Dagmar Geissler: Die Tintenkleckser. Mit dem Schlafsack in die Schule

22.09.2016 by

schlafsackDie bekannte Kinderbuchautorin hat ein Buch in der Reihe «Die Tintenkleckser» zum Thema Erzählnacht verfasst. Die Klasse 3a, sie nennen sich Tintenkleckser, ist so zappelig und nervös, dass die nette Lehrerin sie kaum mehr beruhigen kann. Erstens ist in der Klasse Zillys kleiner Stofftiger auf unerklärliche Weise verschwunden und zweitens dürfen heute Nacht alle Kinder in der Schulbibliothek übernachten. Endlich ist es Abend. Alle haben sich in der Schule versammelt, der Bibliothekar begrüsst die Klasse und alle stossen mit einem Glas Sprudel auf die kommende, sicher unvergessliche Nacht an. Anschliessend breiten die Kinder ihre Schlafsäcke aus und Frau Fasel, die Lehrerin, beginnt mit dem Erzählen einer ziemlich gruseligen Geschichte. Aber Mia hört nicht richtig zu. Unter dem Vorwand aufs Klo zu müssen, schleicht sie sich schon bald aus der Bücherei. Die Sache mit dem Stofftiger beschäftigt sie zu sehr. Sie selber hat ihn tagsüber versteckt, weil Zilly so sehr mit diesem doofen Tier angegeben hat. Mia will die Sache nun in Ordnung bringen. In der Nacht sieht die Schule allerdings ganz anders aus, unheimlich ist es, dunkel und gruselig in den langen leeren Korridoren. Überall hört Mia seltsame Geräusche. Was Mia nicht weiss: Auch Ben aus ihrer Klasse ist in den Schulgängen unterwegs. Und so beginnt eine abenteuerliche Verfolgungsjagd durchs ganze Schulhaus. Es wird spät, sehr spät, bis alle Kinder endlich ruhig in ihren Schlafsäcken liegen und einige davon sogar eingeschlafen sind.

Dagmar Geislers Geschichten spielen sich ganz nahe am Kinderalltag ab. In vielen Lesenächten geht es genauso zu und her. Dieses Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen, auch als Vorbereitung auf eine Lese-nacht beispielsweise. Die Sprache ist einfach, die Schrift gross und viele witzige, cartoon-ähnliche Illustrationen der Autorin helfen beim Verstehen. Bereits sind zwei weitere Bände der Tintenkleckser erschienen. Für Kinder ab etwa 9 Jahren.

Dagmar Geissler: Die Tintenkleckser. Mit dem Schlafsack in die Schule. dtv Hardcover, 2016. ISBN: 978-3-423-76142-0

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats Oktober

05.10.2015 by

nilesJory John, Mac Barnett: Miles & Niles – Hirnzellen im Hinterhalt

Miles Murphy hat es nicht eben leicht. Seine Familie ist nämlich in ein regelrechtes Kuhdorf umgezogen und in diesem Kaff soll er nun zur Schule gehen. Er, der an der alten Schule der absolute King war; er, der fast täglich jemanden mit einem Streich austrickste. Sofort muss er sich den Ruf des grössten Tricksers auch an dieser neuen Schule wieder aufbauen. Aber an dieser Schule scheint es jemanden zu geben, der all seine Streiche sabotiert, jemanden, der besser tricksen kann als er. Miles ist am Boden zerstört, vor allem, als er herauskriegt, dass dieser Trickser der grösste Streber der ganzen Schule ist, ein Oberschleimer und Lehrerliebling dazu. Miles fordert Niles, den Streber, heraus. Streich um Streich wird von Miles geplant – und geht in die Hosen. Bis Miles merkt, dass er nur eine Chance hat, wenn er mit Niles gemeinsame Sache macht. Miteinander schaffen die beiden etwas echt Starkes, zusammen sind sie unbesiegbar: Als der Schuldirektor frühmorgens die Schulhaustüre öffnet, glotzen ihn aus dem Korridor an die 80 Kuhaugen an.
Endlich mal wieder ein wirklich lustiges, urkomisches Buch! Nicht anbiedernd, sondern einfach witzig, toll illustriert und voller Komik. Dabei denken die beiden Trickser auch immer wieder darüber nach, wem sie einen Streich spielen wollen und ob es diese Person auch wirklich verdient hat. Dass der ständig schlecht gelaunte Schuldirektor an die Kasse kommt, versteht sich. Jeder neue Streich füllt ein Kapitel, so lässt sich die Lektüre auch leicht mal unterbrechen. Und zwischendurch erfahren Leserinnen und Leser auch immer wieder Neues über Kühe, dass Kühe nicht rückwärts eine Treppe hinunter gehen können, beispielsweise. Ein unbeschwertes und absolut ideales Vorlesebuch für Kinder ab der 4. Klasse.

Jory John, Mac Barnett: Miles & Niles – Hirnzellen im Hinterhalt. cbt 2015. ISBN: 978-3-570-16367-2

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats September 2015

31.08.2015 by

zebarMarkus Orths / Kerstin Meyer: Das Zebra unterm Bett

Hanna wird am frühen Morgen von einem heftigen Niesen geweckt. Sie kann es einfach nicht glauben: Es ist ein verschnupftes, niesendes Zebra, das unter ihrem Bett liegt. Das Zebra ist wohlerzogen und stellt sich auch gleich vor: «Gestatten, Bräuninger ist mein Name.» Hanna nimmt Zebra Bräuninger runter in die Küche, es hat nämlich Hunger und mag Nutellabrote ganz besonders. Die beiden Papas von Hanna staunen nicht schlecht, als sie das Zebra am Küchentisch sitzen sehen. Aber Bräuninger ist sehr nett und artig, Papa Paul und Papa Konrad müssen sich also keine Sorgen machen. Nach dem Frühstück gehen Hanna und das Zebra zur Schule. Erst vor Kurzem ist Hanna hierhergezogen. Dank Bräuninger an ihrer Seite steht sie endlich im Mittelpunkt, alle wollen das Zebra streicheln. Weil Zebra Bräuninger überaus klug und gebildet ist, darf es in der Schule bleiben. Zumindest vorerst. Aber am Abend verabschiedet sich Bräuninger von Hanna, es muss weiter, da gibt es noch so viele Kinder, die zwischendurch ein Zebra nötig haben.

Diese Geschichte ist schräg, zugegeben. Und zwischendurch muss man sich beim Lesen das laute Lachen verkneifen. Gleichzeitig erzählt der Autor aber auch von einem Mädchen, das es momentan nicht eben leicht hat und alle Unterstützung braucht, die es kriegen kann. Dank Bräuningers Besuch in der Schule findet Hanna sogar einen Freund, der, wie sich am Schluss herausstellt, nicht nur wegen dem Zebra am nächsten Morgen an Hannas Gartentor wartet. Das wundervoll illustrierte Buch wird viele Kinder zum Lesen verlocken und die erwachsenen Vorleserinnen und Vorleser werden ebensolchen Spass an der Lektüre haben.

Markus Orths / Kerstin Meyer: Das Zebra unterm Bett. Moritz 2015. ISBN: 978-3-89565-310-0

Rezension: Maria Riss

Irmgard Kramer: Sunny Valentine – Von Schaumbädern und tanzenden Rollschuhen

25.08.2015 by

sunnySunny Valentine ist etwa 10 Jahre alt. Sie lebt mit ihren beiden Brüdern und den Eltern in einem ungewöhnlichen Haus, das sie für 85 Cent selbst gekauft hat. Das Haus wird «seine Herrlichkeit» genannt und verändert sich ganz nach Lust und Laune. Sunny kann mit dem Haus sprechen, das Haus ist ein regelrechtes Zauberhaus. Als die Sommerferien zu Ende sind und die Kinder jeden Tag in die Schule müssen, reagiert das Haus mit rasender Eifersucht. Es will, dass die Kinder weiterhin möglichst den ganzen Tag im Haus verbringen. Wie gesagt, das Haus kann zaubern und verlegt deshalb den Unterricht in seine eigenen vier Wände. Doch dann geht doch etwas schief: Die nette Lehrerin Helene verschwindet. Sunny macht sich sofort auf die Suche nach ihr und landet mitten in New York City. Doch wo in dieser Millionenstadt soll Sunny nur ihre Lehrerin finden?
Das vorliegende Buch ist der zweite Band dieser witzigen Reihe, die Bücher lassen sich aber unabhängig voneinander lesen. Alle Bände beginnen immer mit einem Brief an eine berühmte Persönlichkeit (in diesem Fall ist es Brad Pitt, dem Sunny schreibt), um die Botschaft dieses Briefes zu verstehen, muss das Buch nun gelesen werden. Die Geschichte ist wirklich sehr skurril und witzig, weil das Haus einen eigenen Willen hat, es ziemlich empfindlich und etwas launisch ist und weil es trotz einiger unüberlegter Handlungen total liebenswert und freundlich bleibt. Immer wieder werden Leserinnen und Leser von unerwarteten Wendungen überrascht. Fazit: Ein richtiges Lesevergnügen! Eine grosse Schrift und die Auflockerung des Textes durch Bilder sind sehr lesefreundlich. Daher eignet sich das Buch auch für schwächere Leserinnen und Leser ab etwa zehn Jahren.
Die Reihe besteht mittlerweile aus drei Bänden, die auch als Hörbuch lieferbar sind. Der dritte Band ist im Juni 2015 erschienen.

Irmgard Kramer: Sunny Valentine – Von Schaumbädern und tanzenden Rollschuhen. Loewe 2015. ISBN: 978-3-7855-7889-6

Rezension: Jolanda Zimmerli

Salah Naoura: Konrad & Krax – Das Geheimnis von Mrs Stone

25.08.2014 by

U1_125x190mm_Krax_12-10-09.inddKonrad ist ein ganz normaler Junge – wenn man mal davon absieht, dass er als Baby vertauscht worden ist und nun bei Arabella lebt, die sich für eine moderne Hexe hält. Sein Rabe Krax nervt manchmal ganz schön. Konrad soll ihm das Sprechen beibringen, doch der Vogel erweist sich als wenig begabt. Eines Tages zeigt sich, dass Konrad mit Hilfe seiner Gedanken, Dinge bewegen kann. Die spirituelle Arabella ist völlig aus dem Häuschen und meldet den Jungen sofort in einer Akademie für Kinder mit magischen Fähigkeiten an. Dort lernt Konrad einige ungewöhnliche Kinder kennen. Gemeinsam versuchen sie das Geheimnis der fiesen Schulleiterin Mrs Stone aufzudecken. Nebst der spannenden Handlung erzählt die Geschichte auch von der Suche nach Konrads Wurzeln und der Sehnsucht nach Normalität. Konrad liebt Arabella zwar, leidet aber unter ihrem extravaganten Auftreten und dem ungewöhnlichen Beruf. Er möchte möglichst nicht auffallen, von seinen Mitschülern akzeptiert werden und endlich herausfinden, woher er kommt.
Die spannend erzählte Geschichte ist geeignet ab etwa neun Jahren. Das Buch umfasst 260 Seiten und ist in kurze Kapitel unterteilt. Von Konrad & Krax gibt es unterdessen einen zweiten Band: Konrad & Krax – Auf der Jagd nach Dr. Wudu.

Salah Naoura: Konrad & Krax – Das Geheimnis von Mrs Stone. Oetinger Taschenbuch 2013. ISBN: 978-3-8415-0240-7

Rezension: Jolanda Zimmerli

 

 

Bruce Coville: Der geheime Zauberladen – Vorsicht Krötenkuss!

25.08.2014 by

kroteJennifer soll einen Aufsatz zum Thema «Mein Haustier» schreiben. Doch was soll einem denn dazu schon einfallen, wenn man gar kein eigenes Haustier hat? Schneller als gedacht ändert sich die Situation. Jennifer kauft noch am selben Tag eine Kröte in einem geheimnisvollen Laden. Bald wird ihr bewusst, dass es sich dabei um ein ganz besonders Tier handelt und das Abenteurer beginnt. Die Kröte Bufo hat es in sich. Bufo kann nicht nur sprechen, mit einem Kuss verwandelt sie auch die eingebildete Sabrina aus Jennifers Klasse in eine Kröte. Jennifer gehört nicht zu den hübschesten und beliebtesten Mädchen der Klasse. Sie kämpft sich durch den Alltag mit fiesen Mitschülerinnen, nervigen Brüdern und manchmal etwas peinlichen Eltern. Gerne würde sie ihr blasses, unscheinbares Gesicht mit den kleinen Augen, der knolligen Nase und den dicken Wangen, sowie ihr mausgraues Haar gegen ein wunderschönes Gesicht mit blonder Mähne eintauschen. Doch als sie durch Magie diese Möglichkeit hätte, erkennt sie, dass andere Dinge eigentlich viel wichtiger sind.
Das Buch eignet sich für Leserinnen und Leser ab 9 Jahren. Zudem ist es ein ideales Vorlesebuch, weil sich der Spannungsbogen durch das ganze Buch zieht. Die gut 200 Seiten sind in 14 Kapitel unterteilt. Die Geschichte gehört zur beliebten Reihe «Der geheime Zauberladen».

Bruce Coville: Der geheime ZauberladenVorsicht Krötenkuss! Ravensburger Taschenbuch 2007. ISBN: 978-3-473-52318-4

Rezension: Jolanda Zimmerli

 

Rose Lagercrantz/Eva Eriksson: Mein Herz hüpft und lacht

04.12.2013 by

mein herzDunne geht in die erste Klasse. Sie mag Meerschweinchen und morgens lange ausschlafen, sie mag mit Freunden spielen, sie ist glücklich und will das auch bleiben. Unglück hält sie nicht aus, deshalb schreibt sie sogar traurige Geschichten um. Sie vermisst ihre beste Freundin Ella Frida, die weggezogen ist. Sie wird wiederkommen, das weiss Dunne ganz sicher. Deshalb hält sie auch den Platz in der Schule neben sich frei. Dumm ist einfach, dass Vicki und Micki aus ihrer Klasse sie ständig nerven und auslachen und piesacken. Als sich Dunne nicht mehr zu wehren weiss, schaltet sich ihr Papa ein und kommt mit in die Schule. Und oh Wunder, an diesem Tag klopft jemand an die Schultüre: es ist Ella Frida, die Dunne besuchen kommt. So glücklich war Dunne schon lange nicht mehr!
«Mein Herz hüpft und lacht» erzählt vom Alltag in der Schule, von einem Mädchen, das auch Leserinnen und Leser mit ihrem Glück ansteckt. Wer schon in einer ersten Klasse unterrichtet hat, wird den Eindruck bestätigen: Genauso, wie in diesem Buch beschrieben, geht es dort zu und her. Dunne ist ein ganz normales Mädchen, aber stark ist sie, lebensbejahend und voller Energie. Das Buch ist zudem wunderschön illustriert, feine Bleistiftzeichnungen helfen nicht nur beim Verstehen, sie erzählen die Geschichte auf andere Weise und ergänzen den Text optimal. Hier haben sich zwei absolute Profis zusammengefunden. Zum Selberlesen ab etwa 8 Jahren, zum Vorlesen eignet sich die Geschichte aber auch für jüngere Kinder.
Der erste Band von Dunne trägt den Titel «Mein glückliches Leben». Das Buch wurde für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Mittlerweile sind bereits vier Bücher über Dunnes Alltag erschienen.

Rose Lagercrantz/Eva Eriksson: Mein Herz hüpft und lacht. Moritz 2013. ISBN: 978-3-89565-269-1

Rezension: Maria Riss