Archive for the ‘ 03 Unterstufe ’ Category

Fette Beute. Wilde Geschichten von Räubern und Banditen

18.11.2017 by

räuberDie meisten Kinder lieben Räubergeschichten. Das klingt doch schon von weitem nach Spannung und Abenteuer! Natürlich sind die Räuber in Kindergeschichten nicht ganz so gefährlich und die meisten haben eigentlich ein gutes Herz unter der rauen Schale. Im Buch gibt es eine bunte Auswahl an Geschichten namhafter Autorinnen und Autoren. Da wird von räuberischen Füchsen erzählt, die ihren Opfern, den Gänsen, zu guter Letzt gar das Fliegen beibringen, da wird von Kapitän Seekrank und dem blinden Räuber berichtet, die sich zum Räubern zusammentun, aber auf keinen grünen Zweig kommen und schliesslich gemeinsam eine Waldkneipe eröffnen. Und da gibt es in sich abgeschlossene Auszüge aus den Büchern vom Räuber Hotzenplotz und von Ronja Räubertochter, die Lust machen, mehr von diesen Figuren zu erfahren.
Alle neun Geschichten sind spannend, oft lustig und alle etwa gleich lang. Die zahlreichen, farbintensiven Bilder machen die Lektüre zusätzlich lohnenswert und helfen vor allem kleineren Kindern beim Verstehen. Ein sehr tolles Lese- und Vorlesebuch für Kinder ab etwa 8 Jahren.
Das Buch ist in leicht gekürzter Fassung auch als Hörbuch erhältlich.

Fette Beute. Wilde Geschichten von Räubern und Banditen. Thienemann 2017. ISBN: 978-3-522-18477-9

Rezension: Maria Riss

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek!

18.11.2017 by

löweWenn man eine Bibliothek nutzt, muss man sich an die Regeln halten. Darauf achtet die Leiterin Miss Pepper ganz besonders. Als nun eines Tages ein Löwe den wunderbaren Ort der Bücher betritt, darf er bleiben, wenn er sich nur an die Regeln hält. Und das macht der Löwe auch. Er kommt jetzt sogar jeden Tag, hält sich brav an die Regeln und hilft manchmal sogar mit. Für Frau Pepper und auch die Kinder gehört der nette Löwe bald ganz einfach dazu. Aber dann passiert ein Unglück und der Löwe brüllt so laut, wie er noch nie gebrüllt hat. Das ist eindeutig gegen die Regeln und wer das tut, der muss gehen. Traurig schleicht sich der Löwe deshalb davon. Bald schon merken alle, wie sehr der Löwe ihnen fehlt. Er muss unbedingt wiederkommen. Und das tut er zu guter Letzt auch. Ab sofort gibt es in der Bibliothek nämlich eine neue Regel: Wenn ein Unglück passiert, dann darf man brüllen und zwar so laut man kann!
Bestechend an diesem Bilderbuch sind vor allem die Aufmachung und die wunderschönen, in zarten Farben gezeichneten Bilder. Eine solche Bibliothek würde man selbst gerne nutzen, ein bisschen altertümlich vielleicht, aber voller Wärme, Behaglichkeit und mit einer riesigen Auswahl an Lesestoff. Die Geschichte lässt sich sehr gut erzählen und Kinder werden mit Sicherheit an der ruhigen, aber doch spannenden Handlung und all den Details, die sich in den Bildern entdecken lassen, ihren Spass haben. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek! Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03542-9

Rezension: Maria Riss

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi

18.11.2017 by

pipiPrinz Tommi ist ein besonders tapferer Prinz. Gerade ist er auf seinem Pferd Herr Springer unterwegs zum Schloss Krümelfels, das von einem schrecklich gefährlichen Drachen bedroht wird. Dumm ist einfach, dass Prinz Tommi ganz dringend mal muss. Immer wieder unterbricht er seinen Ritt und versucht es, aber jedes Mal wird der arme Prinz dabei gestört. Mal sind es sieben Zwerge, dann ein Wolf oder ein schrecklicher Riese. Total verschwitzt, die schwere Rüstung ist in solchen Situationen ja nicht wirklich bequem, erreicht er schliesslich Schloss Krümelfels. Er muss nun dermassen dringend, dass er einfach am gefährlichen Drachen vorbeirast und sich endlich, endlich oben auf dem Schloss erleichtern kann. Und der Drache? Der ist tief beeindruckt, noch nie wagte es bis anhin jemand, einfach an ihm vorbeizurennen. Prinz Tommi ist wahrlich der tapferste aller Prinzen!
Kinder werden diese Geschichte lieben. Es ist nicht nur das Thema, das in einem gewissen Alter besonders fasziniert. Das Buch besticht auch durch die linear und gut verständliche Geschichte, die vielen Wiederholungen und die passenden, leicht schrägen und ausdrucksstarken Bilder mit vielen Anspielungen auf die Grimm’sche Märchenwelt. Ein leicht ironisches und witziges Bilderbuch zu einem Thema, das Kinder ab etwa 4 Jahren bestens kennen.

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi. Lappan 2017. ISBN: 978-3-8303-1269-7

Rezension: Maria Riss

Friedbert Stohner: Ein Rentier kommt selten allein. Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann

18.11.2017 by

rentierAlles beginnt damit, dass es Ende Dezember bei Familie Wetekamp klingelt und ein riesengrosser Mann im roten Mantel hereinpoltert, sich an den Frühstücktisch setzt und gleich nach einem Schokohörnchen greift. «Ich bin der Weihnachtsmann», stellt sich der Mann vor, «und ich werde ein Jahr lang bei Ihnen wohnen. Bitte fahren sie doch das Auto aus der Garage, damit ich meinen Schlitten versorgen kann, die Rentiere habe ich bereits in ihrem Garten untergebracht.» Sagt’s und lässt sich sein Hörnchen schmecken. Familie Wetekamp hat es schlicht die Sprache verschlagen, aber sie gehorchen. Schliesslich sitzt der Weihnachtsmann am Tisch und alles sei von den Herrschaften im himmlischen Weihnachtsamt so bestimmt, behauptet der Mann im roten Mantel. Ja, dieses Jahr werden Mama, Papa, der kleine Lars und Lena, die alles aufgeschrieben hat, nicht so schnell vergessen. Es passieren so viele, schier unglaubliche Dinge. Onkel Klaus, als den gibt die Familieden Weihnachtsmann gegenüber den Nachbarn aus, sorgt mit seinen verrückten Einfällen und seinem doch recht anspruchsvollen Benehmen immer wieder für Aufregung. Da ist beispielsweise die Hauptversammlung der siebentausendsiebenhundertvier Weihnachtswichtel, die im Wohnzimmer der Wedekamps stattfindet (Gottlob werden solche Wichtel nicht grösser als drei Zentimeter) oder die anfangs heimlichen Treffen des Weihnachtsmanns mit der Nachbarin, in die er sich verguckt hat. Aber Familie Wetekamp hält durch, Monat für Monat, sonst gäbe es ja im kommenden Jahr kein Weihnachtsfest. Und als nach einem Jahr endlich wieder Ruhe einkehrt, hoffen alle vier auf ein Wiedersehen mit diesem schrägen alten Herrn und das hoffentlich bald.
Friedbert Stohner hat es verstanden, mit einer leicht verständlichen, aber doch so treffenden Sprache bei den Lesenden ganz wunderbare Bilder entstehen zu lassen. Man sieht ihn immer wieder vor sich, diesen störrischen und doch so liebenswerten alten Mann. Und gespannt wartet man auf sein nächstes verrücktes Vorhaben im Hause Wetekamp. Gute Weihnachtsgeschichten zu finden, das ist nicht unbedingt einfach. Dieses Buch ist aber ein wirklich lesenswerter Fund. Das wunderschön gestaltete Buch ist in 12 Monats-Kapitel aufgeteilt und eignet sich auch deshalb sehr gut zum Vorlesen. Für Kinder ab etwa 7 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 9.

Friedbert Stohner: Ein Rentier kommt selten allein. Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann. Mit Bildern von Katrin Engelking. dtv 2017. ISBN: 978-3-423-64034-3

Rezension: Maria Riss

Paul Maar: Das Sams feiert Weihnachten

18.11.2017 by

samsDie Geschichte spielt in der Zeit, als der noch unverheiratete Herr Taschenbier und das Sams in der Wohnung neben Frau Rotkohl hausten. Weihnachten kommt näher und das Sams ist schon schrecklich aufgeregt. Zuerst braucht es aber etwas Wärmeres zum Anziehen, schliesslich liegt Schnee draussen. Im grossen Kaufhaus werden die beiden schliesslich fündig: Ein Bärenkostüm, das ist genau richtig. Klar, dass das Sams in jedem weiteren Kapitel für grosse Aufregung sorgt, sei es als verkleideter Nikolaus, sei es beim «Guezli» backen (die man einfach nicht mit Wurstgeschmack hinbekommt) oder dann, als es zum grossen Fest ein paar weitere kleine Sams in Herr Taschenbiers Wohnung einlädt.
Sams-Liebhaber werden diesen neuen Band mit Sicherheit geniessen, er ist vom Stil und der Handlung her genauso geschrieben, wie man es aus den vielen andern Büchern kennt. Die Geschichte ist in abgeschlossene Kapitel unterteilt, so lässt sich die Lektüre auch immer wieder gut unterbrechen. Ein Lese- und Vorlesespass für Kinder ab etwa 9 Jahren.

Paul Maar: Das Sams feiert Weihnachten. Oetinger 2017. ISBN: 978-3-7891-0816-7

Rezension: Maria Riss

Mårten Sandén/Lina Bodén: Schornsteinweihnachten

18.11.2017 by

schornMago, Stella und Issa sind aus dem Waisenhaus weggelaufen, weil sie ein richtiges Daheim suchen. Mitten in der Nacht treffen sie am Bahnhof Stockholm ein. Kalt ist es und Hunger haben die drei auch. Da begegnen sie zum ersten Mal den Schornsteinkindern. Diese Kinder wohnen auf den Dächern der Stadt und nehmen die drei fürs Erste bei sich auf. Schon am nächsten Tag begegnen die Kinder geheimnisvollen Leuten in dieser Stadt. Da ist der alte Niklassen, der am Bahnhof bettelt und sein Gedächtnis verloren hat oder da gibt es diesen geldgierigen Spielzeughändler Stump, in dessen wunderbarem Laden niemals ein Kind zu sehen ist. Erst als drei Wichtel auf der Suche nach ihrem Chef den beschwerlichen und weiten Weg vom hohen Norden nach Stockholm geschafft haben, kommen die drei Kinder all diesen Geheimnissen langsam auf die Spur: Der alte Niklassen heisst eigentlich Niklas und der Spielzeughändler Stump, der hat früher als Oberwichtel für bei Niklas gearbeitet. Aber Stump war gierig und korrupt. Im letzten Jahr hat er den alten Niklas beim Flug über Stockholm aus dem Rentierschlitten geschubst. Mago, Stella und Issa sorgen zusammen mit den vielen Schornsteinkindern dafür, dass alles gut kommt, dass Niklas sich wieder erinnern kann und Weihnachten, wie in jedem Jahr zum schönsten Fest für alle Kinder wird. Und auch für Stella, Issa und Mago endet die Geschichte gut. Sie finden einen wunderbaren Ort, an dem sie bleiben können.
Dieses Buch richtet sich an Kinder und vielleicht auch an Erwachsene, die gerne träumen. Auch die Bilder drücken diese ganz speziell zarte, märchenhafte Stimmung aus. Es sind die geheimen Wünsche der Figuren, der Wechsel zwischen Realität und Phantasie, der besondere Zauber dieser Zeit rund um Weihnachten, die im Buch besonders gut zur Geltung kommen. Auch Leserinnen und Leser kommen nur langsam hinter die Geheimnisse des alten Niklassen, so bleibt die Geschichte spannend bis sich endlich, am Weihnachtsabend versteht sich, alles in Minne auflöst. Das Buch ist in 24 Kapitel gegliedert und mit wunderschönen farbigen Illustrationen versehen. Es eignet sich ganz besonders zum Vorlesen für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Mårten Sandén/Lina Bodén: Schornsteinweihnachten. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Sauerländer 2017. ISBN: 978-3-7373-5475-2

Rezension: Maria Riss

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann

18.11.2017 by

osterm«Mutter, ich muss noch was fragen.
Wenn ich gross bin irgendwann…?»
«Dann wirst du der Weihnachtsmann.»
Der Knabe senkt den Blick und spricht:
«Aber, ach … Ich will gar nicht.»
Schon in den ersten Zeilen dieses Bilderbuchs wird das Problem des Weihnachtsmannsohnes deutlich: Nein, er will niemals Weihnachtsmann werden, er hasst es, heissen Tee zu trinken, das Schlittenfahren erscheint ihm viel zu gefährlich, den Winter findet er schrecklich und das ganze Glitzerzeug, das kann ihm gestohlen bleiben. Viel lieber mag der Junge Blumen, Schmetterlinge, Wärme und Eier, farbig bemalte am liebsten. Kinder sind beim Durchsetzen ihres Willens in aller Regel sehr stark, der kleine Sohn des Weihnachtmanns ist darin ein wahrer Meister. Wie es kommt , dass schon im nächsten Jahr ein Osterhase mit rotem Mantel Eier verteilt und bei einem der Weihnachtsmänner verdächtig lange Ohren unter dessen Mütze hervorgucken, das erfährt man beim Lesen dieses wunderbar witzigen Buches.
Eine Geschichte in Versen zu schreiben, ist eine grosse Kunst. Marc-Uwe Kling ist dies im vorliegenden Buch hervorragend gelungen. Bald schon werden Kinder wohl einzelne Reime auswendig kennen. Die Bilder sind voll von kleinen Details, geben immer wieder Grund zum Schmunzeln und Lachen und passen ganz wunderbar zum Geschehen. Das Bilderbuch ist ein Lesegenuss für alle, die Weihnachten nicht ganz so ernst nehmen.

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann. Carlsen 2017. ISBN: 978-3-551-51935-1

Rezension: Maria Riss

Georg Dreissig / Maren Biswalter: Melchior und das Gold der Armen

18.11.2017 by

armeMelchior war ein besonders mächtiger Herrscher. Er zog, wie viele andere los, um dem hell leuchtenden Stern zu folgen. Mit seinem grossen, pompösen Tross erreichte er nach einer langen Reise schliesslich den Stall in Bethlehem. Dort legte er zur grossen Verwunderung seiner Vasallen seine feinen Kleider ab und trat wie ein niedriger Bettler in den Stall. Er beschenkte das Kind reich. Seine Gefolgsleute waren verwirrt. Hatte ihr grosser König Melchior den Verstand verloren? Als die Karawane wieder gen Osten zog, liess Melchior bei jedem Bettler anhalten und verteilte Goldstücke. Dem Wesir des Königs gefiel das gar nicht und schon am nächsten Abend überreichte er dem König einen Trunk mit einem Schlafmittel. Völlig mittellos, nur mit einem Umhang bekleidet, erwachte Melchior am nächsten Morgen. Die Karawane hatte sich davongemacht. Melchior machte sich auf und gelangte ins nächste Dorf. Dort erzählte er den Menschen die Geschichte vom kleinen König im Stall. Die Menschen hörten gespannt zu und waren von dieser wunderbaren Geschichte so begeistert, dass er Essen und ein Nachtlager erhielt. Bald brach Melchior wieder auf, er wollte weiter ins nächste Dorf, um diese Geschichte möglichst vielen Menschen zu erzählen. Schliesslich gelangte er in sein eigenes Königreich. Nur sein Sohn, der neue König, erkannte Melchior. Melchior wollte aber nicht als König zurückkommen, sondern als Erzähler. Möglichst alle Menschen in seinem Land sollten von diesem Wunder des kleinen Kindes erfahren.
Georg Dreissig ist Priester, mit dieser Geschichte verknüpft er ganz klar eine wichtige christliche Botschaft, die ja aber auch zu Weihnachten gehört. Trotzdem ist diese Geschichte spannend und Kinder werden mit Sicherheit gerne zuhören. Duktus und Sprache sind wunderschön aber auch sehr anspruchsvoll. Kinder werden jemanden brauchen, der ihnen die Geschichte erzählt, genauso wie es Melchior in dieser Geschichte tut. Maren Biswalter hat mit ihren detailreichen, zarten und realistischen Bildern die Stimmungen dieser Geschichte wunderbar eingefangen. Für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Georg Dreissig / Maren Biswalter: Melchior und das Gold der Armen. Urachhaus 2017. ISBN: 978-3 8251-5114-0

Rezension: Maria Riss

Stephanie Schneider, Ingrid Sissung-Weber: Gans vergessen

18.11.2017 by

gansKuh Tilda und Kamel Klaus, die schreiben sich seit langem regelmässig Briefe. Nun wollen sie sich endlich mal sehen und persönlich kennenlernen und Weihnachten, das wär doch die Gelegenheit! Also macht Kamel Klaus sich auf, um diese so überaus nette Kuh zu besuchen. Gemeinsam schmücken sie den Baum, ein paar Geschenke werden auch bereit gemacht, die Feier kann losgehen. Sie merken es beide fast gleichzeitig: Zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört auch ein entsprechendes Festessen. Sie haben beide doch glatt die Weihnachtsgans vergessen! Eine Gans muss her und zwar schnell. Klaus und Tilda lassen sich nicht entmutigen, sie gehen auf die Suche. Aber im ganzen Dorf lässt sich keine Gans auftreiben. Kaum wieder in der warmen Stube klopft es an der Tür. Eine arg verfrorene und unglückliche Gans steht da im Schneetreiben. An Weihnachten muss man Armen helfen und barmherzig sein, deshalb wird die Gans Marietta herein gebeten. Klar, dass man einen Weihnachtsgast nicht braten darf und bald singen sie zu dritt all die wunderbaren Lieder unter dem Baum. Und das Essen? Es finden sich in Kuh Tildas Küche Gottlob noch viele feine Leckereien. Es muss ja nicht jedes Jahr unbedingt eine Weihnachtsgans sein.
Schon der Titel verrät es, dieses Bilderbuch regt nicht nur zum Lachen, sondern auch zu mancherlei Sprachspielen ein. Das Lied «Ihr Rinderlein kommet» singen die drei wunderschön und beim «Strohwalzer» wagen Tilde und Klaus gar ein Tänzchen miteinander. Besonders gefallen auch die farbenprächtigen, schwungvollen und ausdrucksstarken Bilder des Buches, das viele Kinder und auch Erwachsene ansprechen wird. Ein Bilderbuch, indem die lustige, spannende Geschichte und die Bilder wunderbar zusammen passen für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Stephanie Schneider, Ingrid Sissung-Weber: Gans vergessen. Knesebeck 2017. ISBN: 978-3-86873-888-9

Rezension: Maria Riss

Kate Weisterlund / Ferudin Oral: Geflüster im Schnee

18.11.2017 by

haseDrei Hasen hören im verschneiten Winterwald ein Flüstern. Sie schauen nach und finden einen alten Teddybären. Der schaut wirklich bemitleidenswert aus. Sie wollen den Teddy zum alten Bären bringen, der weiss sicher Rat. Weil der alte Bär um diese Jahreszeit aber meist schlecht gelaunt ist, bringen sie einen Topf Honig mit, vorsichtshalber. Gemeinsam mit dem alten Bären und zwei kleinen Mäusen wird der Teddy nun getrocknet, geflickt und neu eingekleidet. Selbst ein Knopf für das fehlende Auge wird angenäht und so sieht der Teddy am Ende der Prozedur wieder wunderschön aus. Jetzt muss nur noch das Kind gefunden werden, das seinen Teddy vermisst. Hier weiss die Eule Rat. Sie hat schon länger ein Mädchen beobachtet, dass immer wieder ganz traurig aus dem Fenster schaut. Und so kommt schliesslich der Teddy wieder dahin zurück, wo er hingehört und wird zum schönsten aller Weihnachtsgeschenke.
Das Thema des Bilderbuchs ist nicht neu, aber die Art und Weise, wie Ferudin Oral das Geschehen im Winterwald in seinen Bildern eingefangen hat, ist einmalig schön. Man spürt beim Anschauen die Kälte im Winterwald, geniesst die wohlige Wärme und Geborgenheit in der Höhle des alten Bären und dem alten Teddy würde man am liebsten übers Fell streicheln, so realistisch ist jede Faser gezeichnet. Die Geschichte ist so einfach, dass sich das wunderschöne Bilderbuch bereits für Kinder ab drei, vier Jahren eignet.

Kate Weisterlund / Ferudin Oral: Geflüster im Schnee. minedition 2017. ISBN: 978-3865663160

Rezension: Maria Riss