Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi

18.11.2017 by

pipiPrinz Tommi ist ein besonders tapferer Prinz. Gerade ist er auf seinem Pferd Herr Springer unterwegs zum Schloss Krümelfels, das von einem schrecklich gefährlichen Drachen bedroht wird. Dumm ist einfach, dass Prinz Tommi ganz dringend mal muss. Immer wieder unterbricht er seinen Ritt und versucht es, aber jedes Mal wird der arme Prinz dabei gestört. Mal sind es sieben Zwerge, dann ein Wolf oder ein schrecklicher Riese. Total verschwitzt, die schwere Rüstung ist in solchen Situationen ja nicht wirklich bequem, erreicht er schliesslich Schloss Krümelfels. Er muss nun dermassen dringend, dass er einfach am gefährlichen Drachen vorbeirast und sich endlich, endlich oben auf dem Schloss erleichtern kann. Und der Drache? Der ist tief beeindruckt, noch nie wagte es bis anhin jemand, einfach an ihm vorbeizurennen. Prinz Tommi ist wahrlich der tapferste aller Prinzen!
Kinder werden diese Geschichte lieben. Es ist nicht nur das Thema, das in einem gewissen Alter besonders fasziniert. Das Buch besticht auch durch die linear und gut verständliche Geschichte, die vielen Wiederholungen und die passenden, leicht schrägen und ausdrucksstarken Bilder mit vielen Anspielungen auf die Grimm’sche Märchenwelt. Ein leicht ironisches und witziges Bilderbuch zu einem Thema, das Kinder ab etwa 4 Jahren bestens kennen.

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi. Lappan 2017. ISBN: 978-3-8303-1269-7

Rezension: Maria Riss

Ute Krause: Ben und der böse Ritter Berthold

01.09.2017 by

benRitter Berthold ist wahrlich ein schlimmer Geselle. Alle Leute im Dorf müssen ihm viel zu hohe Abgaben leisten und wer nicht zahlen kann, der wird gefangen genommen und zur Burg geschleppt. Auch Ben geht es so, weil seine Eltern sehr arm sind. Er muss nun auf der Burg arbeiten. Tag und Nacht und ohne Pause. Ben wird das zu viel und so beschliesst er eines Nachts zu fliehen. Natürlich kommen die Wächter angerannt und Ben flüchtet durch die nächstbeste Tür. Ausgerechnet in der Schatzkammer ist er gelandet! Kaum zu glauben wieviel Schatzkisten mit Gold, Silber und Diamanten sich hier stapeln. Blitzschnell schnappt sich Ben die grösste Goldmünze und rennt weiter um sein Leben. Mit Seil, Pfeil und Bogen gelingt ihm schliesslich die Flucht aus der Burg und über den Wassergraben mit den vielen hungrigen Krokodilen. Aber seine Freiheit kann er nicht lange geniessen. Im Wald lauern Räuber, die ebenfalls eine billige, fleissige Arbeitskraft suchen. Als die Räuber aber Bens funkelnde Goldmünze entdecken, wollen sie sofort zur Burg. Ja, und so kommt es, dass sich Wächter und Räuber und der schlimme Berthold bald so wild bekämpfen, dass Ben erneut fliehen kann. Und wie er es schliesslich anstellt, dass alle Räuber mitsamt dem dicken Ritter im Wasser des Burggrabens bei den Krokodilen landen, das soll hier noch nicht verraten werden.
Das Bilderbuch lebt einerseits vom wirklich sehr, sehr spannenden Plot, andrerseits aber auch von den fantastischen Illustrationen der Künstlerin Ute Krause. Selten sieht man in Büchern so ausdrucksstarke Perspektiven, so viele witzige Details. Die meisten Kinder werden an dieser Geschichte ihre helle Freude haben. Genauso wie es der Rezensentin dieses Buches ergangen ist. Für mutige Kinder ab etwa 5 Jahren.

Ute Krause: Ben und der böse Ritter Berthold. Oetinger 2009. ISBN: 978-3-7891-6747-8
Rezension: Maria Riss

Susan Niessen: Fips Fidibus und das Geheimnis des schwarzen Haderich

25.08.2015 by

FIBSFips ist ein junger Zauberer, der jeden Tag brav die Zauberschule besucht. Eines Tages verschwindet sein Vater, der berühmte Zauberer Ferdinand, einfach spurlos. Fips macht sich heimlich auf, seinen Vater zu suchen. Dabei erlebt er wirklich sehr, sehr viele Abenteuer. Er begegnet Drachen, Räubern, bösen Rittern und wunderschönen Prinzessinnen. Natürlich findet Fips seinen Vater und natürlich war der böse Ritter Haderich Schuld an allem und natürlich wird zu guter Letzt alles wieder gut.
Dieses Buch ist in jeder Hinsicht witzig, spannend, unbeschwert und unterhaltsam. Viele Kinder werden begeistert sein, weil die Handlung sehr rasch voranschreitet und man beim Lesen nicht allzu viel hinterfragen und überlegen muss. Die Geschichte ist märchenhaft, weil weder Raum noch Zeit eine Rolle spielen, weil der Text sich ausschliesslich auf die äussere Handlung konzentriert und die inneren Sichtweisen der Figuren ausser Acht lässt. Ein Lese- und Vorlesevergnügen für Kinder ab etwa 8 Jahren. Fips Fidibus ist auch als Hörbuch lieferbar.
Für alle, die weitere Abenteuer des kleinen Zauberers lesen wollen, ist  ein zweiter Band erschienen: «Fips Fidibus und der verflixte Zauberkelch».

Susan Niessen: Fips Fidibus und das Geheimnis des schwarzen Haderich. Oetinger 2012. ISBN: 978-3-7891-4334-2

Rezension: Maria Riss

Christina Björk / Eva Eriksson: Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen

18.08.2015 by

ritterWas erlebten grosse Helden wie Siegfried, Artus oder Tristan in ihren Kinderjahren? Vor Drachen hatten sie schon als Kinder keine Angst! Die kleinen Ritter kämpften mit allen Mitteln: mit Schwertern, mit Harfenmusik, sogar mit gebratenen Hühnchen. Die sieben Geschichten erzählen von unerschrockenen Jungen und ihren gefährlichen Abenteuern, die sie mithilfe von List, aber auch von Erwachsenen oder tierischen Begleitern meistern. Am Schluss jeder Erzählung wird in ein paar Sätzen ein Bogen gespannt zu den grossen Sagen, in denen die Helden später zu Ruhm und Ehre gelangen. «Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen» erfreuen nicht nur jedes kleine Bubenherz. Jeder Held wird mit einem gezeichneten Portrait vorgestellt und alle wichtigen Ereignisse sind in detailreichen, stimmungsvollen Farbstiftzeichnungen festgehalten.
Das Buch eignet sich hervorragend für kleine Heldinnen und Helden zum Vorlesen und Erzählen ab dem Kindergarten.

Christina Björk / Eva Eriksson: Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen. Oetinger 2015. ISBN: 978-3-7891-7782-8

Rezension: Heidy Wechsler

Marine Letterie: Robin und die wilden Ritter

24.09.2012 by

Erzählung. Robin ist ein Rittersohn. Er ist etwa zehn Jahre alt und lebt mit seiner Familie auf Burg Vorden. Ganz egal, ob am Hubertustag die grosse Jagd stattfindet oder ein Ritterturnier geplant ist, Robin ist immer mit dabei. Er will allen zeigen, dass er alt genug ist, um selber bei einem Ritter in Dienst zu gehen und Knappe zu werden. Reiten kann er schon sehr gut und heimlich hat er gar schon einen Falken fliegen lassen. Und dass er für einen Knappen genug Mut hat, das beweist er im Laufe der beiden spannenden Geschichten in diesem Buch: Einmal warnt er seinen Vater im letzten Moment vor einer gefährlichen Raubritterbande, ein andermal ist es Robin, der den Herzog vor einem Attentat rettet. Natürlich erlebt Robin ein bisschen gar viel Spannendes, selbstverständlich taucht immer im richtigen Moment ein starker Retter auf. Trotzdem unterscheidet sich das Buch sehr positiv von andern Ritterbüchern für dieses Lesealter, weil das Geschehen und das Leben auf einer mittelalterlichen Burg sehr fundiert recherchiert wurden. Da gibt es im Anhang nicht nur Worterklärungen und Zeittafeln, da gibt es sogar detaillierte Quellenangaben. Ein Lese- und Vorlesebuch für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Marine Letterie: Robin und die wilden Ritter. Arena, 2008.