Archive for the ‘ 02 Vorschule ’ Category

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek!

18.11.2017 by

löweWenn man eine Bibliothek nutzt, muss man sich an die Regeln halten. Darauf achtet die Leiterin Miss Pepper ganz besonders. Als nun eines Tages ein Löwe den wunderbaren Ort der Bücher betritt, darf er bleiben, wenn er sich nur an die Regeln hält. Und das macht der Löwe auch. Er kommt jetzt sogar jeden Tag, hält sich brav an die Regeln und hilft manchmal sogar mit. Für Frau Pepper und auch die Kinder gehört der nette Löwe bald ganz einfach dazu. Aber dann passiert ein Unglück und der Löwe brüllt so laut, wie er noch nie gebrüllt hat. Das ist eindeutig gegen die Regeln und wer das tut, der muss gehen. Traurig schleicht sich der Löwe deshalb davon. Bald schon merken alle, wie sehr der Löwe ihnen fehlt. Er muss unbedingt wiederkommen. Und das tut er zu guter Letzt auch. Ab sofort gibt es in der Bibliothek nämlich eine neue Regel: Wenn ein Unglück passiert, dann darf man brüllen und zwar so laut man kann!
Bestechend an diesem Bilderbuch sind vor allem die Aufmachung und die wunderschönen, in zarten Farben gezeichneten Bilder. Eine solche Bibliothek würde man selbst gerne nutzen, ein bisschen altertümlich vielleicht, aber voller Wärme, Behaglichkeit und mit einer riesigen Auswahl an Lesestoff. Die Geschichte lässt sich sehr gut erzählen und Kinder werden mit Sicherheit an der ruhigen, aber doch spannenden Handlung und all den Details, die sich in den Bildern entdecken lassen, ihren Spass haben. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek! Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03542-9

Rezension: Maria Riss

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi

18.11.2017 by

pipiPrinz Tommi ist ein besonders tapferer Prinz. Gerade ist er auf seinem Pferd Herr Springer unterwegs zum Schloss Krümelfels, das von einem schrecklich gefährlichen Drachen bedroht wird. Dumm ist einfach, dass Prinz Tommi ganz dringend mal muss. Immer wieder unterbricht er seinen Ritt und versucht es, aber jedes Mal wird der arme Prinz dabei gestört. Mal sind es sieben Zwerge, dann ein Wolf oder ein schrecklicher Riese. Total verschwitzt, die schwere Rüstung ist in solchen Situationen ja nicht wirklich bequem, erreicht er schliesslich Schloss Krümelfels. Er muss nun dermassen dringend, dass er einfach am gefährlichen Drachen vorbeirast und sich endlich, endlich oben auf dem Schloss erleichtern kann. Und der Drache? Der ist tief beeindruckt, noch nie wagte es bis anhin jemand, einfach an ihm vorbeizurennen. Prinz Tommi ist wahrlich der tapferste aller Prinzen!
Kinder werden diese Geschichte lieben. Es ist nicht nur das Thema, das in einem gewissen Alter besonders fasziniert. Das Buch besticht auch durch die linear und gut verständliche Geschichte, die vielen Wiederholungen und die passenden, leicht schrägen und ausdrucksstarken Bilder mit vielen Anspielungen auf die Grimm’sche Märchenwelt. Ein leicht ironisches und witziges Bilderbuch zu einem Thema, das Kinder ab etwa 4 Jahren bestens kennen.

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi. Lappan 2017. ISBN: 978-3-8303-1269-7

Rezension: Maria Riss

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann

18.11.2017 by

osterm«Mutter, ich muss noch was fragen.
Wenn ich gross bin irgendwann…?»
«Dann wirst du der Weihnachtsmann.»
Der Knabe senkt den Blick und spricht:
«Aber, ach … Ich will gar nicht.»
Schon in den ersten Zeilen dieses Bilderbuchs wird das Problem des Weihnachtsmannsohnes deutlich: Nein, er will niemals Weihnachtsmann werden, er hasst es, heissen Tee zu trinken, das Schlittenfahren erscheint ihm viel zu gefährlich, den Winter findet er schrecklich und das ganze Glitzerzeug, das kann ihm gestohlen bleiben. Viel lieber mag der Junge Blumen, Schmetterlinge, Wärme und Eier, farbig bemalte am liebsten. Kinder sind beim Durchsetzen ihres Willens in aller Regel sehr stark, der kleine Sohn des Weihnachtmanns ist darin ein wahrer Meister. Wie es kommt , dass schon im nächsten Jahr ein Osterhase mit rotem Mantel Eier verteilt und bei einem der Weihnachtsmänner verdächtig lange Ohren unter dessen Mütze hervorgucken, das erfährt man beim Lesen dieses wunderbar witzigen Buches.
Eine Geschichte in Versen zu schreiben, ist eine grosse Kunst. Marc-Uwe Kling ist dies im vorliegenden Buch hervorragend gelungen. Bald schon werden Kinder wohl einzelne Reime auswendig kennen. Die Bilder sind voll von kleinen Details, geben immer wieder Grund zum Schmunzeln und Lachen und passen ganz wunderbar zum Geschehen. Das Bilderbuch ist ein Lesegenuss für alle, die Weihnachten nicht ganz so ernst nehmen.

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann. Carlsen 2017. ISBN: 978-3-551-51935-1

Rezension: Maria Riss

Stephanie Schneider, Ingrid Sissung-Weber: Gans vergessen

18.11.2017 by

gansKuh Tilda und Kamel Klaus, die schreiben sich seit langem regelmässig Briefe. Nun wollen sie sich endlich mal sehen und persönlich kennenlernen und Weihnachten, das wär doch die Gelegenheit! Also macht Kamel Klaus sich auf, um diese so überaus nette Kuh zu besuchen. Gemeinsam schmücken sie den Baum, ein paar Geschenke werden auch bereit gemacht, die Feier kann losgehen. Sie merken es beide fast gleichzeitig: Zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört auch ein entsprechendes Festessen. Sie haben beide doch glatt die Weihnachtsgans vergessen! Eine Gans muss her und zwar schnell. Klaus und Tilda lassen sich nicht entmutigen, sie gehen auf die Suche. Aber im ganzen Dorf lässt sich keine Gans auftreiben. Kaum wieder in der warmen Stube klopft es an der Tür. Eine arg verfrorene und unglückliche Gans steht da im Schneetreiben. An Weihnachten muss man Armen helfen und barmherzig sein, deshalb wird die Gans Marietta herein gebeten. Klar, dass man einen Weihnachtsgast nicht braten darf und bald singen sie zu dritt all die wunderbaren Lieder unter dem Baum. Und das Essen? Es finden sich in Kuh Tildas Küche Gottlob noch viele feine Leckereien. Es muss ja nicht jedes Jahr unbedingt eine Weihnachtsgans sein.
Schon der Titel verrät es, dieses Bilderbuch regt nicht nur zum Lachen, sondern auch zu mancherlei Sprachspielen ein. Das Lied «Ihr Rinderlein kommet» singen die drei wunderschön und beim «Strohwalzer» wagen Tilde und Klaus gar ein Tänzchen miteinander. Besonders gefallen auch die farbenprächtigen, schwungvollen und ausdrucksstarken Bilder des Buches, das viele Kinder und auch Erwachsene ansprechen wird. Ein Bilderbuch, indem die lustige, spannende Geschichte und die Bilder wunderbar zusammen passen für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Stephanie Schneider, Ingrid Sissung-Weber: Gans vergessen. Knesebeck 2017. ISBN: 978-3-86873-888-9

Rezension: Maria Riss

Kate Weisterlund / Ferudin Oral: Geflüster im Schnee

18.11.2017 by

haseDrei Hasen hören im verschneiten Winterwald ein Flüstern. Sie schauen nach und finden einen alten Teddybären. Der schaut wirklich bemitleidenswert aus. Sie wollen den Teddy zum alten Bären bringen, der weiss sicher Rat. Weil der alte Bär um diese Jahreszeit aber meist schlecht gelaunt ist, bringen sie einen Topf Honig mit, vorsichtshalber. Gemeinsam mit dem alten Bären und zwei kleinen Mäusen wird der Teddy nun getrocknet, geflickt und neu eingekleidet. Selbst ein Knopf für das fehlende Auge wird angenäht und so sieht der Teddy am Ende der Prozedur wieder wunderschön aus. Jetzt muss nur noch das Kind gefunden werden, das seinen Teddy vermisst. Hier weiss die Eule Rat. Sie hat schon länger ein Mädchen beobachtet, dass immer wieder ganz traurig aus dem Fenster schaut. Und so kommt schliesslich der Teddy wieder dahin zurück, wo er hingehört und wird zum schönsten aller Weihnachtsgeschenke.
Das Thema des Bilderbuchs ist nicht neu, aber die Art und Weise, wie Ferudin Oral das Geschehen im Winterwald in seinen Bildern eingefangen hat, ist einmalig schön. Man spürt beim Anschauen die Kälte im Winterwald, geniesst die wohlige Wärme und Geborgenheit in der Höhle des alten Bären und dem alten Teddy würde man am liebsten übers Fell streicheln, so realistisch ist jede Faser gezeichnet. Die Geschichte ist so einfach, dass sich das wunderschöne Bilderbuch bereits für Kinder ab drei, vier Jahren eignet.

Kate Weisterlund / Ferudin Oral: Geflüster im Schnee. minedition 2017. ISBN: 978-3865663160

Rezension: Maria Riss

Sang-Keun Kim: Wenn du eine Sternschnuppe siehst, wünsch dir was

18.11.2017 by

sternDer kleine Maulwurf hat einen riesengrossen Schneeball geformt, den möchte er unbedingt mit im Bus nach Hause nehmen. Aber der Busfahrer ist da anderer Meinung: Schneebälle im Bus schmelzen und das gibt eine Riesensauerei. Maulwurf hat eine Idee. Aus seinem grossen Schneeball formt er einen Bären und wartet mit diesem, seinem neuen Freund, auf den nächsten Bus. Aber auch diesmal hat er Pech, weil der Bär so gross ist, erkennt der Fahrer, dass da ein Schneebär mitfahren will. Als der Bus wiederum ohne Maulwurf losfährt, sieht der kleine Maulwurf eine Sternschnuppe. Wünsche können damit ja in Erfüllung gehen, deshalb gibt er nicht auf. Er macht seinen Schneebär kleiner und beim nächsten Busfahrer klappt es tatsächlich, nicht nur, weil der Bär jetzt klein ist, sondern auch, weil es draussen mittlerweile dunkel geworden ist. Im warmen Bus schläft der Maulwurf bald ein. Erst als der Bus endlich an der richtigen Haltstelle zum Stehen kommt, bemerkt der kleine Maulwurf das ganze Desaster. Natürlich ist sein Schnee-Bär-Freund geschmolzen. Traurig macht er sich auf den Heimweg. Aber er hat sich ja beim Anblick der Sternschnuppe etwas gewünscht und am nächsten Morgen erfüllt sich sein Wunsch auf wunderbare Weise doch noch.
Der koreanische Künstler Sang-Keun Kim hat Text und Bilder in wunderbaren Einklang gebracht. Die reduzierte und doch so berührende Darstellung der Figuren und die wunderschönen Winterstimmungen zeichnen das Buch ganz besonders aus. Schon sehr kleine Kinder werden das Bilderbuch verstehen, weil die Geschichte linear erzählt wird, weil die Bilder jeden Handlungsschritt illustrieren und weil sie sich sicherlich in der Figur des kleinen Maulwurfs wiederfinden werden.

Sang-Keun Kim: Wenn du eine Sternschnuppe siehst, wünsch dir was. Beltz 2017. ISBN: 978-3-407-82307-6

Rezension: Maria Riss

Sebastian Meschenmoser: Die verflixten sieben Geisslein

31.10.2017 by

geissWolf hat Hunger. Mama Geiss geht einkaufen. Also gilt für Wolf: blitzschnell Kleider überziehen und als Mama Geiss verkleiden! Wolf reisst bald danach die Tür des Geissenhauses auf, aber kein einziges Geisslein ist in diesem schrecklichen Durcheinander in der Stube zu entdecken. Wolf beginnt mit Aufräumen, damit sich die Geisslein nicht mehr so gut verstecken können. Nach seiner grossartigen Aufräum-Aktion ist aber immer noch kein Geisslein weit und breit zu sehen. Die sind sicher alle in der Küche! Auch dort herrscht ein riesiges Durcheinander, nichts ist an seinem Platz, so dass sich die Geisslein auch hier problemlos verstecken können. Wieder räumt der Wolf alles ordentlich auf. Im Obergeschoss geht es ihm nicht besser. Und als er endlich das ganze Haus aufgeräumt hat, da entdeckt er diese verflixten Geisslein endlich. Im selben Moment aber geht die Türe auf. Die riesengrosse Mama Geiss packt den Wolf und vermittelt ihn gleich, als aussergewöhnlich talentierte Haushaltshilfe, an Nachbar Schwein weiter.
Natürlich bleiben die verflixten kleinen Geissen nur dem blöden Wolf verborgen. Kinder werden die Verstecke in diesem Durcheinander mit Sicherheit schnell finden. Sie werden alle Geisslein zählen und sich über einen so doofen Wolf amüsieren. Das Bilderbuch lebt von den wunderschönen detailreichen Illustrationen, es ist eine Art Wimmelbuch mit einer wirklich lustigen Geschichte. Kinder ab etwa 4 Jahren werden begeistert sein, weil es sehr viel zu entdecken gibt und weil sie so viel klüger sind, als dieser sonst so grimmige Wolf.

Sebastian Meschenmoser: Die verflixten sieben Geisslein. Thienemann Esllinger 2017. ISBN: 978-3-522-45857-3

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats Oktober 2017

09.10.2017 by

pinguinJory John, Lane Smith: Paule Pinguin allein am Pol

Das Wetter ist zu kalt, das Wasser salzig und zu nass. Alle Pinguine sehen gleich aus. Die Berge sind hoch und düster. Das Wetter zu kalt. «Und überhaupt, ich sehe schrecklich aus, kann nur watscheln und nicht mal fliegen», schwafelt Pinguin Paule vor sich hin. Da taucht ein Walross auf, tippt dem kleinen Pinguin auf die Schulter und hält ihm eine Predigt über die Schönheit des Lebens, die sich gewaschen hat. Und danach? Pinguin Paule sieht die Welt wirklich nicht mehr gar so düster und das Meer ist eigentlich schon ganz nett, die Berge auch und all diese Pinguine. Aber es ist immer noch zu kalt und zu früh dunkel wird es auch da am Südpol.
Pinguin Paule geht es so, wie wir uns alle an manchen Tagen fühlen. Da hilft gutes Zureden schon, aber eben nicht ganz so richtig. Dieses Bilderbuch besticht durch die grossartigen, auf ein absolutes Minimum reduzierten Bilder und durch die knappe Sprache des kleinen Protagonisten. Nur das Walross, das bekommt Zeit zum Reden und Quatschen und ganz so Unrecht hat es ja wirklich nicht. Das Bilderbuch wird schon ganz kleine Kinder ansprechen und zwar genauso, wie es Erwachsene gefallen kann, weil es so direkt am Alltag spielt, weil wir, egal wie alt wir sind, diese Jammergefühle nur zu gut kennen.

Jory John, Lane Smith: Paule Pinguin allein am Pol. Deutsch von Andreas Steinhöfel. Carlsen 2017. ISBN: 978-3-551-51854-5

Rezension: Maria Riss

Aleksandra Artymowska: Pauls magische Reise

22.09.2017 by

labyrinthPaul hätte gerne jemanden zum Spielen. Aber kein Kind ist zu sehen – weit und breit. Also macht Paul sich auf, um Spielgefährten zu finden. Der Weg dahin könnte aber komplizierter kaum sein. Paul muss sich durch verzwickte Höhlengänge kämpfen, über ein Gewirr von Hängebrücken klettern, sich in riesigen Baumkronen zurechtfinden oder sich durch ein verworrenes Kanalsystem schlängeln. Erst auf der letzten Seite findet er sie, seine Spielkameraden und wird freudig empfangen.
Das Buch enthält zehn überaus knifflige Labyrinthe, die in wunderschönen, zarten  Aquarellen gezeichnet sind. Ganz ohne Text kommt das grossformatige Bilderbuch aus, dafür gibt es auf den Bildern umso mehr zu staunen. Auf der letzten Seite werden die Lösungswege aufgezeigt. Manchmal hilft es, einen Stift zur Hand zu nehmen. Damit das Buch nicht vollgezeichnet wird, können Seidenpapier oder Backtrennfolien hilfreich sein. Labyrinthe haben schon immer fasziniert, Kinder und Erwachsene werden an diesem Buch wohl ihre helle Freude haben.

Aleksandra Artymowska: Pauls magische Reise. Moses 2017. ISBN: 978-3-89777-946-4

Rezension: Maria Riss

Das Beste von Oetinger

04.09.2017 by

oetingerIm Oetinger Verlag haben sehr viele namhafte Kinderbuchschaffende ihre Werke veröffentlicht. Angefangen bei Astrid Lindgren, über Kirsten Boie, Paul Maar oder Sven Nordqvist. Der vorliegende Band enthält vor allem Auszüge aus den Werken dieser Autorinnen und Autoren. Alle Geschichten sind in sich abgeschlossen, sie machen aber oft einfach Lust nach mehr. Wenn man in der Geschichte von Christine Nöstlinger erfährt, wie Franz lesen lernte, bekommen mit Sicherheit viele Kinder Lust auf weitere Franz-Geschichten. Die unterschiedlichen Geschichten sind allesamt humorvoll, witzig und so spannend, dass sie sich sehr gut zum Vorlesen eigen. Die Sammlung ist nicht nur von den Geschichten her sehr abwechslungsreich, auch die Bilder stammen aus den jeweiligen Originalbüchern. Für Kinder ab etwa 6 Jahren bis zur Mittelstufe.

Das Beste von Oetinger. Du willst mir doch nicht erzählen, dass du solchen Unsinn glaubst? Oetinger 2016. ISBN: 978-3-7891-0457-2

Rezension: Maria Riss