Esther Bisset / Martin Palmer: Die Regenbogenschlange. Geschichten vom Anfang der Welt und von der Kostbarkeit der Erde.

24.09.2012 by

Geschichtensammlung mit didaktischem Kommentar. Dieses Buch erzählt die Geschichte der Weltentstehung in neun verschiedenen Religionen. Darunter finden sich sowohl die Schöpfungs-geschichten der bekanntesten Weltreligionen als auch diejenige der Aborigines oder ein Mythos eines Stammes im Amazonas-Gebiet. Nebst der Frage nach dem Ursprung der Welt geht es auch um den Umgang der verschiedenen Völker mit ihrer Umwelt. Schön ist, dass das Buch kein «Richtig» und «Falsch» vorgibt, nicht wertet oder mit dem Zeigefinger mahnt, sondern einfach erzählt und Raum für eigene Interpretationen und Meinungen lässt.

Das Buch ist in Kapitel gegliedert, die immer gleich aufgebaut sind: Sie enthalten jeweils eine kurze Einleitung zur entsprechenden Religion, die Schöpfungsgeschichte, eine Erklärung zur Bedeutung dieser Geschichte, einen Informationsteil über das Leben der Angehörigen dieser Religion und zum Schluss einige Fragen zum Nachdenken.

Im zweiten Teil finden Lehrpersonen einen ausführlichen didaktischen Kommentar mit vielen Hintergrundinformationen und Ideen für die praktische Umsetzung im Unterricht. Das Buch wurde für Kinder zwischen neun und dreizehn Jahren konzipiert. Die Texte sind in einfacher, gut verständlicher Sprache verfasst, sie sind kurz und trotzdem informativ. Ein Glossar erklärt die schwierigen Begriffe. Ein wertvolles Buch, das fächerübergreifend eingesetzt werden kann.

Rezension: Jolanda Zimmerli

Esther Bisset / Martin Palmer: Die Regenbogenschlange. Zytglogge Verlag, 1998. Neuauflage 2003.

Juli Gudehus: GENESIS

24.09.2012 by

Bilderbuch in Piktogrammen. Das Buch erzählt die biblische Schöpfungsgeschichte in Piktogrammen nach und ermöglicht damit einen neuen Zugang und eine etwas andere Sichtweise auf eine der bekanntesten und ältesten Geschichten überhaupt.

Der Aufbau des Buches ist sehr genau strukturiert: Jeweils auf der rechten Seite finden sich die Piktogramme, auf der linken Seite steht ein Satz in den vier Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.

Eine originelles Buch, das zum Nachdenken über Sprache und Schrift, aber auch zum Experimentieren mit Sprache und zu Sprachspielen einlädt. Es ermöglicht eine ungeahnte Anzahl an handlungsorientierten Aufträgen und lässt sich im Bildnerischen Gestalten, im Fremdsprachenunterricht, in Deutschstunden sowie in Religionslektionen auf allen Schulstufen einsetzen.

Rezension: Claudia Rüetschi

Juli Gudehus: GENESIS. Carlsen Verlag, 2009.

Annette Swoboda: Der kleine Gott und die Tiere

24.09.2012 by

Bilderbuch. Der kleine Gott wacht an einem Donnerstagmorgen auf und freut sich über die Welt, die er bereits geschaffen hat. Doch beim Durchwandern des Paradieses fällt ihm plötzlich auf, wie still es ist. So hat er die Idee, sich von Neuem kreativ zu betätigen und Tiere zu schaffen. Mit viel Fantasie und Liebe zum Detail beginnt er verschiedenste Tiere zu formen, zu bemalen, ihnen eine Stimme zu geben, sie zu trainieren und schliesslich über die ganze Welt zu verteilen. Als sich der kleine Gott am Abend schlafen legt, freut er sich über den ereignisreichen Tag, ist zufrieden mit seinem Werk, und nimmt sich vor, am nächsten Tag ein neues Projekt anzugehen.

Eine wunderschöne Schöpfungsgeschichte, in Wort und Bild erzählt! Gott erscheint in Form eines Kindes, das die ganze Welt erschafft. Die Bilder enthalten viele kleine Details, die entdeckt werden wollen. Das Buch eignet sich in erster Linie für den Kindergarten und die Unterstufe. Allerdings wäre es auch durchaus in der Mittelstufe einsetzbar, wenn thematisch gearbeitet wird. Das Buch liesse sich sehr gut als Einstieg ins Thema «Schöpfungsgeschichten» verwenden. Es erzählt einen kleinen Teil der christlichen Schöpfungsgeschichte und wird durch die kindliche Darstellung Gottes verfremdet. So lässt die Geschichte genügend Raum, dass die Kinder ihre eigenen Vorstellungen einbringen können.

Die Geschichte regt zum Philosophieren, zum Nachdenken, vielleicht auch zum künstlerischen Gestalten an.

Rezension: Jolanda Zimmerli

Annette Swoboda: Der kleine Gott und die Tiere. Oetinger, 2008.

Jutta Richter: Der Anfang von allem

24.09.2012 by

Roman. Jutta Richter erzählt die älteste Liebesgeschichte der Welt ganz neu. Die Geschichte nämlich von Adam und Eva, von Kain und Abel, der Katze und dem Hund. Es gelingt der Autorin, den alten Stoff anregend, berührend und packend zu erzählen und damit der Geschichte Aktualität zu verleihen. So zeitlos geschildert könnte sich das Geschehen auch heute abspielen. Nicht die böse Schlange vertreibt Adam und Eva in Juttas Richters Buch aus dem Paradies – Adam sieht sich vielmehr mit Fragen nach Vertrauen, Verrat, Lügen, Ehrlichkeit und Freundschaft konfrontiert. Das Buch handelt von den grossen Träumen der Menschen, von ihrem Streben nach Glück und Zufriedenheit, sowie von ihren Sehnsüchten und Wünschen. Es beschreibt das Leben, wie es ist, mit all seinen Höhen und Tiefen, mit Freud und Leid. Immer wieder geht es um grosse Gefühle wie Eifersucht und Neid, Trauer und Verzweiflung, Zuversicht und Glück, Liebe und Hass. Adam, der voller Zweifel ist, stellt ehrliche und offene Fragen an Gott, die den Leser nicht unberührt lassen.

Das Buch lässt sich trotz der inhaltlichen Tiefe leicht und gut lesen. Durch den kunstvoll arrangierten Wechsel der Erzählperspektiven setzt sich vor dem inneren Auge der Lesenden die ganze Geschichte allmählich zusammen. Die bildhafte Sprache zieht Lesende in den Bann des Geschehens.

Ein kleines, aber berührendes literarisches Kunstwerk, das auf der Oberstufe sehr zu empfehlen ist. Es ermöglicht einen Einstieg in philosophische Fragen und lädt zum Diskutieren über grundlegende Fragen ein.

Rezension: Claudia Rüetschi

Jutta Richter: Der Anfang von allem. Hanser Verlag, 2008.

Jutta Richter: Der Hund mit dem gelben Herzen

24.09.2012 by

Roman. Die Begegnung zwischen Lotta, ihrem Bruder «Prinz Neumann» und einem kleinen, verirrten schwarzen Hund, der nicht nur hündisch sondern auch kätzisch, täubisch und menschisch reden kann, bilden den Anfang dieser liebe- und fantasievoll erzählten Geschichte.

Der kleine schwarze Hund erzählt den beiden Kindern von seinen Träumen. Lotta und ihr kleiner Bruder erfahren aber auch einiges aus seinem bisherigen Hundeleben und seinen Erlebnissen im Paradiesgarten. Wie er G. Ott kennen lernte, der von Beruf Erfinder war und all seine wunderschönen Schöpfungen in einem grossen Buch aufzeichnete. Er erzählt von Lukowitz, der anfangs G. Ott half und mit dem sich G. Ott so sehr zerstritten hatte. Der kleine Hund erzählt von den Ebenbildern, die G. Ott bei diesem Streit zusammen mit Lukowitz aus seinem Garten vertrieb. Und von seinem vergeblichen Versuch, die beiden, G. Ott und Lukowitz, wieder zusammen zu bringen, auch davon berichtet der kleine Vierbeiner. Und jetzt ist der kleine schwarze Hund bei Lotta und Prinz Neumann gestrandet, hier hat er nicht nur zwei neue Freunde, sondern auch endlich einen ruhigen Platz gefunden.

Nebst diesem wunderschönen Plot überzeugt das Buch vor allem wegen dem so sorgsamen Umgang der Autorin mit Sprache. Jutta Richter schreibt in einfachen Sätzen und benutzt Worte, die Kinder problemlos verstehen. Umso grösser ist die Wirkung des Textes, weil gerade diese Dichtheit und Einfachheit beim Lesen unvergessliche und einprägsame Bilder entstehen lassen, weil die Sprache so viel Raum für eigene Vorstellungen zulässt. Diese märchenhaft verpackte und fantasievoll erzählte Schöpfungsgeschichte, für Kinder nicht unbedingt als solche erkennbar, eignet sich zum Selberlesen für Kinder ab etwa 11 Jahren. Wenn das Buch vorgelesen wird, werden auch jüngere Kinder der Geschichte folgen können. Lesende entdecken darin viele Inputs für eigene Reflexionen und philosophische Gedanken.

Rezension: Marlies Höchli-John und Maria Riss

Jutta Richter: Der Hund mit dem gelben Herzen. Hanser, 1996 oder dtv, 7. Auflage 2008.