächlich, nicht nur, weil der Bär jetzt klein ist, sondern auch, weil es draussen mittlerweile dunkel geworden ist. Im warmen Bus schläft der Maulwurf bald ein. Erst als der Bus endlich an der richtigen Haltstelle zum Stehen kommt, bemerkt der kleine Maulwurf das ganze Desaster. Natürlich ist sein Schnee-Bär-Freund geschmolzen. Traurig macht er sich auf den Heimweg. Aber er hat sich ja beim Anblick der Sternschnuppe etwas gewünscht und am nächsten Morgen erfüllt sich sein Wunsch auf wunderbare Weise doch noch.
Der koreanische Künstler Sang-Keun Kim hat Text und Bilder in wunderbaren Einklang gebracht. Die reduzierte und doch so berührende Darstellung der Figuren und die wunderschönen Winterstimmungen zeichnen das Buch ganz besonders aus. Schon sehr kleine Kinder werden das Bilderbuch verstehen, weil die Geschichte linear erzählt wird, weil die Bilder jeden Handlungsschritt illustrieren und weil sie sich sicherlich in der Figur des kleinen Maulwurfs wiederfinden werden.

Sang-Keun Kim: Wenn du eine Sternschnuppe siehst, wünsch dir was. Beltz 2017. ISBN: 978-3-407-82307-6

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats Oktober 2017

09.10.2017 by

pinguinJory John, Lane Smith: Paule Pinguin allein am Pol

Das Wetter ist zu kalt, das Wasser salzig und zu nass. Alle Pinguine sehen gleich aus. Die Berge sind hoch und düster. Das Wetter zu kalt. «Und überhaupt, ich sehe schrecklich aus, kann nur watscheln und nicht mal fliegen», schwafelt Pinguin Paule vor sich hin. Da taucht ein Walross auf, tippt dem kleinen Pinguin auf die Schulter und hält ihm eine Predigt über die Schönheit des Lebens, die sich gewaschen hat. Und danach? Pinguin Paule sieht die Welt wirklich nicht mehr gar so düster und das Meer ist eigentlich schon ganz nett, die Berge auch und all diese Pinguine. Aber es ist immer noch zu kalt und zu früh dunkel wird es auch da am Südpol.
Pinguin Paule geht es so, wie wir uns alle an manchen Tagen fühlen. Da hilft gutes Zureden schon, aber eben nicht ganz so richtig. Dieses Bilderbuch besticht durch die grossartigen, auf ein absolutes Minimum reduzierten Bilder und durch die knappe Sprache des kleinen Protagonisten. Nur das Walross, das bekommt Zeit zum Reden und Quatschen und ganz so Unrecht hat es ja wirklich nicht. Das Bilderbuch wird schon ganz kleine Kinder ansprechen und zwar genauso, wie es Erwachsene gefallen kann, weil es so direkt am Alltag spielt, weil wir, egal wie alt wir sind, diese Jammergefühle nur zu gut kennen.

Jory John, Lane Smith: Paule Pinguin allein am Pol. Deutsch von Andreas Steinhöfel. Carlsen 2017. ISBN: 978-3-551-51854-5

Rezension: Maria Riss

Jörg Hilbert: Das Schneemannkind auf Reisen

16.10.2016 by

schneemFlocke ist ein Schneemannkind. Seine Nase ist eine Karotte, die Haare Äste und seine Augen kleine Kieselsteine. Vergnügt schaut der kleine Schneemann den Kindern beim Schlitteln zu, als ein unglücklicher kleiner Vogel angeflattert kommt. Das arme Vögelchen friert erbärmlich, es sollte längst im warmen Süden sein, hat aber dummerweise den grossen Vogelschwarm verpasst. Flocke hat Erbarmen und versucht den kleinen Vogel zu wärmen: Er baut ihm ein Iglu, lässt ihn gar, wie ein Känguru, in seiner Bauchhöhle schlafen. Es nützt alles nichts, der Vogel muss an die Wärme und zwar schnell. Flocke beschliesst, den Vogel in den Süden zu begleiten, alleine schafft der kleine Kerl das ja nicht. Zuerst besteigen die beiden eine Seilbahn, dann geht es mit einem Wetterballon weiter und endlich, endlich erreichen sie das Land, wo die Sonne den ganzen Tag über warm vom Himmel scheint. Gut für den Vogel, schlecht für den Schneemann. Flocke schmilzt und verwandelt sich in Regentropfen. Bald zieht er aber, in einer dicken Wolke versteckt, zurück in den Norden. Und dort freuen sich die Kinder, dass es wieder schneit und sie einen kleinen Schneemann bauen können.
Was den besonderen Charme dieses Bilderbuchs ausmacht, sind vor allem die Bilder und das so passende Schriftlayout. Ein bisschen altmodisch vielleicht, aber umso reizvoller. Weil die Geschichte einen linearen Aufbau hat, können auch sehr kleine Kinder der Handlung folgen. Und am Schluss, da kann man gleich wieder von vorne anfangen und das ist etwas, was wirklich alle Kinder begeistern wird. Ein unbeschwertes und unterhaltsames Bilderbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Jörg Hilbert: Das Schneemannkind auf Reisen. Carlsen, 2016. ISNB: 978-3-551-51468-4

Rezension: Maria Riss

Feridun Oral: An einem kalten Wintermorgen

16.10.2016 by

oralAn einem kalten Wintermorgen erwacht die kleine Maus, weil sie friert. Brennholz muss her und zwar schnell und möglichst viel. Die kleine Maus sammelt wie wild, alles, was rumliegt, liest sie auf. Bald hat sie einen riesigen Turm von Ästen und Holz gestapelt. So gross und schwer ist dieser Turm, dass die kleine Maus keine Chance hat, ihn nach Hause zu befördern. Da kommt ein Hase angehoppelt und hilft. Das nützt aber alles nichts, der Stapel ist einfach viel zu schwer und hoch. Auch als ein Rabe und ein Fuchs mit anpacken, klappt es nicht. Erst als die Waldtiere den alten Bären wecken, um beim Ziehen und Stossen zu helfen, bewegt sich der Stapel. Aber da passiert es: Alle Zweige und Äste krachen zu Boden und eine ganze Ladung Schnee ebenfalls. Als die Tiere aus dem Holz- und Schneehaufen endlich wieder hervorkrabbeln, wird allen klar: Das Holz muss aufgeteilt werden. Kurz darauf stapft jedes der Waldtiere mit einem überschaubaren Stapel Holz heimwärts. Und so kommt es, dass in diesem so schrecklich kalten Winter keines von ihnen mehr frieren muss.
Dieses Bilderbuch lebt, nebst der sehr einfachen, linear erzählten Geschichte, vor allem von den wunderschönen stimmungsvollen Bildern. Die Doppelseiten zeigen in überwiegend Weiss- und Brauntönen den tief verschneiten Winterwald. Umso besser kommen dadurch die sehr realistisch gemalten Tiere zur Geltung, selbst die Fellstruktur lässt sich beim genauen Hinschauen erkennen. Das wunderschön gestaltete Bilderbuch des türkischen Künstlers, mit dieser so leicht verständlichen Geschichte, eignet sich schon für ganz kleine Kinder ab etwa 4 Jahren.

Feridun Oral: An einem kalten Wintermorgen. Edition Michael Neugebauer, 2016. ISBN: 978-386566-304-7

Rezension: Maria Riss

Philip Kerr: Winterpferde

20.11.2015 by

pferdDie Geschichte spielt 1941 in der Ukraine. Es ist Winter, bitterkalt. Im Naturreservat Askania-Nowa sind SS-Truppen eingefallen. Nur der alte Maxim hat überlebt. Ihn brauchen die Deutschen als Knecht. Im Reservat lebt eine Herde von seltenen Przewalski-Pferden. Dort hat sich aber auch die 12-jährige Kalinka, ein jüdisches Mädchen auf der Flucht, versteckt. Seit Monaten lebt sie heimlich draussen bei den Pferden. Sie ist in dieser Zeit fast eins geworden mit der herben Natur und den eigentlich sehr wilden Pferden. Eines Morgens gibt der Hauptmann den Befehl, diese unedlen Pferde abzuknallen. Kalinka gelingt es, zwei der Pferde zu retten und zu fliehen. Der alte Maxim

hilft ihr dabei und muss dies schliesslich mit seinem Leben bezahlen. Ganz alleine mit den beiden Pferden gelingt Kalinka die Flucht durch die eisige Steppe. Immer gen Osten, denn dort irgendwo, hunderte von Kilometern entfernt, muss sie die russischen Stellungen finden. Dort werden sie und die seltenen Pferde endlich in Sicherheit sein.

Philip Kerr hat ein sehr ungewöhnliches und eindrückliches Pferdebuch geschrieben, das an vielen Stellen auf historischen Fakten beruht. Im Mittelpunkt steht dabei dieses so überaus tapfere und kluge Mädchen Kalinka. Sie beeindruckt nicht nur durch ihre grosse Willenskraft, sondern auch durch die Fähigkeit, in dieser eisigen Wildnis zu überleben und sich mit den beiden Tieren zu verständigen. Besonders treffend ist dem Autor auch die Schilderung des SS-Hauptmanns geglückt. Ein adeliger Herr, mit extrem guten Manieren, mit einer grossen Liebe zur Kunst. Ein Herr aber auch, der das Töten und Leiden anderer geniesst und all seine Handlungen mit den Befehlen von oben rechtfertigt. Ein Buch, das betroffen macht, das die Stimmung in diesen endlosen kalten Steppen Russlands sehr eindrucksvoll beschreibt. Diese spannende Geschichte geht Leserinnen und Lesern unter die Haut. Für Jugendliche.

Philip Kerr: Winterpferde. Rowohlt 2015. ISBN: 978-3-499-21715-9

Rezension: Maria Riss

 

Kim Sang-Keun: Wenn du Sorgen hast, rolle einen Schneeball

02.11.2015 by

maulwurfOma Maulwurf hat mal gesagt: «Wenn du Sorgen hast, kleiner Maulwurf, dann roll sie alle einfach in einen Schneeball». Grossmutter war klug und deshalb beginnt der kleine Maulwurf mit dem Rollen eines Schneeballs. Laut sagt er seine grösste Sorge vor sich her. «Ich will Freunde haben.» So vertieft ist er in seine Arbeit, dass er gar nicht merkt, dass er einen Frosch einrollt. Immer grösser wird der Schneeball, bald ist auch ein Hase eingerollt. Der kleine Maulwurf ist dermassen beschäftigt mit dem schweren Schnee, dass er sogar einen Fuchs und einen Bären einrollt. Endlich macht er Halt, er braucht eine Pause. Da hört er Hilferufe aus seinem immens grossen Schneeball. Schnell gräbt sich der kleine Maulwurf in seine grosse Schneekugel und siehe da, er muss seine Freunde einfach nur aus dem Schnee buddeln. Grossmutter hatte mal wieder Recht!
Kinder werden diese Geschichte lieben, weil sie so viel klüger sind als der kleine Maulwurf, weil sie wissen, was als Nächstes passiert und weil sich die Szenen über mehrere Seiten hinweg wiederholen. Ein herrliches Bilderbuch, in dem sich Bild und Text wunderbar ergänzen. Weil die Geschichte so einfach und linear aufgebaut ist, können schon ganz kleine Kinder ab etwa 4 dem Geschehen folgen.

Kim Sang-Keun: Wenn du Sorgen hast, rolle einen Schneeball. Beltz 2015. ISBN: 978-3-407-82091-4

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats November 2015

02.11.2015 by

schneetagSam Usher: Mein Schneetag

Endlich schneit es draussen. Der Junge kann es kaum erwarten, in den Park zu laufen und dort mit den andern Kindern zu spielen. Und Opa? Der hat überhaupt keine Eile, der liegt immer noch im warmen Bett. Ganz, ganz langsam, genauso wie alte Leute sich eben bewegen, steht er auf, geht ins Bad und putzt sich die Zähne. Vor lauter Ungeduld zappelt der Junge und mahnt zur Eile, immer wieder, er hält Opas Langsamkeit schier nicht aus. «Nur Geduld, wir verpassen nichts», brummelt der alte Mann und bindet sich in aller Seelenruhe seine Krawatte um. Endlich, endlich machen sich die beiden auf den Weg. Im Park staunen sie nicht schlecht, da tummelt sich mittlerweile doch tatsächlich der halbe Zoo im Schnee. Eine so tolle Schneeballschlacht mit Affen und Elefanten, das hat weder der Junge noch Opa je erlebt. Opa hatte ja mal wieder recht: Manchmal lohnt es sich, ein bisschen geduldig zu sein.
Dieses Bilderbuch hat ganz wenig Text und lebt vor allem von den fantastischen Bildern. Die Ungeduld des Jungen, die Bedächtigkeit des alten Mannes, die Freude an der weissen Pracht und die Lust am Schneeballwerfen, das alles ist in den Bildern auf wunderbare Weise eingefangen. Schon ganz kleine Kinder kennen das Gefühl, dass Erwachsene immer so unglaublich viel Zeit brauchen und werden die Geschichte problemlos nachvollziehen können. Das grossformatige Bilderbuch eignet sich bereits für Kinder ab etwa 3 Jahren.

Usher, Sam: Mein Schneetag. atlantis 2015. ISBN: 978-3-7152-026-4

Rezension: Maria Riss