Archiv für die ‘ 06 Sammlungen ’ Kategorie

Björk/Eva Eriksson: Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen

17.05.2013 von

Das Bilderbuch enthält sieben Geschichten, für jeden Wochentag eine, die alle von Prinzessinnen und Drachen handeln. Wer das Autorinnenteam kennt, wird ahnen, dass da nie und nimmer von wohlerzogenen, braven Prinzessinnen berichtet wird. Ganz im Gegenteil. Prinzessin Mondschein ist eine total verwöhnte Göre, Prinzessin Freesia ist äusserst kratzbürstig, Prinzessin Sonnenhütchen ist eine Schlafmütze und Sandglöckchen spielt am liebsten Computerspiele. Sie alle begegnen in den einzelnen Geschichten irgendwelchen Drachen. Aber auch diese benehmen sich ganz und gar nicht so, wie man das kennt. Da gibt es Drachen, die haben einen Korkenzieherzahn zum Weinflaschen öffnen, andere sind schrecklich ängstlich und wiederum andere trinken nichts lieber als Kakao mit Schlagrahm. Das neue Bilderbuch ist eine wundervolle Fundgrube für alle, die auf der Suche nach witzig frechen Geschichten und ebensolchen Bildern sind. Ein Buch, das einfach Spass macht, mit dem man sich stundenlang vergnügen kann. Für Kinder ab dem Kindergartenalter.

 

Björk/Eva Eriksson: Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen. Oetinger 2013. ISBN: 978 3 7891 7778 1

Rezension: Maria Riss

Die schönsten Märchen der Schweiz. Herausgegeben und bearbeitet von Dirk Vaihinger

03.12.2012 von

Es gab schon früher verschiedene Sammlungen von Schweizer Märchen, jene aus den Kantonen Graubünden oder Tessin, aus dem Wallis, der Romandie oder dem Bernbiet. Keines dieser Bücher ist aber noch lieferbar und keine Sammlung wurde so sorgfältig zusammengestellt und überarbeitet wie jene im vorliegenden Band. Dirk Vaihinger ist mit diesem Buch ein Wurf geglückt: Er hat nicht nur ganz besonders lesenswerte Märchen und Legenden zusammengestellt, er hat die Texte auch sprachlich so retuschiert, dass ihr ganz besonderer Duktus erhalten blieb und sie doch auch für heutige Kinder und Jugendliche lesbar sind. Ein Buch für Gross und Klein, das in jede Bibliothek gehört.

Rezension: Maria Riss

Die schönsten Märchen der Schweiz. Herausgegeben und bearbeitet von Dirk Vaihinger. Nagel und Kimche, 2012.

Gunilla Bergström: Die besten Geschichten von Willi Wiberg

03.12.2012 von

Willi Wiberg ist im Grunde genommen ein ganz normaler Junge. Und genau von diesem normalen Kinderalltag, davon handeln die vier Geschichten in diesem Sammelband: Willi hat Angst vor dem ersten Schultag, Willi schämt sich, weil er einen kleinen Jungen geschlagen hat, Willi schliesst seine allerbeste Freundin Milla beim Spielen aus, nur weil er vor seinen Kameraden nicht als Mädchenfreund dastehen will, und Willi wünscht sich zwar ein grosses Geburtstagsfest, aber dann werden ihm die vielen zankenden Kinder doch zu viel. Gunilla Bergström ist eine Meisterin ihres Fachs, sie bringt all diese wichtigen Kindererlebnisse sprachlich in eine Form, dass schon ganz kleine Kinder sie verstehen. Ihre Bilder tun das Ihrige dazu, mit klarem Strich, auf ein Minimum reduziert, wird diese liebenswerte Buchfigur Willi lebendig und zeigt sich in seiner Mimik genauso, wie er sich fühlt. Viele werden Willi Wiberg von früher kennen, die ersten Bücher erschienen bereits 1982. Nun sind die schönsten Geschichten endlich wieder erhältlich. Ein Bilderbuch, für Kinder ab 4 Jahren, das in jedes Kinderbuchregal gehört.

Rezension: Maria Riss

Gunilla Bergström: Die besten Geschichten von Willi Wiberg. Oetinger, 2012.

Fischer-Hunold Alexandra: Mammutgeschichten

24.09.2012 von

Geschichtensammlung. Das Buch enthält sieben unterhaltsame Kurzgeschichten, in denen jeweils ein Mammut die Hauptrolle spielt. Die Illustrationen dazu sind witzig und machen Lust zum Weiterlesen. Die einen Geschichten spielen in der Eiszeit, andere wiederum in der Gegenwart. Eine Geschichte erzählt beispielsweise von Elena. Elena ist gerade auf dem Nachhauseweg von der Schule, als ein LKW an ihr vorbeischiesst und zu schnell um die Kurve rast. Dabei schwingen die Ladetüren auf und ein grosser gläserner Klotz purzelt von der Ladefläche. Beim genaueren Hinsehen bemerkt Elena, dass der Klotz aus Eis ist und in der Hitze schmilzt. Schliesslich steht ein echtes, lebendes Mammut vor ihr, das sogar sprechen kann. Es verlangt nach Eis und Elena führt es zu Carlos Eistheke. Dort bringt das Mammut die Theke zum Einstürzen. Auf der Suche nach mehr Eis gelangen die beiden in die Eissporthalle und schliesslich in den Zoo, wo der Direktor beim Anblick des einzigen noch lebenden Mammuts ganz aus dem Häuschen gerät und sofort eine riesige Eislandschaft bauen lässt.

Am Schluss jeder Geschichte steht ein kleines Suchrätsel, das, wenn es die Schülerinnen und Schüler richtig lösen, ein Lösungswort ergibt. Dieses Wort kann auf der letzten Seite in ein Kreuzworträtsel eintragen werden. Das Buch eignet sich zum Vorlesen und zum Selberlesen für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Rezension: Rahel Romanowski

Fischer-Hunold Alexandra: Mammutgeschichten. Loewe, 2008. Aus der Reihe: Leselöwen.

Jooss Elrich / Petrie Ingrid: Als Himmel und Erde noch eins waren

24.09.2012 von

Geschichtensammlung. Dieses Buch ist ein Sammelsurium von sagenumwobenen Erzählungen über den Ursprung der Welt. Aus allen Teilen der Erde wurden Mythen für dieses Buch zusammen getragen. Den Anfang macht der Schöpfungsbericht der Bibel, die uns wohl vertrauteste Geschichte. Es folgen mehr als 20 weitere Geschichten, von denen aber nicht alle leicht zu verstehen sind. Deshalb eignet sich das Buch für den Unterricht an der Oberstufe. Die Texte könnten verteilt und miteinander verglichen werden. Mögliche Fragestellungen dazu wären:

Wie ist die Ausgangslage?

Wie wird der Erschaffer der Erde beschrieben?

Welcher Möglichkeiten bedient er sich?

Wie ist seine Beziehung zu seinen Geschöpfen?

Was spielen die Tiere für eine Rolle? Die Menschen?

Solche vergleichende Lektüren ermöglichen bestimmt eine höchst interessante und spannende Auseinandersetzung mit den Texten.

Rezension: Rahel Romanowski

 Im April war dieses Buch noch lieferbar, unterdessen ist es leider vergriffen, mit etwas Glück finden Interessierte den Titel aber in der Bibliothek.

Jooss Elrich / Petrie Ingrid: Als Himmel und Erde noch eins waren. Herder, 2005.

Esther Bisset / Martin Palmer: Die Regenbogenschlange. Geschichten vom Anfang der Welt und von der Kostbarkeit der Erde.

24.09.2012 von

Geschichtensammlung mit didaktischem Kommentar. Dieses Buch erzählt die Geschichte der Weltentstehung in neun verschiedenen Religionen. Darunter finden sich sowohl die Schöpfungs-geschichten der bekanntesten Weltreligionen als auch diejenige der Aborigines oder ein Mythos eines Stammes im Amazonas-Gebiet. Nebst der Frage nach dem Ursprung der Welt geht es auch um den Umgang der verschiedenen Völker mit ihrer Umwelt. Schön ist, dass das Buch kein «Richtig» und «Falsch» vorgibt, nicht wertet oder mit dem Zeigefinger mahnt, sondern einfach erzählt und Raum für eigene Interpretationen und Meinungen lässt.

Das Buch ist in Kapitel gegliedert, die immer gleich aufgebaut sind: Sie enthalten jeweils eine kurze Einleitung zur entsprechenden Religion, die Schöpfungsgeschichte, eine Erklärung zur Bedeutung dieser Geschichte, einen Informationsteil über das Leben der Angehörigen dieser Religion und zum Schluss einige Fragen zum Nachdenken.

Im zweiten Teil finden Lehrpersonen einen ausführlichen didaktischen Kommentar mit vielen Hintergrundinformationen und Ideen für die praktische Umsetzung im Unterricht. Das Buch wurde für Kinder zwischen neun und dreizehn Jahren konzipiert. Die Texte sind in einfacher, gut verständlicher Sprache verfasst, sie sind kurz und trotzdem informativ. Ein Glossar erklärt die schwierigen Begriffe. Ein wertvolles Buch, das fächerübergreifend eingesetzt werden kann.

Rezension: Jolanda Zimmerli

Esther Bisset / Martin Palmer: Die Regenbogenschlange. Zytglogge Verlag, 1998. Neuauflage 2003.

Jürg Schubiger: Als die Welt noch jung war

24.09.2012 von

Geschichten- und Gedankenbuch. Wo waren die Dinge, die Menschen, die Tiere und Berge, bevor sie da waren? Woher haben die Tiere ihre Namen? Gibt es sie wirklich, die Schutzengel und wie bekommt man Hilfe oder findet man das Glück? Jürg Schubiger ist ein Gedankensammler, ein Einfallskünstler, ein Poet und Wortschöpfer. Das Nachlesen seiner kurzen Anekdoten bringt Lesende zum Staunen, zum Schmunzeln, zum Nachdenken und eigenem Fabulieren. Kinder brauchen für diesen Kurzgeschichtenband wohl erwachsene Vermittler, weil sich das Buch durch seine spezielle Aufmachung und den vielen auch schrägen Erzählungen von gängigen und gewohnten Kinderbüchern abhebt. Vielleicht könnte man Jürg Schubigers Buch auch als erste Einführung in die Philosophie bezeichnen. Für sein Gesamtwerk wurde der Autor 2008 mit dem bedeutenden internationalen Hans Christian Andersen Preis ausgezeichnet.

Das Buch «Als die Welt noch jung war» ist momentan leider nicht lieferbar. Vom gleichen Autor sind zwei weitere Geschichten- und Gedankenbücher in sehr ähnlicher Manier erschienen: «Mutter, Vater, ich und sie» und «Wo ist das Meer?»

Maria Riss

Jürg Schubiger: Als die Welt noch jung war. Beltz, 1995.

 

Silke Wolfrum: Fanny & Klee

04.07.2012 von

Jeden Abend gibt es das gleiche Ritual: Kaum sind Fanny und ihr jüngerer Bruder Klee in den Federn, hat Klee eine ganz, ganz dringende Frage. Und er wird kein Auge zu tun können, bis Fanny ihm diese Frage nicht beantwortet hat. Ihn beschäftigen schliesslich wirklich wichtige Fragen: Warum regnet es? Warum muss man überhaupt schlafen? Und weil er eh keine Ruhe gibt, erfindet Fanny jeden Abend eine mögliche Erklärung für all diese Phänomene. In ihren Geschichten kommen Riesen vor und Zwerge, Prinzessinnen und gefährliche Monster, denn Fantasie, davon hat Fanny genug!

Die Geschichten regen zum Nachdenken (wie lautet die richtige Antwort?) aber auch zum Fabulieren ein. Die einzelnen Geschichten sind nicht nur sehr unterhaltsam, sie sind auch alle nach dem gleichen Schema aufgebaut und etwa gleich lang. Das Buch eignet sich aus diesem Grund sehr gut zum Vorlesen oder Erzählen, sei es an Geburtstagsritualen in Schule und Kindergarten oder auch als Guten-Nachtgeschichten daheim. Für Kinder ab etwa 6 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Silke Wolfrum: Fanny & Klee. Beltz, 2012.

Barbara Gelberg (Hrsg.): Von Kindern, Katzen und Keksen. Die schönsten Vorlesegeschichten mit Bildern von Anke Kuhl

04.07.2012 von

Barbara Gelberg hat ein Gespür dafür, was gute Geschichten sind und was Kinder mögen, das vor allem. In diesem neuen Geschichtenband findet sich eine wunderbare Mischung von frechen, witzigen, spannenden und überraschenden Erzählungen, bei denen Kinder und ihre Sichtweisen im Zentrum stehen. Ganz egal, ob die Geschichte aus der Perspektive eines kleinen Krokodils, eines besonders mutigen Piratenjungen oder der pfiffigen Hannah erzählt wird. Viele der Geschichten sind extra für diesen Band geschrieben worden. Erzählungen namhafter Autorinnen und Autoren wie Mirjam Pressler, Jürg Schubiger, Paul Maar, Rafik Schami oder Alina Bronsky sind darin versammelt. Anke Kuhl hat das Buch illustriert, sie ist eine Meisterin ihres Fachs – mit ihren bunten, wilden, schräg und frechen Bildern gibt sie dem Buch einen wundervoll stimmigen Rahmen. Ein Vorlese- und Familienbuch, das in jedes Bücherregal von Kindern passt, in dem man ohne langes Suchen einfach mit Lesen oder Vorlesen beginnen kann.

Rezension: Maria Riss

Barbara Gelberg (Hrsg.): Von Kindern, Katzen und Keksen. Die schönsten Vorlesegeschichten mit Bildern von Anke Kuhl. Beltz, 2012.

Lena Ullrich: PLING. Erfindungen, die das Leben erleichtern

04.07.2012 von

Was tat man früher, als man sich die Haare noch nicht föhnen konnte? Ganz einfach: Man nahm einen Staubsauger! Oder: Was haben die Menschen gemacht, als es noch keine Dosenöffner, kein Waschmittel und keine Wecker gab?

Lena Ullrich hat kurze und ironisch-witzige Geschichten über all die vielen, den Alltag so erleichternden Erfindungen geschrieben, die nicht nur jugendliche Leserinnen und Leser zum Staunen und Schmunzeln bringen werden. Die Kurztexte, keiner länger als eine Seite, eignen sich sehr gut als Unterrichtseinstieg oder als kurze Lektüre zwischendurch. Für Kinder ab etwa 10 Jahren, aber auch für Jugendliche geeignet.

Rezension: Maria Riss

Lena Ullrich: PLING. Erfindungen, die das Leben erleichtern. Oetinger, 2012.