Archive for the ‘ 08 Vorlesebücher ’ Category

Benjamin Tienti: Salon Salami. Einer ist immer besonders

23.03.2017 by

salamiAlles beginnt damit, dass die zwölfjährige Hani Samali (nicht Salami) mit einem scharfen Tomatenmesser eine Bank überfällt. Natürlich wird sie sofort festgenommen. Sie kommt aber nicht ins Gefängnis, wie sie sich das gewünscht hat, nein, sie landet beim Jugendamt. Dort schweigt Hani verbissen. Aber Mira, die nette Frau dort, die lässt nicht locker, die nimmt Hani ernst. Sie bringt das Mädchen erstmal heim. An den folgenden Tagen trifft sie sich aber immer wieder mit Hani und gewinnt deren Vertrauen. Und so kommt schliesslich alles heraus: Hanis Vater hat einen Friseursalon, die Mutter ist seit ein paar Wochen verschwunden. Hani versorgt nicht nur ihren kleinen Bruder liebevoll, sie hilft auch im Salon, putzt dort und kocht Tee für die Kundschaft. Hani hat nun aber herausgefunden, dass ihre Mutter nicht einfach verreist ist, sondern im Gefängnis sitzt. Und dies alles, weil ihr autoritärer Onkel krumme Geschäfte macht. Hani ist ein starkes Mädchen und Hani schmiedet nach dem missglückten Banküberfall einen andern, ziemlich verrückten Plan. Gottlob hilft ihr Mira dabei und so kommt zu guter Letzt doch noch fast alles gut.
«Salon Salami» ist das erste Kinderbuch des Autors, der nebst dem Schreiben an einer Schule in Neukölln unterrichtet. Mit der Geschichte der mutigen Hani ist ihm gleich ein kleiner Wurf geglückt. Der Plot ist spannend, etwas schräg vielleicht, aber auch überaus berührend. Hani ist eine Protagonistin, mit der man gerne befreundet sein würde. In ihr stecken so viel Willenskraft, Engagement und Einfallsreichtum. Überzeugend ist Benjamin Tienti auch die Schilderung des Milieus geglückt, eine Strasse, mit vorwiegend türkischen Läden und Familien. Hier hilft man sich gegenseitig, hier weiss man fast alles voneinander, das ist einerseits gut und gibt Halt, anderseits gelten hier aber auch sehr strenge Hierarchien und ganz klare Regeln, wie man miteinander umzugehen hat. Und Hanis Verhaltensweisen passen da nicht immer ganz dazu. Ein spannendes Lesevergnügen für Kinder ab etwa 11 Jahren.

Benjamin Tienti: Salon Salami. Einer ist immer besonders. Dressler 2017. ISBN: 978-3-7915-0047-8

Rezension: Maria Riss

Steven Herrick: Wir beide wussten, es war passiert

13.01.2017 by

wir_beide_wussten_es_war_was_passiertBilly geht weg, schnell und möglichst weit. Heimlich, als blinder Passagier im Güterwagen. Mit seinem ständig betrunkenen Vater zu leben, das schafft er einfach nicht mehr. Billy erreicht mit dem Zug eine andere Stadt. Billy weiss, wie man sich durchschlagen kann und findet in einem alten Bahnwagon ein vorläufiges Zuhause. Tagsüber verbringt er die meiste Zeit in der Bibliothek. Er mag es zu lesen, Neues zu erfahren und fremde Erfahrungen lesend zu teilen. Bei MacDonald, wo er die Essensreste anderer isst, trifft er Caitlin. Sie ist etwa gleich alt, geht aufs College und putzt hier, um eigenes Geld zu verdienen. Wenn Caitlin auftaucht, wird Billy nervös. Wenn Caitlin Billy sieht, stolpert sie öfters über ihren Wischmop. Wenn die beiden miteinander reden, tut sich für beide eine neue Welt auf. Durch einen wunderbaren Zufall kommt Billy zu einem alten Haus, das er in Ordnung halten muss und dafür bewohnen darf. Billy hat nicht nur eine wunderbare Freundin und erste Liebe gefunden, sondern ist sich auch selber ein Stück weit näher gekommen.

Das ganze Buch ist in einer Art Gedichtform verfasst, in einer einfachen und doch poetischen Sprache, leicht lesbar an der Oberfläche und mit Details, die zwischen den Zeilen stehen. Caitlin und Billy kommen beide zu Wort und berichten vom Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Plot ist vielleicht ein bisschen gar rosa gefärbt, wirkt aber an keiner Stelle kitschig. Das Buch eignet sich sehr gut, um Jugendlichen Erfahrungen mit literarischen Texten zu ermöglichen. Hier können sie, leicht zugänglich, Metaphern deuten und sich dank der bildhaften Sprache in die Figuren hineindenken. Eine dichte und doch leicht lesbare Lektüre, die viele Jugendliche faszinieren wird.

Steven Herrick: Wir beide wussten, es war passiert. Thienemann 2016. ISBN: 978-3-522-20219-0

Rezension: Maria Riss

 

Andreas Steinhöfel: Dirk und ich

14.11.2016 by

dirkKindheitsgeschichten
Endlich ist das allererste Buch von Andreas Steinhöfel wieder neu herausgekommen! Zwei Geschichten sind sogar neu in diesem Band. Dirk und Andreas, das sind die Brüder Steinhöfel, denen immer wieder ganz viele lustige Sachen in den Sinn kommen. Die Geschichten erzählen von der offensichtlich recht abenteuerlichen Kindheit der beiden. Jedes Kapitel erzählt eine in sich abgeschlossene Lausbubengeschichte. Kaum zu glauben, wie einfallsreich, witzig und frech diese beiden Bengel waren, wie chaotisch es in dieser Familie zu und her ging. Es geht an allen Streichgeschichten immer wieder um Geheimnisse, vor allem um solche, die Erwachsene nicht wissen dürfen. Kinder werden dieses Buch lieben, aber auch erwachsene Vorleser und Vorleserinnen kommen nicht zu kurz: Wie kaum ein anderer versteht es der Autor humorvoll, locker und leicht zu erzählen und man spürt immer wieder, wie nah er seinen kindlichen Helden ist. Dies alles ist gewürzt mit ein bisschen Poesie, ganz wunderbaren Wortspielen und fantastischen Bildern von Peter Schössow.
Im Nachwort schreibt Andreas Steinhöfel: Damit Geschichten spannend und lustig sind, muss man manchmal ein bisschen «dazuerfinden», ein Kern von Wahrheit steckt aber in jeder dieser Erzählungen. Die einzelnen Geschichten lassen sich unabhängig voneinander lesen. Ein Gute-Laune-Buch für Kinder ab 9 Jahren, zum Vorlesen auch für jüngere Kinder.

Andreas Steinhöfel: Dirk und ich. Carlsen, Neuausgabe 2016. ISBN: 978-3-551-55365-2

Rezension: Maria Riss

 

Stefanie Taschinski: Caspar und der Meister des Vergessens

14.11.2016 by

casparCaspars Eltern sind Puppenspieler, erfolgreiche und weltbekannte Künstler. Caspar ist besonders begabt im Holzschnitzen, seine ältere Schwester Gerda erfindet gerne neue Geschichten und der kleine Bruder Till, der ist einfach noch zu klein, um mitzuhelfen. Und dann am Neujahrsmorgen ist Till plötzlich verschwunden. Und nicht nur das, auch sämtliche Fotos und Erinnerungsstücke von Till sind nicht mehr auffindbar und die Eltern scheinen gar nicht mehr zu wissen, dass sie je einen kleinen Sohn hatten. Nur Caspar und Gerda vermissen Till und beginnen mit der Suche. Sie stossen dabei auf rätselhafte Spuren und einen uralten geheimen Vertrag. Till wurde wohl vom «Meister des Vergessens» geholt, der seit Jahrhunderten laut Vertrag immer wieder ein Kind als Tribut verlangt. Caspar gibt das Suchen nicht auf und gelangt schliesslich in einen alten Turm, wo der «Meister des Vergessens» Kinder gefangen hält. Kinder, denen er alle Erinnerungen gestohlen hat, Kinder, die für ihn schuften müssen. Caspar liebt seinen kleinen Bruder so sehr, dass er allen Mut zusammennimmt und sich ebenfalls gefangen nehmen lässt. In Gefangenschaft kämpft er nicht nur gegen den grusligen alten Meister, sondern auch dagegen, seine eigenen Erinnerungen zu verlieren. Natürlich wendet sich am Ende alles zum Guten, bis dahin gilt es aber sehr viele, äusserst gefährliche Abenteuer zu bestehen.
Überaus harmlos und fast idyllisch geht es am Anfang der Lektüre zu und her. Mit jeder Seite aber werden Leserinnen und Leser mehr ins Buchgeschehen hineingezogen. Ein bisschen Schaudern und Hühnerhaut gehören dazu, manchmal so, dass man zumindest bis zum Ende des Kapitels weiterlesen muss. Die Autorin hat wohl darauf geachtet, dass man am Ende jedes Kapitels zumindest ein bisschen aufatmen kann. Nebst der in einer sehr ausdrucksstarken Sprache verfassten spannenden Geschichte ist die klare Gliederung mit ein Grund, dass sich das Buch sehr gut zum Vorlesen eignet. Die Handlung erzählt vom Zusammenhalten, von manchmal nervigen Brüdern und von der Kostbarkeit unserer Erinnerungen. Für Leserinnen und Leser ab etwa 12 Jahren.

Stefanie Taschinski: Caspar und der Meister des Vergessens. Oetinger, 2016. ISBN: 978-3-7891-0426-8

Rezension: Maria Riss

 

Hermann Schulz: Die Reise nach Ägypten

16.10.2016 by

schulzDoktor Fernando ist Arzt in einem Kinderspital in einem Armenviertel in Nicaragua. Doktor Fernando ist nicht nur ein sehr guter Arzt, der seine kleinen Patienten über alles liebt, er ist vor allem auch ein begnadeter Geschichtenerzähler. Und so kommt es, dass er jedes Jahr am Weihnachtsabend alle Krankensäle des Hospitals besucht, dort seinen Patienten die Weihnachtsgeschichte erzählt und allen kleine Geschenke überreicht. Als er in diesem Jahr nach seiner Runde das Spital verlässt, steht plötzlich der kleine schwerkranke Filemon vor ihm. Filemon möchte sein Geschenk, ein T-Shirt, in eine Busfahrkarte nach Ägypten umtauschen. In Ägypten, so hat Filemon soeben vom Doktor gehört, da retten sie Kinder. Und so macht sich der alte Arzt mit dem kleinen Filemon auf, um ihn nach Ägypten zu bringen. Hoch oben auf dem Hügel über der Hauptstadt muss dieses Ägypten sein. Und dort oben passiert auch eines jener Wunder, die manchmal an Weihnachten geschehen können.
Hermann Schulz hat eine Geschichte geschrieben, die man nach der Lektüre nicht gleich wieder vergisst. Berührend, aber niemals kitschig, erzählt er von jenen Kindern, denen es nicht gut geht, deren Lebensumstände sich so sehr von den unseren unterscheiden. Ob die Geschichte wahr ist, das spielt überhaupt rein gar keine Rolle. Es geht um Beziehungen, um Vertrauen, das gegenseitige «Ernstnehmen» und um die Kraft, die sich daraus entwickeln kann. Das Buch ist wunderschön farbig illustriert und man hat es schnell gelesen, auch deshalb eignet es sich hervorragend zum Vorlesen an einem Winterabend. Für Schulkinder und Erwachsene jeden Alters.

Hermann Schulz: Die Reise nach Ägypten. dtv Hardcover, 2016. ISBN: 978-3-423-64022-0

Rezension: Maria Riss

Sabine Städing: 13 Weihnachtstrolle machen Ärger

16.10.2016 by

13Mila und Jonas beobachten abends im dunklen Zimmer, wie ein Wichtel seinen Kopf aus dem Türchen Nr. 24 ihres Adventskalenders steckt. Sofort schauen sie nach, öffnen das Türchen und sind schwupps darin verschwunden. Hinter dem Türchen gelangen die beiden in eine tief verschneite, ganz wunderbare Weihnachtswelt. Im Weihnachtsdorf werden sie von verschiedenen Weihnachtsmännern aus der ganzen Welt empfangen. Da ist Befana, die Weihnachtshexe aus Italien, da ist Père Noël aus Frankreich, Julenissen aus dem hohen Norden, Sinterklaas aus Holland oder Knecht Ruprecht aus Deutschland. Mila und Jonas kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Im Weihnachtsland geht es so kurz vor Weihnachten sowieso schon hektisch zu und her, aber heuer sind fast alle Rentiere erkrankt und Väterchen Frost, der die richtigen Heilkräuter hätte, ist plötzlich spurlos verschwunden. Zudem gibt es Zank mit den Weihnachtstrollen, die sind so verärgert, dass sie dauernd Streiche spielen und Sachen verschwinden lassen. Wenn das so weitergeht, werden all die Wichtel und Engel mit ihrer grossen Arbeit bis Weihnachten niemals fertig! Mila und Jonas helfen sofort mit, ihnen gelingt es schliesslich auch, die aufsässigen Weihnachtstrolle zur Raison zu bringen und Väterchen Frost zu finden. So kann Weihnachten auch in diesem Jahr auf der ganzen Welt pünktlich und genau so, wie es sich alle gewohnt sind, stattfinden. Bis dies aber soweit ist, müssen die beiden mutigen Kinder in 24 Kapiteln eine ganze Menge Abenteuer bestehen.
Dieses Weihnachtsbuch zu lesen macht grossen Spass. Einerseits wegen der wirklich spannenden Handlung mit den vielen phantastischen Begebenheiten, andrerseits kann man beim Lesen auch all die verschiedenen Weihnachtsfiguren und Bräuche aus verschiedenen Ländern kennenlernen. Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen, weil die einzelnen Kapitel so aufgeteilt sind, dass man die Lektüre gut unterbrechen kann. Die vielen humorvollen Bilder helfen mit, dass auch kleinere Kinder beim Zuhören der Handlung folgen können. Zum Vorlesen für Kinder ab etwa 7 Jahren, zum Selberlesen ab 9.

Sabine Städing: 13 Weihnachtstrolle machen Ärger. Boje, Bastei Lübbe 2016. ISBN: 978-3414824349

Rezension: Maria Riss

Ulf Stark: Was wir uns wünschen

16.10.2016 by

ulf«Meine Eltern gaben mir den Namen Fred – das heisst Frieden». So beginnt Fred seine Erzählung. Fred ist etwa 10 Jahre alt, als der Krieg ausbricht und sein Vater plötzlich in einer Uniform vor ihm steht. Freds Papa muss weg, die Grenze von Schweden bewachen. Das ist schlimm für Fred, er vermisst seinen Papa so stark. Manchmal, wenn ihn die Sorgen zu sehr plagen, dann schleicht sich Fred unters Dach, dort fühlt er sich seinem Papa so nah, dass er mit ihm reden kann, obwohl der doch so weit weg ist. Sorgen hat Fred in der Schule, dort bekommt er vom Rektor einen Verweis, weil er dem Schul-Skelett im Glasschrank mit Isolierband einen «Hitlerschnauz» angeklebt hat. Schwierig ist auch die Sache mit Elsa, der er endlich sagen will, wie sehr er sie lieb hat. Es tut gut, Papa all diese Geheimnisse anvertrauen zu können. Und dann kommt Weihnachten. Ein feines Essen wird es nicht geben, da alles rationiert ist. Aber für Fred sind Essen und Geschenke in diesem Jahr nicht wichtig, er hat nur einen riesig grossen Wunsch: Dass sein Papa an Weihnachten heimkommt.
Dieser Weihnachtsgeschichte wünscht man ganz viele Leserinnen und Leser. So berührend und warmherzig hat der Autor die Sorgen und Nöte des kleinen Fred in Worte gefasst. Auch wenn die Geschichte von einem Krieg berichtet, der schon lange vorbei ist, aktuell sind all die Themen allemal. Das kleine Bändchen lässt sich sehr gut vorlesen und hebt sich wohltuend von all den so niedlichen Weihnachtsgeschichten ab. Für Kinder ab etwa 9 Jahren.

Ulf Stark: Was wir uns wünschen. Urachhaus, 2016. ISBN: 978-3-8251-7984-7

Rezension: Maria Riss

Barbara van den Speulhof: 13 wilde Weihnachtskerle

16.10.2016 by

kerleDie 13 wilden kleinen Weihnachtskerle wohnen in Island. Island ist ja bekannt für Trolle, Feen und andere Fabelwesen. Und wer schon mal dort war, weiss, dass es in Island kaum Bäume gibt, Weihnachtstannen schon gar nicht. Die beiden Kinder Smilla und Snorre wohnen in Island und die beiden wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich einen richtigen Weihnachtsbaum in der Stube bewundern zu können. Die 13 Weihnachtskerle haben ihnen für dieses Jahr eine richtige Tanne versprochen. Diese Kerle sind zwar ziemlich frech, aber wenn sie etwas versprechen, dann halten sie dieses Versprechen auch, koste es, was es wolle. Knut, der kleinste der Kerle, weiss auch, wie dieses Land heisst, wo alle Weihnachtsbäume herkommen, das ist Hamburg! Und so machen sich die kleinen frechen Kerle auf, um nach Hamburg zu kommen. Eine äusserst turbulente Reise wird das, obwohl die Kerle für Erwachsene ja unsichtbar sind. In Hamburg sehen sie aber erstmal überhaupt keine Bäume, sondern nur riesengrosse Container. Da ist es ein Glück, dass sie bald auf zwei Kinder stossen, die ihnen bei ihrem schwierigen Vorhaben, einen echten Weihnachtsbaum nach Island zu bekommen, behilflich sind.
Die Autorin schreibt viele Drehbücher und Hörspiele, das spürt man beim Lesen: Die Handlung schreitet rasch voran, die Geschichte ist voll von schier unglaublichen Zwischenfällen und dies alles ist gespickt mit einer grossen Portion Sprachwitz, vor allem in den Dialogen. Die 13 Weihnachtskerle sind wirklich ungezogen und frech, richtige Lausbuben eben, aber mit einem grossen Herz. Das Buch eignet sich hervorragend zum Vorlesen, weil es dank der 24 Kapitel in überschaubare Leseportionen aufgeteilt ist. Wer eine witzig-freche und unbeschwerte Weihnachtslektüre sucht, wird dieses Buch lieben. Zum Vorlesen für Kinder ab etwa 6 Jahren, zum Selberlesen ab 9.
Und wer es noch nicht weiss: In Island gibt es tatsächlich 13 Weihnachtsmänner, allerdings sind es eher Weihnachtstrolle. Man gebe in der Suchmaschine einfach die Begriffe «13, Island, Weihnachtsmann» ein, dann erfährt man ganz Erstaunliches über diese 13 Brüder.

Barbara van den Speulhof: 13 wilde Weihnachtskerle. Fischer Kinderbuch, 2016. ISBN: 978-3-7373-4067-0

Rezension: Maria Riss

Helme Heine/Gisela von Radowitz: Kriminalfälle für Freunde

03.10.2016 by

freundeDieser Erzählband von Helme Heine enthält 11 Kurzgeschichten. Darin spielen die drei Freunde Johnny Mauser, Franz von Hahn und das Schwein Waldemar die Hauptrollen, diesmal als Detektive. Auf dem Bauernhof, wo die drei zu Hause sind, ist immer etwas los: Da ist einmal plötzlich ein fremdes Ei im Hühnerstall, im Sommer entzündet sich das Stroh in der Scheune auf unerklärliche Weise, oder es taucht eines Tages ein fremder schwarzer Vogel auf und baut sich sein Nest auf dem Hühnerstall. All diesen seltsamen Ereignissen wollen die drei Freunde auf die Spur kommen. Meist kommen ihnen beim gemeinsamen Radeln oder im Boot auf dem Dorfteich gute Ideen und gemeinsam können sie schliesslich alle Fälle auf ihre ganz spezielle Art und Weise lösen.

Die Geschichten sind humorvoll geschrieben und illustriert. Sie eignen sich zum Vorlesen für die Unter- und Mittelstufe. Die meisten Kinder werden die Figuren und deren Charaktere wohl aus den bekannten Bilderbüchern schon kennen, dies erleichtert den Zugang. Für Kinder ab etwa 6 Jahren.

Helme Heine/Gisela von Radowitz: Kriminalfälle für Freunde. Geschichten aus Mullewapp. Reihe Gulliver Beltz, 2016. ISBN: 978-3-407-74641-2

Rezension: Rahel Romanowski

Jory John / Mac Barnett: Miles & Niles. Schlimmer geht immer

03.10.2016 by

nilesMiles und Niles, das sind zwei Trickser, das sind Streiche-Ausdenker, wie es keine Zweiten gibt. Ein besonders dankbares Opfer war bis anhin Schulleiter Barry. Der ist nun allerdings aufgrund eines Geniestreichs der beiden seines Amtes enthoben worden. Und der neue Schulleiter, Bertram, das ist wirklich eine harte Nuss. Egal, was die beiden heimlich aushecken, Bertram lacht nie. Er reagiert gar nicht auf ihre Streiche, und dies ist wohl das Allerschlimmste, was Tricksern passieren kann. Miles und Niles sind am Verzweifeln, bis sie endlich, endlich eine Schwachstelle des gestrengen Schulleiters finden und ihn mit dem Trick aller Tricks endgültig loswerden.
Auch den zweiten Band von Miles & Niles zu lesen, macht grossen Spass, dies vor allem auch durch die richtig dosierten Übertreibungen. Während es im ersten Band darum geht, wer es verdient, ausgetrickst zu werden, thematisiert der zweite Band die Frage, was Streiche überhaupt lustig macht. Lachen kann man nämlich nur, wenn das «Streiche-Opfer» auch eine Reaktion zeigt. Lustige Geschichten zu schreiben, ist wahrlich eine Kunst. Dem Autorenteam ist dies in Wort und Bild trefflich gelungen. Alle Kapitel enthalten einen in sich abgeschlossenen Spannungsbogen, man kann die Lektüre also gut unterbrechen. Auch deshalb eignet sich das Buch sehr gut zum Vorlesen. Ein Lese- und Vorlesespass für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Jory John / Mac Barnett: Miles & Niles. Schlimmer geht immer. cbt, 2016. ISBN: 978-3-570-16442-6

Rezension: Maria Riss