Archive for the ‘ 08 Vorlesebücher ’ Category

John Saxby: Alle Abenteuer von Eduard Speck

04.12.2018 by

Die Geschichten des so eingebildeten Schweins Eduard Speck gehören mittlerweile zu den Klassikern der neueren Kinderliteratur. Eduard Speck lebt auf einem Bauernhof und ist überzeugt davon, dass er nicht nur das schönste, sondern auch das klügste und stärkste Schwein auf Gottes Erdboden ist. In jeder der 29 Geschichten will er dies den anderen Tieren auf dem Bauernhof erneut beweisen. Leider gehen aber seine Unternehmungen wirklich jedes Mal schief. Die Tiere haben sich an seine Aufschneidereien und sein Besserwissen gewöhnt und nehmen das Ganze recht gelassen. Aber ihn necken und verspotten, das tun sie schon. Wenn er beispielsweise den Fröschen befiehlt, das Quaken ab sofort zu unterlassen, weil er seinen Schönheitsschlaf brauche, oder wenn er versucht, den Schornstein in der Küche auszufegen und dafür ziemlich derbe Schläge mit dem Besen kassiert. Alle Tiere auf dem Hof haben einen speziellen Charakter, dies hat Wolf Erlbruch in seinen Bildern in gekonnter Manier ganz wunderbar eingefangen. John Saxbys Sprache ist wunderschön, oft ironisch und mit einem schmunzelnden Unterton. Diese feinen Andeutungen und die Details, die nicht explizit im Text stehen, stellen recht hohe Anforderungen an die Lesenden. Aber was man im Text nicht versteht, das wird in den Bildern deutlich gemacht. Die einzelnen Abenteuer von Eduard Speck lassen sich unabhängig voneinander geniessen und eignen sich deshalb sehr gut zum Vorlesen. Ein spezielles und kostbares Buch für Kinder ab etwa 8 Jahren und für Erwachsene.

John Saxby: Alle Abenteuer von Eduard Speck. Hanser 2018. Mit Bildern von Wolf Erlbruch Aus dem Englischen von Sybil Gräfin Schönfeldt. ISBN: 978-3-446-26067-2

Rezension: Maria Riss

Ulf Nilsson und Heike Herold: Mein Papa und ich

04.12.2018 by

Maja und ihr Papa, das ist ein ganz besonderes Paar. Maja geht in den Kindergarten und hat einen ziemlich sturen Kopf. Das hat sie mit vielen andern Kindern in ihrem Alter ja gemeinsam. Was sie aber besonders gut kann, ist ihren Papa um den Finger zu wickeln. Ganz egal, ob es um den viel zu grossen und schweren Weihnachtsbaum geht, oder um die Mausefalle für Majas Stoffmaus: Majas Argumente überzeugen (fast) immer. Aber Papa ist auch ein ganz besonders guter Zuhörer und einer, der die Ängste und Wünsche seiner Tochter sehr ernst nimmt. So hilft er Maja, ihre Angst vor dem Hund nebenan zu überwinden und versteht, wie schwierig das Warten an Heiligabend sein kann.
Ulf Nilsson weiss, was Kinder beschäftigt und er kann dies alles in ganz wunderbare, gestaltete und treffende Worte packen. Die vielen Farbbilder von Heike Herold spiegeln das Geschehen und die Gefühle der Protagonistin so eindrücklich, dass man das kleine eigensinnige Mädchen noch besser verstehen kann. Maja erfindet immer wieder eigene Lieder, beim Erzählen und Betrachten möchte man am liebsten mitsingen, so nah kommt man den beiden liebenswerten Figuren. Die einzelnen Geschichten lassen sich unabhängig voneinander erzählen oder vorlesen. Für Kinder ab dem Kindergartenalter.

Ulf Nilsson und Heike Herold: Mein Papa und ich. Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke. Moritz 2018. ISBN: 978-3-89565-362-9

Rezension: Maria Riss

David Grossman: Giraffe und dann ab ins Bett!

04.12.2018 by

Der bekannte israelische Autor und Denker David Grossman hat für seine Enkelkinder Geschichten geschrieben. Und er beweist mit diesen kurzen Erzählungen, dass er Kindern, ihren Wünschen und ihrem speziellen Schalk ganz nahe ist und sie ernst nimmt. Es sind einfache Alltagsgeschichten, die Ereignisse und Gefühle beschreiben, wie wir sie alle kennen. Da ist Ruthi, die am Morgen so schlecht aufsteht bis Papa ihr klarmacht, was sie alles verpassen wird, wenn sie einfach weiterschläft. Da ist Racheli, die eine für andere unsichtbare Freundin hat oder Joram, der sich anfangs so gar nicht an den Gedanken gewöhnen kann, bald ein Geschwisterchen zu bekommen. Gemeinsam ist den Geschichten, dass die Eltern mit den Sorgen und Nöten ihrer Kinder so liebevoll und verständnisvoll umgehen. In den einzelnen Erzählungen wird vorgelebt, wie ein respektvolles Zusammenleben aussehen kann. Die kurzen Geschichten sind in einer so wunderbar einfachen und doch gestalteten Sprache verfasst, dass auch erwachsene Vorleserinnen und Vorleser ihre Freude daran haben werden. Ein kostbares Büchlein mit 14 Geschichten für Kinder ab dem Kindergartenalter.

David Grossman: Giraffe und dann ab ins Bett! Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer und Mirjam Pressler. ISBN: 9783446260535

Rezension: Maria Riss 

Buch des Monats Dezember 2018

04.12.2018 by

Reinhold Ziegler: 14.12. aber pünktlich
Der bekannte Autor Reinhold Ziegler hat für diesen Band 12 Geschichten geschrieben. Es sind Erzählungen für Jugendliche, die nur eines gemeinsam haben: Sie passieren alle am 24.12. Da ist beispielsweise Lutz, der am 24. 12 eine Bank überfallen will. Alles ist bereit, die Gewehre liegen auf der Rückbank des alten BMW. Nur steht da dummerweise ein Polizeiauto vor der Bank. Der Überfall kann nicht stattfinden und Lutz, der ist ja so was von froh darüber. Oder da ist der berühmte Rockstar Willy B., der sich vor dem Konzert einfach ausklingt, weil er merkt, wie lieb er seine Freundin hat, er will um alles in der Welt ein wirklich passendes Geschenk für sie finden. Oder Thorsten, der am 24.12. endlich einmal richtig mit seinem Vater reden kann und dabei erfährt, was Papa in seiner Jugend für Mist gebaut hat.
Endlich gibt es eine Sammlung unterschiedlichster Geschichten, die sich für Jugendliche eignen. Reinhold Ziegler schreibt ganz nah am Alltag und der Erlebniswelt von Jugendlichen, mal witzig, mal nachdenklich stimmend, aber ohne Anbiederung und ganz ohne Kitsch. Ein in jeder Beziehung toll gemachtes und wichtiges Buch für Jugendliche ab etwa 13 Jahren.

Reinhold Ziegler: 14.12. – aber pünktlich. Ueberreuter 2018. ISBN: 978-3-7641-7090-5

Rezension: Maria Riss

Ingrid O. Volden: Unendlich mal unendlich mal mehr

24.11.2018 by

Petra lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Dorf in Norwegen. Sie geht gerne zur Schule und kommt mit dem Leben eigentlich ganz gut zurecht. Sie spielt überaus gut Fussball, liebt Gruks (das sind ganz kurze Aphorismen) und sie hat eine sehr spezielle Beziehung zu Zahlen. Allerdings dürfen das nur gerade Zahlen sein, sonst bringen sie Unglück. Auch die Schuhe im Korridor müssen ganz genau an ihrem Platz stehen und Gully Deckel, die darf sie unter keinen Umständen betreten. All diese für sie magischen Dinge bereiten ihrer Lehrerin Sorge, deshalb geht Petra seit kurzem einmal in der Woche zu Stephen, dem Schulpsychologen. Der ermutigt sie, ihre Angst vor dem Wasser zu überwinden und endlich ins Hallenbad zu gehen. Denn Wasser, das gehört für Petra auch zu diesen unkontrollierbaren Dingen, da weiss man nie, wie es sich bewegt und ob man nicht doch den Boden unter den Füssen verliert. Es braucht ein bisschen Zeit, bis Petra sich schliesslich ins Hallenbad traut. Da sitzt sie auf der Tribüne und guckt zu. Aber dann trifft sie Thomas, der so wunderbar schwimmt, wie wenn er Propeller statt Arme hätte. Petra fühlt bald nur noch Brausepulver und Sprudelwasser in sich drin. Mit Thomas traut sie sich nach einiger Zeit sogar, den Kopf ins gefährliche Nass zu tauchen. Der Name Petra bedeutet «Stein» oder «Fels» und genauso stark ist auch die Protagonistin dieser Geschichte. Petra ist eine Kämpferin und auch eine, die mit ihren eigenen Gefühlen und denen anderer sehr sorgfältig umgehen kann. So erlebt sie nicht nur ihre erste scheue Liebe, sie bringt es auch fertig, einen Flüchtling aus Calais nach Norwegen einzuschleusen, damit die Familie ihrer besten Freundin endlich wieder komplett ist
Ingrid O. Volden hat sich für ihr erstes Kinderbuch nicht nur diese eindrückliche Mädchenfigur ausgedacht, sie hat deren Entwicklung und die spannende Geschichte auch in ganz wunderbare Worte gefasst. Karg könnte man die Sätze bezeichnen aber voller Metapher und mit ganz vielen leisen Tönen dazwischen. Ein Buch, das literarische Erfahrungen ermöglicht und das sich ganz wunderbar für unvergessliche Vorlesestunden eignet. Für Kinder ab etwa 11 Jahren.

Ingrid O. Volden: Unendlich mal unendlich mal mehr. Aus dem Norwegischen von Nora Pröfrock. Thienemann 2018. ISBN: 978-3-522-18461-8

Rezension: Maria Riss

Janina Kastevik: Noel und der geheimnisvolle Wunschzettel

24.11.2018 by

Noel ist etwa 11 Jahre alt. Er liest gerne, sammelt in einem Heft besonders schöne Wörter und schreibt auch Gedichte, meist aber heimlich. Diese grosse Lust am Lesen und Schreiben ist wohl auch der Grund, weshalb er in der neuen Schule ein völliger Aussenseiter ist, einer, den niemand beachtet, einer, der bei der Gruppeneinteilung zum Schluss immer übrigbleibt. Mama ist momentan in Afrika und Papa kaum zuhause. Es ist Advent und Noel überlegt sich, was er sich am meisten erhofft. Der Wünsche hätte er so viele, nur kann man die alle mit Geld nicht kaufen. Alles ändert sich, als er einen zerknitterten Zettel findet, auf dem er einen seiner Wünsche notiert. Ist es Magie? Sein grösster Wunsch, eine Freundin oder einen Freund zu finden, erfüllt sich fast auf der Stelle. Aber immer, wenn Noel einen neuen Wunsch auf diesem geheimnisvollen Zettel notiert, geht zugleich etwas Anderes schief. Erst allmählich begreift er, dass Wünsche nur dann in Erfüllung gehen können, wenn man selber etwas dafür tut.
Diese zarte Weihnachtsgeschichte ist in einer wunderschönen Sprache geschrieben und in 24 Kapitel eingeteilt. Wer will kann sich also jeden Tag ein Häppchen gönnen. Die meisten werden diese Geschichte aber möglichst wenig unterbrechen wollen, weil Noels Entwicklung so berührt und man für ihn und seine Familie ein gutes Ende herbeisehnt. Ein Lese- und Vorlesevergnügen für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Janina Kastevik: Noel und der geheimnisvolle Wunschzettel. Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Hanser 2018. ISBN: 978-3-446-25989-8

Rezension: Maria Riss

Anna Lott: Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel

24.11.2018 by

Otibuk ist ein kleiner Teufel. Er schläft eigentlich das ganze Jahr über im hohen düsteren Turm der Teufel, ausser an Halloween natürlich. Aber in dieser Nacht im Advent wird Otibuk von einem seltsamen Geräusch draussen geweckt. Er schleicht sich zum kaputten Fenster und schielt hinaus. Draussen glitzert und funkelt es und ein kleines, weiss gekleidetes Wesen mit Flügeln am Rücken liegt im Schnee. Es muss sich um einen Engel handeln. Otibuk ist völlig fasziniert von all diesem wunderbaren Glanz und er entschliesst sich kurzerhand, diesem Engelwesen zu folgen. So gelangt er schliesslich in den Turm des Weihnachtsmanns, obwohl an der Tür deutlich zu lesen ist: «Zutritt strengstens verboten». Natürlich wird er von einem grossen Engel erwischt und hinausgeworfen. Aber jetzt, da Otibuk mal Lunte gerochen hast, lässt er nicht mehr locker. Er will diese wunderbare Welt kennenlernen und auch er will Kinderwünsche erfüllen. Kurz darauf gerät ihm zufällig der Wunschzettel von Jannicke in die Hände: Sie wünscht sich, ihr frecher Bruder solle verschwinden. Der kleine Teufel Otibuk zögert nicht lange und bringt diesen Bruder an einen Ort, wo ihn mit Sicherheit niemand mehr finden wird. Wie es dazu kommt, dass Otibuk am Ende der Geschichte vom Weihnachtsmann persönlich umarmt wird, das soll hier noch nicht verraten werden. Nur so viel: Was Otibuk alles erlebt ist wirklich schier unglaublich, überaus spannend und teuflisch verzwickt.
Das vorliegende Buch ist kein besinnliches Weihnachtsbuch, es besticht vielmehr durch das Erzähltempo und die vielen wirklich fantastischen Ideen der Autorin. Da gibt es einen Leuchtturm für Osterhasen, einen speziellen Lift für Engel, einen Wunschzettelscanner, fliegende Schiffe oder spezielle Luftsurfbretter. Das Buch ist spannend, sehr unterhaltend und voll von unvorhersehbaren Wendungen, es eignet sich deshalb hervorragend zum Vorlesen. Ein Lesespass für Kinder ab etwa 8 Jahren.

Anna Lott: Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel. dtv 2018. ISBN: ISBN 978-3-423-76231-1

Rezension: Maria Riss

Barbara Rose: Die wunderbare Weihnachts-Wunschmaschine

24.11.2018 by

Luis und Nele stehen am Fenster und beobachten, wie nebenan neue Nachbarn einziehen. Seltsame Dinge schleppen die zwei älteren Leute ins Haus. Eine riesengrosse Maschine, ein grosses Tier aus Metall, das aussieht wie ein Elch und ganz viele Kisten und Möbel. Neugierig wie die beiden sind, schleichen sich die Geschwister kurz darauf in Nachbars Garten – und werden natürlich entdeckt. Die neuen Nachbarn, Ida und Bert, bitten die Kinder herein und scheinen über einen unermesslichen Vorrat an Weihnachtsgebäck zu verfügen. Luis und Nele dürfen auf dem Sofa Platz nehmen, das einem den Hintern heizt und gleichzeitig den Rücken massiert. Kurz darauf erscheint Hektor 1, ein kleiner Roboter, der sich wie eine Mischung aus Hund und Katz benimmt. Luis und Nele kommen aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Ihre neuen Nachbarn, das sind Erfinder! Schon am nächsten Tag führt ihnen der alte Bert seine neuste Erfindung vor: Eine Weihnachts-Wunschmaschine. Nele probiert diese Maschine auch gleich aus, sie wünscht sich Schnee. Schon zwei Tage später können die Geschwister im Garten einen riesigen Schneemann bauen. Ob aber der grösste Wunsch von Luis in Erfüllung gehen wird? Er wünscht sich nichts sehnlicher, als seinen Opa endlich wiederzusehen. Luis und Nele lieben Opa über alles. Aber Mama hat sich mit ihm zerstritten, und sie will auf keinen Fall, dass dieser alte Mann an Weihnachten auftaucht. Aber Weihnachten ist nicht nur das Fest der Wünsche, es ist auch die Zeit der Wunder und des Versöhnens.
Diese Geschichte wird den meisten Kindern gefallen, weil sie voller Überraschungen steckt und weil sie so warmherzig erzählt wird. Auch lachen kann man zwischendurch, wenn Nele, die ausgefallen Wörter über alles liebt, neue Begriffe erfindet oder Buchstaben extra verdreht. Und schliesslich ist das Buch auch sehr berührend, vor allem zum Schluss, als Mama und Opa sich endlich wieder umarmen. Zum Vorlesen schon für Kinder ab etwa 6 Jahren, zum Selberlesen ab 8.

Barbara Rose: Die wunderbare Weihnachts-Wunschmaschine. Kerle im Herder Verlag 2018. ISBN: 978-3-451-71462-7

 

Ben Guterson: Winterhaus

05.10.2018 by

Die elfjährige Elizabeth lebt bei ihrem Onkel und ihrer Tante und hat es nicht eben leicht. Onkel und Tante sind sehr streng, kümmern sich überhaupt nicht um das Mädchen und sitzen eigentlich Tag und Nacht vor dem Fernseher. Kurz vor Weihnachten schicken die beiden das Mädchen weg. Sie soll im Hotel Winterhaus die Weihnachtsferien verbringen. Onkel und Tante wollen endlich mal ihre Ruhe haben. Elizabeth hat Angst, ganz alleine an einen ihr unbekannten Ort zu reisen. Bereits im Bus fällt ihr zudem ein unheimliches Paar auf. Beide schwarz gekleidet, beide mit einem sehr bösen, stechenden Blick. Auch diese Paar will Weihnachten im Hotel Winterhaus verbringen. Nach der Ankunft im Hotel kommt Elizabeth allerdings aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und alle Ängste sind vorerst vergessen. Im Hotel gibt es einfach alles, was man sich nur wünschen kann. Einen äusserst netten Hoteldirektor, feines Essen, ein Hallenbad, eine Rodel- und Eisbahn und am wundervollsten: eine riesige Bibliothek. Elizabeth liebt Bücher über alles. Schon am ersten Morgen freundet sie sich mit Freddy an, einem Jungen in ihrem Alter, der ebenfalls alleine im Hotel wohnt. Alles wäre wunderbar, gäbe es nicht dieses Paar, das Elizabeth die ganze Zeit zu beobachten scheint und all diese seltsamen Dinge, die Elizabeth im Hotel beobachtet. Bücher, die sich bewegen, eine Lampe, die grundlos zerbricht, ein Türfalle, die glühend heiss wird oder ein rotes Licht, dass manchmal in der Nacht durch die Bibliothek irrt. Da muss Magie im Spiel sein, eine alte Legende scheint das wunderbare Hotel zu bedrohen. Da ist es gut, dass Elizabeth eine so geniale Rätsellöserin ist und dass sie, zusammen mit Freddy, diesen bedrohenden Geisterwesen auf die Spur kommt.
Ben Guterson hat ein wunderbares und spannendes Buch geschrieben mit zwei Kinderhelden, die man sofort ins Herz schliesst. Und vielleicht ist es auch dieses wunderbare Hotel, in dem man am liebsten absteigen würde, das so fasziniert. Oder der alte, liebevolle Hoteldirektor, der einen stellenweise an den alten Dumbledore aus Harry Potter erinnert. Die Spannung beginnt gleich auf den ersten Seiten und bricht bis zum vorläufig guten Ende nicht ab. Die Handlung ist in kurze, übersichtliche Kapitel gegliedert, zudem gibt es im Buch immer wieder spannende Wortspiele und Rätsel, die zum Raten und Knobeln mit Sprache auffordern. Ein herrliches Lese- und Vorlesevergnügen mit vielen Bildern für Kinder ab etwa 11 Jahren.

Ben Guterson: Winterhaus. Aus dem Englischen von Alexandra Ernst. Freies Geistesleben 2018. ISBN: 978-3-7725-2891-0

Rezension: Maria Riss

Mira Gysi: Die Geiss, die alles weiss.

02.09.2018 by

Die neugierige Geiss Ina, wird wie alle Geissen im Stall jeden Tag gemolken. Sie will aber unbedingt wissen, was mit ihrer Milch passiert. Einmal steht die Stalltür offen und die Geiss kann sich auf dem Bauernhof genauer umsehen. Sie folgt Herrn Schmaus, der Maus, und entdeckt, wie die Milch zu Käse verarbeitet wird. Kater Anton erzählt ihr, wie Würste gemacht werden und dass diese nachher geräuchert werden. Doch Ina interessieren vor allem die Delikatessen, die im Gemüsegarten der Bäuerin wachsen: Karotten und knackiger Salat. Mit vollem Bauch erzählt sie den anderen Geissen, was mit der Milch passiert, wie diese zu Käse wird und wie Wurst und Salat auf dem Tisch der Familie landen. Mit den holzschnittartigen farbigen Illustrationen und kurzen Dialogen eignet sich das Bilderbuch hervorragend zum Vorlesen und Staunen ab 4 Jahren.
Mira Gysi wohnt mit Mann, Kind, Milchziegen und Mutterkühen auf einem abgelegenen Bauernhof oberhalb von Trub im Emmental. In diesem humorvollen Sachbilderbuch, ihrem Erstlingswerk, erklärt sie kleinen Kindern in wunderschönen Bildern, woher das Essen kommt.

Mira Gysi: Die Geiss, die alles weiss. NordSüd Verlag, 2018. ISBN: 978-3-314-10426-8

Rezension: Almut Hansen