Andreas Steinhöfel: Dirk und ich

14.11.2016 by

dirkKindheitsgeschichten
Endlich ist das allererste Buch von Andreas Steinhöfel wieder neu herausgekommen! Zwei Geschichten sind sogar neu in diesem Band. Dirk und Andreas, das sind die Brüder Steinhöfel, denen immer wieder ganz viele lustige Sachen in den Sinn kommen. Die Geschichten erzählen von der offensichtlich recht abenteuerlichen Kindheit der beiden. Jedes Kapitel erzählt eine in sich abgeschlossene Lausbubengeschichte. Kaum zu glauben, wie einfallsreich, witzig und frech diese beiden Bengel waren, wie chaotisch es in dieser Familie zu und her ging. Es geht an allen Streichgeschichten immer wieder um Geheimnisse, vor allem um solche, die Erwachsene nicht wissen dürfen. Kinder werden dieses Buch lieben, aber auch erwachsene Vorleser und Vorleserinnen kommen nicht zu kurz: Wie kaum ein anderer versteht es der Autor humorvoll, locker und leicht zu erzählen und man spürt immer wieder, wie nah er seinen kindlichen Helden ist. Dies alles ist gewürzt mit ein bisschen Poesie, ganz wunderbaren Wortspielen und fantastischen Bildern von Peter Schössow.
Im Nachwort schreibt Andreas Steinhöfel: Damit Geschichten spannend und lustig sind, muss man manchmal ein bisschen «dazuerfinden», ein Kern von Wahrheit steckt aber in jeder dieser Erzählungen. Die einzelnen Geschichten lassen sich unabhängig voneinander lesen. Ein Gute-Laune-Buch für Kinder ab 9 Jahren, zum Vorlesen auch für jüngere Kinder.

Andreas Steinhöfel: Dirk und ich. Carlsen, Neuausgabe 2016. ISBN: 978-3-551-55365-2

Rezension: Maria Riss

 

Jory John / Mac Barnett: Miles & Niles. Schlimmer geht immer

03.10.2016 by

nilesMiles und Niles, das sind zwei Trickser, das sind Streiche-Ausdenker, wie es keine Zweiten gibt. Ein besonders dankbares Opfer war bis anhin Schulleiter Barry. Der ist nun allerdings aufgrund eines Geniestreichs der beiden seines Amtes enthoben worden. Und der neue Schulleiter, Bertram, das ist wirklich eine harte Nuss. Egal, was die beiden heimlich aushecken, Bertram lacht nie. Er reagiert gar nicht auf ihre Streiche, und dies ist wohl das Allerschlimmste, was Tricksern passieren kann. Miles und Niles sind am Verzweifeln, bis sie endlich, endlich eine Schwachstelle des gestrengen Schulleiters finden und ihn mit dem Trick aller Tricks endgültig loswerden.
Auch den zweiten Band von Miles & Niles zu lesen, macht grossen Spass, dies vor allem auch durch die richtig dosierten Übertreibungen. Während es im ersten Band darum geht, wer es verdient, ausgetrickst zu werden, thematisiert der zweite Band die Frage, was Streiche überhaupt lustig macht. Lachen kann man nämlich nur, wenn das «Streiche-Opfer» auch eine Reaktion zeigt. Lustige Geschichten zu schreiben, ist wahrlich eine Kunst. Dem Autorenteam ist dies in Wort und Bild trefflich gelungen. Alle Kapitel enthalten einen in sich abgeschlossenen Spannungsbogen, man kann die Lektüre also gut unterbrechen. Auch deshalb eignet sich das Buch sehr gut zum Vorlesen. Ein Lese- und Vorlesespass für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Jory John / Mac Barnett: Miles & Niles. Schlimmer geht immer. cbt, 2016. ISBN: 978-3-570-16442-6

Rezension: Maria Riss

Catharina Valckx: Billy und der Bösewicht

23.02.2016 by

billyAlle wissen es: Der neue Nachbar des kleinen Hamsters Billy ist ein Bösewicht. Er heisst Brezel und ist ein Dachs. Und tatsächlich, schon am ersten Tag überfällt er die Kaninchenfamilie und klaut einen ganzen Sack Möhren. Billy und sein bester Freund Hanspeter, der Regenwurm, schleichen sich in der Nacht zum Haus des Räubers und holen nicht nur den Sack Möhren zurück, sie befreien auch einen Vogel aus seinem Käfig. Billy und Hanspeter sind ein eingespieltes Team. Sie sind zwar nicht besonders stark, dafür aber umso listiger. Der befreite Vogel hat ihnen nämlich verraten, dass sich der gefährliche Räuber Brezel vor rein gar nichts fürchtet, ausser vor Gespenstern. Diese Furcht machen sich Billy und Hanspeter zunutze: Der freche Dachs wird am folgenden Tag von einem schrecklichen Gespenst ein für alle Mal aus der Prärie verjagt. Billys Papa ist so stolz auf seinen Sohn, dass er ihm einmal mehr seine Lieblingsspeise kocht: geröstete Haselnüsse. Und natürlich sind alle Freunde zu diesem Festschmaus eingeladen.

Hamster Billy hat inzwischen eine richtige kleine «Fan-Gemeinde». Auch im neusten Band beweist Catharina Valckx ihr Können: Sie schreibt nicht nur richtig spannende, sondern auch witzig schräge Geschichten und sie zeichnet Bilder dazu, die das Geschehen ganz wunderbar erweitern und zusätzlichen Gesprächsstoff bieten. Dieses Bilderbuch wird wie seine Vorgänger Kinder begeistern. Vielleicht liegt der Erfolg dieser Reihe auch darin, dass Erwachsene diese Geschichten ebenso mögen und beim Erzählen bei allen einfach gute Laune aufkommt.

Catharina Valckx: Billy und der Bösewicht. Aus dem Französischen von Julia Süßbrich. Moritz Verlag 2016. ISBN: 978-3-89565-312-4

Rezension: Maria Riss

 

Paul Maar: Kakadu und Kukuda

23.02.2016 by

maarDen Autor Paul Maar näher vorzustellen, erübrigt sich wohl an dieser Stelle. Das vorliegende neue Buch ist eine Art Jahrbuch. Im Wechsel der Jahreszeiten wird von allerhand Tieren erzählt. Dies in Form von Reimen, von Geschichten, von aberwitzigen Versen und Wortspielereien. Immer wieder werden die lesenden Kinder aber auch aufgefordert, selber mitzumachen, um Rätsel und Buchstabenspiele zu lösen. Man spürt die Lust des Autors am Reimen in fast jeder Zeile, so dass man die vielen kurzen Gedichte ohne Mühe sehr bald auswendig dahersagen kann. Die kurzen Geschichten im Sammelband eignen sich hervorragend zum Vorlesen, auch als kleine lustige Häppchen zwischendurch. Für Kinder ab 4 Jahren, für Kindergärten und Schulen.

Paul Maar: Kakadu und Kukuda. Mit Bildern von Nele Dullecke. Oetinger 2016. ISBN: 978-3-86274-031-4

Rezension: Maria Riss

 

Fred Paronuzzi / Andrée Prigent: Otto findet was

18.02.2016 by

ottoOtto, ein Käfer, findet eines Tages ein kugelrundes weisses Ei. Extrem hart ist dieses Ei und ganz viele Dellen sind erstaunlich regelmässig auf der Schale verteilt. Wem dieses Ei wohl gehören könnte? Brav rollt Otto das Ei von Tier zu Tier. Niemand will das Ei haben, alle haben selber Eier und die sehen auch etwas anders aus. Von Vogel zu Vogel wandert Otto, vom Frosch bis zur Schlange, der er sich allerdings sehr vorsichtig nähert. Seine Suche nach den passenden Eltern bleibt ohne Erfolg. Doch da, am Rande einer grossen Wiese, entdeckt Otto plötzlich Hunderte solcher Eier und dauernd fliegen welche dieser harten Dinger durch die Luft. Ganz schön gefährlich ist das hier. Ob Otto die richtigen Eltern für sein Ei auf dieser Wiese finden wird?

«Otto findet was» ist ein witziges Buch, dessen Geschichte wohl auch Erwachsene schmunzeln lässt. Kinder werden sich über die Einfalt des Käfers freuen und ihren Spass an den vielen Wiederholungen haben. Der Käfer Otto ist zwar blöd, aber so fürsorglich, dass man ihn richtig lieb gewinnt. Die Bilder bestechen durch die kräftige Strichführung und die sparsamen, dafür umso prägnanter gesetzten Farbakzente. Ein Bilderbuch mit einer wunderbaren Pointe, speziell und stimmungsvoll illustriert. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Fred Paronuzzi / Andrée Prigent: Otto findet was. NordSüd Verlag 2016. ISBN: 978-3-314-10333-9

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats Oktober

05.10.2015 by

nilesJory John, Mac Barnett: Miles & Niles – Hirnzellen im Hinterhalt

Miles Murphy hat es nicht eben leicht. Seine Familie ist nämlich in ein regelrechtes Kuhdorf umgezogen und in diesem Kaff soll er nun zur Schule gehen. Er, der an der alten Schule der absolute King war; er, der fast täglich jemanden mit einem Streich austrickste. Sofort muss er sich den Ruf des grössten Tricksers auch an dieser neuen Schule wieder aufbauen. Aber an dieser Schule scheint es jemanden zu geben, der all seine Streiche sabotiert, jemanden, der besser tricksen kann als er. Miles ist am Boden zerstört, vor allem, als er herauskriegt, dass dieser Trickser der grösste Streber der ganzen Schule ist, ein Oberschleimer und Lehrerliebling dazu. Miles fordert Niles, den Streber, heraus. Streich um Streich wird von Miles geplant – und geht in die Hosen. Bis Miles merkt, dass er nur eine Chance hat, wenn er mit Niles gemeinsame Sache macht. Miteinander schaffen die beiden etwas echt Starkes, zusammen sind sie unbesiegbar: Als der Schuldirektor frühmorgens die Schulhaustüre öffnet, glotzen ihn aus dem Korridor an die 80 Kuhaugen an.
Endlich mal wieder ein wirklich lustiges, urkomisches Buch! Nicht anbiedernd, sondern einfach witzig, toll illustriert und voller Komik. Dabei denken die beiden Trickser auch immer wieder darüber nach, wem sie einen Streich spielen wollen und ob es diese Person auch wirklich verdient hat. Dass der ständig schlecht gelaunte Schuldirektor an die Kasse kommt, versteht sich. Jeder neue Streich füllt ein Kapitel, so lässt sich die Lektüre auch leicht mal unterbrechen. Und zwischendurch erfahren Leserinnen und Leser auch immer wieder Neues über Kühe, dass Kühe nicht rückwärts eine Treppe hinunter gehen können, beispielsweise. Ein unbeschwertes und absolut ideales Vorlesebuch für Kinder ab der 4. Klasse.

Jory John, Mac Barnett: Miles & Niles – Hirnzellen im Hinterhalt. cbt 2015. ISBN: 978-3-570-16367-2

Rezension: Maria Riss

Irmgard Kramer: Sunny Valentine – Von Schaumbädern und tanzenden Rollschuhen

25.08.2015 by

sunnySunny Valentine ist etwa 10 Jahre alt. Sie lebt mit ihren beiden Brüdern und den Eltern in einem ungewöhnlichen Haus, das sie für 85 Cent selbst gekauft hat. Das Haus wird «seine Herrlichkeit» genannt und verändert sich ganz nach Lust und Laune. Sunny kann mit dem Haus sprechen, das Haus ist ein regelrechtes Zauberhaus. Als die Sommerferien zu Ende sind und die Kinder jeden Tag in die Schule müssen, reagiert das Haus mit rasender Eifersucht. Es will, dass die Kinder weiterhin möglichst den ganzen Tag im Haus verbringen. Wie gesagt, das Haus kann zaubern und verlegt deshalb den Unterricht in seine eigenen vier Wände. Doch dann geht doch etwas schief: Die nette Lehrerin Helene verschwindet. Sunny macht sich sofort auf die Suche nach ihr und landet mitten in New York City. Doch wo in dieser Millionenstadt soll Sunny nur ihre Lehrerin finden?
Das vorliegende Buch ist der zweite Band dieser witzigen Reihe, die Bücher lassen sich aber unabhängig voneinander lesen. Alle Bände beginnen immer mit einem Brief an eine berühmte Persönlichkeit (in diesem Fall ist es Brad Pitt, dem Sunny schreibt), um die Botschaft dieses Briefes zu verstehen, muss das Buch nun gelesen werden. Die Geschichte ist wirklich sehr skurril und witzig, weil das Haus einen eigenen Willen hat, es ziemlich empfindlich und etwas launisch ist und weil es trotz einiger unüberlegter Handlungen total liebenswert und freundlich bleibt. Immer wieder werden Leserinnen und Leser von unerwarteten Wendungen überrascht. Fazit: Ein richtiges Lesevergnügen! Eine grosse Schrift und die Auflockerung des Textes durch Bilder sind sehr lesefreundlich. Daher eignet sich das Buch auch für schwächere Leserinnen und Leser ab etwa zehn Jahren.
Die Reihe besteht mittlerweile aus drei Bänden, die auch als Hörbuch lieferbar sind. Der dritte Band ist im Juni 2015 erschienen.

Irmgard Kramer: Sunny Valentine – Von Schaumbädern und tanzenden Rollschuhen. Loewe 2015. ISBN: 978-3-7855-7889-6

Rezension: Jolanda Zimmerli

Anne Fine: Tagebuch einer Killerkatze

25.08.2015 by

killerVom Montag bis zum Samstag erhalten Leserinnen und Leser einen Einblick in das Tagebuch der Killerkatze mit dem Namen Kuschel. Kuschel erzählt vom Leben bei Ellie und ihren Eltern. Die Familie hat in diesen wenigen Tagen drei Opfer zu beklagen: Einen Vogel, eine Maus und – oh je – den Hasen Hoppel. Während Vogel und Maus noch würdevoll bestattet werden, wird die Sache mit dem Hasen schon etwas schwieriger. Die Killerkatze Kuschel hat doch tatsächlich den geliebten Hasen Hoppel der Nachbarn ermordet! Verzweifelt sucht die Familie nach einer Lösung und so entsteht schliesslich der Plan, den toten Hasen zu säubern und heimlich wieder zurück in den Stall zu legen. Ganz so, als wäre die Killerkatze ihm nie zu nahe gekommen. Gesagt, getan: Hoppel wird geschrubbt, gerubbelt und geföhnt, so lange, bis er fast schöner ist als zuvor. Dann legt Ellie ihn zurück in den Hasenstall der Nachbarn, wunderbar duftend und mit flauschigem Fell. Langsam entspannt sich die familiäre Stresssituation. Bis alle am Samstag der Nachbarin begegnen, die sehr erstaunt davon erzählt, dass der verstorbene und liebevoll begrabene Hase plötzlich wieder, wunderbar duftend, in seinem Stall lag. Das ist doch schon sehr, sehr seltsam.
Anne Fine lässt in kurzweiligem Plauderton die Killerkatze selber von ihrem Leben mit ihrer Kleinfamilie erzählen. Die Katze zeigt darin allerdings wenig Verständnis für die Reaktionen von Vater, Mutter und Kind. Wie sollte auch eine Katze schuld am Mausen sein? Die Illustrationen von Axel Scheffler sind eine sehr passende Ergänzung zu den Tagebucheinträgen. Mit wenigen Strichen hat er den ganzen Witz und Charme dieser humorvoll, schrägen Geschichte eingefangen. Ein wunderbar skurriles Buch zum Vor- und Selberlesen für Kinder ab etwa 8 Jahren und Erwachsene. Diese Geschichte ist auch als Hörbuch erhältlich.

Anne Fine: Tagebuch einer Killerkatze. Moritz 2015. ISBN: 978-3-89565-298-1
Rezension: Stefanie Kappus

Paul Maar: Der Galimat und ich

24.03.2015 by

galimatJim lebt bei Onkel und Tante. Da geht es ihm gut, da wird er umsorgt. Seine Eltern sind Agenten und deshalb dauernd auf der Flucht. Nur ab und zu, da trudelt eine Postkarte von irgendwoher ins Haus. Jim ist nicht nur ein netter, sondern auch ein ganz besonders kluger Junge: Er hat ein fotografisches Gedächtnis und lernt drum Abend für Abend mindestens eine Seite des Lexikons auswendig. Jim ist gerade beim Buchstaben P angekommen, da ist das kleine Wesen auf Stelzenfüssen plötzlich in seinem Zimmer. Ein Galimat ist es, einer der Dinge materialisieren kann, einer der zwar ständig auf den Boden spuckt und trotzdem ziemlich nett und hilfsbereit ist. Jim kommt dieser Galimat gerade recht, wenn der Dinge herzaubern kann, dann kann der auch etwas erfinden, damit Jim endlich erwachsen wird. Als Erwachsener könnte er endlich einigen seiner doofen Mitschüler eins auswischen und auch dem ungerechten Lehrer mal so richtig die Leviten lesen. Gesagt, getan: Der Galimat zaubert eine Pille her, nach dessen Verzehr Jim plötzlich als etwa 50-jähriger Mann im Zimmer steht. Dass dies alles sehr verwirrend wird, dass Jim sich bald nach seinem «Kindsein» zurücksehnt, dass Onkel und Tante die Polizei rufen wollen und dass dann vieles doch noch gut wird, versteht sich von selbst. Bis dahin hofft man beim Lesen einfach, dass dies noch möglichst lange dauern wird, denn die Lektüre dieses Buches macht solch riesengrossen Spass. Einmal mehr beweist Paul Maar mit diesem Buch, über was für ein riesiges, wundervolles Repertoire an fantastischen Einfällen, an Ideen und Sprachwitz er verfügt. Er gehört zu Recht zu den ganz grossen Autoren der modernen Kinderliteratur. Ein rundum gelungenes Kinderbuch, das Vorleserinnen und Vorleser genauso begeistern wird wie die Kinder und dass allen gute Laune macht. Zum Vorlesen ab 7 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 9 Jahren.

Maar: Der Galimat und ich. Oetinger 2015. ISBN:978-3-7891-4296-3

Rezension: Maria Riss

Øyvind Torseter: Das Loch

02.12.2014 by

lochDer schlaksige Mann mit dem seltsamen, mausähnlichen Kopf ist soeben in die neue Wohnung eingezogen, da entdeckt er es, das Loch in der Zimmerwand. Bald schon macht sich das Loch selbständig, es schlüpft in die Waschmaschine, versteckt sich im Fussboden, verlässt die Wohnung. Der Mann will es einfangen, will dem Geheimnis auf die Spur kommen, aber das Loch ist so schnell! Fast hätte er es packen können, da taucht es an einem andern, unmöglichen Ort wieder auf. Schliesslich gelingt es dem Mann doch, er packt das Loch in eine Kiste und bringt es zum Untersuchen in ein Labor. Aber das Loch, das lässt sich eben nicht einfach so untersuchen und definieren schon gar nicht.

Øyvind Torseter hat diese Bildergeschichte ganz wunderbar illustriert. Vieles ist auf ein Minimum reduziert, auch die Farben sind ganz sparsam eingesetzt, dafür lassen die Bilder Raum zum Ergänzen und das Loch, um das sich alles dreht, bleibt stets im Mittelpunkt. Bestechend ist natürlich vor allem das tatsächlich existierende fingergrosse Loch, durchgestanzt durch alle Buchseiten. Nur ganz wenig Text, ein paar Sprechblasen, helfen beim Verstehen. Da die Geschichte nur skizziert ist, werden Betrachtende, Kinder wie Erwachsene, aufgefordert, sich selber einen Reim zu machen, etwas an sich Banalem, dem Geheimnis des Lochs, auf die Spur zu kommen. Ein Buch zum Entdecken, zum Staunen, zum Erzählen und Philosophieren für Kinder ab etwa 4 Jahren und für Erwachsene.

Øyvind Torseter: Das Loch. Gerstenberg 2014. ISBN 978-3-8369-5787-8

Rezension: Maria Riss