Chris Priestley: Onkel Montagues Schauergeschichten

25.08.2014 by

xxOnkel Montague lebt in einem abgelegenen alten Haus, wo ihn der etwa 12-jährige Edgar während der Ferien besucht, um vor dem Kamin seinen gruseligen Geschichten zu lauschen. Edgar liebt diese erfundenen Erzählungen über Geister, Dämonen und schaurige Gestalten. Doch hat sein Onkel diese Geschichten tatsächlich alle nur erfunden? Oder kann es tatsächlich sein, dass sich alles so zugetragen hat, wie Onkel Montague behauptet? Ist es Zufall, dass all die Gegenstände, die in seinen Geschichten eine Rolle spielen, im Haus des Onkels stehen?
Onkel Montagues Schauergeschichten halten genau, was der Titel verspricht: Gänsehaut und gruselige Spannung für Leserinnen und Leser. Ein etwas düsteres und dennoch unheimlich fesselndes Buch. Nichts für schwache Nerven! Die 223 Seiten Lesespass sind zu empfehlen für geübte Leserinnen und Leser ab 12 Jahren. Das Buch eignet sich auch wunderbar zum Vorlesen. Die Kurzgeschichten können unabhängig voneinander und von der Rahmengeschichte vorgelesen werden. Dieses Buch ist auch als Hörbuch erschienen.

Chris Priestley: Onkel Montagues Schauergeschichten. Oetinger Taschenbuch, 2014. ISBN: 978-3-8415-0283-4

Rezension: Jolanda Zimmerli

Mein kleiner Horrortrip – 71 Horrorgeschichten

19.03.2012 by

Über 70 namhafte Autorinnen und Autoren wie Yoce Carol Oates, Margaret At-wood, Michael Connelly oder James Patterson haben für dieses Buch «Miniaturschocker» geschrieben. Vergleichen lassen sich die Storys am ehesten mit den «Schreckmümpfeli», die viele Leserinnen und Leser von Radio DRS kennen. Nur sind die Geschichten im vorliegenden Bändchen sehr viel kürzer, einige kommen als Comic daher, andere als kurze Horrorgedichte.

Die haarsträubenden Kurzgeschichten eignen sich zum Vorlesen für Kinder und Jugendliche ab etwa 12 Jahren, zum Beispiel während dunkler Winternächte. Einzelne Erzählungen können auch als Vorlage für das eigene Schreiben genutzt werden: Ein Mann trifft einen Schatten, doch wem gehört er? Der Babysitter hätte besser nachgesehen, ob das Baby schläft. Die Puppen haben den Terror der kleinen Jane endgültig satt. An Einschlafen ist allerdings nach der Lektüre mit Sicherheit nicht zu denken.

Rezension: Maria Riss 

Susan Rich (Hrsg.): Mein kleiner Horrortrip – 71 Horrorgeschichten. Beltz, 2011.

Charlotte Kerner (Hrsg.): Die fantastischen 6

19.03.2012 by

Diese Anthologie stellt sechs klassische Autorinnen und Autoren der Phantastik vor: die Autorin Mary Shelly und den Autor Bram Stoker aus dem 19. Jahrhundert; drei Schriftsteller – J.R.R. Tolkien, Stanislaw Len und Philip K. Dick – aus dem 20. Jahrhundert und Stephen King, der bis heute noch schreibt.

Das Buch wird mit einem literaturgeschichtlichen Abriss zu den Genren Horror, Science-Fiction und Fantasy eingeleitet. An die Einführung schliessen sich die sechs Porträts auf je etwa 40 Seiten an. Als Leserin oder Leser kriegt man einen detaillierten, lebendigen, sehr persönlichen und tiefschürfenden Einblick in das Leben der Bücher-schreibenden. Geschickt werden die Lebensgeschichten mit der Inhaltszusammenfassung ihrer wichtigsten Werke vermischt.

Es ist einmal mehr beeindruckend festzustellen, wie prägend sich die Kind- und Jugendzeit der Autorinnen und Autoren auf ihre schriftstellerischen Werke ausgewirkt haben. So kommt es nicht von ungefähr, dass Tolkiens Auenlandschaft im «Herr der Ringe» viele Anlehnungen an die Grafschaft Warwickshire in England aufweist, in der er vier Jahre seiner frühen Kindheit verbrachte.

Anschaulich und lebendig werden die Portäts durch zahlreiche Zitate. Da erklärt zum Beispiel Philip K. Dick (Blade Runner) ganz offen und selbstverständlich, weshalb er nie einen akademischen Abschluss zustande brachte: «Ich habe das, was sie beim Militär eine ‘erbärmliche Enstellung‘ nennen, und das heisst, ‘reiss dich zusammen oder zieh Leine‘. Ich habe es immer vorgezogen, Leine zu ziehen».

Am Schluss des Buches findet sich eine Bilbiographie zu den Werken der vorgestellten Autorinnen und Autoren sowie ein ausführliches Quellenverzeichnis. Zudem gibt es Kurzinformationen zu den sechs Verfassern dieser Porträts.

Das Buch lässt sich flüssig, ähnlich einem Roman lesen, verlangt aber auch, dass sich Lesende für die Biographien interessieren und bereit sind, mitzudenken. Dieses Buch ist sowohl für literaturinteressierte Jugendliche ab 14 Jahren, als auch für Erwachsene empfehlenswert.

Rezension: Claudia Rüetschi

Charlotte Kerner (Hrsg.): Die fantastischen 6. Beltz&Gelberg, 2010.