Paul van Loon: Das Grusel-Handbuch

04.09.2017 by

gruselDieses Handbuch enthält fast alle wichtigen Informationen rund ums Thema «Gruseln». Gegliedert ist es in verschiedene Themenbereiche wie Vampire, Hexen, Monster, Geister oder Werwölfe. Da erfährt man in kurzen Abschnitten das Wesentliche zu den jeweiligen Gruselfiguren. Woher die Bezeichnungen kommen beispielsweise, was es für verschiedene Unterarten gibt (bei Geistern gibt es da Unmengen unterschiedlicher Erscheinungsformen) oder was man gegen diese Gruselwesen unternehmen kann. Auch der Lust am Gruseln ist ein Kapitel gewidmet und was ganz besonders wertvoll ist: Es gibt ein ganzes Kapitel mit Empfehlungen für lesenswerte Gruselbücher. Wer die Bücher von Paul van Loon kennt, weiss, wie scherzhaft und gekonnt er auch Sachtexte schreiben kann. Axel Scheffler hat zudem einmalig witzige Illustrationen zu den informativen und spannenden Texten geschrieben. Vor allem auch wegen der gut verständlichen Sprache und der klaren Gliederung eignet sich das Buch nicht nur hervorragend für Gruselfans, sondern lässt sich auch sehr gut im Unterricht einsetzen. Für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Paul van Loon: Das Grusel-Handbuch. Ein Ratgeber für schaurige Stunden. Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Jacoby&Stuart 2017. ISBN 978-3-946593-44-7

Rezension: Maria Riss

Brita Nonnas: Wer hat Angst vorm schwarzen Gespenst?

02.09.2017 by

geistMarti, das Waschsalongespenst, liebt es, Runden in der Waschmaschine zu drehen. Eines Tages kommt das Gespenstermädchen Luzi in einem Berg Theaterkostüme in den Waschsalon und wird beinahe zu heiss gewaschen. Gerade noch rechtzeitig gelingt es Marti, das bunte Gespenstermädchen zu retten. Da das Theater geschlossen werden soll, hat Luzi kein Zuhause mehr. Marti beschliesst, mit Luzi ein neues Zuhause zu suchen. Unterwegs treffen sie in jedem Kapitel alle möglichen unterschiedlichen Gespenster an. Alle leben nicht gerne allein und alle haben sie Angst vor einem unheimlichen schwarzen Gespenst. Marti und Luzi hören schreckliche Geschichten über dieses schwarze Gespenst und machen sich auf die Suche nach diesem Ungeheuer. Als sie das unbekannte Gespenst endlich finden, ist alles ganz anders, als sie gedacht haben. Auch das gefährlich anmutende Gespenst leidet unter Einsamkeit und ist froh, endlich Artgenossen zu treffen, die sich nicht vor ihm fürchten. Die gemeinsame grosse Schaumparty im Waschsalon wird schliesslich allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben.
Eine witzige Geschichte über Freundschaft, Vorurteile und das Überwinden von Angst. Auch Gespenster haben offenbar Furcht vor Unbekanntem, auch sie sind nicht frei von Vorurteilen. Marti und Luzi sind liebenswerte Helden, die man bei Lesen schnell ins Herz schliesst. Diese spannende, frische und liebenswerte Gespenstergeschichte, mit den vielen farbigen Bildern, eignet sich für Kinder ab der zweiten Klasse, zum Vorlesen bereits für Kindergartenkinder. «Kein Schatz für Zipfel» ist der Titel des zweiten Bandes, der im Herbst erscheinen wird.

Brita Nonnas: Wer hat Angst vorm schwarzen Gespenst? Mit Bildern von Göhlich. Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03531-3

Rezension: Jolanda Zimmerli

Kai Pannen: Zombert und der mutige Angsthase.

30.08.2017 by

zombertDer alte Friedhof liegt ausserhalb des Dorfes. Unheimlich ist es dort und man erzählt sich, dass es spuke. Niemand würde nachts freiwillig dorthin gehen. Doch Konrad muss eine Mutprobe bestehen. Er soll auf dem Friedhof einen Zombie ärgern. Aus einer dunklen Gruft springt auch tatsächlich ein fröhlicher Junge heraus – ist das wirklich ein Zombie? Der kleine Zombert sieht gar nicht gruselig aus, eher verschmitzt. Und Zombert hat viele verrückte Ideen. Konrad mag den kleinen Zombie auf Anhieb. Wohl viele kleine Leserinnen und Leser hätten ihn auch gern zum Freund.
Der Autor Kai Pannen hat dieses Buch selbst illustriert. Die detailreichen Zeichnungen sind witzig und geben der Geschichte eine wunderbare Lebendigkeit. Die Idee, mit Durchstreichen von Buchstaben das «Betreten verboten!» – Schild zu «Beten verboten!» zu ändern, ist ein witziges Spiel mit Buchstaben und für Erstleser eine Herausforderung. Im Buch gibt es noch viel mehr zu entdecken, fast wie in einem Wimmelbuch, man sollte unbedingt auch die Grabinschriften beachten.
Die neue Reihe «ABC» für Erstleser des Tulipan Verlags arbeitet mit bekannten Autoren und Autorinnen zusammen. Es gibt drei Lesestufen. Der vorliegende Band der Stufe A ist mit leicht lesbarer Schrift, verständlichen Wörtern und vielen liebevollen Illustrationen für Kinder ab 6 Jahren gedacht.

Kai Pannen: Zombert und der mutige Angsthase. Tulipan Verlag 2015. ISBN: 978-3-86429-33-4

Rezension: Almut Hansen

Chris Priestley: Onkel Montagues Schauergeschichten

25.08.2014 by

xxOnkel Montague lebt in einem abgelegenen alten Haus, wo ihn der etwa 12-jährige Edgar während der Ferien besucht, um vor dem Kamin seinen gruseligen Geschichten zu lauschen. Edgar liebt diese erfundenen Erzählungen über Geister, Dämonen und schaurige Gestalten. Doch hat sein Onkel diese Geschichten tatsächlich alle nur erfunden? Oder kann es tatsächlich sein, dass sich alles so zugetragen hat, wie Onkel Montague behauptet? Ist es Zufall, dass all die Gegenstände, die in seinen Geschichten eine Rolle spielen, im Haus des Onkels stehen?
Onkel Montagues Schauergeschichten halten genau, was der Titel verspricht: Gänsehaut und gruselige Spannung für Leserinnen und Leser. Ein etwas düsteres und dennoch unheimlich fesselndes Buch. Nichts für schwache Nerven! Die 223 Seiten Lesespass sind zu empfehlen für geübte Leserinnen und Leser ab 12 Jahren. Das Buch eignet sich auch wunderbar zum Vorlesen. Die Kurzgeschichten können unabhängig voneinander und von der Rahmengeschichte vorgelesen werden. Dieses Buch ist auch als Hörbuch erschienen.

Chris Priestley: Onkel Montagues Schauergeschichten. Oetinger Taschenbuch, 2014. ISBN: 978-3-8415-0283-4

Rezension: Jolanda Zimmerli

Kai Meyer: Phantasmen

19.08.2014 by

Rain und ihre SchwPhantasmenester Emma befinden sich auf dem Weg zu der Stelle, an der ihre Eltern vor genau drei Jahren bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Hier, so haben sie ausgerechnet, müssten bald ihre Geister erscheinen. Weltweit erscheinen seit einiger Zeit die Geister der Verstorbenen – und zwar an genau den Stellen, an denen sie gestorben waren. Bisher waren diese Erscheinungen harmlos, jetzt hat sich das aber geändert: Die Geister beginnen plötzlich zu lächeln. Ein tödliches Lächeln – denn jeder stirbt, der sich in dessen Nähe befindet. Noch schockiert von dieser neuen Entwicklung, treffen die Schwestern an der Absturzstelle auf Tyler, der beim Flugzeugunglück seine Freundin verloren hat. Durch jahrelange Nachforschungen hat er herausgefunden, dass dieser Absturz möglicherweise gar kein Unfall war. Gemeinsam wollen sie das Geheimnis um den Flugzeugabsturz aufklären und merken dabei bald, dass dieser Flugzeugabsturz mit den tödlichen Geistererscheinungen eng verknüpft ist. Eine spannende und rasante Verfolgungsjagd beginnt!

Als bekannter Vertreter der Phantastik hat Kai Meyer schon diverse erfolgreiche Bücher und Reihen veröffentlicht, die in vielen Übersetzungen vorliegen. Mit seinem neuen Buch «Phantasmen» ist ihm erneut ein äusserst spannender und packender Roman gelungen. Die phantastische Idee der todbringenden, bösartig lächelnden Geistererscheinungen ist in eine durchdachte Handlung verpackt, die durchaus auch sozialkritische Themen beinhaltet. Als Lesende macht es Spass, den Ideen und der Handlung zu folgen und das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite so spannend, dass es fast nicht mehr weggelegt werden kann. Auch die Protagonisten tragen zu diesem Leseerlebnis bei: Sie bieten viel Identifikationspotential und laden stark zum Mitfühlen und –leiden ein. Empfohlen wird dieses Buch für Jugendliche ab ca. 14 Jahren.

Kai Meyer: Phantasmen. Carlsen 2014. ISBN: 978-3-551-58292-8

Rezension: Claudia Hefti

Julia Kröhn: Lara und der Fluch der Schwarzen Frau

17.09.2012 by

Weil ihre Mutter mit dem neuen Freund in die Toscana in den Urlaub gefahren ist, soll Lara die Ferien bei ihrer Tante Frieda verbringen. Das passt Lara eigentlich gar nicht, denn ihre Tante wohnt in einem kleinen verschlafenen Dorf in der Eifel – und das ist nun wirklich das Gegenteil von dem, was sich die unternehmungslustige Primarschülerin als Ferienregion vorstellt. Bald schon kommt sie jedoch auf andere Gedanken, denn seltsame Erlebnisse häufen sich: Zuerst begegnet sie dem seltsamen Nachbarskind Theodora, die alles sammelt, was aus dem Mittelalter, genauer dem Jahr 1423 stammt. Zudem hört Lara seltsame Stimmen und sieht schwarze Schatten. Mit der Hilfe von Theodora und ihrer Tante kommt sie der Sache bald auf die Spur: Es ist der Geist Appolonias, einer Frau aus der Vergangenheit, der noch immer keine Ruhe gefunden hat. Welch ein Glück, dass Lara einen Spiegel besitzt, mit dessen Hilfe sie zusammen mit Theodora in die Vergangenheit reisen kann, um Appolonia zu helfen.

„Lara und der Fluch der Schwarzen Frau“ ist der zweite Lara-Band. Er kann gut unabhängig vom ersten Band („Lara und die Prinzessin im Spiegel“) gelesen werden. Die Erzählung ist mit über 200 Seiten umfangreich und daher eher für geübtere Leserinnen geeignet. Schrift und Zeilenabstand sind relativ gross gehalten. Eine lebendige, spannende Fantasy- und Gespenstergeschichte, besonders für Leserinnen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren.

Nora Kernen

Julia Kröhn: Lara und der Fluch der Schwarzen Frau. Carlsen, 2012.

Cornelia Funke: Geisterritter

30.03.2012 by

Gerade mal elf Jahre alt ist Jon, als er ins Internat nach Salisbury eintritt. Sein verstorbener Vater Gerade mal elf Jahre alt ist Jon, als er ins Internat nach Salisbury eintritt. Sein verstorbener Vater besuchte bereits diese alte ehrwürdige Schule und Jon soll hier, so finden seine Mutter und ihr neuer Freund, ein bisschen Abstand bekommen. Zu schwierig gestaltet sich das Zusammenleben mit seinem neuen Stiefvater. Jon fühlt sich einsam und abgeschoben, aber diese Gefühle machen bald ganz anderen, viel schlimmeren Ängsten Platz. Jon entdeckt in der sechsten Nacht drei Geister, die zu seinem Fenster hochstarren. Geisterritter auf Pferden , die ihn bedrohen. Da ist es gut, dass er bald die gleichaltrige Ella und deren Grossmutter kennenlernt, die beiden kennen sich mit Geistern bestens aus. Geister muss man mit Geistern bekämpfen, meinen die beiden. In der Gruft der Kathedrale liegt William, der Halbbruder von Richard Löwenherz begraben. Diesen soll Jon rufen, der hilft manchmal, wenn man in grösster Not ist. Jon nimmt all seinen Mut zusammen und wartet nachts in der Gruft auf den zwölften Glockenschlag. «Geisterritter» ist ein sehr spannendes Buch, das nicht nur von gruseligen Gespenstern berichtet, sondern auch von historischen Fakten, von Freundschaft und dem Leben im Internat. Manche Stellen sind voller Humor, andere überaus gruselig und wenn Cornelia Funke von der Freundschaft zwischen Jon und Ella erzählt, so sind diese Stellen auch berührend.  Das Buch ist mit sehr eindrücklichen, stimmungsvoll-magischen Farbbildern illustriert. Eine« gruseligschöne» Lektüre für Kinder ab etwa 10 Jahren. «Geisterritter» eignet sich sehr gut zum Vorlesen!
Dieses Buch ist auch als Hörbuch lieferbar.

Rezension: Maria Riss

Cornelia Funke: Geisterritter. Dressler, 2011. Gespenstergeschichte.

Kate Klise: Nur über meine Leiche!

30.03.2012 by

Dirk Tator ist Vorsitzender der Gesellschaft zur Rettung und zum Schutz irregeleiteter Kinder. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Schreiben, Lesen und Erzählen von Gespenstergeschichten zu verbieten, solche Lektüren seien äusserst schädlich für Kinder, meint er. Da erfährt dieser Dirk Tator, dass es einen 11-jährigen Jungen namens Severin gibt, der nicht nur zusammen mit einem berühmten Autor Gespenstergeschichten schreibt, sondern der zudem mit einem Gespenst im gleichen Haus lebt. Das muss sofort aufhören! Er steckt Severin in ein Waisenhaus und den Autor in eine Irrenanstalt. Ob es dem nun so einsamen Gespenst gelingt, die beiden zu befreien?
Was dieses Buch so besonders macht ist nicht unbedingt das Thema, sondern die Erzählweise. Die Geschichte wird nämlich ausschliesslich in Briefen, in Gesprächsprotokollen und Zeitungsausschnitten erzählt. Das ist sehr amüsant, stellt aber gleichzeitig auch recht hohe Ansprüche an die Lesenden: Man muss sich den Ablauf selber aus verschiedenen Textelementen und Bildern zusammenreimen. Das Buch eignet sich deshalb nicht zum Vorlesen, sehr wohl aber zum „Selberlesen“ oder zur gemeinsamen spielerischen Lektüre, mit verteilten Rollen beispielsweise. Kinder, die oft am Bildschirm lesen, sind es sich gewohnt, selber Textelemente zu verknüpfen und werden an diesem aussergewöhnlichen Buch ihren Spass haben. Ab etwa 10 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Kate Klise: Nur über meine Leiche! Gerstenberg, 2011. Gespenstergeschichte.