Archive for the ‘ 02 Vorschule ’ Category

Ulf Nilsson und Heike Herold: Mein Papa und ich

04.12.2018 by

Maja und ihr Papa, das ist ein ganz besonderes Paar. Maja geht in den Kindergarten und hat einen ziemlich sturen Kopf. Das hat sie mit vielen andern Kindern in ihrem Alter ja gemeinsam. Was sie aber besonders gut kann, ist ihren Papa um den Finger zu wickeln. Ganz egal, ob es um den viel zu grossen und schweren Weihnachtsbaum geht, oder um die Mausefalle für Majas Stoffmaus: Majas Argumente überzeugen (fast) immer. Aber Papa ist auch ein ganz besonders guter Zuhörer und einer, der die Ängste und Wünsche seiner Tochter sehr ernst nimmt. So hilft er Maja, ihre Angst vor dem Hund nebenan zu überwinden und versteht, wie schwierig das Warten an Heiligabend sein kann.
Ulf Nilsson weiss, was Kinder beschäftigt und er kann dies alles in ganz wunderbare, gestaltete und treffende Worte packen. Die vielen Farbbilder von Heike Herold spiegeln das Geschehen und die Gefühle der Protagonistin so eindrücklich, dass man das kleine eigensinnige Mädchen noch besser verstehen kann. Maja erfindet immer wieder eigene Lieder, beim Erzählen und Betrachten möchte man am liebsten mitsingen, so nah kommt man den beiden liebenswerten Figuren. Die einzelnen Geschichten lassen sich unabhängig voneinander erzählen oder vorlesen. Für Kinder ab dem Kindergartenalter.

Ulf Nilsson und Heike Herold: Mein Papa und ich. Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke. Moritz 2018. ISBN: 978-3-89565-362-9

Rezension: Maria Riss

David Grossman: Giraffe und dann ab ins Bett!

04.12.2018 by

Der bekannte israelische Autor und Denker David Grossman hat für seine Enkelkinder Geschichten geschrieben. Und er beweist mit diesen kurzen Erzählungen, dass er Kindern, ihren Wünschen und ihrem speziellen Schalk ganz nahe ist und sie ernst nimmt. Es sind einfache Alltagsgeschichten, die Ereignisse und Gefühle beschreiben, wie wir sie alle kennen. Da ist Ruthi, die am Morgen so schlecht aufsteht bis Papa ihr klarmacht, was sie alles verpassen wird, wenn sie einfach weiterschläft. Da ist Racheli, die eine für andere unsichtbare Freundin hat oder Joram, der sich anfangs so gar nicht an den Gedanken gewöhnen kann, bald ein Geschwisterchen zu bekommen. Gemeinsam ist den Geschichten, dass die Eltern mit den Sorgen und Nöten ihrer Kinder so liebevoll und verständnisvoll umgehen. In den einzelnen Erzählungen wird vorgelebt, wie ein respektvolles Zusammenleben aussehen kann. Die kurzen Geschichten sind in einer so wunderbar einfachen und doch gestalteten Sprache verfasst, dass auch erwachsene Vorleserinnen und Vorleser ihre Freude daran haben werden. Ein kostbares Büchlein mit 14 Geschichten für Kinder ab dem Kindergartenalter.

David Grossman: Giraffe und dann ab ins Bett! Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer und Mirjam Pressler. ISBN: 9783446260535

Rezension: Maria Riss 

Astrid Henn: Emil im Schnee

04.12.2018 by

Emil geht in den Kindergarten. Heute ist Schlitteln angesagt. Aber Emil mag das Schlitteln nicht, er würde viel lieber einen Schneemann bauen. Alle Kinder rennen begeistert den Hang hoch, aber Emil bleibt mit seinem Schlitten zurück und schlendert gemächlich in eine andere Richtung. «Ich geh mal lieber ein bisschen forschen», sagt er zu sich. Er braucht gar nicht lange zu gehen, da trifft er einen riesengrossen Eisbären. Auch Eisbär freut sich über diese Begegnung, weil ihm heute so langweilig ist. Eisbär und Emil haben grossen Spass zusammen: Zuerst bauen sie ein Iglu. Aber dann will Eisbär unbedingt einmal schlitteln. Also lässt sich Emil überreden, der starke Eisbär wird ihn sicher wohlbehalten ins Tal bringen. Da weder Eisbär noch Emil eine Ahnung haben, wie man einen Schlitten steuert, endet die rasante Fahrt in einem Schneehaufen. Aber das ist nicht schlimm und als kurz darauf die Kinder staunen und glauben, Emil habe ganz alleine einen solch riesigen Schnee-Eisbären gebaut, da fühlt sich Emil richtig gut. Er drückt Eisbär zum Abschied noch einmal ganz innig und verspricht, bald wieder herzukommen.
Astrid Henn hat dieses Bilderbuch gezeichnet und auch gleich den Text selber dazu geschrieben. So ergänzen sich der sehr treffende Erzählton und die winterlich schwungvollen und Bilder ganz wunderbar. In der Figur des eher ängstlichen und verträumte Emil, der seine Angst überwindet, werden sich zudem bestimmt viele Kinder wiederfinden. Ein wunderbares Bilderbuch das sich sehr gut zum Erzählen und Geniessen für Kinder ab etwa 4 Jahren eignet.

Astrid Henn: Emil im Schnee. Ravensburger 2018. ISBN: 978-3-473-44705-3

Rezension: Maria Riss

 

Céline Claire und Qin Leng: Unsere kleine Höhle

04.12.2018 by

Es stürmt immer heftiger im Wald und Schnee ist angesagt. Alle Tiere bündeln ihre Vorräte und kriechen in ihre Höhlen und Nester. Im beginnenden Schneetreiben sind aber zwei Fremde unterwegs, zwei, die nicht in diesem Wald wohnhaft sind: Ein grosser und ein kleiner Bär. Auf der Suche nach einem Unterschlupf klopfen sie bei allen Tieren an, niemand will sie aber hereinlassen. Man ist zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt. Da hilft alles betteln und jammern nichts. Als es immer mehr zu schneien beginnt, bauen sich grosser und kleiner Bär ein Iglu und verkriechen sich darin. Die beiden sind froh, sie sind zwar immer noch hungrig, haben aber Schutz vor dem Schneesturm gefunden. Bald schon hören sie laute Rufe, es sind Tiere, die hereinkommen wollen, weil ihre Behausungen dem Sturm nicht standgehalten haben. Und so treffen sich fast alle Tiere im Iglu wieder und sind froh, dass sie einander haben und sich gegenseitig wärmen können.
Céline Claire hat eine sehr berührende Geschichte geschrieben, deren Botschaft immer aktuell bleibt und die ganz besonders gut zur Weihnachtszeit passt. Die Bilder der chinesischen Künstlerin Qin Leng fangen die Stimmung im Winterwald ganz wunderbar ein. Mit zarten Farben und in gekonnter Darstellung der verschiedenen Tiere ergänzen die Bilder das Buchgeschehen sehr gut und helfen auch beim Verstehen. Ein zartes Bilderbuch mit einer eingängigen Geschichte, die viele Kinder bereits ab 4 Jahren begeistern wird.

Céline Claire und Qin Leng: Unsere kleine Höhle. Aus dem Französischen von Oliver Ilan Schulz. Diogenes 2018 . ISBN: 978-3-257-01233-0

Rezension: Maria Riss

Anna Lott: Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel

24.11.2018 by

Otibuk ist ein kleiner Teufel. Er schläft eigentlich das ganze Jahr über im hohen düsteren Turm der Teufel, ausser an Halloween natürlich. Aber in dieser Nacht im Advent wird Otibuk von einem seltsamen Geräusch draussen geweckt. Er schleicht sich zum kaputten Fenster und schielt hinaus. Draussen glitzert und funkelt es und ein kleines, weiss gekleidetes Wesen mit Flügeln am Rücken liegt im Schnee. Es muss sich um einen Engel handeln. Otibuk ist völlig fasziniert von all diesem wunderbaren Glanz und er entschliesst sich kurzerhand, diesem Engelwesen zu folgen. So gelangt er schliesslich in den Turm des Weihnachtsmanns, obwohl an der Tür deutlich zu lesen ist: «Zutritt strengstens verboten». Natürlich wird er von einem grossen Engel erwischt und hinausgeworfen. Aber jetzt, da Otibuk mal Lunte gerochen hast, lässt er nicht mehr locker. Er will diese wunderbare Welt kennenlernen und auch er will Kinderwünsche erfüllen. Kurz darauf gerät ihm zufällig der Wunschzettel von Jannicke in die Hände: Sie wünscht sich, ihr frecher Bruder solle verschwinden. Der kleine Teufel Otibuk zögert nicht lange und bringt diesen Bruder an einen Ort, wo ihn mit Sicherheit niemand mehr finden wird. Wie es dazu kommt, dass Otibuk am Ende der Geschichte vom Weihnachtsmann persönlich umarmt wird, das soll hier noch nicht verraten werden. Nur so viel: Was Otibuk alles erlebt ist wirklich schier unglaublich, überaus spannend und teuflisch verzwickt.
Das vorliegende Buch ist kein besinnliches Weihnachtsbuch, es besticht vielmehr durch das Erzähltempo und die vielen wirklich fantastischen Ideen der Autorin. Da gibt es einen Leuchtturm für Osterhasen, einen speziellen Lift für Engel, einen Wunschzettelscanner, fliegende Schiffe oder spezielle Luftsurfbretter. Das Buch ist spannend, sehr unterhaltend und voll von unvorhersehbaren Wendungen, es eignet sich deshalb hervorragend zum Vorlesen. Ein Lesespass für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Anna Lott: Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel. dtv 2018. ISBN: ISBN 978-3-423-76231-1

Rezension: Maria Riss

Barbara Rose: Die wunderbare Weihnachts-Wunschmaschine

24.11.2018 by

Luis und Nele stehen am Fenster und beobachten, wie nebenan neue Nachbarn einziehen. Seltsame Dinge schleppen die zwei älteren Leute ins Haus. Eine riesengrosse Maschine, ein grosses Tier aus Metall, das aussieht wie ein Elch und ganz viele Kisten und Möbel. Neugierig wie die beiden sind, schleichen sich die Geschwister kurz darauf in Nachbars Garten – und werden natürlich entdeckt. Die neuen Nachbarn, Ida und Bert, bitten die Kinder herein und scheinen über einen unermesslichen Vorrat an Weihnachtsgebäck zu verfügen. Luis und Nele dürfen auf dem Sofa Platz nehmen, das einem den Hintern heizt und gleichzeitig den Rücken massiert. Kurz darauf erscheint Hektor 1, ein kleiner Roboter, der sich wie eine Mischung aus Hund und Katz benimmt. Luis und Nele kommen aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Ihre neuen Nachbarn, das sind Erfinder! Schon am nächsten Tag führt ihnen der alte Bert seine neuste Erfindung vor: Eine Weihnachts-Wunschmaschine. Nele probiert diese Maschine auch gleich aus, sie wünscht sich Schnee. Schon zwei Tage später können die Geschwister im Garten einen riesigen Schneemann bauen. Ob aber der grösste Wunsch von Luis in Erfüllung gehen wird? Er wünscht sich nichts sehnlicher, als seinen Opa endlich wiederzusehen. Luis und Nele lieben Opa über alles. Aber Mama hat sich mit ihm zerstritten, und sie will auf keinen Fall, dass dieser alte Mann an Weihnachten auftaucht. Aber Weihnachten ist nicht nur das Fest der Wünsche, es ist auch die Zeit der Wunder und des Versöhnens.
Diese Geschichte wird den meisten Kindern gefallen, weil sie voller Überraschungen steckt und weil sie so warmherzig erzählt wird. Auch lachen kann man zwischendurch, wenn Nele, die ausgefallen Wörter über alles liebt, neue Begriffe erfindet oder Buchstaben extra verdreht. Und schliesslich ist das Buch auch sehr berührend, vor allem zum Schluss, als Mama und Opa sich endlich wieder umarmen. Zum Vorlesen schon für Kinder ab etwa 6 Jahren, zum Selberlesen ab 8.

Barbara Rose: Die wunderbare Weihnachts-Wunschmaschine. Kerle im Herder Verlag 2018. ISBN: 978-3-451-71462-7

 

Buch des Monats Oktober 2018

01.10.2018 by

Roger Duvoisin: Petunia
Petunia, das ist eine Gans und zwar eine ziemlich dumme Gans. Sie lebt auf einem Bauernhof und findet dort eines Tages doch tatsächlich ein Buch im Gestrüpp. Wer Bücher besitzt, ist klug, das hat Petunia schon mal gehört. Ab sofort ist sie also klug und weise und lässt dies alle Tiere auf dem Hof auch sofort wissen. Die Tiere glauben ihr, zumal Petunia ihren Kopf immer höher trägt und ihr Hals tagtäglich zu wachsen scheint. So wird nun, wenn immer etwas passiert, nach Petunia gerufen. Sie hat zwar immer ein paar Ratschläge bereit, aber helfen tun diese nicht wirklich. Der Hund beispielsweise bekommt seinen Kopf nicht mehr aus dem Kaninchenbau, Petunia macht es wie die Menschen und entfacht am andern Eingang des Baus einfach ein Feuer. Auch beim Zählen der Küken kommt die dumme, eingebildete Gans immer wieder durcheinander. Und als sie dem Esel, weil er Zahnweh hat, gleich alle Zähne ziehen will, da zweifeln die ersten an der Weisheit dieser Gans. Erst ganz zum Schluss, als Petunia per Zufall entdeckt, dass man dieses Buch auch öffnen kann, wird sie tatsächlich klüger: «Es reicht nicht, die Weisheit mit mir herumzutragen. Ich muss sie in meinen Kopf aufnehmen. Dazu muss ich lesen lernen.»
Bereits 1950 ist diese wunderbare Geschichte erstmals in New York erschienen. Von seinem Witz und Charme hat das Bilderbuch aber nichts eingebüsst, auch die Botschaft ist ja nach wie vor aktuell. Kinder mögen es zudem genau wie vor 60 Jahren immer noch, wenn sie klüger sind als die Buchfiguren, deshalb werden wohl die meisten ihre helle Freude an dieser dummen Gans haben. Roger Duvoisin hatte vor allem mit den Büchern vom «Glücklichen Löwen» grossen Erfolg. Petunia steht dem Löwen aber in nichts nach. Auch hier beweist der Künstler sein Können. Mit wenigen Strichen und reduzierten Farben, bringt er all die unterschiedlichen Charaktere und Stimmungen der Tiere ganz wunderbar zu Papier.

Aus dem Englischen von Sabine Ludwig. Esslinger 2018. ISBN: 978-3480234776

Rezension: Maria Riss

Mira Gysi: Die Geiss, die alles weiss.

02.09.2018 by

Die neugierige Geiss Ina, wird wie alle Geissen im Stall jeden Tag gemolken. Sie will aber unbedingt wissen, was mit ihrer Milch passiert. Einmal steht die Stalltür offen und die Geiss kann sich auf dem Bauernhof genauer umsehen. Sie folgt Herrn Schmaus, der Maus, und entdeckt, wie die Milch zu Käse verarbeitet wird. Kater Anton erzählt ihr, wie Würste gemacht werden und dass diese nachher geräuchert werden. Doch Ina interessieren vor allem die Delikatessen, die im Gemüsegarten der Bäuerin wachsen: Karotten und knackiger Salat. Mit vollem Bauch erzählt sie den anderen Geissen, was mit der Milch passiert, wie diese zu Käse wird und wie Wurst und Salat auf dem Tisch der Familie landen. Mit den holzschnittartigen farbigen Illustrationen und kurzen Dialogen eignet sich das Bilderbuch hervorragend zum Vorlesen und Staunen ab 4 Jahren.
Mira Gysi wohnt mit Mann, Kind, Milchziegen und Mutterkühen auf einem abgelegenen Bauernhof oberhalb von Trub im Emmental. In diesem humorvollen Sachbilderbuch, ihrem Erstlingswerk, erklärt sie kleinen Kindern in wunderschönen Bildern, woher das Essen kommt.

Mira Gysi: Die Geiss, die alles weiss. NordSüd Verlag, 2018. ISBN: 978-3-314-10426-8

Rezension: Almut Hansen

Rose Lagercrantz / Eva Eriksson: Glücklich ist, wer Dunne kriegt

23.08.2018 by

Dunnes allerliebste beste Freundin Ella Frida ist weggezogen. Nach Norrköping. Es ist Winter und Ella Frida hat bald Geburtstag. Dunne will unbedingt als besondere Überraschung hinfahren. Aber Papa ist in Italien, Grossmutter hat Freundinnen eingeladen und Opas Auto, das ist kaputt. Aber Dunne ist doch schon gross, sie kann selber mit dem Zug dahinfahren. Norrköping ist ja gar nicht weit. Dunne ist gut darin, Leute rumzukriegen. Sie bettelt so lange, bis Oma schliesslich einwilligt, mit ihr zum Bahnhof geht und Dunne in den richtigen Zug setzt. Dunne kommt wohlbehalten in Norrköpng an. Nur steht da niemand am Bahnhof, es ist ganz schrecklich kalt und hört gar nicht mehr auf zu schneien. Wie Dunne zu guter Letzt wieder heimkommt und wie sie ihre liebste Freundin doch noch trifft, das ist spannend und wunderschön nachzulesen.
«Glücklich ist, wer Dunne kriegt» ist bereits der sechste Band um Dunne und ihre Freundin Ella Frida. Rose Lagercrantz (Text) und Eva Eriksson (Bilder) beweisen auch in diesem Buch, wie sehr sie sich in Kinder einfühlen können. In einer einfachen Sprache und skizzenhaften, ausdrucksstarken schwarzweiss Illustrationen erzählen sie die Geschichte dieser tiefen Freundschaft. Beim Text- und Bilderlesen kommt man Dunne, ihrem liebevollen und doch so sturen Wesen sehr nahe. Dunne weiss, was sie will, setzt sich durch, auch wenn ihre Vorhaben nicht immer von Erfolg gekrönt sind. Dies werden viele Kinder aus eigener Erfahrung kennen. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und bei allen Bänden lohnt sich die Lektüre gleichermassen. Zum Lesen und Vorlesen für Kinder ab etwa 6 Jahren.

Rose Lagercrantz / Eva Eriksson: Glücklich ist, wer Dunne kriegt. Moritz 2018. ISBN: 978-3-89565-369-8

Rezension: Maria Riss

Burny Bos / Hans de Beer: Familie Maulwurf voll in Fahrt

23.08.2018 by

In einzelnen, wirklich sehr kurzen Geschichten und mit vielen, ganz wundervollen farbigen Bildern untermalt, wird hier vom Alltag der Familie Maulwurf erzählt. Ein paar Beispiele: Da sind die Zwillinge Mats und Mia, die ein Baumhaus bauen wollen. Natürlich kommt Papa dazu und kann das alles viel besser. Während die Kinder bald darauf vor dem Fernseher sitzen, baut Papa eine echt geniale Baumhütte und lädt die Familie schliesslich doch wenigstens zur Einweihung ein. Ein andermal kommt Oma zu Besuch. Stolz zeigt sie den Zwillingen ihre eben erhaltene Kreditkarte. «Damit kann man einfach alles kaufen», meint Oma stolz. Nur am Stand des Eisverkäufers kommt sie damit nicht weit. Alles kein Problem, Oma hat ihre Blockflöte dabei, gibt ein Konzert und bald ist genug Kleingeld fürs Eis in ihrem Hut. Oder dann wird berichtet, wie die Zwillinge freiwillig den ganzen Abwasch erledigen. Sie tragen das schmutzige Geschirr einfach in den Garten, mit dem Gartenschlauch geht das alles doch sehr viel schneller. Mama und Papa Maulwurf werden eigentlich nie richtig böse, auch diesmal nicht. Ganz im Gegenteil, bald spritzen sie sich alle gegenseitig nass und geniessen diesen Abwasch so richtig.
Hans de Beer und Burny Bos verstehen ihr Fach, das vorliegende Bilder- und Erzählbuch wird Kindern begeistern: Man kann immer wieder lachen und es gibt in den wunderschönen Bildern viele Details zu entdecken. Das Buch eignet sich sehr gut für kleinere Kinder, weil die über vierzig Geschichten so kurz und einfach sind und weil sie von einem Familienalltag erzählen, den alle wohl bestens kennen. Ein Erzähl-und Entdeckerbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Burny Bos / Hans de Beer: Familie Maulwurf voll in Fahrt. Aus dem Niederländischen von Sonja Fiedler-Tresp. WooW Books im Atrium Verlag 2018. ISBN: 978-3-96177-020-5

Rezension: Maria Riss