Ingrid O. Volden: Unendlich mal unendlich mal mehr

24.11.2018 by

Petra lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Dorf in Norwegen. Sie geht gerne zur Schule und kommt mit dem Leben eigentlich ganz gut zurecht. Sie spielt überaus gut Fussball, liebt Gruks (das sind ganz kurze Aphorismen) und sie hat eine sehr spezielle Beziehung zu Zahlen. Allerdings dürfen das nur gerade Zahlen sein, sonst bringen sie Unglück. Auch die Schuhe im Korridor müssen ganz genau an ihrem Platz stehen und Gully Deckel, die darf sie unter keinen Umständen betreten. All diese für sie magischen Dinge bereiten ihrer Lehrerin Sorge, deshalb geht Petra seit kurzem einmal in der Woche zu Stephen, dem Schulpsychologen. Der ermutigt sie, ihre Angst vor dem Wasser zu überwinden und endlich ins Hallenbad zu gehen. Denn Wasser, das gehört für Petra auch zu diesen unkontrollierbaren Dingen, da weiss man nie, wie es sich bewegt und ob man nicht doch den Boden unter den Füssen verliert. Es braucht ein bisschen Zeit, bis Petra sich schliesslich ins Hallenbad traut. Da sitzt sie auf der Tribüne und guckt zu. Aber dann trifft sie Thomas, der so wunderbar schwimmt, wie wenn er Propeller statt Arme hätte. Petra fühlt bald nur noch Brausepulver und Sprudelwasser in sich drin. Mit Thomas traut sie sich nach einiger Zeit sogar, den Kopf ins gefährliche Nass zu tauchen. Der Name Petra bedeutet «Stein» oder «Fels» und genauso stark ist auch die Protagonistin dieser Geschichte. Petra ist eine Kämpferin und auch eine, die mit ihren eigenen Gefühlen und denen anderer sehr sorgfältig umgehen kann. So erlebt sie nicht nur ihre erste scheue Liebe, sie bringt es auch fertig, einen Flüchtling aus Calais nach Norwegen einzuschleusen, damit die Familie ihrer besten Freundin endlich wieder komplett ist
Ingrid O. Volden hat sich für ihr erstes Kinderbuch nicht nur diese eindrückliche Mädchenfigur ausgedacht, sie hat deren Entwicklung und die spannende Geschichte auch in ganz wunderbare Worte gefasst. Karg könnte man die Sätze bezeichnen aber voller Metapher und mit ganz vielen leisen Tönen dazwischen. Ein Buch, das literarische Erfahrungen ermöglicht und das sich ganz wunderbar für unvergessliche Vorlesestunden eignet. Für Kinder ab etwa 11 Jahren.

Ingrid O. Volden: Unendlich mal unendlich mal mehr. Aus dem Norwegischen von Nora Pröfrock. Thienemann 2018. ISBN: 978-3-522-18461-8

Rezension: Maria Riss

Ramona Badescu/ Amélie Jackowski: Die Ameise und der Bär

23.08.2018 by

Der kleinen Ameise passiert das, was unter Ameisen zum Allerschlimmsten gehört: Sie hat verschlafen. Völlig ausser sich rennt sie los und stolpert im dichten Nebel mit einem grossen Bären zusammen. Bär ist auf dem Weg zum Ukulele-Unterricht und dieser Unfall tut ihm schrecklich leid. Den Unterricht lässt er natürlich sausen, man muss im Leben Prioritäten setzten und diese kleine Ameise ist verletzt und muss sofort versorgt werden. Äusserst vorsichtig bringt er die Ameise in seine Höhle, deckt sie zu, kocht ihr Tee. Bald kommt Eichhörnchen zu Besuch. Eichhörnchen besteht darauf, Doktor Uhu zu rufen. Bär hat aber eher schlechte Erinnerungen an seinen letzten Besuch beim Doktor und wehrt sich zuerst. Und Ameise, es ist Nummer 881, will unbedingt zurück in ihren Ameisenhaufen, die Chefameise ist so was von streng. Als es Ameise aber immer schlechter geht, wird Doktor Uhu doch gerufen. Die Diagnose ist schnell gestellt: «Zweites linkes Bein gebrochen». Da helfen nur absolute Bettruhe und ein Verband aus Eukalyptusblättern. Ja, und ganz langsam gesundet Ameise und plötzlich findet sie diese Bärenhöhle ziemlich angenehm und Bär, den hat sie richtig lieb gewonnen. Bär geht es genauso, er sagt das zwar nicht in Worten, aber die Töne seiner Ukulele können dies sowieso viel besser ausdrücken.
Ameise und Bär ist ein berührendes und doch auch witziges Buch, das sich vor allem zum Vorlesen und Erzählen eignet. Die Freundschaft zwischen einer pflichtbewussten, überaus fleissigen Ameise und dem eher langsamen, tollpatschigen Bären, ist so wunderschön nachzulesen, dass man gerne ebenfalls in der Bärenhöhle Platz nehmen würde. Es ist dieser warmherzige Plot und die wunderbar feine Sprache, die dieses Buch so stimmungsvoll machen. Vieles gibt es zwischen den Zeilen und in den zarten Bildern zu erahnen und entdecken. So können schon kleine Kinder wundervolle erste literarische Erfahrungen sammeln. Zum Erzählen und Vorlesen für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Ramona Badescu/ Amélie Jackowski: Die Ameise und der Bär. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Beltz 2018. ISBN: 978-3-407-82349-6
Rezension: Maria Riss

Mareike Krügel: Zelten mit Meerschwein

03.05.2018 by

meersauAnton soll nach den Sommerferien in die dritte Klasse, da sei dann die Welpenzeit vorbei, meint die Lehrerin. Das macht Anton Angst. Er gehört zu jener Sorte von Jungen, die lieber träumen, als raufen, die eher allein sein mögen, als sich in einer grossen Gruppe zu behaupten und die öfters auch mal weinen müssen. Hinzu kommt, dass Mama ihren Job verloren hat und Geld deshalb Mangelware ist. Papa ist ausgezogen und hat keine Zeit für einen Urlaub. Aber Mama hat eine Idee: Eigentlich braucht es für Ferien nur zwei Schlafsäcke, ein Zelt und einen Gaskocher. Mama und Anton machen sich also mit einem grossen Rucksack auf. Zu Fuss, das geht auch. Klar, dass Anton sein Meerschweinchen mitnimmt. Er hat dafür eine wunderschöne Transportbox gebastelt. Auf dem Campingplatz hat es aber keinen Platz mehr für die beiden, kein Grund aufzugeben: «Wir zelten einfach an einem versteckten Ort im Wald. Das ist zwar verboten, aber ein bisschen Ferien haben wir doch wohl beide verdient», meint Mama. Diese Woche im Wald ist einfach wunderschön, vor allem, weil Mama ihrem Sohn gleich am ersten Tag ein richtiges Schnitzmesser übergibt. Stundenlang schnitzt Anton nun Stöcke, Kochlöffel und Speere. Und dann taucht Liane auf, ein rotzfreches Mädchen vom Campingplatz, das nicht nur Antons Schnitz-Kunstwerke bewundert, sondern ihn auch zu allerlei Abenteuern überredet. Und als Mama eines Tages vom Einkaufen einfach nicht mehr zum Zelt zurückkehrt, da macht sich Anton zwar grosse Sorgen, aber er weiss sich zu helfen und geht ganz alleine zum Campingplatz. Mama hatte einen kleinen Unfall und kommt dann Gott sei Dank spät in der Nacht wieder.Am Ende dieser Ferien ist Anton nicht nur körperlich kräftiger geworden, er traut sich viel mehr zu und hat auch weniger Angst vor andern Kindern, jetzt ist er nur noch ab und zu ein Welpe.
Mareike Krüger kennt sich mit verträumten Welpen aus, das merkt man beim Lesen schon auf den ersten Seiten. Viele Kinder werden sich in Anton wiederfinden: Wenn er für sein Meerschweinchen eine prächtige Waldvilla baut beispielsweise, wenn er darüber nachdenkt, wie er sich in der Schule besser wehren könnte oder wenn ihn die Sehnsucht nach seinem Papa übermannt. «Zelten mit Meerschwein» ist ein leises und doch spannendes Buch, in einer einfachen, aber treffenden Sprache geschrieben. Ein Lesestoff wohl eher für verträumte Kinder ab etwa 8 Jahren und zum Vorlesen im Familienkreis wunderbar geeignet.

Mareike Krügel: Zelten mit Meerschwein. Beltz 2018. ISBN: 978-3-407-82352-6

Rezension: Maria Riss

Pierdomenico Baccalario, Tommaso Percivale: 50 Abenteuer, die du erleben solltest, bis du 12 bist

04.09.2017 by

abenteuerDas Buch mit dem weichen Kunststoffdeckel ist eigentlich für den persönlichen Besitz gedacht. Nebst der Beschreibung möglicher Abenteuer fordert der Text immer wieder dazu auf, sich Notizen zu machen oder Bewertungen über erlebte Abenteuer abzugeben. Trotzdem sei es an dieser Stelle auch für Schulklassen empfohlen, weil sich viele der Abenteuer sehr gut eignen, um sie gemeinsam zu erleben. Eine Nachwanderung beispielsweise oder das Suchen nach Tierspuren. Es gibt Anleitungen zum Herstellen von Riesen-Seifenblasen, zum Entfachen eines Lagerfeuers, zum Drachenbauen oder zum Organisieren einer Schatzsuche. Einige der beschriebenen Abenteuer brauchen etwas Mut, andere eignen sich auch für Kinder, die weniger abenteuerfreudig sind. Für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Pierdomenico Baccalario, Tommaso Percivale: 50 Abenteuer, die du erleben solltest, bis du 12 bist. Aus dem Italienischen von Sophia Marzolff. dtv 2017. ISBN: 978-3-423-76178-9

Rezension: Maria Riss

Moni Port: Das mutige Buch

04.09.2017 by

MUTIGDieses Bilderbuch ist voll von wunderschönen, ungewohnten und eindrücklichen Bildern und Collagen, die sich mit den Themenbereichen Angst und Mut befassen. Alle Menschen haben Angst und zwar vor ganz unterschiedlichen Sachen: Manche fürchten sich vor Gewittern, andere vor Käfern und wieder andere haben Angst vor dem Zahnarzt. Manchmal ist Angst gut, manchmal macht ein bisschen Angst zu haben sogar grossen Spass. Auf der Geisterbahn beispielsweise oder beim Lesen von spannenden Geschichten. Und zuweilen sind es andere, die einem Ängste auch einfach einreden. Gegen unnötiges Angsthaben kann man aber manchmal etwas unternehmen und deshalb finden sich im Buch auch ein paar Angstvertreibungstricks. Die bekannte Illustratorin Moni Port hat ein Buch geschaffen, das keinem Genre zugeordnet werden kann. Vielleicht ist es eine Art Sachbuch, das man gemeinsam betrachten und lesen kann. Vielleicht könnte man es aber auch als Kunstbuch gelten lassen, weil die Bilder so eindrücklich und einzigartig sind. Auf jeden Fall ist es ein Bilderbuch, das zum Reden, zum Weiterdenken und Reflektieren geradezu herausfordert und deshalb in jede Kinderbibliothek gehört. Für Kinder ab etwa 5 Jahren, aber auch für ältere Kinder und Erwachsene.

Moni Port: Das mutige Buch. Klett Kinderbuch 2013. ISBN: 978-3-95470-065-3

Rezension: Maria Riss

Ute Krause: Ben und der böse Ritter Berthold

01.09.2017 by

benRitter Berthold ist wahrlich ein schlimmer Geselle. Alle Leute im Dorf müssen ihm viel zu hohe Abgaben leisten und wer nicht zahlen kann, der wird gefangen genommen und zur Burg geschleppt. Auch Ben geht es so, weil seine Eltern sehr arm sind. Er muss nun auf der Burg arbeiten. Tag und Nacht und ohne Pause. Ben wird das zu viel und so beschliesst er eines Nachts zu fliehen. Natürlich kommen die Wächter angerannt und Ben flüchtet durch die nächstbeste Tür. Ausgerechnet in der Schatzkammer ist er gelandet! Kaum zu glauben wieviel Schatzkisten mit Gold, Silber und Diamanten sich hier stapeln. Blitzschnell schnappt sich Ben die grösste Goldmünze und rennt weiter um sein Leben. Mit Seil, Pfeil und Bogen gelingt ihm schliesslich die Flucht aus der Burg und über den Wassergraben mit den vielen hungrigen Krokodilen. Aber seine Freiheit kann er nicht lange geniessen. Im Wald lauern Räuber, die ebenfalls eine billige, fleissige Arbeitskraft suchen. Als die Räuber aber Bens funkelnde Goldmünze entdecken, wollen sie sofort zur Burg. Ja, und so kommt es, dass sich Wächter und Räuber und der schlimme Berthold bald so wild bekämpfen, dass Ben erneut fliehen kann. Und wie er es schliesslich anstellt, dass alle Räuber mitsamt dem dicken Ritter im Wasser des Burggrabens bei den Krokodilen landen, das soll hier noch nicht verraten werden.
Das Bilderbuch lebt einerseits vom wirklich sehr, sehr spannenden Plot, andrerseits aber auch von den fantastischen Illustrationen der Künstlerin Ute Krause. Selten sieht man in Büchern so ausdrucksstarke Perspektiven, so viele witzige Details. Die meisten Kinder werden an dieser Geschichte ihre helle Freude haben. Genauso wie es der Rezensentin dieses Buches ergangen ist. Für mutige Kinder ab etwa 5 Jahren.

Ute Krause: Ben und der böse Ritter Berthold. Oetinger 2009. ISBN: 978-3-7891-6747-8
Rezension: Maria Riss

Sylvia Heinlein: Die Sache mit den Superhelden

01.09.2017 by

superWolle, Micki und Jonny, das sind drei Jungen, die sich zusammentun und einen Geheimclub gründen. «Die Besten» nennen sie sich. Natürlich ist alles geheim: Ihr Clublokal, spezielle Parolen, ihre Aktivitäten und ein ganzer Stapel Comics, vor allem solche, wo Superhelden drin vorkommen. Besonders verdächtig ist den Dreien der Besitzer des Comicladens gegenüber: Der bestellt doch tatsächlich drei Pizzas für sich ganz alleine. Und was macht der eigentlich dauernd im Hinterzimmer? Ganz klar, dort trifft er sich heimlich mit Gigaman, Starman und Geckogirl. Diese drei persönlich kennenzulernen, das ist wohl das Allergeheimste, das es je gab. Klar, dass «Die Besten» da mitmischen wollen.
Die Geschichte ist spannend und trifft den Nerv vieler Kinder in diesem Lesealter. Denn diese leben und spielen oft in Fantasiewelten und schlüpfen selber gern in die Rolle eines Superhelden oder hätten noch lieber einen solchen zum Freund. Frech und witzig sind auch die Illustrationen. Sie helfen nicht nur beim Verstehen, sondern erweitern das Buchgeschehen sehr gut. Für Erstleser.

Sylvia Heinlein: Die Sache mit den SuperheldenMit Illustrationen von Sabine Wiemers. Tulipan 2009. ISBN: 978-3-939944-37-9

Rezension: Rahel Romanowski

Das Buch dieser Superhelden fand so grossen Anklang, dass bereits zwei weitere Bände erschienen sind.

Lorenz Pauli / Kathrin Schärer: Mutig, mutig.

01.09.2017 by

mutigSchnecke, Frosch, Maus und Spatz treffen sich wie so oft am Teich. Heute ist es allerdings ein bisschen langweilig. Niemand von den vieren weiss, was man spielen könnte. Da hat Frosch die rettende Idee: Heute soll ein Wettkampf unter dem Motto «Wer ist der Mutigste?» ausgetragen werden. Maus ist die Erste, die antritt. Sie schwimmt eine Runde im Teich. Frosch findet das überhaupt rein gar nicht mutig, so was kann doch jeder! Der Frosch versucht es mit dem Fressen von Pflanzen, das ist für einen Frosch doch tatsächlich eine grosse Leistung. Schnecke ist da aber ganz anderer Meinung. Auch als Schnecke ihr Haus verlässt, ist das für die andern völlig normal. Schliesslich ist Spatz an der Reihe; der weigert sich schlicht bei diesem blöden Spiel mitzutun. Zuerst werden die andern böse, aber dann denken sie nach. Spatz ist tatsächlich der Mutigste von allen, hat er sich doch getraut, Nein zu sagen.
In einer Empfehlungsliste zum Thema «Mut» darf dieses Bilderbuch einfach nicht fehlen. Zu gekonnt sind die Bilder von Kathrin Schärer, die mit ihren Pinselstrichen nicht nur die verschiedenen Stimmungen der vier Beteiligten, sondern auch ganz viele Details so treffend wiedergibt. Die humorvolle Geschichte mit den vielen Wiederholungen werden Kinder ab etwa 5 Jahren nicht nur problemlos verstehen, sondern immer wieder hören wollen.

Lorenz Pauli / Kathrin Schärer: Mutig, mutig. Atlantis 2006. ISBN: 978-3-7152-0518-2

Rezension: Maria Riss

Mario Ramos: Nur Mut, kleiner Luis

01.09.2017 by

Der kleine Wolf Luis wird in die Schweinchenklasse eingeteilt, ausgerechnet! Klar, dass er da dauernd gehänselt und ausgelacht wird und in der Pause niemand mit ihm spielen will. Ohne Jojo würde Luis völlig verzweifeln. Schweinchenkind Jojo hält nämlich zu ihm und macht gar einen Krankenbesuch, als Luis mit einer fiesen Grippe im Bett liegt. Da erfährt Jojo auch, dass Luis von drei Schweinchen auf dem Schulweg richtiggehend fertig gemacht wird und dass sich Luis deshalb kaum mehr zur Schule traut. «Jetzt reicht’s», meint Jojo und entwickelt einen fabelhaft klugen Plan, um seinem Freund zu helfen.
Der leider verstorbene Mario Ramos hat Bilderbücher geschaffen, die allesamt das Zeug zum Klassiker haben. Sie liegen in vielen Kinderzimmern und den meisten Kindergärten zum Anschauen bereit. Die Bücher sind wohl deshalb so stimmig, weil Mario Ramos seine Geschichten selber geschrieben und gleich auch auf so spezielle Art in Bilder umgesetzt hat. Man muss ihn beim Lesen und Betrachten einfach lieb gewinnen, diesen kleinen Luis, obwohl er doch eigentlich ein Wolf ist. Von der Länge und vom Schwierigkeitsgrad des Textes her, eignet sich das Buch hervorragend für Kinder, die lesen lernen. «Nur Mut, kleiner Luis» ist eine Erzählung, die sich ganz nah am Kinderalltag abspielt, deshalb werden auch kleinere Kinder beim Vorlesen begeistert zuhören.

Mario Ramos: Nur Mut, kleiner Luis. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Moritz 2012. ISBN: 978-3-89565-252-3

Rezension: Maria Riss und Anita Fehr

 

Kai Pannen: Zombert und der mutige Angsthase.

30.08.2017 by

zombertDer alte Friedhof liegt ausserhalb des Dorfes. Unheimlich ist es dort und man erzählt sich, dass es spuke. Niemand würde nachts freiwillig dorthin gehen. Doch Konrad muss eine Mutprobe bestehen. Er soll auf dem Friedhof einen Zombie ärgern. Aus einer dunklen Gruft springt auch tatsächlich ein fröhlicher Junge heraus – ist das wirklich ein Zombie? Der kleine Zombert sieht gar nicht gruselig aus, eher verschmitzt. Und Zombert hat viele verrückte Ideen. Konrad mag den kleinen Zombie auf Anhieb. Wohl viele kleine Leserinnen und Leser hätten ihn auch gern zum Freund.
Der Autor Kai Pannen hat dieses Buch selbst illustriert. Die detailreichen Zeichnungen sind witzig und geben der Geschichte eine wunderbare Lebendigkeit. Die Idee, mit Durchstreichen von Buchstaben das «Betreten verboten!» – Schild zu «Beten verboten!» zu ändern, ist ein witziges Spiel mit Buchstaben und für Erstleser eine Herausforderung. Im Buch gibt es noch viel mehr zu entdecken, fast wie in einem Wimmelbuch, man sollte unbedingt auch die Grabinschriften beachten.
Die neue Reihe «ABC» für Erstleser des Tulipan Verlags arbeitet mit bekannten Autoren und Autorinnen zusammen. Es gibt drei Lesestufen. Der vorliegende Band der Stufe A ist mit leicht lesbarer Schrift, verständlichen Wörtern und vielen liebevollen Illustrationen für Kinder ab 6 Jahren gedacht.

Kai Pannen: Zombert und der mutige Angsthase. Tulipan Verlag 2015. ISBN: 978-3-86429-33-4

Rezension: Almut Hansen