Archive for the ‘ 08 diverses ’ Category

Ulf Nilsson / Gitte Spee: Ein Fall für Buffy

02.09.2017 by

buffyDie Maus Buffy ist Kommissarin. Sie wohnt, zusammen mit der bereits pensionierten Kröte Kommissar Gordon, in der Polizeistation des grossen Waldes. Heute nun kommen zwei Kinder zu Besuch, der Krötenjunge Bert und das Mäusemädchen Gertrud. Die beiden Kleinen dürfen zwei Tage bleiben und ein bisschen etwas über die harte Arbeit einer Kommissarin lernen. Dazu gehört auch, in der gemütlichen Gefängniszelle zu übernachten. Liebevoll werden die beiden Kinder von ihren Müttern verabschiedet, nochmals ermahnt, geherzt und geküsst. Dies ist der Moment, in dem in Buffys Herz etwas aufbricht. Wo ist ihre Mama? Wo die vielen Geschwister? Es war ein Fuchs, der ihre Höhle vor über einem Jahr angegriffen hat. Buffy rannte damals einfach weg, möglichst schnell, möglichst weit, bis sie Gordons Polizeistation erreichte. Buffy fängt an, sich zu erinnern und nachzudenken. Schon am nächsten Morgen zieht sie den alten Gordon ins Vertrauen und eine Stunde später ist klar: Sie müssen losziehen und nach Buffys Familie suchen. Ganz egal, wie nah sie dabei dem gefährlichen Fuchs kommen. Natürlich gibt es zu guter Letzt ein Wiedersehen, aber bis dahin müssen Gordon, Buffy und die zwei kleinen Polizeianwärter eine ganze Menge Abenteuer bestehen.
Auch diesmal werden Leserinnen und Leser nicht enttäuscht: Buffy und Gordon, das sind zwei dermassen liebenswerte Protagonisten, dass man den beiden Seite um Seite mit grossem Interesse folgt. Es ist diese einfache Geschichte um zutiefst menschliche Regungen und Gefühle, die einen beim Lesen so berühren. Und zwischendurch ist auch immer wieder ein Lächeln oder Schmunzeln angesagt. Für Leserinnen und Leser ab etwa 8 Jahren, zum Vorlesen auch für kleine Kinder.
Dies ist bereits der 4. Band dieser aussergewöhnlichen Krimi-Serie. Die Besprechungen zu allen Bänden finden Sie ebenfalls auf diesem Blog.

Ulf Nilsson / Gitte Spee: Ein Fall für Buffy. Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke. Moritz 2017. ISBN: 978-3-89565-348-3

Rezension: Maria Riss

Marloes Morshuis: Mick Mangodieb und die Rezepte der Sieben Weltmeere

11.08.2017 by

U_5940_1A_MICK_MANGODIEB.IND12Mick wohnt in einem fernen Land, in dem ein skrupelloser König herrscht. Wie viele andere Bewohner des Landes sind auch seine Eltern auf eine Gefangeneninsel verfrachtet worden. Sie gehörten zu jenen, die sich gegen die Tyrannei gewehrt haben. Als Mick eines Tages im Palastgarten beim Stehlen von Mangofrüchten erwischt wird, soll er wie alle andern Diebe in die Haibucht geworfen werden. Aber Mick ist einer, der nicht so schnell aufgibt. Der König ist bekannt für seinen verwöhnten Gaumen, alle Köche hat er entlassen oder ins Meer werfen lassen. Mick schlägt dem König nun einen Handel vor: Er wird während sieben Tagen für den König kochen. Sollten dem König wider Erwarten die Gerichte schmecken, wird er als Gegenleistung alle Gefangenen frei lassen. Mick hat in einer Truhe seiner Eltern ein Kochbuch mit dem Titel «Rezepte der Sieben Weltmeere» gefunden. Damit wird er in der nächsten Woche um sein Leben kochen. Schwierig ist nicht nur die Kocherei, es ist auch die ständige Angst und die verzwickte Suche nach den richtigen Zutaten. Ohne seine Freunde Remo, Lori und Pieke wäre das Zubereiten der Mahlzeiten gar nicht möglich gewesen. Aber Mick schafft es und der König freut sich mit jedem Tag mehr auf sein Essen (natürlich zeigt er dies nicht, immer wieder versucht er mit miesen Tricks, Mick bei seiner Arbeit zu stören). Als am letzten Tag die künftige Gemahlin des Königs am Tisch sitzt und Micks Kochkünste über alle Massen lobt, muss der König zu seinem Wort stehen. Alle Gefangenen kommen frei, kehren zurück und jagen den König mitsamt seiner heuchlerischen Gefolgschaft aus dem Land.

Der Autorin ist mit ihrem ersten Buch «Mick Mangodieb» gleich ein kleines Meisterwerk geglückt. Mick erzählt diese verrückte Geschichte selber und er tut dies auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Mick ist kein Superheld, oft ist er verzweifelt, mutlos und voller Angst. Aber Mick hat nicht nur gute Freunde, sondern auch die Gabe, in schier aussichtslosen Situationen nicht aufzugeben: Er will um alles in der Welt weiterleben und seine Eltern wieder umarmen können. Wie Mick und seine Freunde es schaffen, all die Zutaten zu ergattern, das ist nicht nur sehr spannend nachzulesen, sondern man bekommt beim Lesen auch richtig Appetit. Alle Rezepte sind im Anhang beschrieben, das sind keine einfachen Kinderrezepte, sondern, wie es sich für einen königlichen Koch gebührt, richtige Feinschmeckermenus. Ein wunderbares Buch, das sich auch gut zum Vorlesen eignet, für Kinder ab etwa 11 Jahren.

Marloes Morshuis: Mick Mangodieb und die Rezepte der Sieben Weltmeere. Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer. Gerstenberg 2017. ISBN 978-3-8369-5940-7

Rezension: Maria Riss

Pampa Blues von Rolf Lappert

20.03.2017 by

978-3-446-23895-4_21112712347-318. / 9. Schuljahr
Nebst einem Klassensatz des Buches enthält die Kiste ein Hörbuch, die verfilmte Version des Romans und weitere Lektüren zu ähnlichen Themenbereichen. Die Aufgaben bieten Möglichkeiten zum Differenzieren: Die begleitenden Aufgaben fokussieren vor allem das literarische Textverstehen. Für Schülerinnen und Schüler, die sehr schnell lesen, gibt es auch erweiternde Aufgaben, die über das Buchgeschehen hinausgehen und die Lektüre erweitern.

Erarbeitet von Maria Riss, Zentrum Lesen

Inhalt der Medienkiste

Alle Aufgaben können Sie hier einsehen und herunterladen.

Bestellformular für die Ausleihe

PISA 2015 – Lesen

14.12.2016 by

PISA 2015 – Lesen: Stellungnahme des Zentrums Lesen [PDF]

Die Schweizer Ergebnisse aus PISA 2015 Lesen sind im Vergleich zu PISA 2009 ähnlich, nicht aber im Vergleich zu PISA 2012. Insbesondere der Anteil sehr schwacher Leser und Leserinnen ist 2009 und 2015 mit rund 17% bzw. 20% sehr hoch. Dagegen war der Anteil sehr schwacher Leser und Leserinnen 2012 mit rund 14% etwas tiefer.

Was bedeutet dies allgemein?

  1. Für die PISA-Ergebnisse 2015 ist zu berücksichtigen, dass der Lesetest zum ersten Mal online und nicht in der für die Schüler/-innen vertrauten Papierform durchgeführt wurde. Man weiss, dass eine Computer-basierte Testung zu etwas anderen Ergebnissen führen kann.
    Sind die Schüler/-innen mit dieser neuen Testform vertraut, können die Ergebnisse durchaus wieder besser ausfallen. Insbesondere schwächere Schüler/-innen schneiden bei unvertrauten Formaten oft schlechter ab.
  2. Ein Anteil von 14% oder 20% sehr schwacher Leser/-innen ist grundsätzlich nicht befriedigend. Denn: Sehr schwache Leser/-innen können in einfachen Texten nur gerade einzelne Informationen 1:1 entnehmen. Das heisst, sie sind bspw. nicht in der Lage, mehrere Informationen zu verknüpfen. Damit sind sie auch nicht in der Lage, die im Sachunterricht verwendeten Texte selbstständig zu verstehen.

Anzumerken ist, dass die Niveaus, wie sie in PISA 2009, 2012 und 2015 festgelegt wurden, vergleichbar sind. Mit anderen Worten: Die Beschreibung, was schwache Leser/-innen auszeichnet, hat sich in der computerbasierten Version nicht geändert.

Was bedeutet dies für die Schule?

  1. Es braucht weiterhin eine systematische Leseförderung über alle Stufen hinweg. Dabei sind folgende Punkte besonders hervorzuheben:
    1. eine Förderung der basalen Lesefertigkeiten (sicheres und flüssiges Lesen), bei Bedarf bis Ende Sekundarstufe I,
    2. den systematischen und eng angeleiteten Aufbau eines Repertoires an Lesestrategien, v.a. auch mit Bezug auf die spezifischen Anforderungen im Fachunterricht,
    3. eine koordinierte durchgängige Förderung und Anleitung des Textverstehens in allen Fächern.
  2. Die Lehrpersonen sind auf gezielte Unterstützung angewiesen:
    1. Auch im Fachunterricht braucht es Lehrmittel, die das Leseverstehen systematisch anleiten.
    2. Um schwächere Schüler/-innen im Aufbau der Lesekompetenzen gezielt und eng begleiten zu können, brauchen Lehrpersonen aller Fächer ein lesedidaktisches Wissen und Können. Dieses Wissen und Können muss den Lehrpersonen in entsprechenden Weiterbildungen vermittelt werden.

Mit Blick auf die Bildungsplanung zeigen Beispiele wie die Bund-Länder-Initiative BiSS (Bildung in Sprache und Schrift) in Deutschland oder der Schwerpunkt «Schreiben auf allen Schulstufen» im Kanton Zürich, dass eine Bündelung der Kräfte hilfreich ist, um eine breiter abgestützte Unterrichts- und Schulentwicklung in Gang setzen zu können.

Mit anderen Worten: Eine gelingende Leseförderung ist nicht nur eine Frage, wie einzelne Lehrpersonen unterrichten, sondern eine Frage der lesedidaktischen Unterrichts- und Schulentwicklung. Damit Leseförderung gelingt, braucht es eine durchgängig abgestimmte Förderung von Lesekompetenzen, und zwar in allen Fächern und über alle Schulstufen aufeinander abgestimmt.

Was bietet das Zentrum Lesen?

  • Die «Expertise zur Wirksamkeit der Sprachförderung» enthält auch eine Übersicht zu wirksamen Lesefördermassnahmen.
    Wirksamkeit von Sprachförderung.pdf
  • Mit dem Lese-Lehrmittel «Lesen. Das Training» stehen Unterrichtsmaterialien für die durchgängige Leseförderung im Deutschunterricht von Klasse 2–9 zur Verfügung.
    • Kruse, Gerd; Rickli, Ursula; Riss, Maria und Sommer, Thomas (2016): Lesen. Das Training 1 (Unterstufe). 5. Aufl. Bern: Schulverlag plus.
    • Kruse, Gerd; Riss, Maria und Sommer, Thomas (2014): Lesen. Das Training 2 (Mittelstufe). 2 Aufl. Bern: Schulverlag plus.
    • Kruse, Gerd; Riss, Maria und Sommer, Thomas (2013): Lesen. Das Training 3 (Oberstufe). Bern: Schulverlag plus.
  • Die Broschüre «Sprachbewusst unterrichten. Eine Unterrichtshilfe für den Fachunterricht» enthält Hinweise, Checklisten und Aufgabenbeispiele für den Leseunterricht in allen Fächern.
    Broschüre «Sprachbewusst unterrichten» [PDF]
  • Das Zentrum Lesen führt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weiterbildung massgeschneiderte schulinterne Weiterbildungen für alle Schulstufen durch.
  • Das Zentrum Lesen entwickelt laufend neue forschungsgestützte Materialien zu allen Bereichen des Sprachunterrichts.
  • Das Zentrum Lesen informiert zweimal im Jahr über neuere Entwicklungen im Bereich der sprachlichen Bildung in seinem Rundschreiben.

Kontakt: ife.zentrumlesen.ph@fhnw.ch

Buch des Monats Januar 2017

13.12.2016 by

omaPeter Schössow: Wo ist Oma?
Zu Besuch im Krankenhaus
Henry will mit seiner Babysitterin Gülsa seine Oma im Krankenhaus besuchen. Aber Gülsa hat ein neues Handy und sie hört einfach nicht auf zu telefonieren. Henry kennt das schon, das kann dauern. Also macht er sich selbst auf die Suche nach seiner Oma. Mensch, ist dieses Krankenhaus riesig! Henry probiert alle Türen aus, schreitet kilometerlange Korridore ab, trifft sehr viele nette Menschen, kommt in die unterschiedlichsten Abteilungen. Nur seine Oma, die findet er nicht. Weiter geht die Suche, von der Geburtenabteilung über den Flur vor dem Operationssaal, von einem Zimmer mit streitenden Männern zu einem Jungen ganz ohne Haare und zur Notfallstation, wo er Dakota aus der Kita begegnet, ausgerechnet. Dakota hat sich eine Bohne in die Nase gesteckt, die jetzt irgendwie wieder raus muss. Nur seine Oma, die findet Henry nicht. Und dann endlich, im riesigen Keller, trifft er den Hausmeister, der ihm weiterhilft. Und so kommt es, dass Henry, mitsamt seinem mittlerweile etwas kümmerlich aussehenden Blumenstrauss, endlich bei Oma ankommt. Natürlich ist auch Gülsa da und die heult, weil sie solche Angst um Henry hatte. Oma schimpft ihren Enkel zuerst aus und dann schliesst sie ihn ganz fest in den Arm. Allerdings nur in den einen Arm, der andere ist zugegipst.
Mit Henry durch dieses riesige Krankenhaus zu wuseln, das macht ganz grossen Spass. Obwohl das Thema so ernst ist, gelingt es dem grossen Meister der Illustrationen, das alles völlig undramatisch und doch realistisch darzustellen. Die Farben sind gedämpft, drücken die sterile Stimmung aus, die Menschen dafür sind umso farbiger. Henry begegnet einem richtigen Sammelsurium an unterschiedlichsten Leuten, Patienten, Besuchern und schier dem ganzen Personal. Peter Schössow malt nicht nur ganz wunderbare Bilder, es ist ihm auch sprachlich gelungen, das Leben in einem Gebäude, das man in aller Regel nicht gerne betritt, locker und leicht darzustellen. Eine wunderbare Mischung aus Erzählung und Sachbuch für Kinder ab dem Kindergartenalter.

Peter Schössow: Wo ist Oma? Zu Besuch im Krankenhaus. Hanser 2016. ISBN: 978-3-446-24952-3

Rezension: Maria Riss

Ronja Räubertochter

10.11.2016 by

Unbenannt4./5. Schuljahr
Die spannende Geschichte von Astrid Lindgren können Kinder mit dieser Kiste während vier Wochen multimedial erleben. DVD, Hörbuch, eine Werkstatt mit 40 verschiedenen Aufträgen und eine umfangreiche Sammlung von Hintergrundinformationen ermöglichen den Kindern ein umfassendes «Ronja-Erlebnis».

Die Kiste wurde erarbeitet von Debora Lerch, Stefan Riniker und Peter Sprenger.

Bestellformular für die Ausleihe

Martin Widmark: Das Fahrrad-Geheimnis

22.09.2016 by

lasseLasse und Maja, das sind zwei Kinder, die in der schwedischen Stadt Valleby leben, die in die gleiche Klasse gehen und gemeinsam ein Detektivbüro betreiben. Diesmal geht es um ein Fahrradrennen, zu dem sich Lasse angemeldet hat. Der Sieger erhält nicht nur eine goldene Medaille, sondern auch 10’000 Kronen in bar. Klar, dass Maja Lasse hart trainiert, klar, dass Lasse im Rennen alles gibt. Aber Lasse wird letzter. Weil jemand Reissnägel gestreut hat, ist ihm kurz vor dem Ziel der Reifen geplatzt. Nur: Wer hat die Reissnägel auf dem Weg gestreut? Ein klarer Fall für das Detektivbüro Lasse Maja.

Kinderkrimis gibt es zuhauf. Diese Reihe sticht heraus, weil sehr viele Kinder sie nicht nur heiss lieben, sondern weil die Geschichten in einer einfachen, aber nicht banalen Sprache und temporeich geschrieben sind. Die Fälle sind oft verzwickt, da folgt man auch als erwachsene Leserin oft falschen Fährten und will deshalb das ganze Buch zu Ende lesen. Die Schrift ist gross und lesefreundlich, das Layout locker und die Bilder sind nicht nur wunderschön, sie sind zum Verstehen der Handlung auch sehr hilfreich. Eine ideale Krimireihe also für Kinder ab etwa 8 Jahren. Alle Bücher eignen sich auch sehr gut zum Vorlesen. Mittlerweile sind 28 Bände erschienen. Maja und Lasse haben eine kleine Homepage mit Spielen und Informationen zum Autorenteam, verschiedene Titel sind als Hörbuch lieferbar, einzelne Bücher wurden auch verfilmt.

Martin Widmark: Das Fahrrad-Geheimnis. Reihe: Detektivbüro Lasse Maja. Ueberreuter, 2016. ISBN: 978-3-7641-5084-6

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats Juli 2016

02.07.2016 by

muckBibi Dumon Tak: Mücke, Maus und Maulwurf

Schlägt man das Buch auf, ist man sofort am Staunen, am Lernen und am Schmunzeln. In kurzen Geschichten werden da Tiere vorgestellt, denen wir täglich begegnen und die so normal sind, dass man sie meist gar nicht beachtet: Regenwürmer, Weberknechte oder Nacktschnecken. Aber all diese stinknormalen Tiere haben Besonderheiten, von denen niemand weiss. Mücken beispielsweise, die stechen nicht, die beissen und zwar nur die weiblichen Mücken, wenn sie Eier im Bauch haben. Das gemeine Ohrwurm-Weibchen legt seine Eier in eine Höhle, bewacht diese anschliessend und leckt die Eier immer wieder ab, damit sie ja nicht austrocknen. Bibi Dumon Tak beschreibt all diese Besonderheiten in einer so poetischen und humorvollen Sprache, dass man sich beim Lesen ganz herrlich unterhalten und die Lektüre geniessen kann. So besticht dieses Buch in dreierlei Hinsicht: Erstens lernen Leserinnen und Leser eine ganze Menge über die alltägliche Tierwelt, zweitens sind die Geschichten so unterhaltsam und in einer wunderbaren Sprache verfasst, dass das Lesen zu einem wahren Genuss wird und drittens ist das Buch fantastisch illustriert. Fleur van der Weel hat für dieses Buch Bilder geschaffen, die das Buch zu einem kleinen Kunstwerk machen. «Mücke, Maus und Maulwurf» ist nicht nur ein Sachbuch der besonderen Art, sondern auch ein hervorragendes Vorlesebuch für Kinder ab etwa 9 Jahren.

Bibi Dumon Tak: Mücke, Maus und Maulwurf. Mit Illustrationen von Fleur van der Weel. Hanser 2016. ISBN: 978-3-446-25080-2

Rezension: Maria Riss

Witze und mehr… ein Sprachatelier für Kinder ab 9 Jahren

22.06.2016 by

20761688zWitze eignen sich deshalb besonders gut für den Lese- und Schreibunterricht, weil die Texte relativ kurz sind, weil man die Inhalte genau lesen und verstehen muss und weil sich wohl alle Schülerinnen und Schüler dafür begeistern lassen. Das Thema spricht vor allem auch jene an, die sonst kaum freiwillig zu Büchern greifen: Die Texte sind kurz und meist recht einfach zu lesen, oft helfen auch Bilder beim Verstehen. Leseschwache Schülerinnen und Schüler gehören so zum Kreis der Leserinnen und Leser dazu und können adäquat mitreden und über Inhalte diskutieren.

Lehrer und Lehrerinnen, welche das Atelier durchführen möchten finden in der Einführung wichtige Informationen.
Die Aufgabenübersicht hilft zusätzlich bei der Planung.

Aufgaben zum Download
Die einzelnen Aufgaben sind in der folgenden Tabelle im PDF-Format verlinkt.

Nr. Didaktischer Schwerpunkt Titel
 1 Schreibideen finden
Schreibmuster übernehmen
Häschenwitze erfinden
 2 Schreibideen generieren
Texte schreiben und überarbeiten
Einen Witz erfinden
 3 Präsentieren
Sprechen (monologisch)
Einen Witz erzählen
 4 Sachverhalte mündlich beschreiben
Information aus Gehörtem aufnehmen und wiedergeben
Cartoon beschreiben
Cartoons Beispiele
 5 Präsentieren
Spielerischer Umgang mit Texten
Einen Witz vorspielen
 6 Textverstehen
Imagination
Ein Bild zu einem Witz zeichnen
 7 Textverstehen
Ideen generieren, Imagination
Einen Kurzcomic zeichnen
 8 Texte verstehen u beurteilen
Gross-Kleinschreibung
Die beste Scherzfrage
 9 Texte verstehen und beurteilen
Direkte Rede
Die besten Witze
 10 Texte schreiben
Texte überarbeiten
Witze sammeln
 11 Textverstehen Einen Witz zusammensetzen
 12 Textverstehen Witze Puzzle
Witze Puzzle Beispiele
 13 Texte verstehen
Texte beurteilen
Der beste Witz
Tabelle der besten Witze
 14 Flüssiges und gestaltendes Vorlesen Einen Witz vorlesen
 15 Text verstehen
Text beurteilen
Eine kurze Geschichte lesen
  Beratung beim Zeichnen  Buero Kunstatelier
  Beratung beim Schreiben  Buero Schreibberatung
  Zensurbehörde  Buero Zensurbehörde

Lena Hach: Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis

17.06.2016 by

erbsenPaul ist etwa 11 Jahre alt. Er will später Detektiv werden. Hauptaufgabe von Detektiven ist das Observieren. Als ins gegenüberliegende Haus ein Mädchen einzieht, hat Paul auch ein denkbar spannendes Subjekt zum Überwachen gefunden. Tessa wird seiner Klasse zugeteilt, so kann Paul sie auch in der Schule im Auge behalten. Und Tessas Benehmen, das gibt tatsächlich Rätsel auf. Weshalb macht sie auf dem Schulweg so grosse Umwege? Weshalb packt sie jeden Morgen auf der Parkbank all ihre Schulsachen aus und wieder ein? Paul macht sich Gedanken und Notizen und er beginnt, dieses seltsame Mädchen zu mögen, findet sie hübscher als andere. Und so kommt es, dass sich die beiden ganz allmählich anfreunden, dass Paul nach und nach dem Geheimnis von Tessa auf die Spur kommt. Zum ersten Mal erzählt Tessa einem Aussenstehenden von ihren Ticks und Zwängen, zum ersten Mal seit sehr langer Zeit vertraut sie wieder jemanden. Tessa will unbedingt gesund werden, deshalb geht sie auch regelmässig zum Psychiater und deshalb erlaubt sie Paul schliesslich auch, sie auf diesem schwierigen Weg zu begleiten und zu unterstützen.

Paul erzählt die Geschichte selber, es ist nicht ein Tagebuch der gewohnten Art, eher sind es an Tessa gerichtete Aufzeichnungen. So benutzt er die Du-Form, wenn es um Tessa geht. Spannend ist die Geschichte, weil Leserinnen und Leser ständig selber Hypothesen anstellen. Genau wie Paul kann man sich zu Beginn keinen Reim auf Tessa Verhalten machen. Umso so mehr berührt es dann, als Tessa ihr Schweigen bricht und den Grund für ihr seltsames Verhalten zu erklären versucht. Nur wenn Tessa ganz bestimmte Dinge tut, kann sie ihre riesengrossen Ängste vor einem Unglück bezwingen. Lena Hach hat diese wunderschöne Geschichte in einer sehr leichten Sprache verfasst. Ernsthaft und doch immer wieder so, dass man beim Lesen schmunzeln kann. Tessa und Paul sind glaubhafte Figuren, deren Entwicklung und zaghafte erste Liebe man überaus gern nachliest. Für Kinder ab etwa 12 Jahren.

Lena Hach: Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis. Mixtvision 2016. ISBN: 978-3-95854-055-2

Rezension: Maria Riss