Archive for the ‘ 02 Schreiben ’ Category

Mit der Papierhut-Aufgabe über das eigene Schreiben nachdenken

30.10.2013 by

Das Nachdenken über das eigene Vorgehen beim Schreiben spielt eine zentrale Rolle hinsichtlich der Entwicklung der Schreibkompetenz: Es unterstützt u.a. den Erwerb von Schreibstrategien sowie die eigenständige Überwachung und Regulierung des Schreibprozesses. Eine Möglichkeit, SchülerInnen der Sekundarstufe I zum Nachdenken über das Schreiben anzuregen, bietet das Experiment «Papierhut» (adaptiert von Fix 2008, S.25):

Das Experiment wird in 4er-Gruppen durchgeführt. Zwei SchülerInnen aus der Gruppe haben den Auftrag, gemeinsam für 9-Jährige eine Bastelanleitung dazu zu verfassen, wie ein Papierhut gefaltet wird. Der Auftrag ist bewusst relativ vage und offen formuliert: Es wird bspw. keine Angabe dazu gemacht, ob sie eine Zeichnung einsetzen dürfen oder nicht. Das sollen die SchülerInnen selber entscheiden bzw. diskutieren.

Die anderen beiden Gruppenmitglieder beobachten und protokollieren das Vorgehen der Schreibenden: Sie erhalten dazu ein Blatt mit den Beobachtungsfragen (die beiden, die schreiben, sollen diese Beobachtungsfragen nicht sehen). Unter anderem sollen sie beobachten, ob die beiden SchreiberInnen gleich drauflos schreiben oder ob sie zuerst noch klären, wie der Text aufgebaut sein soll (z.B. mit oder ohne Zeichnung).

Den BeobachterInnen kommt die kooperative Schreibsituation entgegen: Da die anderen beiden gemeinsam schreiben, müssen sie auch immer wieder aushandeln, was und wie sie etwas schreiben wollen. Auf diese Weise werden ihre Überlegungen für die BeobachterInnen sichtbar.

In einer anschliessenden Auswertungsphase werden die Beobachtungen und Erfahrungen der Beobachtenden bzw. Schreibenden zunächst in der Gruppe, darauf folgend im Plenum ausgetauscht und diskutiert. Das Papierhut-Experiment dient nicht nur der Reflexion des Schreibvorgehens durch die Lernenden, sondern gewährt ausserdem den Lehrpersonen Einblick in den Schreibprozess ihrer SchülerInnen und kann damit verbunden mögliche Ansatzpunkte für die Schreibförderung liefern.

Material:

1)  «Über das eigene Schreiben nachdenken»: allgemeine Hinweise zum Vorgehen (M1)

2)  Der Schreibauftrag (M2)

3)  Der Beobachtungsauftrag (M3)

Einen etwas anderen Unterrichtsvorschlag für die Mittelstufe findet sich in den Sprachstarken, Bd. 4, im Sprachbuch S. 10–11.

Quelle: «Papierhut-Aufgabe» adaptiert nach Fix, Martin (2008): Texte schreiben: Schreibprozesse im Deutschunterricht (S. 25). StandardWissen Lehramt. 2. Aufl. UTB, Stuttgart.

Mit Wörtern arbeiten

03.04.2012 by

eine Unterrichtsidee von Thomas Lindauer, Zentrum Lesen (Rundschreiben 2007/12)

Das Unterrichtsbeispiel stammt aus dem Arbeitsheft des  Sprachlehrmittels «Die Sprachstarken», das vom Verlag Klett & Balmer in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Lesen der Pädagogischen Hochschule FHNW und der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz entwickelt wird.
Es ist aus der Einheit «Wörter» der 4. Klasse entnommen. Entsprechend dem Konzept des Lehrmittels erweitert es den traditionell eher engen Blick auf Wortarten (dem Hauptthema dieser Einheit) mit Bezug zu einer anderen Sprache um einen sprachhandlungsbezogenen Aspekt, das Schreiben. Die Schülerinnen und Schüler nutzen das lateinische Muster, um in ihrer Muttersprache (in der Standardsprache, im Dialekt oder in einer anderen Sprache) verdichtete Texte herzustellen. Die Schülerinnen und Schüler vertiefen hier gemäss der grammatischen Zielrichtung die drei Hauptwortarten. Gleichzeitig bauen sie dabei auch ihre schriftsprachlichen Fertigkeiten aus und erweitern ihren Wortschatz: Die Mustervorgabe verlangt die Arbeit in einem Wortfeld und die offene Anlage ermöglicht eine Vielfalt an Themenfeldern …

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Kooperatives Schreiben – eine grundlegende Fähigkeit

03.04.2012 by

eine Unterrichtsidee von Afra Sturm, Zentrum Lesen (Rundschreiben 2008/15)

Schreiben ist – vor allem im beruflichen Alltag – alles andere als eine einsame Angelegenheit. Für die Didaktik bedeutet dies: Gemeinsames oder eben kooperatives Schreiben ist eine grundlegende Fähigkeit und keineswegs blosses Hilfsmittel, um Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, die Schreibschwierigkeiten haben. Durch das gemeinsame Schreiben eines Textes setzen sich die Schülerinnen und Schüler verstärkt mit ihren eigenen Schreibnormen und auch Schreibroutinen auseinander. Das eigene Vorgehen und die eigenen Normen können so offen gelegt und reflektiert werden. Daneben entlastet gemeinsames Schreiben aber auch, indem mehrere Personen Verantwortung für das Produkt übernehmen oder indem unterschiedliche Kompetenzen zu einem besseren Produkt führen. Die individuellen Schreibfähigkeiten oder -strategien werden beim gemeinsamen Schreiben nicht etwa verdeckt, sondern gerade sichtbar gemacht …

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Sprachspiele im Deutschunterricht: Konkrete Poesie

03.04.2012 by

eine Unterrichtsidee von Nora Knechtel, Zentrum Lesen (Rundschreiben 2009/16)

Konkrete Poesie ist eine bedeutsame Richtung moderner Poesie. Sie ist Literatur, die Wörter, Buchstaben oder auch Satzzeichen aus dem gewohnten grammatischen Zusammenhang löst und diese gleichsam als «Material» verwendet. Die Aussage der Dichtung wird auch dadurch vermittelt bzw. getragen, wie die Buchstaben und Worte angeordnet sind. Die klangliche und visuelle Seite von Sprache wird stark gewichtet. Konkrete Poesie lässt sich gut für sprachliches Lernen einsetzen, weil sie sprachliche Normen häufig gerade nicht einhält und deren Bedeutung dadurch besonders deutlich werden kann. Des Weiteren bietet Lyrik dieser Art Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen sprachlichem und literarischem Lernen. Der rezeptive und produktive Umgang mit konkreter Poesie im Deutschunterricht bietet sich darüber hinaus an, um literale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern …

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Liebesgedichte lesen und schreiben – eine Unterrichtsanregung für das 9. Schuljahr

03.04.2012 by

eine Unterrichtsidee von Max Hürlimann, PH FHWN (Rundschreiben 2009/17)

Der Unterrichtsvorschlag hat zum einen das Ziel, den Schülerinnen und Schülern im 9. Schuljahr einen persönlichen Zugang zu Liebesgedichten zu ermöglichen. Sie sollen möglichst selbständig untereinander über Gedichte ins Gespräch kommen, sich über eigene Leseerfahrungen austauschen können und ihr Urteil über Texte begründen lernen. Zum anderen sollen sie dazu angeregt werden, ihre Gefühle und Gedanken zur Thematik in selbst verfassten «verdichteten» Texten zu gestalten …

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Schreiben nach Mustern

02.04.2012 by

eine Unterrichtsidee von Claudia Schmellentin, PH FHNW (Rundschreiben 2010/18)

Im Schreiballtag orientieren wir uns immer wieder an Mustertexten, um unsere eigenen Texte zu strukturieren. Als Strukturierungshilfe bedeuten diese vorgegebenen Texte eine Entlastung für das Schreiben. Schreiben nach Mustern ist entsprechend eine wichtige Schreibstrategie …

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Das Lesen schreibend fördern – empirisch fundierte Folgerungen für die Praxis

02.04.2012 by

Eine Unterrichtsidee von Afra Sturm, Zentrum Lesen (Rundschreiben 2011/20)

Werden Ergebnisse aus Leistungsstudien wie PISA publiziert, rücken auch entsprechende Fördermöglichkeiten oder -programme ins Zentrum des Interesses. In der Regel fokussieren sie Teilkompetenzen und setzen jeweils auch ein bestimmtes Verfahren ein wie Lautleseverfahren, Strategie-Training u.a. Noch zu wenig oder unsystematisch genutzt werden die Möglichkeiten, die das Schreiben für die Leseförderung bietet: Werden Schreibaktivitäten – wo sinnvoll – in die Leseförderung integriert, wirkt sich dies äusserst positiv auf die Lesekompetenzen aus …

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Mit Kamera, Maus und Farbtopf auf Entdeckungsreise – Medienpädagogische Projektideen zur Identitätsarbeit mit Kindern

29.03.2012 by

Eine Unterrichtsidee von Prof. Friederike Tilemann, PH Zürich (Rundschreiben 2001/21)

Im Alltag von Kindern spielen die Medien und ihre Angebote eine selbstverständliche Rolle. In der Regel kennen Kinder die Medien vor allem als Rezeptionsmittel. Die für Kinder so wichtige weitere Form der Mediennutzung ist allerdings in den Familien eher selten vertreten: das eigenständige, kreative Gestalten von Medienprodukten. Wenn Kinder die Chance bekommen, kleine Medienprodukte selbst zu erstellen, können sie zunehmend lernen, die Medien und ihre Gestaltungsmittel zu entdecken und zu verstehen.

Kinder erzählen mithilfe der Medien eigene Geschichten von sich und ihrer Sicht auf die Welt, erproben neue Fähigkeiten und entdecken sich selbst und andere neu …

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Märchen verfremden

19.03.2012 by

Eine Unterrichtsidee von Maria Riss, Zentrum Lesen (Rundschreiben, 2011/21)

Es gibt eine Vielzahl von klassischen Märchenvorlagen, die von Autorinnen und Autoren verändert wurden, z.B. Janosch, Christa Wolf, Günter Grass oder Philippe Dumas. In der folgenden Idee werden Schülerinnen und Schüler angeleitet, selbst ein bekanntes Märchen zu verfremden. Dabei werden die nach klaren Regeln und Mustern geschriebenen Märchen als literarische Vorlage für das eigene Schreiben genutzt. Schülerinnen und Schüler imitieren Formulierungs- und Handlungsmuster und entdecken dadurch neue Ausdrucksmöglichkeiten …

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