Archive for the ‘ 03 Unterstufe ’ Category

Mareike Krügel: Zelten mit Meerschwein

03.05.2018 by

meersauAnton soll nach den Sommerferien in die dritte Klasse, da sei dann die Welpenzeit vorbei, meint die Lehrerin. Das macht Anton Angst. Er gehört zu jener Sorte von Jungen, die lieber träumen, als raufen, die eher allein sein mögen, als sich in einer grossen Gruppe zu behaupten und die öfters auch mal weinen müssen. Hinzu kommt, dass Mama ihren Job verloren hat und Geld deshalb Mangelware ist. Papa ist ausgezogen und hat keine Zeit für einen Urlaub. Aber Mama hat eine Idee: Eigentlich braucht es für Ferien nur zwei Schlafsäcke, ein Zelt und einen Gaskocher. Mama und Anton machen sich also mit einem grossen Rucksack auf. Zu Fuss, das geht auch. Klar, dass Anton sein Meerschweinchen mitnimmt. Er hat dafür eine wunderschöne Transportbox gebastelt. Auf dem Campingplatz hat es aber keinen Platz mehr für die beiden, kein Grund aufzugeben: «Wir zelten einfach an einem versteckten Ort im Wald. Das ist zwar verboten, aber ein bisschen Ferien haben wir doch wohl beide verdient», meint Mama. Diese Woche im Wald ist einfach wunderschön, vor allem, weil Mama ihrem Sohn gleich am ersten Tag ein richtiges Schnitzmesser übergibt. Stundenlang schnitzt Anton nun Stöcke, Kochlöffel und Speere. Und dann taucht Liane auf, ein rotzfreches Mädchen vom Campingplatz, das nicht nur Antons Schnitz-Kunstwerke bewundert, sondern ihn auch zu allerlei Abenteuern überredet. Und als Mama eines Tages vom Einkaufen einfach nicht mehr zum Zelt zurückkehrt, da macht sich Anton zwar grosse Sorgen, aber er weiss sich zu helfen und geht ganz alleine zum Campingplatz. Mama hatte einen kleinen Unfall und kommt dann Gott sei Dank spät in der Nacht wieder.Am Ende dieser Ferien ist Anton nicht nur körperlich kräftiger geworden, er traut sich viel mehr zu und hat auch weniger Angst vor andern Kindern, jetzt ist er nur noch ab und zu ein Welpe.
Mareike Krüger kennt sich mit verträumten Welpen aus, das merkt man beim Lesen schon auf den ersten Seiten. Viele Kinder werden sich in Anton wiederfinden: Wenn er für sein Meerschweinchen eine prächtige Waldvilla baut beispielsweise, wenn er darüber nachdenkt, wie er sich in der Schule besser wehren könnte oder wenn ihn die Sehnsucht nach seinem Papa übermannt. «Zelten mit Meerschwein» ist ein leises und doch spannendes Buch, in einer einfachen, aber treffenden Sprache geschrieben. Ein Lesestoff wohl eher für verträumte Kinder ab etwa 8 Jahren und zum Vorlesen im Familienkreis wunderbar geeignet.

Mareike Krügel: Zelten mit Meerschwein. Beltz 2018. ISBN: 978-3-407-82352-6

Rezension: Maria Riss

Ole Lund Kirkegaard: Der kleine Albert

24.04.2018 by

albertDie Geschichte spielt irgendwo in Dänemark in einem winzig kleinen Dorf. Im Dorf gibt es einen Laden, ein Schulhaus mit einem Lehrer, einen Schuster und natürlich jede Menge Bauernfamilien. Genau dort wird Albert geboren. Schon bald stellt sich heraus, dass es dieser Junge faustdick hinter den Ohren hat. Albert mag, kaum ist er grösser, drei Dinge ganz besonders: Birnen, am besten geklaut und frisch vom Baum, seinen Freund Egon und das Spiel «Leute-ärgern». Auf den stets schlecht gelaunten Schuster, der am liebsten alle Kinder abschaffen möchte, hat er es ganz besonders abgesehen. Alberts Freund Egon ist fast immer mit von der Partie. Kaum zu glauben, welch freche Streiche die beiden den Bewohnern des Dorfes spielen. Sie klauen Birnen, verhelfen den Hühnern des Schusters zur Freiheit oder schleichen sich in dessen Garten, um Radieschen aus der Erde zu zupfen. Als Albert eines Tages am Bach eine alte Fisch-Tonne findet, sticht er in See. Immer weiter den Bach hinunter. Seeräuber, das wollte er schon immer werden. Was Albert auf dieser ungewöhnlichen Schiffsreise alles erlebt, das ist wirklich schier unglaublich und macht grossen Spass nachzulesen.
Ole Lund Kirkegaard gehört zu den bekanntesten Kinderbuchautoren Dänemarks, leider ist er schon früh verstorben. Aber seine Bücher, die leben weiter.  Das vorliegende Buch erschien bereits im Jahr 1968 und ist nun endlich auch in deutscher Sprache erhältlich. Alberts Streichgeschichten sind allesamt witzig, überzeichnet, schräg und spannend, ein bisschen erinnern sie an die nicht ganz ernst zu nehmenden Streiche von Max und Moriz, ein bisschen aber auch an die mutig-freche Pippi Langstrumpf. Kinder, vor allem Buben, werden mit Sicherheit ihre helle Freude an den beiden Helden haben. Die Original-Illustrationen des Autors passen sehr gut zum Inhalt, sie sind ebenso witzig, schräg, überzeichnend und gar nicht niedlich. Ein wunderbar freches Vorlesebuch, mit einer übersichtlichen Kapitelgliederung für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Ole Lund Kirkegaard: Der kleine Albert. Aus dem Dänischen von Magnus Enxing. Woow Book im Atrium Verlag 2018. ISBN: 978-3-96177-014-4

Rezension: Maria Riss

Rose Lagercrantz / Karen Kings: Wozu hat man eine beste Freundin?

24.04.2018 by

freundiCäcilia geht in die zweite Klasse. Weil ihre beiden Beine nicht gleich lang sind, kann sie beim Turnen nicht mitmachen und wurde deswegen schon mehrmals an der Hüfte operiert. Einmal gab es bei einer Operation einen Zwischenfall und Cäcilie hat damals den Eingriff fast nicht überlebt. Aber sonst ist alles in Ordnung mit ihr, vor allem seit sie in Melody eine neue beste Freundin gefunden hat. Blöd ist nur, dass Melody so gerne Fussball spielt und Cäcilia nicht mitspielen kann. Als Cäcilia eines Abends heimkommt, hält Mama einen Brief in Händen und macht ein sehr ernstes Gesicht. Cäcilia soll noch einmal operiert werden, diesmal mit grosser Hoffnung auf Erfolg. Aber Cäcilia hat doch so grosse Angst! Sie könnte diesmal ja wirklich sterben. So schreibt sie am Abend vor der Operation Abschiedsbriefe: Einen für Melody und einen für Papa, der nicht mehr bei ihnen wohnt. Aber die Operation verläuft gut und was das allerschönste ist, Cäcilias Beine sind nun gleich lang und sie kann schon bald, auch wenn Mama das strikt verbietet, mit dem Fussballtraining beginnen.
Rose Lagercrantz greift in ihren Büchern auch immer wieder sehr ernsthafte Themen auf. Sie macht dies aber auf eine so leichte, glaubhafte Art und Weise, dass Kinder sich bestens mit Cäcilia und ihrer grossen Angst identifizieren können. Denn solche Ängste, die kennen alle Kinder, auch wenn keine grosse Operation ansteht. Es ist nicht so, dass Kinder nur lustige Geschichten mögen, wenn man ehrlich und in einer so einfachen und behutsam gestalteten Sprache über ein Thema schreibt, wird dies die meisten Kinder faszinieren. Für Kinder ab etwa 8 Jahren, zum Vorlesen schon für jüngere Kinder.

Rose Lagercrantz / Karen Kings: Wozu hat man eine beste Freundin? Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. Moritz 2018. ISBN: 978 3 89565 359 9

Rezension: Maria Riss

Arnold Lobel: Das grosse Buch von Frosch und Kröte

24.04.2018 by

kröteFrosch und Kröte sind grundverschieden – und die besten Freunde. Sie leben in einer Welt, in der es ausser ihnen beiden nicht viel zu geben scheint, doch das ist auch gar nicht so wichtig, denn sie haben ja sich. Gemeinsam erleben sie die grossen und kleinen Abenteuer des Alltags, stets geht es dabei um die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Um die Kunst der Freundschaft, den anderen bedingungslos so zu nehmen, wie er ist; um Ängste, die man nur gemeinsam überwinden kann; um selbstlose Dienste im Sinne der Freundschaft, um Verständnis füreinander – und auch um verlorenen Knöpfe, komische aussehende Badeanzüge, schmelzende Eiskrem in der Sonne und Samen, die Angst vor dem Wachsen haben.
«Das grosse Buch von Frosch und Kröte» ist wirklich ein grosses Buch. Schon der erste Eindruck des Sammelbands mit Leinenrücken und Lesebändchen überzeugt grosse und kleine Bücherliebende. Schlägt man den Klassiker der amerikanischen Kinderliteratur dann auf, wird man nicht enttäuscht. In kurzen Sätzen werden vielschichtige Geschichten erzählt, die der Autor selbst nicht treffender hätte illustrieren können. Mit reduzierter Einfachheit in Text und Bild, leicht und heiter, kommt das Buch auf den ersten Blick daher und ist doch überhaupt nicht banal. Jede der insgesamt 20 Geschichten, die uns durch die vier Jahreszeiten mit Frosch und Kröte führen, hebt sich durch die liebenswerten Hauptfiguren, den einfachen und doch so wunderbar gestalteten Text und die sorgfältige Gestaltung von gängigen Erstlesebüchern ab und ist doch gerade für diese Zielgruppe bestens geeignet. Die kurzen, in sich abgeschlossenen Geschichten eignen sich wunderbar für den Wechsel von Vor- und Selberlesen, zum Geniessen für beide Seiten, denn auch Erwachsene haben mit diesem Buch Stoff zum Schmunzeln und Nachdenken, genauso wie jüngere Kinder beim Zuhören. Zum Vorlesen geeignet für Kinder ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab 7 Jahren, zum Geniessen für alle Altersstufen.

Arnold Lobel: Das grosse Buch von Frosch und KröteAus dem amerikanischen Englisch von Tilde Michels. dtv junior 2018. ISBN: 978-3-423-76195-6

Rezension: Franziska Weber

Jörg Mühle: Zwei für mich, einer für dich

24.04.2018 by

zweiBär findet im Wald drei grosse Pilze. Super, das gibt ein Festessen mit seinem Freund, dem Wiesel. Wiesel ist geübt im Kochen und bereitet diese drei Pilze auf eine überaus leckere Art und Weise zu. Beide setzten sich zu Tisch und bekommen sich auch gleich in die Haare: Drei Pilze für zwei Personen, wie soll das denn bitteschön gehen? Bär hat die Pilze schliesslich gefunden, also stehen ihm sicher zwei zu. Wiesel hat die Pilze gekocht, also steht doch ihm zweifellos die grössere Portion zu. Aber Bär ist grösser und Wiesel? Das muss noch wachsen. Die beiden geraten sich dermassen in die Haare, dass sie erst zu spät bemerken, wie sich ein listiger Fuchs anschleicht und sich den grössten Pilz schnappt. Jetzt kehrt plötzlich Ruhe ein, das Problem ist gelöst – hätte da nicht Wiesel noch drei Erdbeeren zum Nachtisch mitgebracht.
Jörg Mühle hat diese wunderbar einfache und so lebensnahe Geschichte verfasst sowie die Bilder dazu gemalt. Vielleicht ist dies der Grund, dass das Buch so stimmig ist, dass es wie aus einem Guss daher kommt, dass sich Text und Bild wie kaum in einem andern Buch so optimal ergänzen. Schon ganz kleine Kinder werden sich in den beiden Streithähnen wiederfinden und kommen ganz allein auf die Botschaft des witzigen Bilderbuchs. Wenn Grundwerte auf so wundervolle Art und Weise vermittelt werden, ist das einfach nur gut und passt auch in die Zeit. Ein Bilderbuch zum «Immer–wieder–Anschauen» für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Jörg Mühle: Zwei für mich, einer für dich. Moritz 2018. ISBN: 978-3-89565-357-5

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats April 2018

02.04.2018 by

familieGerda Raidt: Meine ganze Familie
Was den Urmenschen und mich verbindet
Das vorliegende Sachbuch widmet sich der Geschichte der Menschen und wie wir alle eigentlich auf irgendeine Weise miteinander verwandt sind. Ein grosser Stammbaum findet sich gleich auf der zweiten Doppelseite, schon da wird deutlich, wie viele Leute zur eigenen Familie gehören können und wie gross das Wirrwarr wird, je weiter man in der Vergangenheit zurückgeht. Die Grosseltern kennt man ja in aller Regel noch, aber wie ist das mit den Ururgrosseltern? Und vielleicht ist es ja so, dass man die eigenen schwarzen Locken irgendeiner Urgrosstante aus Südafrika zu verdanken hat oder das Talent zum Lernen von Sprachen dem Grossonkel, der ein berühmter Sprachwissenschaftler war. Auf jeden Fall haben alle Menschen ihre Wurzeln in der Vergangenheit und diese Vergangenheit bestimmt unser Leben in der Gegenwart. Junge Leserinnen und Leser wiederum werden die Zukunft und unsere Nachfahren bestimmen, mit diesem Thema befasst sich der letzte Abschnitt des so übersichtlich gestalteten Buchs.
Das grossformatige, sehr gut verständliche Sachbilderbuch lädt zum Verweilen, zum Nachdenken und vielleicht auch zum Nachforschen ein: Ein bisschen Ahnenforschung, ein bisschen Philosophie und ein Nachdenken darüber, dass Menschen zwar sehr verschieden sein können, aber dass uns auch, weil wir alle Teil der Geschichte sind, vieles verbindet. Die wunderbar farbigen, eindrücklichen und detailreichen Bilder helfen, dass bereits jüngere Kinder sich das alles besser vorstellen können. Ein Bilderbuch, das in viele Kinderzimmer und unbedingt in jede Bibliothek gehört. Für Kinder ab etwa 7 Jahren.

Gerda Raidt: Meine ganze Familie.Was den Urmenschen und mich verbindet. Beltz 2018. ISBN: 978-3-407-82343-4

Rezension: Maria Riss

 

Marieke Smithuis: Lotte und Rose

19.03.2018 by

lotteLotte und Rose sind Geschwister. Und da beide noch ziemlich klein sind, gestaltet sich das Familienleben oft sehr turbulent. In einzelnen, in sich abgeschlossenen Kapiteln erzählt die Autorin von den kleinen und manchmal abenteuerlichen Ereignissen im Alltag der beiden. Da wird etwa berichtet, wie Lotte, die jüngere der beiden, heimlich Katzenfutter isst und wie übel es ihr danach geht. Oder wie sich die beiden im dichten Wald verlaufen. Immer wieder spielen Tiere eine grosse Rolle, als sich die Lotta über ihre Kopfläuse freut beispielsweise, sie mag einfach alle Tiere so gern! Besonders spannend wird es, als eine Familie mit zwei gleichaltrigen Jungs ins Nachbarhaus einzieht. Freundschaft auf den ersten Blick ist das wahrlich nicht, was in den folgenden Kapiteln passiert.
Dieser wunderbare Strauss an Geschichten eignet sich zum Vorlesen vor allem für kleinere Kinder. Dies, weil alle Geschichten etwa gleich umfangreich sind, weil man die beiden Protagonisten schon nach wenigen Seiten sehr gut kennt und ihnen in allen Kapiteln wieder begegnet, weil jede Geschichte einen eignen Spannungsbogen hat, der sich am Ende auflöst und weil die vielen wunderschönen Zeichnungen beim Verstehen helfen. Ein ideales Vorlesebuch für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Marieke Smithuis: Lotte und Rose. Aus dem Niederländischen von Meike Blatnik. Gerstenberg 2018. ISBN: 978-3-8369-5927-8

Rezension: Maria Riss

 

Buch des Monats Februar 2018

01.02.2018 by

schnarch 1Julian Gough, Jim Field: Rotzhase & Schnarchnase – Möhrenklau im Bärenbau
Es ist Winter. Hase hat Hunger, einen Riesenhunger und es ist nur noch eine verschrumpelte Möhre in seinem Speiseversteck übrig. Aber um die Ecke, da wohnt doch Bärin, dort gibt es eine übervolle Speisekammer. Bärin schläft ja, denkt Hase und bedient sich. Aber Bärin erwacht und Bärin freut sich so über den Schnee, dass sie den Möhrenklau gar nicht bemerkt. Mit so viel Schnee, da kann man einen Schneemann bauen. Bärin stellt sich allerdings ziemlich ungeschickt an. Hase hilft und fühlt sich sehr schlau dabei. Überhaupt ist Hase der Meinung, Bärin sei ja überaus nett, aber schon ein bisschen zurückgeblieben. Hase wäre wohl immer noch dieser Meinung, wenn ihn am Nachmittag nicht ein hungriger Wolf verfolgt hätte. Bärin allein ist es zu verdanken, dass Hase auch an diesem Abend noch lebend in seinen Bau kriechen kann.
Dieses wunderschön gestaltete Buch besticht in vielerlei Hinsicht. Da sind einmal diese zwei so unterschiedlichen Figuren, die liebenswürdige, vielleicht etwas naive Bärin und der eher hinterhältige, vielleicht etwas schlauere Hase, die man beide nach der Lektüre zu kennen glaubt. Da sind die stimmungsvollen und aussagestarken Bilder und diese spannende Geschichte, die in treffenden Worten und knappen Sätzen erzählt wird. Pro Seite steht nebst einem Bild oft nur ein einziger Satz, dafür hat das Buch über hundert Seiten. Die meisten Kinder, die das Lesen gerade lernen, werden begeistert sein: Sie halten ein richtig umfangreiches Buch in Händen und können sich nach der Lektüre richtig stolz fühlen. Von der Gestaltung, Aufmachung und der Geschichte her hebt sich das Buch überaus wohltuend von all den gängigen Erstlesereihen ab.
Julian Gough, Jim Field: Rotzhase & Schnarchnase – Möhrenklau im Bärenbau – Band 1. Magellan 2018. ISBN 978-3-7348-2820-1

Rezension: Maria Riss

schnarch 2Bereits ist auch der 2. Band erschienen. Diesmal geht es um den ständigen Lärm im Wald. Hase verträgt den gar nicht und wird noch übellauniger, als er es sonst schon ist.

Fette Beute. Wilde Geschichten von Räubern und Banditen

18.11.2017 by

räuberDie meisten Kinder lieben Räubergeschichten. Das klingt doch schon von weitem nach Spannung und Abenteuer! Natürlich sind die Räuber in Kindergeschichten nicht ganz so gefährlich und die meisten haben eigentlich ein gutes Herz unter der rauen Schale. Im Buch gibt es eine bunte Auswahl an Geschichten namhafter Autorinnen und Autoren. Da wird von räuberischen Füchsen erzählt, die ihren Opfern, den Gänsen, zu guter Letzt gar das Fliegen beibringen, da wird von Kapitän Seekrank und dem blinden Räuber berichtet, die sich zum Räubern zusammentun, aber auf keinen grünen Zweig kommen und schliesslich gemeinsam eine Waldkneipe eröffnen. Und da gibt es in sich abgeschlossene Auszüge aus den Büchern vom Räuber Hotzenplotz und von Ronja Räubertochter, die Lust machen, mehr von diesen Figuren zu erfahren.
Alle neun Geschichten sind spannend, oft lustig und alle etwa gleich lang. Die zahlreichen, farbintensiven Bilder machen die Lektüre zusätzlich lohnenswert und helfen vor allem kleineren Kindern beim Verstehen. Ein sehr tolles Lese- und Vorlesebuch für Kinder ab etwa 8 Jahren.
Das Buch ist in leicht gekürzter Fassung auch als Hörbuch erhältlich.

Fette Beute. Wilde Geschichten von Räubern und Banditen. Thienemann 2017. ISBN: 978-3-522-18477-9

Rezension: Maria Riss

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek!

18.11.2017 by

löweWenn man eine Bibliothek nutzt, muss man sich an die Regeln halten. Darauf achtet die Leiterin Miss Pepper ganz besonders. Als nun eines Tages ein Löwe den wunderbaren Ort der Bücher betritt, darf er bleiben, wenn er sich nur an die Regeln hält. Und das macht der Löwe auch. Er kommt jetzt sogar jeden Tag, hält sich brav an die Regeln und hilft manchmal sogar mit. Für Frau Pepper und auch die Kinder gehört der nette Löwe bald ganz einfach dazu. Aber dann passiert ein Unglück und der Löwe brüllt so laut, wie er noch nie gebrüllt hat. Das ist eindeutig gegen die Regeln und wer das tut, der muss gehen. Traurig schleicht sich der Löwe deshalb davon. Bald schon merken alle, wie sehr der Löwe ihnen fehlt. Er muss unbedingt wiederkommen. Und das tut er zu guter Letzt auch. Ab sofort gibt es in der Bibliothek nämlich eine neue Regel: Wenn ein Unglück passiert, dann darf man brüllen und zwar so laut man kann!
Bestechend an diesem Bilderbuch sind vor allem die Aufmachung und die wunderschönen, in zarten Farben gezeichneten Bilder. Eine solche Bibliothek würde man selbst gerne nutzen, ein bisschen altertümlich vielleicht, aber voller Wärme, Behaglichkeit und mit einer riesigen Auswahl an Lesestoff. Die Geschichte lässt sich sehr gut erzählen und Kinder werden mit Sicherheit an der ruhigen, aber doch spannenden Handlung und all den Details, die sich in den Bildern entdecken lassen, ihren Spass haben. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek! Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03542-9

Rezension: Maria Riss