Archive for the ‘ 01 Neuerscheinungen ’ Category

Silke Vry: Verborgene Schätze, versunkene Welten

18.11.2017 by

schaetzeSchon immer waren die Menschen daran interessiert, mehr über frühere Kulturen zu erfahren. Die 21 Kapitel des kostbar gestalteten Buches sind bekannten Forschern und ihren Entdeckungen gewidmet. So erfahren Leserinnen und Leser nicht nur Wichtiges über archäologische Pioniere, sondern auch darüber, was bei all diesen Grabungen entdeckt wurde. Manchmal waren solche Entdeckungen blosse Zufälle, oft steckten aber auch Forschende dahinter, die regelrecht besessen von ihren Ideen waren. Die einzelnen Berichte sind alle gleich aufgebaut und gestaltet. Wichtiges ist in Kästchen zusammengefasst und jedes Kapitel endet mit der Schlussfolgerung: Was bleibt? Der erste Bericht geht in das Jahr 1506 zurück, damals entdeckte Felice de Fredis, ein einfacher Weinbauer aus Rom, ganz zufällig die ersten antiken Statuen zwischen den Hügeln der Stadt. Der letzte Beitrag im Buch berichtet vom Jahr 1995, als der Unterwasserarchäologe Franck Goddio Teile des Königsviertels von Alexandria im Meer entdeckte.
Der vorliegende Band besticht durch die klare, übersichtliche Gestaltung, durch die hohe Qualität der Texte und Bilder und dem fundierten Quellenstudium der Autorin Silke Vry. Die einzelnen Berichte sind nicht nur sehr spannend zu lesen, sondern regen dazu an, noch mehr über all die wunderbaren Funde zu erfahren. Die Informationen über die Forscher sind so verfasst, dass man zwar staunen kann, aber keine Heldenepen zu lesen bekommt. Oft werden auch kritische Fragen aufgeworfen. «Verborgene Schätze, versunkene Welten» ist ein überaus spannendes und lehrreiches Sachbuch für Jugendliche und Erwachsene.

Silke Vry: Verborgene Schätze, versunkene Welten. Gerstenberg 2017. ISBN: 978-3-8369-5994-0

Rezension: Maria Riss

Christian Linker: Der Schuss

18.11.2017 by

schussRobin lebt in einer heruntergekommenen Siedlung am Stadtrand. Die meisten hier haben keinen Job, es ist eine hoffnungslose triste Gegend und damit ein idealer Nährboden für nationalistisches Gedankengut. Robin hat die Schule abgebrochen, tut den ganzen Tag eigentlich gar nichts, ausser, sich aus allem rauszuhalten. Und dann passiert es: Robin wird in der Parkgarage zufällig Zeuge eines Mordes. Die Klappe halten ist angesagt, eine Aussage zu machen, wäre viel zu gefährlich. Auch als die Polizei kurz darauf einen Mann verhaftet, der mit der Sache nichts zu tun hat, schweigt Robin. In Wirklichkeit waren es Schlägertypen aus der rechtsradikalen Szene, die hier jeder kennt. Robin hält auch den Mund, weil Fred, ein politischer der Anführer der rechtsradikalen «Deutschen Alternativen Partei», ein alter Schulfreund von ihm ist. Aber dann taucht Henry auf, eine junge Praktikantin, die Journalisten werden will. Sie will der Wahrheit auf den Grund gehen und lässt nicht locker. Robin muss sich entscheiden: Weiterhin schweigen und so tun, als sei nichts passiert oder eine Aussage machen, damit die wirklichen Täter hinter Gitter kommen. Wenn Robin aber tatsächlich die Polizei aufsucht, bringt er sich selber in allerhöchste Gefahr.

Einmal mehr hat Christian Linker einen überaus spannenden Krimi geschrieben und dies nicht nur wegen der packenden Handlung. Robin erzählt einzelne Abschnitte des Romans selber, andere Teile beschreibt der Autor aus der Sicht anderer wichtiger Figuren. Damit ermöglicht er Leserinnen und Leser unterschiedliche Blickweisen und nimmt auch die Gelegenheit war, die Wurzeln des extrem rechten Gedankenguts darzustellen. So liest man den Roman wegen der spannenden Handlung und der leicht verständlichen, süffigen Sprache zwar in einem Zug durch, kommt aber auch immer wieder ins Nachdenken und Grübeln. Ein eindrücklicher Krimi, der viele Jugendliche ansprechen wird.

Christian Linker: Der Schuss. dtv 2017. ISBN: 978-3-423-43324-2

Rezension: Maria Riss

 

Fette Beute. Wilde Geschichten von Räubern und Banditen

18.11.2017 by

räuberDie meisten Kinder lieben Räubergeschichten. Das klingt doch schon von weitem nach Spannung und Abenteuer! Natürlich sind die Räuber in Kindergeschichten nicht ganz so gefährlich und die meisten haben eigentlich ein gutes Herz unter der rauen Schale. Im Buch gibt es eine bunte Auswahl an Geschichten namhafter Autorinnen und Autoren. Da wird von räuberischen Füchsen erzählt, die ihren Opfern, den Gänsen, zu guter Letzt gar das Fliegen beibringen, da wird von Kapitän Seekrank und dem blinden Räuber berichtet, die sich zum Räubern zusammentun, aber auf keinen grünen Zweig kommen und schliesslich gemeinsam eine Waldkneipe eröffnen. Und da gibt es in sich abgeschlossene Auszüge aus den Büchern vom Räuber Hotzenplotz und von Ronja Räubertochter, die Lust machen, mehr von diesen Figuren zu erfahren.
Alle neun Geschichten sind spannend, oft lustig und alle etwa gleich lang. Die zahlreichen, farbintensiven Bilder machen die Lektüre zusätzlich lohnenswert und helfen vor allem kleineren Kindern beim Verstehen. Ein sehr tolles Lese- und Vorlesebuch für Kinder ab etwa 8 Jahren.
Das Buch ist in leicht gekürzter Fassung auch als Hörbuch erhältlich.

Fette Beute. Wilde Geschichten von Räubern und Banditen. Thienemann 2017. ISBN: 978-3-522-18477-9

Rezension: Maria Riss

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek!

18.11.2017 by

löweWenn man eine Bibliothek nutzt, muss man sich an die Regeln halten. Darauf achtet die Leiterin Miss Pepper ganz besonders. Als nun eines Tages ein Löwe den wunderbaren Ort der Bücher betritt, darf er bleiben, wenn er sich nur an die Regeln hält. Und das macht der Löwe auch. Er kommt jetzt sogar jeden Tag, hält sich brav an die Regeln und hilft manchmal sogar mit. Für Frau Pepper und auch die Kinder gehört der nette Löwe bald ganz einfach dazu. Aber dann passiert ein Unglück und der Löwe brüllt so laut, wie er noch nie gebrüllt hat. Das ist eindeutig gegen die Regeln und wer das tut, der muss gehen. Traurig schleicht sich der Löwe deshalb davon. Bald schon merken alle, wie sehr der Löwe ihnen fehlt. Er muss unbedingt wiederkommen. Und das tut er zu guter Letzt auch. Ab sofort gibt es in der Bibliothek nämlich eine neue Regel: Wenn ein Unglück passiert, dann darf man brüllen und zwar so laut man kann!
Bestechend an diesem Bilderbuch sind vor allem die Aufmachung und die wunderschönen, in zarten Farben gezeichneten Bilder. Eine solche Bibliothek würde man selbst gerne nutzen, ein bisschen altertümlich vielleicht, aber voller Wärme, Behaglichkeit und mit einer riesigen Auswahl an Lesestoff. Die Geschichte lässt sich sehr gut erzählen und Kinder werden mit Sicherheit an der ruhigen, aber doch spannenden Handlung und all den Details, die sich in den Bildern entdecken lassen, ihren Spass haben. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek! Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03542-9

Rezension: Maria Riss

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi

18.11.2017 by

pipiPrinz Tommi ist ein besonders tapferer Prinz. Gerade ist er auf seinem Pferd Herr Springer unterwegs zum Schloss Krümelfels, das von einem schrecklich gefährlichen Drachen bedroht wird. Dumm ist einfach, dass Prinz Tommi ganz dringend mal muss. Immer wieder unterbricht er seinen Ritt und versucht es, aber jedes Mal wird der arme Prinz dabei gestört. Mal sind es sieben Zwerge, dann ein Wolf oder ein schrecklicher Riese. Total verschwitzt, die schwere Rüstung ist in solchen Situationen ja nicht wirklich bequem, erreicht er schliesslich Schloss Krümelfels. Er muss nun dermassen dringend, dass er einfach am gefährlichen Drachen vorbeirast und sich endlich, endlich oben auf dem Schloss erleichtern kann. Und der Drache? Der ist tief beeindruckt, noch nie wagte es bis anhin jemand, einfach an ihm vorbeizurennen. Prinz Tommi ist wahrlich der tapferste aller Prinzen!
Kinder werden diese Geschichte lieben. Es ist nicht nur das Thema, das in einem gewissen Alter besonders fasziniert. Das Buch besticht auch durch die linear und gut verständliche Geschichte, die vielen Wiederholungen und die passenden, leicht schrägen und ausdrucksstarken Bilder mit vielen Anspielungen auf die Grimm’sche Märchenwelt. Ein leicht ironisches und witziges Bilderbuch zu einem Thema, das Kinder ab etwa 4 Jahren bestens kennen.

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi. Lappan 2017. ISBN: 978-3-8303-1269-7

Rezension: Maria Riss

Friedbert Stohner: Ein Rentier kommt selten allein. Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann

18.11.2017 by

rentierAlles beginnt damit, dass es Ende Dezember bei Familie Wetekamp klingelt und ein riesengrosser Mann im roten Mantel hereinpoltert, sich an den Frühstücktisch setzt und gleich nach einem Schokohörnchen greift. «Ich bin der Weihnachtsmann», stellt sich der Mann vor, «und ich werde ein Jahr lang bei Ihnen wohnen. Bitte fahren sie doch das Auto aus der Garage, damit ich meinen Schlitten versorgen kann, die Rentiere habe ich bereits in ihrem Garten untergebracht.» Sagt’s und lässt sich sein Hörnchen schmecken. Familie Wetekamp hat es schlicht die Sprache verschlagen, aber sie gehorchen. Schliesslich sitzt der Weihnachtsmann am Tisch und alles sei von den Herrschaften im himmlischen Weihnachtsamt so bestimmt, behauptet der Mann im roten Mantel. Ja, dieses Jahr werden Mama, Papa, der kleine Lars und Lena, die alles aufgeschrieben hat, nicht so schnell vergessen. Es passieren so viele, schier unglaubliche Dinge. Onkel Klaus, als den gibt die Familieden Weihnachtsmann gegenüber den Nachbarn aus, sorgt mit seinen verrückten Einfällen und seinem doch recht anspruchsvollen Benehmen immer wieder für Aufregung. Da ist beispielsweise die Hauptversammlung der siebentausendsiebenhundertvier Weihnachtswichtel, die im Wohnzimmer der Wedekamps stattfindet (Gottlob werden solche Wichtel nicht grösser als drei Zentimeter) oder die anfangs heimlichen Treffen des Weihnachtsmanns mit der Nachbarin, in die er sich verguckt hat. Aber Familie Wetekamp hält durch, Monat für Monat, sonst gäbe es ja im kommenden Jahr kein Weihnachtsfest. Und als nach einem Jahr endlich wieder Ruhe einkehrt, hoffen alle vier auf ein Wiedersehen mit diesem schrägen alten Herrn und das hoffentlich bald.
Friedbert Stohner hat es verstanden, mit einer leicht verständlichen, aber doch so treffenden Sprache bei den Lesenden ganz wunderbare Bilder entstehen zu lassen. Man sieht ihn immer wieder vor sich, diesen störrischen und doch so liebenswerten alten Mann. Und gespannt wartet man auf sein nächstes verrücktes Vorhaben im Hause Wetekamp. Gute Weihnachtsgeschichten zu finden, das ist nicht unbedingt einfach. Dieses Buch ist aber ein wirklich lesenswerter Fund. Das wunderschön gestaltete Buch ist in 12 Monats-Kapitel aufgeteilt und eignet sich auch deshalb sehr gut zum Vorlesen. Für Kinder ab etwa 7 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 9.

Friedbert Stohner: Ein Rentier kommt selten allein. Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann. Mit Bildern von Katrin Engelking. dtv 2017. ISBN: 978-3-423-64034-3

Rezension: Maria Riss

Tom Fletcher: Der Weihnachtosaurus

18.11.2017 by

weihnaHoch oben im Norden entdecken ein paar Weihnachtswichtel ein seltsames, riesiges Ei. Der Weihnachtsmann ist genauso fasziniert davon wie seine Mitarbeiter. Und so wird dieses Riesenei ausgebrütet. Alle kommen aus dem Staunen fast nicht mehr heraus, als ein kleiner, wunderschöner Dinosaurier ausschlüpft. Zur gleichen Zeit gibt es in einer kleinen Stadt einen Jungen namens William. William interessiert sich nur für ein Thema: Dinosaurier. Und zu Weihnachten wünscht er sich nichts sehnlicher, als einen lebendigen Dino. Natürlich weiss er, dass dieser Wunsch niemals in Erfüllung gehen wird. William hat es momentan nicht eben leicht. In der Schule wird er seit kurzem gehänselt und drangsaliert, dies vor alles deshalb, weil William seit einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt. An Weihnachten passieren Wunder und in diesem Jahr ein ganz besonders grosses. Mitten in der Nacht erwacht William, weil ein mittlerweile recht grosser Saurier in seinem Zimmer herumwuselt. Die beiden schauen sich an und sie werden Freunde, das spüren beide vom ersten Moment an. In dieser Nacht erleben die beiden noch einige Abenteuer und Überraschungen, ganz so, wie es sich für eine Zeit der Wunder gehört.
Der Weihnachtosaurus ist Tom Fletschers erstes Kinderbuch und er hat darin schier alles verpackt, was die meisten Kinder lieben: Dinos, Weihnachten, Wunder, einen bösen Jäger (der den Dino erschiessen will), eine kleine Liebesgeschichte und ganz viel Magie, Zauberei und aberwitzige Ereignisse. Und zu guter Letzt wird alles gut. Die Bösen werden bestraft und den Guten werden alle Wünsche erfüllt. Das Buch ist spannend und unterhaltend und voll von unvorhersehbaren Wendungen. Ein Lesespass für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Tom Fletcher: Der Weihnachtosaurus. Aus dem Englischen von Franziska Gehm. cbt 2017. ISBN: 978-3-570-16499-0

Rezension: Maria Riss

Paul Maar: Das Sams feiert Weihnachten

18.11.2017 by

samsDie Geschichte spielt in der Zeit, als der noch unverheiratete Herr Taschenbier und das Sams in der Wohnung neben Frau Rotkohl hausten. Weihnachten kommt näher und das Sams ist schon schrecklich aufgeregt. Zuerst braucht es aber etwas Wärmeres zum Anziehen, schliesslich liegt Schnee draussen. Im grossen Kaufhaus werden die beiden schliesslich fündig: Ein Bärenkostüm, das ist genau richtig. Klar, dass das Sams in jedem weiteren Kapitel für grosse Aufregung sorgt, sei es als verkleideter Nikolaus, sei es beim «Guezli» backen (die man einfach nicht mit Wurstgeschmack hinbekommt) oder dann, als es zum grossen Fest ein paar weitere kleine Sams in Herr Taschenbiers Wohnung einlädt.
Sams-Liebhaber werden diesen neuen Band mit Sicherheit geniessen, er ist vom Stil und der Handlung her genauso geschrieben, wie man es aus den vielen andern Büchern kennt. Die Geschichte ist in abgeschlossene Kapitel unterteilt, so lässt sich die Lektüre auch immer wieder gut unterbrechen. Ein Lese- und Vorlesespass für Kinder ab etwa 9 Jahren.

Paul Maar: Das Sams feiert Weihnachten. Oetinger 2017. ISBN: 978-3-7891-0816-7

Rezension: Maria Riss

Mårten Sandén/Lina Bodén: Schornsteinweihnachten

18.11.2017 by

schornMago, Stella und Issa sind aus dem Waisenhaus weggelaufen, weil sie ein richtiges Daheim suchen. Mitten in der Nacht treffen sie am Bahnhof Stockholm ein. Kalt ist es und Hunger haben die drei auch. Da begegnen sie zum ersten Mal den Schornsteinkindern. Diese Kinder wohnen auf den Dächern der Stadt und nehmen die drei fürs Erste bei sich auf. Schon am nächsten Tag begegnen die Kinder geheimnisvollen Leuten in dieser Stadt. Da ist der alte Niklassen, der am Bahnhof bettelt und sein Gedächtnis verloren hat oder da gibt es diesen geldgierigen Spielzeughändler Stump, in dessen wunderbarem Laden niemals ein Kind zu sehen ist. Erst als drei Wichtel auf der Suche nach ihrem Chef den beschwerlichen und weiten Weg vom hohen Norden nach Stockholm geschafft haben, kommen die drei Kinder all diesen Geheimnissen langsam auf die Spur: Der alte Niklassen heisst eigentlich Niklas und der Spielzeughändler Stump, der hat früher als Oberwichtel für bei Niklas gearbeitet. Aber Stump war gierig und korrupt. Im letzten Jahr hat er den alten Niklas beim Flug über Stockholm aus dem Rentierschlitten geschubst. Mago, Stella und Issa sorgen zusammen mit den vielen Schornsteinkindern dafür, dass alles gut kommt, dass Niklas sich wieder erinnern kann und Weihnachten, wie in jedem Jahr zum schönsten Fest für alle Kinder wird. Und auch für Stella, Issa und Mago endet die Geschichte gut. Sie finden einen wunderbaren Ort, an dem sie bleiben können.
Dieses Buch richtet sich an Kinder und vielleicht auch an Erwachsene, die gerne träumen. Auch die Bilder drücken diese ganz speziell zarte, märchenhafte Stimmung aus. Es sind die geheimen Wünsche der Figuren, der Wechsel zwischen Realität und Phantasie, der besondere Zauber dieser Zeit rund um Weihnachten, die im Buch besonders gut zur Geltung kommen. Auch Leserinnen und Leser kommen nur langsam hinter die Geheimnisse des alten Niklassen, so bleibt die Geschichte spannend bis sich endlich, am Weihnachtsabend versteht sich, alles in Minne auflöst. Das Buch ist in 24 Kapitel gegliedert und mit wunderschönen farbigen Illustrationen versehen. Es eignet sich ganz besonders zum Vorlesen für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Mårten Sandén/Lina Bodén: Schornsteinweihnachten. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Sauerländer 2017. ISBN: 978-3-7373-5475-2

Rezension: Maria Riss

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann

18.11.2017 by

osterm«Mutter, ich muss noch was fragen.
Wenn ich gross bin irgendwann…?»
«Dann wirst du der Weihnachtsmann.»
Der Knabe senkt den Blick und spricht:
«Aber, ach … Ich will gar nicht.»
Schon in den ersten Zeilen dieses Bilderbuchs wird das Problem des Weihnachtsmannsohnes deutlich: Nein, er will niemals Weihnachtsmann werden, er hasst es, heissen Tee zu trinken, das Schlittenfahren erscheint ihm viel zu gefährlich, den Winter findet er schrecklich und das ganze Glitzerzeug, das kann ihm gestohlen bleiben. Viel lieber mag der Junge Blumen, Schmetterlinge, Wärme und Eier, farbig bemalte am liebsten. Kinder sind beim Durchsetzen ihres Willens in aller Regel sehr stark, der kleine Sohn des Weihnachtmanns ist darin ein wahrer Meister. Wie es kommt , dass schon im nächsten Jahr ein Osterhase mit rotem Mantel Eier verteilt und bei einem der Weihnachtsmänner verdächtig lange Ohren unter dessen Mütze hervorgucken, das erfährt man beim Lesen dieses wunderbar witzigen Buches.
Eine Geschichte in Versen zu schreiben, ist eine grosse Kunst. Marc-Uwe Kling ist dies im vorliegenden Buch hervorragend gelungen. Bald schon werden Kinder wohl einzelne Reime auswendig kennen. Die Bilder sind voll von kleinen Details, geben immer wieder Grund zum Schmunzeln und Lachen und passen ganz wunderbar zum Geschehen. Das Bilderbuch ist ein Lesegenuss für alle, die Weihnachten nicht ganz so ernst nehmen.

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann. Carlsen 2017. ISBN: 978-3-551-51935-1

Rezension: Maria Riss