Pierdomenico Baccalario, Tommaso Percivale: 50 Abenteuer, die du erleben solltest, bis du 12 bist

04.09.2017 by

abenteuerDas Buch mit dem weichen Kunststoffdeckel ist eigentlich für den persönlichen Besitz gedacht. Nebst der Beschreibung möglicher Abenteuer fordert der Text immer wieder dazu auf, sich Notizen zu machen oder Bewertungen über erlebte Abenteuer abzugeben. Trotzdem sei es an dieser Stelle auch für Schulklassen empfohlen, weil sich viele der Abenteuer sehr gut eignen, um sie gemeinsam zu erleben. Eine Nachwanderung beispielsweise oder das Suchen nach Tierspuren. Es gibt Anleitungen zum Herstellen von Riesen-Seifenblasen, zum Entfachen eines Lagerfeuers, zum Drachenbauen oder zum Organisieren einer Schatzsuche. Einige der beschriebenen Abenteuer brauchen etwas Mut, andere eignen sich auch für Kinder, die weniger abenteuerfreudig sind. Für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Pierdomenico Baccalario, Tommaso Percivale: 50 Abenteuer, die du erleben solltest, bis du 12 bist. Aus dem Italienischen von Sophia Marzolff. dtv 2017. ISBN: 978-3-423-76178-9

Rezension: Maria Riss

Henning Callsen: Kein Problem, sagt Papa Eisbär

02.09.2017 by

eisbärMama und Papa Eisbär sind ziemlich verzweifelt. Ihr kleiner Sohn Pelle hat zu rein gar nichts mehr Lust: Weder zum Essen, noch zum Spielen oder Fischefangen. Das «Weise Walross» weiss schliesslich Rat: Pelle braucht einen lustigen Vogel, der zwitschern und trällern kann, dann wird er wieder gesund. Für seinen kleinen Pelle würde Papa Eisbär alles tun. Deshalb macht er sich gleich auf, einen solchen Vogel zu finden. Er schwimmt und schwimmt und gelangt nach Island. Doch der Goldregenpfeifer, den er in seinem Maul vorsichtig an den Nordpol transportiert, entwischt im letzten Moment. Wieder schwimmt Papa Eisbär los, diesmal noch weiter nach Süden. Aber auch der Rücktransport des Madenhackers aus Afrika misslingt. Pelle soll wieder lachen können, deshalb schwimmt Papa Eisbär erneut los. Er schwimmt und schwimmt so weit, dass er bald nicht mehr weiss, wo er ist. Mit jedem Tag wird es kälter, fast so frostig wie am Nordpol. Ist er etwa im Kreis geschwommen? Da trifft er auf den komischsten Vogel den er je gesehen hat: Eine kleine Pinguine. Und da Pinguine keine Eltern mehr hat, willigt sie sofort ein, Papa Eisbär zu begleiten. Diesmal klappt der Transport in den Norden, denn Pinguine ist klug und hilft beim Navigieren. Und klar: Als der kleine Eisbär Pelle diese aberwitzige Pinguine sieht, da rennt er sofort aus der Höhle. Jetzt will er gar nicht mehr aufhören mit Spielen und Tauchen und Lachen. Und hungrig ist er ausserdem.
Es ist schon eindrücklich, was manche Väter alles auf sich nehmen, damit ihre Kinder glücklich sind! Papa Eisbär ist so einer, der niemals aufgibt, egal wie weit er schwimmen muss. Henning Callsen hat eine ganz wunderbare, herzberührende und zugleich spannende Geschichte geschrieben. Die stimmungsvollen Bilder von Sabine Wilharm erweitern überaus treffend das eindrückliche und lustige Buchgeschehen. Die einfache, aber so präzise Sprache und die fantastischen Illustrationen machen die Lektüre dieses Buches zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Geschichte eignet sich hervorragend zum Vorlesen für Kinder ab etwa 5 Jahren, zum Selberlesen ab etwa der zweiten Klasse.

Henning Callsen: Kein Problem, sagt Papa EisbärMit Bildern von Sabine Wolharm. Hanser 2017. ISBN: 978-3-446-25688-0
Rezension: Maria Riss

Matthew Baker: Diebe, Lügner und Helden wie wir

02.09.2017 by

diebeNicholas ist ein besonders begabter Junge. Das ist nicht unbedingt hilfreich, wenn man Freunde finden will. Auch zuhause läuft nicht alles rund. Sein Vater hat vor einiger Zeit die Arbeitsstelle verloren und versucht nun getrennt von der Familie Geld zu verdienen. Doch nun steht plötzlich mitten im Garten vor dem Haus ein Schild: «Zu Verkaufen». Ein paar Tage später taucht Nicholas’ totgeglaubter, kauziger Grossvater auf und erzählt seinem Enkel von einem Familienschatz. Ob es diesen wirklich gibt? Und ob es Nicholas gelingt, diesen zu finden, um das Haus und damit auch seine Familie zu retten? Ein spannendes Abenteuer mit Feinden und Verbündeten, einer geheimnisvollen Wahrsagerin, einem verborgenen Schmugglertunnel und einem alten verschollenen Schiffswrack beginnt.
Die Geschichte wird von Nicholas selber erzählt, sie ist packend und abenteuerlich – mit stellenweise melancholischen, tiefgründigen Zwischentönen. Die innere Welt des Hauptdarstellers und seine Entwicklung sind genauso wichtig, wie die spannende Rahmengeschichte. Eine Besonderheit des Buches sind die Regieanweisungen zwischen den Zeilen: Dynamikzeichen aus der Musik werden genutzt, um Dinge zu verdeutlichen, z.B. «forte» für laut. Die Begriffe werden im Text und auf der letzten Seite erklärt. Manchmal stehen auch einzelne Wörter zwischen den Zeilen, die einfach nur aussagen, wie Nicolas sich gerade fühlt. Das Buch eignet sich gut zum Vorlesen. Der ca. 360 Seiten umfassende Roman richtet sich an junge Leserinnen und Leser ab etwa 11 Jahren.

Matthew Baker: Diebe, Lügner und Helden wie wir. Aus dem Englischen von Wieland Freund Andrea Wandel. Thienemann-Esslinger 2016. ISBN: 978-3-522-18423-6

Rezension: Jolanda Zimmerli

Sabine Bohlmann: Wie ich Fräulein Luise entführte

02.09.2017 by

luiseGretas Leben ist ganz schön durchgeplant: Schule, Freizeitkurse, Quality-time mit ihren Eltern. Eines Tages fällt jedoch einer ihrer Freizeitkurse aus und sie lernt die nette, ältere Nachbarin «Fräulein Luise» kennen. Obwohl der Altersunterschied zwischen den beiden fast siebzig Jahre beträgt, werden sie gute Freundinnen. Als Fräulein Luise dann aber in ein Heim gebracht wird, weiss Greta, dass sie etwas unternehmen muss. Kurzerhand plant sie Fräulein Luises Entführung. Und schon bald fahren die beiden Richtung Frankreich, in Luises Vergangenheit, dorthin, wo Luise einst ihre grosse Liebe kennengelernt hatte. Unterwegs stossen der junge Lebenskünstler Sam und der ausgestossene Hund Moses zu dieser ungewöhnlichen Reisegruppe dazu. Ein witziger, überraschender und unglaublich unterhaltsamer Road-trip beginnt.
Die Figuren dieses Buches sind mit so viel Liebe und Charme beschrieben, dass sie Leserinnen und Lesern bald ans Herz wachsen. Nebst der spannenden Reise thematisiert die Geschichte aber auch tiefgründigen Fragen, wie das Altwerden oder Kranksein, das Miteinander in einer Familie, den Mut zu Veränderungen und den Wert wahrer Freundschaft. Der Roman umfasst 230 Seiten und ist für Leserinnen und Leser ab etwa 10 Jahren gedacht. Das Buch eignet sich auch hervorragend zum Vorlesen. Auf Youtube gibt es eine Lesung der Autorin zu diesem Buch.

Sabine Bohlmann: Wie ich Fräulein Luise entführte. Thienemann-Esslinger 2016, Reihe Planet. ISBN: 978-3-522-50526-0

Rezension: Jolanda Zimmerli

Juma Kliebenstein: Der Tag, an dem ich cool wurde

02.09.2017 by

coolMartin hat seit dem ersten Schultag in seiner Klasse einen schweren Stand: Er ist Aussenseiter und wird von der coolen Boygroup «Fabfive» gehänselt, wo es nur geht. Doch dann kommt Karli in die Klasse. Er wird Martins bester Freund und gemeinsam sind sie im Begriff, den Fabfives eins auszuwischen. Die beiden Jungs haben mitbekommen, dass die Fabfives einen nächtlichen Schwimmbadbesuch vorhaben. Wie wäre es, ihnen die Kleider und Handys zu klauen? Martin und Karlis Racheplan geht allerdings gründlich daneben und die Jungen müssen zur Strafe mit Martins Papa und Opa ihre Ferien auf den Campingplatz verbringen. Doch so schlimm wie befürchtet, wird es nicht, ganz im Gegenteil. Es werden tolle Ferien mit Abenteuern, spannenden Mädchen, mit guter Musik und der Entdeckung, dass der Anführer der Fabfives im Grunde ein ziemlich cooler Typ ist.
Das Thema des Buches ist sehr realistisch. Schülerinnen und Schüler jeder Klasse suchen sich ihren Platz in der Gruppe. Da gibt es immer die angesagten Kinder, die von sich überzeugt sind, andere in ihren Bann ziehen können und solche, die eher am Rand der Gruppe stehen. Kinder werden sich in den Figuren aus diesem Grund mühelos wiederfinden. Die spannende Geschichte bietet zu dieser Problematik eine ungewöhnliche und sehr humorvolle Lösung an. Martin und Karli wissen sich zu helfen und geben sich nicht der Opferrolle hin. Das Buch eignet sich für die Kinder der Mittelstufe zum Lesen genauso wie zum Vorlesen. Unterdessen ist der zweite  Band mit dem Titel «Die Nacht, in der ich supercool wurde» von Karli und Martin erschienen. Darin gründen die beiden eine eigene Rockband.

Juma Kliebenstein: Der Tag, an dem ich cool wurdeISBN: 978-3-7891-4045-7. Oetlinger 2010

Rezension: Rahel Romanowski

Håkon Øvreås : Super-Bruno

02.09.2017 by

brunoZusammen mit seinem Freund Matze baut Bruno eine Hütte aus Holz. Doch die Freude daran ist von kurzer Dauer, da drei ältere Jungen die Hütte zerstören. Bruno ist wütend und traurig. Da sein Grossvater gerade verstorben ist, muss Bruno nun selbst für Gerechtigkeit sorgen. Ein Superheldenfilm bringt ihn auf die Idee: Er verkleidet sich als Brauno, den Superhelden, und bemalt nachts das Fahrrad eines der Täter mit brauner Farbe. Doch am nächsten Tag ist nicht nur dieses Fahrrad bemalt, sondern auch jenes des zweiten Täters. Doch dieses Fahrrad ist schwarz. Gibt es da etwa noch weitere Superhelden, die für Gerechtigkeit kämpfen? Einfallsreichtum, Zusammenhalt unter Freunden und etwas Glück verhelfen Bruno schliesslich zur Genugtuung.

Eine wunderschöne Geschichte über Gerechtigkeit, Freundschaft, Zivilcourage und Verlust. Die für viele skandinavische Geschichten typische Schwermut wird mit viel Charme und gewitzten Wendungen ausgeglichen. Der Tod des Grossvaters wird auf sehr einfühlsame Art und Weise kindgerecht thematisiert, erst am Schluss des Buches kann Bruno seinem Vater endlich sagen, wie traurig er über den Tod seines geliebten Grossvaters ist. Viele kolorierte Strichzeichnungen lockern den Text auf. Das Buch wurde mit dem «Luchs« von Radio Bremen ausgezeichnet und eignet sich für Kinder ab etwa 9 Jahren. Unterdessen ist ein Nachfolgewerk unter dem Titel «Super Matze» erschienen. Die Besprechung finden Sie hier.

Håkon Øvreås : Super-BrunoAus dem Norwegischen von Angelika Kutsch, illustriert von Øyvind Torseter. Hanser 2016. ISBN: 978-3-446-25084-0

Rezension: Jolanda Zimmerli

Bettina Obrecht: P.F.O.T.E – Ein (fast) perfekter Hund.

02.09.2017 by

hundP.F.O.T.E fühlt sich furchtbar einsam im Labor, in dem er gefangen ist. Bei Pet-o-Lab wollen sie perfekte Hunde wie P.F.O.T.E züchten (Perfekt Funktionierendes Objekt mit Tierischen Eigenschaften). Gerade treffen sich in der Stadt Forscher aus aller Welt, der erste perfekte, vollkommene Hund P.F.O.T.E soll endlich präsentiert werden. Um den Hals trägt P.F.O.T.E ein Sprachhalsband, das es den hellblau gekleideten Labormenschen ermöglicht, sich mit dem kleinen Hund in der Menschensprache zu verständigen. Aber P.F.O.T.E ist unglücklich, es ist niemand da, der mit ihm spielt oder ihm den Bauch krault. Bei der erstbesten Gelegenheit flüchtet P.F.O.T.E aus dem Labor, obwohl er Angst hat vor der Freiheit, er kennt ja nur die sterile Atmosphäre der Versuchsstation. Draussen wird P.F.O.T.E von den Geschwistern Janne und Flip gefunden, die sich schon lange sehnsüchtig einen eigenen Hund wünschen. Da P.F.O.T.E keinesfalls angebunden werden will und die Kinder nicht wissen, was ihre Eltern zu einem Hund meinen, lassen sie P.F.O.T.E vorerst alleine am Fluss zurück. Am nächsten Tag finden Janne und Flip den kleinen Hund nach langer Suche in der hintersten Ecke des Parks. Doch die Wiedersehensfreude währt nicht lange, denn plötzlich taucht ein Mann in einem hellblauen Kittel auf. Er arbeitet zweifelsfrei im Labor Pet-o-Lab und will P.F.O.T.E unbedingt sofort einfangen. Zum Glück ist P.F.O.T.E schneller und entwischt. P.F.O.T.E ist in grosser Not, er wird verfolgt und Hunger hat er auch. Schliesslich trifft er auf einen Mops, bei dem er sein Sprachhalsband gegen Essen eintauschen kann. So kommt es, dass die Verfolger aus dem Labor den falschen Hund einfangen und das Chaos an der Konferenz perfekt wird.
P.F.O.T.E ist eine Mischung aus Tiergeschichte, Krimi und Abenteuerbuch, die Kinder begeistern wird. Temporeich, turbulent und voll versteckter Anspielungen auf das Unverständnis vieler Erwachsenerer erzählt die bekannte Autorin dieses spannende Hundeabenteuer. Zum Zuhören für Unterstufenkinder, zum Selberlesen für Kinder ab der Mittelstufe. Bei Youtube gibt es nicht nur einen Trailer zum Buch, sondern auch eine Lesung mit der Autorin. Einfach die Stichworte «Obrecht Hund Pfote» eingeben.

Bettina Obrecht: P.F.O.T.E – Ein (fast) perfekter Hund. Mit Bildern von Barbara Scholz. cjb 2017. ISBN: 978-3-570-17418-0

Rezension: Anita Fehr

Ute Krause: Ben und der böse Ritter Berthold

01.09.2017 by

benRitter Berthold ist wahrlich ein schlimmer Geselle. Alle Leute im Dorf müssen ihm viel zu hohe Abgaben leisten und wer nicht zahlen kann, der wird gefangen genommen und zur Burg geschleppt. Auch Ben geht es so, weil seine Eltern sehr arm sind. Er muss nun auf der Burg arbeiten. Tag und Nacht und ohne Pause. Ben wird das zu viel und so beschliesst er eines Nachts zu fliehen. Natürlich kommen die Wächter angerannt und Ben flüchtet durch die nächstbeste Tür. Ausgerechnet in der Schatzkammer ist er gelandet! Kaum zu glauben wieviel Schatzkisten mit Gold, Silber und Diamanten sich hier stapeln. Blitzschnell schnappt sich Ben die grösste Goldmünze und rennt weiter um sein Leben. Mit Seil, Pfeil und Bogen gelingt ihm schliesslich die Flucht aus der Burg und über den Wassergraben mit den vielen hungrigen Krokodilen. Aber seine Freiheit kann er nicht lange geniessen. Im Wald lauern Räuber, die ebenfalls eine billige, fleissige Arbeitskraft suchen. Als die Räuber aber Bens funkelnde Goldmünze entdecken, wollen sie sofort zur Burg. Ja, und so kommt es, dass sich Wächter und Räuber und der schlimme Berthold bald so wild bekämpfen, dass Ben erneut fliehen kann. Und wie er es schliesslich anstellt, dass alle Räuber mitsamt dem dicken Ritter im Wasser des Burggrabens bei den Krokodilen landen, das soll hier noch nicht verraten werden.
Das Bilderbuch lebt einerseits vom wirklich sehr, sehr spannenden Plot, andrerseits aber auch von den fantastischen Illustrationen der Künstlerin Ute Krause. Selten sieht man in Büchern so ausdrucksstarke Perspektiven, so viele witzige Details. Die meisten Kinder werden an dieser Geschichte ihre helle Freude haben. Genauso wie es der Rezensentin dieses Buches ergangen ist. Für mutige Kinder ab etwa 5 Jahren.

Ute Krause: Ben und der böse Ritter Berthold. Oetinger 2009. ISBN: 978-3-7891-6747-8
Rezension: Maria Riss

Anne Fine: Die Rückkehr der Killerkatze

01.09.2017 by

katzeKuschels Familie fährt für eine Woche in die Ferien. Kuschel freut sich: Eine ganze Woche unbehelligt im Blumenbeet hocken, sich eine ganze Woche lang auf dem Sofa vor dem Fernseher breit machen! Und das Beste von allem: Eine ganze Woche lang, ohne dass sie von jemandem geherzt und gestreichelt wird! Diesmal kümmert sich aber nicht die nette Miss Tanner um Kuschel, sondern der furchtbar strenge und pingelige Pfarrer Barnham. Und schon bald führen die beiden einen kleinen Katzenkrieg zusammen. Als Kuschel vor der besitzergreifenden, herzenden Nachbarin Melanie flüchten will, rettet sie sich mit einem Riesensatz auf den Griff des Rasenmähers und von dort in den Birnenbaum. Doch da sich beim Absprung der Rasenmäher gedreht hat, ist der Rückweg unmöglich geworden – Kuschel sitzt auf dem Baum fest. Jetzt braucht sie allen Mut der Welt und einen Pfarrer, der sie trotz all ihrer Missetaten rettet.
Anne Fine schreibt witzig und schräg aus der Perspektive dieser freiheitsliebenden Katze. Axel Scheffler bringt Kuschels Gemütszustand in allen Facetten aufs Papier. Das humorvolle Buch eignet sich zum Vorlesen für Kinder ab 6 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 8 Jahren.Vom gleichen Team ist bereits der Band «Das Tagebuch einer Killerkatze» erschienen.

Anne Fine: Die Rückkehr der KillerkatzeAus dem Englischen von Bettina Münch, mit Bildern von Axel Scheffler. Moritz 2017. ISBN: 978-3-89565-338-4

Rezension: Anita Fehr

Marloes Morshuis: Mick Mangodieb und die Rezepte der Sieben Weltmeere

11.08.2017 by

U_5940_1A_MICK_MANGODIEB.IND12Mick wohnt in einem fernen Land, in dem ein skrupelloser König herrscht. Wie viele andere Bewohner des Landes sind auch seine Eltern auf eine Gefangeneninsel verfrachtet worden. Sie gehörten zu jenen, die sich gegen die Tyrannei gewehrt haben. Als Mick eines Tages im Palastgarten beim Stehlen von Mangofrüchten erwischt wird, soll er wie alle andern Diebe in die Haibucht geworfen werden. Aber Mick ist einer, der nicht so schnell aufgibt. Der König ist bekannt für seinen verwöhnten Gaumen, alle Köche hat er entlassen oder ins Meer werfen lassen. Mick schlägt dem König nun einen Handel vor: Er wird während sieben Tagen für den König kochen. Sollten dem König wider Erwarten die Gerichte schmecken, wird er als Gegenleistung alle Gefangenen frei lassen. Mick hat in einer Truhe seiner Eltern ein Kochbuch mit dem Titel «Rezepte der Sieben Weltmeere» gefunden. Damit wird er in der nächsten Woche um sein Leben kochen. Schwierig ist nicht nur die Kocherei, es ist auch die ständige Angst und die verzwickte Suche nach den richtigen Zutaten. Ohne seine Freunde Remo, Lori und Pieke wäre das Zubereiten der Mahlzeiten gar nicht möglich gewesen. Aber Mick schafft es und der König freut sich mit jedem Tag mehr auf sein Essen (natürlich zeigt er dies nicht, immer wieder versucht er mit miesen Tricks, Mick bei seiner Arbeit zu stören). Als am letzten Tag die künftige Gemahlin des Königs am Tisch sitzt und Micks Kochkünste über alle Massen lobt, muss der König zu seinem Wort stehen. Alle Gefangenen kommen frei, kehren zurück und jagen den König mitsamt seiner heuchlerischen Gefolgschaft aus dem Land.

Der Autorin ist mit ihrem ersten Buch «Mick Mangodieb» gleich ein kleines Meisterwerk geglückt. Mick erzählt diese verrückte Geschichte selber und er tut dies auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Mick ist kein Superheld, oft ist er verzweifelt, mutlos und voller Angst. Aber Mick hat nicht nur gute Freunde, sondern auch die Gabe, in schier aussichtslosen Situationen nicht aufzugeben: Er will um alles in der Welt weiterleben und seine Eltern wieder umarmen können. Wie Mick und seine Freunde es schaffen, all die Zutaten zu ergattern, das ist nicht nur sehr spannend nachzulesen, sondern man bekommt beim Lesen auch richtig Appetit. Alle Rezepte sind im Anhang beschrieben, das sind keine einfachen Kinderrezepte, sondern, wie es sich für einen königlichen Koch gebührt, richtige Feinschmeckermenus. Ein wunderbares Buch, das sich auch gut zum Vorlesen eignet, für Kinder ab etwa 11 Jahren.

Marloes Morshuis: Mick Mangodieb und die Rezepte der Sieben Weltmeere. Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer. Gerstenberg 2017. ISBN 978-3-8369-5940-7

Rezension: Maria Riss