Markus Grolik: Herr Meier, Johnny und das wilde Hundeleben

16.05.2013 von

Alles begann damit, dass Herr Meier neben der Abfalltonne ein kleines, verwaistes Hündchen entdeckte. Er nahm es hoch in seine Wohnung und versuchte, ein allerbester Hundevater zu sein. Nun ist Johnny schon recht gross und die beiden unternehmen jeden Tag etwas Besonderes miteinander: Sie gehen ins Museum, in den Zoo, schlecken Eis und ab und zu auch Hundekuchen. Immer ähnlicher werden sich die beiden und bald sind sie, zumindest von weitem, kaum mehr zu unterscheiden. Und richtig spannend wird die Sache dann, als sich die beiden auf der Suche nach zwei passenden Damen machen.

Makrus Grolik hat ein schräges, wunderwitziges Buch geschrieben und gezeichnet, eine Mischung aus Comic und Bildergeschichte, welche Kinder wie Erwachsene zum Schmunzeln, Lachen und Staunen bringen wird. Es ist die Geschichte einer wunderschönen Freundschaft, spannend und voller Wärme und unerwarteter Wendungen: Geeignet für Kinder ab etwa 6 Jahren und alle, die sich von spannenden Bildergeschichten faszinieren lassen.

Markus Grolik: Herr Meier, Johnny und das wilde Hundeleben. Boje 2013. ISBN: 978 3 414 82069 3

Rezension: Maria Riss

Stephanie Blake: Pipikack

16.05.2013 von

Der kleine Hase hat ein Lieblingswort, das er immer und überall zum Besten gibt. Weder Mama noch Papa, noch die grosse Schwester können ihn davon abbringen. Da kommt eines Tages der Wolf und fragt sehr höflich: «Kann ich dich fressen, mein Häschen?» «Pipikack», kommt prompt die Antwort. Also frisst der Wolf den kleinen Hasen. Anschliessend geht es dem Wolf aber so schlecht, dass er den Arzt rufen muss. Und dieser Arzt ist niemand anders als Papa Hase. Sofort holt er sein liebes Häschen aus dem Bauch des bösen Wolfs. Ob der kleine Hase durch diese schlimme Erfahrung nun endlich Manieren gelernt hat? Das müssen die Betrachterinnen und Betrachter schon selber herausfinden!

 

Selten ist ein Bilderbuch auf dem Markt erschienen, dessen Bilder, Text und Layout dermassen aufeinander abgestimmt sind. Da hält man ein Buch aus einem Guss in Händen und staunt ob der Farbgebung und der genial einfachen und doch so lebensnahen Geschichte. Die knallend farbigen, plakativen Bilder sind genauso dreist wie der kleine Hase. Und der Text, in grossen Lettern abgesetzt, ist auf ein absolutes Minimum reduziert, genauso wie die Wortwahl des Protagonisten es ist. Dieses Bilderbuch werden Kinder lieben und immer wieder anschauen wollen und dies bereits im Alter von etwa 3 Jahren.

Stephanie Blake: Pipikack. Moritz 2013. ISBN: 978 3 89565 257 8

Rezension: Maria Riss

 

Tierhelden in Kinderbüchern

16.05.2013 von

Haben Sie gewusst, dass Bären die häufigsten Helden in Kinderbüchern sind? Hunde nehmen den zweiten Platz ein, dicht gefolgt von Ponys und Mäusen. Weit abgeschlagen auf Platz 20 sind Wale. Gar nicht in die Rangliste geschafft, haben es Wölfe und Schweine.

Dabei treten diese beiden Tierarten in so mancher Neuerscheinung als wunderbare Protagonisten auf. Lesen Sie mehr dazu und durchstöbern Sie unsere Empfehlungen unter der Rubrik «Tiere».

(Quelle: Die Zeit  13/2013)

Beitrag: Maria Riss

Antonia Michaelis: Kreuzberg 007 − Mission grünes Monster

01.10.2012 von

Hauptpersonen des Buches sind drei etwa 10-jährige Kinder: Pelle, Bella und Max. Sie wohnen alle drei im gleichen Haus an einer belebten Strasse, mitten in Kreuzberg undi sind ständig auf der Suche nach Spannung und Abenteuer. Eines Tages entdecken sie im kleinen Café, wo sich die meisten Quartierbewohner jeweils treffen, eine kleine Notiz: «Gutmütiges Haustier vermisst. Grünlich und etwa 50 cm lang. Hoher Finderlohn!» (Eine Telefonnummer steht da noch, wo man sich mit sachdienlichen Hinweisen melden soll.) Genau auf so etwas haben die drei gewartet, zumal sich herausstellt, dass es sich bei diesem gutmütigen Haustier um einen lebenden Kaiman handelt. Entflohene Kaimane zu fangen, wenn das kein richtiges Abenteuer ist! An Ideen und Plänen fehlt es den dreien nicht, sie suchen im alten Wasserturm, sie durchforsten nachts den Park und als sie im Landwehrkanal etwas Grünliches schimmern sehen, tauchen alle drei in die kalten Fluten – allerdings nicht ganz freiwillig. Und zu guter Letzt, nach elf überaus turbulenten Kapiteln, finden sie ihn schliesslich, den wirklich gutmütigen Kaiman.

Antonia Michaelis hat ein sehr unterhaltsames, witziges und auch ein bisschen schräges Buch geschrieben, das Jungen und Mädchen gleichermassen ansprechen wird. Besonders gelungen ist ihr die Charakterisierung der unterschiedlichen Figuren, der oft ausgeflippten Typen in diesem kleinen Dorf «Kreuzberg». Man begegnet ihnen in jedem Kapitel und sie tun niemals das, was normale Menschen so machen: Der Notizenmann beispielsweise, der tagtäglich im Café hockt und alles aufschreibt, was die Leute sagen oder diesen Typen «Hast-de-mal-nen-Euro», der permanent allen im Weg steht und um Geld bettelt oder die schrullige, stets schlecht gelaunte Besitzerin des Lampengeschäfts. Das Buch erfüllt alle Kriterien für ein wirklich lustiges, spannendes Vorlesebuch. Geeignet für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Antonia Michaelis: Kreuzberg 007 − Mission grünes Monster. Dressler Verlag, 2009.

Mario Ramos: Der Wolf im Nachthemd

13.06.2012 von

Es war einmal ein kleines Mädchen, das eine rote Kappe trug. Eines Tages im Wald begegnete es einem Wolf. Bis zu dieser Stelle werden Kinder die Geschichte kennen. Aber als der Wolf im Haus der Grossmutter ankommt, ist diese gar nicht da, dafür entdeckt er dort ein rosa Nachthemd. «Ich könnte mir ja nun das Nachthemd überziehen und erst das Rotkäppchen auffressen», denkt der Wolf. Gesagt  –  getan. Der Wolf geht anschliessend vor die Tür, um dort seine Spuren zu verwischen. Genau in diesem Moment schlägt die Türe des Häuschens zu und der Wolf steht im Nachthemd draussen im Wald. Und das Allerschlimmste: Das Nachthemd ist so eng geschnitten, dass der Wolf es trotz all seiner Kräfte einfach nicht schafft, wieder aus diesem albernen Hemd rauszukommen. Natürlich gibt es nun oberpeinliche Situationen und Verwechslungen. Aber zu guter Letzt kommt doch alles gut und sogar der dusselige Wolf überlebt das Ganze. Mario Ramos Bilderbuch «Ich bin der Stärkste im ganzen Land» werden viele kennen. Mit dem vorliegenden Band ist dem Künstler ein weiteres Meisterwerk an Witz und Ironie geglückt und die cartoonhaften Illustrationen tragen das Ihre zur guten Unterhaltung bei. Kinder werden diese Geschichte mit Sicherheit lieben!

Rezension: Maria Riss

Mario Ramos: Der Wolf im Nachthemd
Moritz 978 3 89565 242 4

Catherine Valckx: Waldo und die geheimnisvolle Kusine

13.06.2012 von

Rudi, das Kaninchen bekommt eines Tages den folgenden Brief: Lieber Rudi, du kennst mich nicht, aber ich würde mich über einen Besuch von dir sehr freuen. Ich wohne am Meer, halb im Wasser. Deine Kusine Jenny, die Muschel. Da Rudi nicht weiss, wie Muscheln überhaupt aussehen, stellt er sich eine Art Meerkaninchen vor. Zum Reisen hat er eh keine Lust und überhaupt, wo käme er hin, wenn er seine ganze riesige Verwandtschaft besuchen wollte? Da ist es gut, dass Waldo, sein Bärenfreud, sich schon so lange nach Abenteuern sehnt und sich aufmacht, um am Meer nach Rudis Kusine zu suchen und ihr Grüsse auszurichten.  Waldo findet das wunderbare Meer und entdeckt halb im Wasser die kleine Muschel Jenny. Weshalb Jenny eine Muschel ist und doch Rudis Kaninchenkusine, das erfahren Lesenden in dieser wunderschön schrägen, aberwitzigen Kindergeschichte. Catharina Valckx Sprache ist warmherzig, lebendig und wunderbar klar. Ihre Protagonisten sind allesamt Persönlichkeiten, liebenswert, eigenständig und mit ganz speziellen Macken. Die vielen, von der Autorin selbst gemalten Bilder unterstützen nicht nur beim Verstehen des Textes, sie erweitern das Gelesene auch. Waldo und die geheimnisvolle Kusine sei allen Leseanfängern, die bereits längere Texte eigenständig lesen können, wärmstens empfohlen.

Rezension: Maria Riss

Catherine Valckx: Waldo und die geheimnisvolle Kusine
Moritz 978 3 89565 244 8

Michael Peinkofer: Piratten! Unter schwarzer Flagge

19.03.2012 von

Das eher verwöhnte Mäusemädchen Mecky befindet sich auf hoher See, als ein plötzlicher Kanonendonner sie zu Tode erschreckt: Piratten entern das Schiff und nehmen Mecky samt ihrer Gouvernante gefangen. Auch die kleine Insel mit dem Leuchtturm wird von den Piratten nicht verschont. Schon am nächsten Tag tauchen die elenden Gesellen dort auf, schlagen alles kurz und klein und schleppen den alten klugen Professor Aristoteles mit sich fort. Der junge Mäuserich Marty konnte sich zwar verstecken, hat das Geschehen aber genau beobachtet. Sofort macht er sich auf den Weg: Er will ganz alleine die Piratten verfolgen und die beiden Gefangenen befreien. Es ist höchste Zeit, dass jemand den Kampf gegen diese gefährlichen, manierenlosen und scheusslichen Piratten aufnimmt! Michael Peinkofer hat mit diesem ersten Band einer neuen Serie kein literarisches Wunderwerk geschaffen, aber eine sehr spannende Geschichte, die junge Leserinnen und Leser mit Sicherheit begeistern wird. Obwohl das Cover eher reisserisch anmutet, sind die Illustrationen im Buchinnern verblüffend fein und stimmungsvoll. Diese neue Reihe eignet sich vorzüglich als Lesefutter für Kinder ab etwa der 3. Klasse.

Rezension: Maria Riss

Michael Peinkofer: Piratten! Unter schwarzer Flagge. Carlsen, 2011. Phantastische Geschichte.

Ken Kimura & Yasuanri Muramaki: 999 Froschgeschwister ziehen um

19.03.2012 von

Seit die 999 Kaulquappenkinder zu Fröschen geworden sind, wird es für Familie Frosch langsam eng im kleinen Tümpel. Ein Umzug steht an und zwar sofort. Papa Frosch übernimmt die Führung, alle 999 Froschgeschwister hüpfen hintendrein und Mama Frosch ist besorgt, dass keines der Kleinen zurückbleibt. Die Suche nach einem neuen grösseren Gewässer ist aber nicht eben einfach, überall lauern Gefahren und als dann gar ein hungriger Falke auftaucht, wird dieser Umzug für die ganze grosse Familie lebensgefährlich. Gott sei Dank halten die Frösche zusammen und so gelingt ihnen schliesslich der grosse rettende Sprung in den nahen See. Dieses Bilderbuch überzeugt nebst der humorvollen Geschichte vor allem durch die witzigen und bestechenden Bilder des japanischen Künstlers. Die Bildelemente sind auf ein Minimum reduziert und wirken gerade deshalb so eindrücklich – Text und Illustrationen ergänzen sich hier zu einem einmaligen Ganzen. Ein grossartiges Bilderbuch, das sich schon für kleine Kinder eignet; zum Erzählen, zum Vorlesen und zum «Immer-wieder-Anschauen».

Rezension: Maria Riss

Ken Kimura & Yasuanri Muramaki: 999 Froschgeschwister ziehen um. Nord Süd, 2011.

Ein Schwein gibt Gas

23.02.2012 von

Es war einmal ein Schwein, das liebte die Geschwindigkeit. Ständig sass es am Steuer seines kleinen Cabriolets, bis es eines Abends wegen einer Panne mitten in der grünen Landschaft steckenblieb. Kühe können zwar keine Autos flicken, dachte das Schwein, aber Kühe wissen vielleicht, wo sich ein Automechaniker auftreiben lässt. Das Schwein bekam von einer wohlerzogenen Kuh tatsächlich Auskunft und fand nach einem kurzen Fussmarsch eine Autowerkstatt und dort auch einen Mechaniker, der sich mit ihm auf den Weg machte. Es wurde dunkel – und mit jedem Schritt wurde der Mechaniker mürrischer und das Schwein bekam es mit der Angst zu tun. Zu Recht, denn kurze Zeit später erkannte es das wahre Gesicht des Automechanikers, unter der Mütze und dem hochgestellten Kargen verbarg sich die böse Fratze eines Wolfes…

Erstlesebücher dürfen witzig und komisch sein, sie können Märchen parodieren und sollen spannend sein. Sie müssen so gut unterhalten, dass auch Kinder, die noch langsam lesen, mit der Lektüre gar nicht mehr aufhören wollen. Ein solches Buch ist die Geschichte vom Schwein, das nicht nur gerne schnelle Boliden fährt, sondern sich zu guter Letzt auch als wahrer Held entpuppt. Eine Lese- und Vorlesespass für Kinder ab etwa 7 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Christian Oster & Dorothée de Monfreid: Ein Schwein gibt Gas. Moritzverlag, 2011. Erstlesebuch.