Lynne Rae Perkins: Die Nussknacker-Bande

02.09.2017 by

nussWer kennt sie nicht, die Geschichte vom Kind, das immer «Achtung!» ruft, auch wenn die Situation gar nicht gefährlich ist. Die Geschichte in der Welt der Eichhörnchen beginnt genauso. Jip schreit dauernd «Wolf», sodass ihm mit der Zeit keiner mehr Beachtung schenkt. Auch dann nicht, als sich tatsächlich Gefahr aus der Luft nähert und Jip die anderen warnen will. Und so passiert es, dass sein Cousin Jed von einem Habicht entführt wird. Doch die mutigen Eichhörnchen machen sich sofort auf die Suche nach ihrem Freund. Unterwegs lernen sie andere Eichhörnchen kennen, die im Gegensatz zu ihnen ein graues Fell tragen. Auch diese grauen Eichhörnchen helfen beim nun Suchen. Von ihnen erfahren die Freunde auch von der grossen Gefahr, die ihren Wald bedroht. Es stellt sich sogar heraus, dass die Suche nach Jed das kleinere Problem darstellt als die Bedrohung ihres Lebensraums. Nachdem die Freunde Jed gefunden haben, müssen sie einen Plan schmieden, wie sie den Wald vor den Menschen mit ihren grossen Sägen und den verführerischen Erdnussbutterbroten retten können. Cleverness und Mut sind nun gefragt.

Eine eindrückliche Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und Mut. Verschiedene soziale Themen werden in der Geschichte aufgenommen, so beispielsweise der Umgang mit Artgenossen, die sich in Aussehen und Herkunft von den Hauptfiguren unterscheiden. Obwohl sich das Buch mit durchaus ernsten und immer wieder aktuellen Themen befasst, ist es spannend und wirkt nicht belehrend. Das Buch eignet sich für Leserinnen und Leser ab etwa 9 Jahren. Die rund 180 Seiten sind in kurze Kapitel unterteilt. Das Buch eignet sich auch hervorragend zum Vorlesen.

Lynne Rae Perkins: Die Nussknacker-Bande. Mit Bildern von Philip Waechter. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Aladin 2016. ISBN: 978-3-8489-2081-5

Rezension: Jolanda Zimmerli

Bettina Obrecht: P.F.O.T.E – Ein (fast) perfekter Hund.

02.09.2017 by

hundP.F.O.T.E fühlt sich furchtbar einsam im Labor, in dem er gefangen ist. Bei Pet-o-Lab wollen sie perfekte Hunde wie P.F.O.T.E züchten (Perfekt Funktionierendes Objekt mit Tierischen Eigenschaften). Gerade treffen sich in der Stadt Forscher aus aller Welt, der erste perfekte, vollkommene Hund P.F.O.T.E soll endlich präsentiert werden. Um den Hals trägt P.F.O.T.E ein Sprachhalsband, das es den hellblau gekleideten Labormenschen ermöglicht, sich mit dem kleinen Hund in der Menschensprache zu verständigen. Aber P.F.O.T.E ist unglücklich, es ist niemand da, der mit ihm spielt oder ihm den Bauch krault. Bei der erstbesten Gelegenheit flüchtet P.F.O.T.E aus dem Labor, obwohl er Angst hat vor der Freiheit, er kennt ja nur die sterile Atmosphäre der Versuchsstation. Draussen wird P.F.O.T.E von den Geschwistern Janne und Flip gefunden, die sich schon lange sehnsüchtig einen eigenen Hund wünschen. Da P.F.O.T.E keinesfalls angebunden werden will und die Kinder nicht wissen, was ihre Eltern zu einem Hund meinen, lassen sie P.F.O.T.E vorerst alleine am Fluss zurück. Am nächsten Tag finden Janne und Flip den kleinen Hund nach langer Suche in der hintersten Ecke des Parks. Doch die Wiedersehensfreude währt nicht lange, denn plötzlich taucht ein Mann in einem hellblauen Kittel auf. Er arbeitet zweifelsfrei im Labor Pet-o-Lab und will P.F.O.T.E unbedingt sofort einfangen. Zum Glück ist P.F.O.T.E schneller und entwischt. P.F.O.T.E ist in grosser Not, er wird verfolgt und Hunger hat er auch. Schliesslich trifft er auf einen Mops, bei dem er sein Sprachhalsband gegen Essen eintauschen kann. So kommt es, dass die Verfolger aus dem Labor den falschen Hund einfangen und das Chaos an der Konferenz perfekt wird.
P.F.O.T.E ist eine Mischung aus Tiergeschichte, Krimi und Abenteuerbuch, die Kinder begeistern wird. Temporeich, turbulent und voll versteckter Anspielungen auf das Unverständnis vieler Erwachsenerer erzählt die bekannte Autorin dieses spannende Hundeabenteuer. Zum Zuhören für Unterstufenkinder, zum Selberlesen für Kinder ab der Mittelstufe. Bei Youtube gibt es nicht nur einen Trailer zum Buch, sondern auch eine Lesung mit der Autorin. Einfach die Stichworte «Obrecht Hund Pfote» eingeben.

Bettina Obrecht: P.F.O.T.E – Ein (fast) perfekter Hund. Mit Bildern von Barbara Scholz. cjb 2017. ISBN: 978-3-570-17418-0

Rezension: Anita Fehr

Mario Ramos: Nur Mut, kleiner Luis

01.09.2017 by

Der kleine Wolf Luis wird in die Schweinchenklasse eingeteilt, ausgerechnet! Klar, dass er da dauernd gehänselt und ausgelacht wird und in der Pause niemand mit ihm spielen will. Ohne Jojo würde Luis völlig verzweifeln. Schweinchenkind Jojo hält nämlich zu ihm und macht gar einen Krankenbesuch, als Luis mit einer fiesen Grippe im Bett liegt. Da erfährt Jojo auch, dass Luis von drei Schweinchen auf dem Schulweg richtiggehend fertig gemacht wird und dass sich Luis deshalb kaum mehr zur Schule traut. «Jetzt reicht’s», meint Jojo und entwickelt einen fabelhaft klugen Plan, um seinem Freund zu helfen.
Der leider verstorbene Mario Ramos hat Bilderbücher geschaffen, die allesamt das Zeug zum Klassiker haben. Sie liegen in vielen Kinderzimmern und den meisten Kindergärten zum Anschauen bereit. Die Bücher sind wohl deshalb so stimmig, weil Mario Ramos seine Geschichten selber geschrieben und gleich auch auf so spezielle Art in Bilder umgesetzt hat. Man muss ihn beim Lesen und Betrachten einfach lieb gewinnen, diesen kleinen Luis, obwohl er doch eigentlich ein Wolf ist. Von der Länge und vom Schwierigkeitsgrad des Textes her, eignet sich das Buch hervorragend für Kinder, die lesen lernen. «Nur Mut, kleiner Luis» ist eine Erzählung, die sich ganz nah am Kinderalltag abspielt, deshalb werden auch kleinere Kinder beim Vorlesen begeistert zuhören.

Mario Ramos: Nur Mut, kleiner Luis. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Moritz 2012. ISBN: 978-3-89565-252-3

Rezension: Maria Riss und Anita Fehr

 

Jane Chapman, Tim Warnes: Das grosse Buch vom Mutigsein.

30.08.2017 by

Drei Bilderbuchgeschichtenmut

Erste Geschichte: W-w-wer hat schon Angst im Dunkeln
Ein Frosch ist gerade dabei am späten Abend ins Wasser zu hüpfen, als er ein Teichmonster auf der anderen Seite des Teiches entdeckt. Schnell holt er seine Freunde, doch mit jedem Freund, der dazu kommt, wird das Teichmonster riesiger und noch unheimlicher. Bis nach langem Bangen und Zittern der Wind ihr Laternenlicht auslöscht und die kleine Haselmaus Tinchen ihnen im schwachen Licht ihres Laternchens von der anderen Seite des Teiches zuwinkt. Jetzt erkennen sie, dass ihr Teichmonster nur ihre eigenen Schatten waren.
Zweite Geschichte: Wir sind der Schrecken aller Monster
Eine Ente wacht am Morgen auf und stellt ein seltsames, unbekanntes Geräusch unter ihrem Bett fest. Sie beschliesst Hilfe zu holen, da sie keine Ahnung hat, was da unter ihrem Bett sein könnte. Sie ruft das Schweinchen, macht ihm das Geräusch vor und bittet es, ihr zu helfen. Doch Schweinchen will lieber noch den starken Bären holen und dieser den lauten Wolf. Das Geräusch wird von Tier zu Tier immer unheimlicher nachgeahmt, bis zuletzt ein ganzer Tiertrupp mit «Monster-Abschreck-Gerätschaften» zum Haus der Ente kommt, um dann festzustellen, dass unter Entes Bett eine kleine Maus schläft und schnarcht.
Dritte Geschichte: Fünf Angstbären und ein unheimlicher Gast
In der Nacht tobt ein heftiges Gewitter. Der Reihe nach kommen Babybär, der kleine Bär und der grosse kleine Bär zum Bett der Eltern, um bei ihnen Unterschlupf zu finden. Jedes Mal äussert sich Papa Bär: «Was seid ihr doch für Angstbären!» Er selber kann jedoch nicht einschlafen und als es dann auch noch an der Tür poltert, rutscht ihm das Herz in die Hose und er nimmt einen Satz unters Bett. Dabei steht bloss der Elch vor der Tür, dessen Haus vom Wind weggeblasen wurde. «Was bist du doch nur für ein Angstbär», lachen die Bärenkinder, «Monster gibt es doch gar nicht!»
Die drei Geschichten dieses Bilderbuches greifen das Thema der überhöhten Angst auf. Das kennt jedes Kind: Ein Schatten oder ein Geräusch kann ganz schlimme Fantasien auslösen. Da werden Monster und Ungeheuer zum Leben erweckt, auch wenn unser Verstand weiss, dass es solche gar nicht gibt. Zudem bieten die einzelnen Geschichten Raum für passende Aktivitäten, wie Schattentheater, Geräuschgewitter oder Rollenspiele. Die drei Geschichten sind spannend und ermöglichen, mit Kindern über ihre Ängste ins Gespräch zu kommen. Sie eignen sich für Kinder ab dem Kindergarten.

Jane Chapman, Tim Warnes: Das grosse Buch vom Mutigsein. Loewe 2015, 2. Auflage. ISBN: 978-3-7855-7498

Rezension: Rahel Romanowski

Luv Frohde: Ein Hund für Jacob

18.06.2017 by

jacobAls Jacobs Hund stirbt, bricht für Jacob eine Welt zusammen. Sein Hund Buster war sein allerbester Freund. Er war immer an seiner Seite, hat gespürt, wenn Jacob traurig war und war ausgelassen und spielfreudig, wenn Jacob guter Dinge war. Erwachsene haben gut reden, wenn sie meinen, dass die Zeit Wunden heile oder dass er sich doch einfach einen neuen Hund wünschen solle. Jacob ist sich sicher, dass seine Trauer nie aufhören wird, und einen Hund will Jacob niemals mehr haben. Und dann sind Sommerferien. Die Familie fährt wie in jedem Jahr an den grossen See. Dort hat Jacob im letzten Jahr zusammen mit anderen Kindern eine Waldhütte gebaut. Jacob baut an der Hütte weiter, er übernachtet sogar dort. Und dann ist da plötzlich dieser Hund, klein, scheu, ausgehungert und schwarz. Der Hund scheint niemandem zu gehören. Jacob legt dem Hund Essen vor die Hütte und spricht beruhigend auf ihn ein. Mit jedem Ferientag traut sich der Hund näher an den Jungen heran und bald lässt er sich auch streicheln. Jacob ist überglücklich, denn der Hund scheint ihm zu vertrauen. Ganz allmählich wird Ronny, so nennt er den kleinen Hund, zum steten Begleiter. Als sich bis zum Ende der Ferien kein Besitzer meldet, darf Jacob den Hund Ronny sogar mit nach Hause nehmen. Erst zwei Monaten später kommt dieser Anruf von den Leuten, denen der Hund offensichtlich gehört. Erneut verliert Jacob seinen treusten Freund. Jacob weiss weder ein noch aus und ist völlig verzweifelt. Aber dann, ein paar Wochen später, steht der kleine schwarze Ronny plötzlich vor Jacobs Tür: Hunde sind klug und wissen ganz genau, wer sie lieb hat und wo sie hingehören.

Die Geschichte ist ganz nah an der Alltagswelt von Kindern. Jacobs Verzweiflung, seine grosse Trauer, das kennen die meisten Kinder in irgendeiner Form. Die Autorin fokussiert ihre Geschichte ganz stark auf die Beziehung zwischen Jacob und seinem Hund und lässt anderes bewusst weg. So wird Jacobs Kummer und sein eindrücklicher Weg aus der Trauer besonders gut nachvollziehbar. Und dass zu guter Letzt doch noch alles gut kommt, das tut selbst erwachsenen Lesenden gut. Die berührende Geschichte ist in kurze Leseportionen eingeteilt und eignet sich auch deshalb sehr gut zum Vorlesen. Für Kinder ab etwa 9 Jahren.

Luv Frohde: Ein Hund für Jacob. Aus dem Norwegischen von Inge Wehrmann.Thienemann 2017. ISBN: 978-3-522-18435-9

Rezension: Maria Riss

Hans Traxler: Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte

28.04.2017 by

Traxler_25491_MR.inddEddy zieht mit seiner Herde durch die Steppen Afrikas. Und weil Eddy ein noch so kleiner Elefant ist, darf er sogar manchmal auf den Schultern von Tante Adele reiten. Dann entdeckt die Herde eines Tages einen alten Elefantenbullen, dessen Stosszähne ausgerissen wurden. Eddy beschliesst für sich, dass er niemals gross werden will. Er will keine Stosszähne bekommen und später von Wilderern überfallen werden. In der Nacht schleicht er sich deshalb heimlich davon. Die Herde zieht nach einer langen vergeblichen Suche schliesslich ohne ihn weiter. Der kleine Eddy wird gefunden und in eine Elefantenstation gebracht. Hier in der Station hat es Eddy eigentlich gut, nur essen und wachsen, das will er unter keinen Umständen. Schliesslich wird ein alter Medizinmann gerufen, der kennt einen uralten Zauber, der gegen das Wachsen hilft. Aber ob das eine gute Lösung ist, einfach für immer klein zu bleiben?
Bücher mit zwar schönen Bildern, aber einer konstruierten, langweiligen Geschichte, gibt es momentan zuhauf in den Regalen der Buchhandlungen. Das Buch vom Elefanten Eddy hebt sich wohltuend davon ab. Hans Traxler hat einmal mehr ein Bilderbuch geschaffen, das diesen Namen wahrlich verdient. Im vorliegenden grossformatigen Band stimmt nicht nur der wirklich spannende Plot um ein ernsthaftes Thema, hier passen auch die Bilder ganz wunderbar zum Buchgeschehen. Ein eindrückliches Bilderbuch, das viele Kinder wohl einige Zeit zu ihrem Lieblingsbuch erklären werden. Für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Hans Traxler: Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte. Hanser 2017. ISBN: 978-3-446-25491-6

Rezension: Maria Riss

 

Marianne Dubuc: Briefträger Maus macht Ferien

19.04.2017 by

mausWeil seine Arbeit so anstrengend ist, braucht Briefträger Maus auch ab und zu Ferien. Schon auf der ersten Seite wird alles Nötige für die ganze Familie eingepackt – und ab geht’s. Briefträger Maus kann es sich allerdings nicht verkneifen, auch gleich ein paar Postsendungen mitzunehmen. Schliesslich fährt Familie Maus ja schier um die ganze Welt und dann geht das ja im gleichen zu. Auch in diesem Folgeband gibt es viele wunderliche Dinge zu entdecken. Die Wohnung der Eidechse im Wüstenkaktus beispielsweise oder wo die kleinen Affen im Urwald hausen. Die Handlung ist sehr einfach, im Grunde eine Aneinanderreihung von Reisetagen, auf den Bildern gibt es aber unzählige Nebengeschichten aufzuspüren und zu erzählen. Bereits im letzten Herbst ist der erste Band des emsigen Briefträgers erschienen. Rezension Briefträger Maus.

Marianne Dubuc: Briefträger Maus macht Ferien. Beltz 2017. ISBN: 978-3-407-82157-7

Rezension: Maria Riss

Quentin Gréban: Habt ihr schon vom Wolf gehört?

23.03.2017 by

wolfWölfe fressen alles, sie sind böse und gefährlich. Das sagen (fast) alle. Hier wird erzählt, wie es dazu kam:
…Vor langer Zeit lebte einst eine Wölfin, die war sehr freundlich. Die Wölfin begegnete einem kleinen Schaf. Die Wölfin lächelte das Schaf liebevoll an und entblösste ihre Zähne. Das kleine Schaf jedoch erschrak und rannte so schnell wie möglich zurück zur Herde. «Ein grosser Wolf hat mich angegriffen und wollte mich beissen», erzählte das Lamm daheim. Schafe übertreiben oft ein bisschen. Diese Begegnung des kleinen Schafs mit dem Wolf erzählte nun ein Tier dem andern. Und wie so oft erfanden alle ein ganz kleines bisschen dazu. So hatte der Wolf bald das kleine Schaf gebissen und verschlungen. Nach ein paar Tagen ist klar, Wölfe können nur etwas richtig gut: Andere fressen! Ja und so kam es, dass sich die Wölfin mit ihren Jungen so schnell wie möglich aus dem Staub machte und seither nie mehr gesehen wurde…
Wenn Bilder und Geschichte von der gleichen Person stammen, zahlt sich dies in aller Regel aus. Bücher kommen so, wie das vorliegende Buch bestätigt, meist in einem Guss daher. Quentin Gréban hat es geschafft, die Charaktere der verschiedenen Tiere mit Pinsel und Farbe meisterhaft herauszuarbeiten. Kinder werden dieses Bilderbuch wohl lieben, nicht nur wegen der Bilder, sondern auch wegen der einfachen und linear erzählten Handlung. Und sie werden die eindringliche Botschaft der Geschichte mit Sicherheit verstehen. Für Kinder ab 4 Jahren.

Quentin Gréban: Habt ihr schon vom Wolf gehört? Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03538-2

Rezension: Maria Riss

Torben Kuhlmann: Armstrong

09.11.2016 by

armsDie kleine Maus setzt sich diesmal in den Kopf, auf den Mond zu fliegen. Schluss soll sein mit dem Aberglauben, der Mond sei aus Käse gemacht. Wer die kleine Maus aus dem bereits erschienen Buch «Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus» kennt, weiss, dass die kleine Maus niemals aufgibt, egal wie verzwickt und schwierig Aufgaben sind. Hartnäckig stellt sie Berechnungen an, klaut sich im Sperrmüll oder auf der Strasse die nötigen Bauteile zusammen, unternimmt lebensgefährliche Probeflüge, näht sich einen Raumanzug und konstruiert eine einzigartige Rakete. Dank ihrer grossen Willenskraft, auch gegenüber jenen, die sie auslachen und ihre Mission verhindern wollen, schafft es die kleine Maus tatsächlich auf dem Mond zu landen und ihre Pfoten auf den steinigen Boden zu setzen: Eigentlich ein kleiner Schritt für eine Maus! Nach ihrem Rückflug bleiben viele kleine Pfotenabdrücke und eine winzige Fahne auf der Mondoberfläche zurück. Erst ein paar Jahre später, am 21. Juli 1969, betritt der erste Mensch den Mond. Aber nur die Allerwenigsten wissen, was er dort fand.
Das neue Bilderbuch von Torben Kuhlmann ist wiederum ein kleines Meisterwerk: spannend, lehrreich, voll von Details und ganz fantastischen grossen Bildern. Selbst Ingenieure werden Spass daran haben, all die Pläne und Konstruktionen zu studieren und zu überprüfen. Die vielen Anspielungen auf die menschlichen Raummissionen, die spannende Handlung und die tapfere Hauptfigur tragen dazu bei, dass Kinder wie Erwachsene, vor allem auch Väter, dieses Buch lieben werden. Eine kurze Geschichte der Raumfahrt ergänzt dieses in jeder Beziehung herrlich gemachte Bilderbuch. Für Kinder ab etwa 5 Jahren genauso wie für Erwachsene.

Torben Kuhlmann: Armstrong. Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond. NordSüd, 2016. ISBN: 978-3-314-10348-3

Rezension: Maria Riss

Feridun Oral: An einem kalten Wintermorgen

16.10.2016 by

oralAn einem kalten Wintermorgen erwacht die kleine Maus, weil sie friert. Brennholz muss her und zwar schnell und möglichst viel. Die kleine Maus sammelt wie wild, alles, was rumliegt, liest sie auf. Bald hat sie einen riesigen Turm von Ästen und Holz gestapelt. So gross und schwer ist dieser Turm, dass die kleine Maus keine Chance hat, ihn nach Hause zu befördern. Da kommt ein Hase angehoppelt und hilft. Das nützt aber alles nichts, der Stapel ist einfach viel zu schwer und hoch. Auch als ein Rabe und ein Fuchs mit anpacken, klappt es nicht. Erst als die Waldtiere den alten Bären wecken, um beim Ziehen und Stossen zu helfen, bewegt sich der Stapel. Aber da passiert es: Alle Zweige und Äste krachen zu Boden und eine ganze Ladung Schnee ebenfalls. Als die Tiere aus dem Holz- und Schneehaufen endlich wieder hervorkrabbeln, wird allen klar: Das Holz muss aufgeteilt werden. Kurz darauf stapft jedes der Waldtiere mit einem überschaubaren Stapel Holz heimwärts. Und so kommt es, dass in diesem so schrecklich kalten Winter keines von ihnen mehr frieren muss.
Dieses Bilderbuch lebt, nebst der sehr einfachen, linear erzählten Geschichte, vor allem von den wunderschönen stimmungsvollen Bildern. Die Doppelseiten zeigen in überwiegend Weiss- und Brauntönen den tief verschneiten Winterwald. Umso besser kommen dadurch die sehr realistisch gemalten Tiere zur Geltung, selbst die Fellstruktur lässt sich beim genauen Hinschauen erkennen. Das wunderschön gestaltete Bilderbuch des türkischen Künstlers, mit dieser so leicht verständlichen Geschichte, eignet sich schon für ganz kleine Kinder ab etwa 4 Jahren.

Feridun Oral: An einem kalten Wintermorgen. Edition Michael Neugebauer, 2016. ISBN: 978-386566-304-7

Rezension: Maria Riss