Archiv für die ‘ 07 Bilderbücher ’ Kategorie

Björk/Eva Eriksson: Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen

17.05.2013 von

Das Bilderbuch enthält sieben Geschichten, für jeden Wochentag eine, die alle von Prinzessinnen und Drachen handeln. Wer das Autorinnenteam kennt, wird ahnen, dass da nie und nimmer von wohlerzogenen, braven Prinzessinnen berichtet wird. Ganz im Gegenteil. Prinzessin Mondschein ist eine total verwöhnte Göre, Prinzessin Freesia ist äusserst kratzbürstig, Prinzessin Sonnenhütchen ist eine Schlafmütze und Sandglöckchen spielt am liebsten Computerspiele. Sie alle begegnen in den einzelnen Geschichten irgendwelchen Drachen. Aber auch diese benehmen sich ganz und gar nicht so, wie man das kennt. Da gibt es Drachen, die haben einen Korkenzieherzahn zum Weinflaschen öffnen, andere sind schrecklich ängstlich und wiederum andere trinken nichts lieber als Kakao mit Schlagrahm. Das neue Bilderbuch ist eine wundervolle Fundgrube für alle, die auf der Suche nach witzig frechen Geschichten und ebensolchen Bildern sind. Ein Buch, das einfach Spass macht, mit dem man sich stundenlang vergnügen kann. Für Kinder ab dem Kindergartenalter.

 

Björk/Eva Eriksson: Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen. Oetinger 2013. ISBN: 978 3 7891 7778 1

Rezension: Maria Riss

Francois der Guibert/ Ronan Badel: Cowboy Billy hält nichts auf

16.05.2013 von

Die Geschichte spielt weit, weit weg. In der kargen Landschaft des Wilden Westens.  In Amerika. Billy the Kid ist die Hauptperson. Billy the Kid hat es ausgesprochen eilig. Er rast auf seinem Pferd durch die Prärie und nichts und niemand kann ihn aufhalten. Weder Cowboys noch ein Rodeo, weder die berüchtigte Cassidy-Bande noch die schöne kleine Miss Carter. Billy reitet in rasendem Galopp einfach weiter. Er hat nur ein Ziel: Heute Nachmittag hat seine Mama für ihn einen riesigen Berg Pfannkuchen gebacken! Dieses Buch lebt vom Tempo und den fantastischen Bildern. Ronan Badel hat diese ganz spezielle Stimmung, wie wir sie aus Western kennen, auf wundervolle Weise eingefangen. Schon ganz kleine Kinder werden Billys rasantem Ritt durch den wilden Westen begeistert folgen und diese ganz spezielle «Westernstimmung» wahrnehmen. Und auch der Schluss der Geschichte ist für Kinder mit Sicherheit nachvollziehbar, für einen Berg Süssigkeiten, da würde doch so mancher in vollem Karacho durch die Prärie reiten!

Francois der Guibert/ Ronan Badel: Cowboy Billy hält nichts auf. Gerstenberg 2013. ISBN: 978-3-8369-5430-3

Rezension: Maria Riss

Gunilla Bergström: Die besten Geschichten von Willi Wiberg

03.12.2012 von

Willi Wiberg ist im Grunde genommen ein ganz normaler Junge. Und genau von diesem normalen Kinderalltag, davon handeln die vier Geschichten in diesem Sammelband: Willi hat Angst vor dem ersten Schultag, Willi schämt sich, weil er einen kleinen Jungen geschlagen hat, Willi schliesst seine allerbeste Freundin Milla beim Spielen aus, nur weil er vor seinen Kameraden nicht als Mädchenfreund dastehen will, und Willi wünscht sich zwar ein grosses Geburtstagsfest, aber dann werden ihm die vielen zankenden Kinder doch zu viel. Gunilla Bergström ist eine Meisterin ihres Fachs, sie bringt all diese wichtigen Kindererlebnisse sprachlich in eine Form, dass schon ganz kleine Kinder sie verstehen. Ihre Bilder tun das Ihrige dazu, mit klarem Strich, auf ein Minimum reduziert, wird diese liebenswerte Buchfigur Willi lebendig und zeigt sich in seiner Mimik genauso, wie er sich fühlt. Viele werden Willi Wiberg von früher kennen, die ersten Bücher erschienen bereits 1982. Nun sind die schönsten Geschichten endlich wieder erhältlich. Ein Bilderbuch, für Kinder ab 4 Jahren, das in jedes Kinderbuchregal gehört.

Rezension: Maria Riss

Gunilla Bergström: Die besten Geschichten von Willi Wiberg. Oetinger, 2012.

Lorenz Pauli/Mirjam Zedelius: Zum Mitnehmen

03.12.2012 von

Herr Schnippel erntet so viele Äpfel von seinem Baum, die kann er beim besten Willen nicht alle selber aufessen. Deshalb füllt er damit einen Korb und steckt einen Zettel dazu, «Zum Mitnehmen» steht drauf. Wenn sich ein solcher Zettel selbständig macht, dann sorgt das für grosse Verwirrung und ganz viele Missverständnisse. Die meisten Kinder haben grossen Spass an solchen Verwechslungen und werden an dieser Geschichte ihre helle Freude haben. Die grossformatigen, plakativen Bilder helfen beim Verstehen, denn stellenweise sind all die Irrtümer doch recht verzwickt! Ein lustiges, unbeschwertes Bilderbuch für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Lorenz Pauli / Mirjam Zedelius: Zum Mitnehmen. Atlantis Verlag, 2012.

Ulf Nilsson/Eva Eriksson: Der beste Sänger der Welt

03.12.2012 von

Auf der Bühne zu stehen und zu reden, das macht vielen Kindern Angst. So geht es auch dem kleinen Ich-Erzähler. Nur einen Satz muss er sagen, als Maulwurf verkleidet, und ganz am Schluss der Vorstellung im Kindergarten. Aber er hat Angst und diese Angst wird von Minute zu Minute übermächtiger, sie wird so schlimm, dass er mitten in der Vorstellung aufs Klo rennt, um sich zu verstecken. Er will ein Maulwurf bleiben und sich für immer und ewig in der Erde verkriechen. Aber er hat nicht mit seinem kleinen Bruder gerechnet. Der Kleine findet ihn und bringt ihn zurück auf die Bühne, denn der kleine Bruder weiss, was der grosse Bruder alles kann! Dass schliesslich die ganze Vorstellung mit einem grossen Applaus endet, das versteht sich von selbst! Ulf Nilsson und Eva Eriksson sind auch mit diesem Bilderbuch ganz nah am kindlichen Alltag, an den Ängsten, den Nöten, aber auch am unsäglichen Stolz von Kindern, wenn sie etwas zum ersten Mal so richtig gut hinkriegen. Eine Geschichte mit einem grossen Spannungsbogen und mit wunderbar köstlichen Illustrationen, die sich ausgezeichnet zum Anschauen und «Immer-wieder-Erzählen» eignet. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Ulf Nilsson / Eva Eriksson: Der beste Sänger der Welt. Moritz Verlag. 2012.

Sharon Rentta: Finn, der Feuerwehrelch

03.12.2012 von

Der Elch Finn hat einen neuen Job, er arbeitet bei der Feuerwehr. Es ist sehr viel, was er lernen muss. In der Grundausbildung muss er wissen, was man bei einem Alarm alles machen muss und wie man die Geräte bedient. Schon bald wird er einer Gruppe zugeteilt und darf zu verschiedenen Einsätzen mit. Als Finn bei einem dieser Einsätze mithilfe seines grossen Geweihs 21 Meerschweinchen aus den lodernden Flammen rettet, da wird er fast zum Helden. Dieses Bilderbuch wird den meisten Kindern sehr gefallen: Die gelungene Mischung aus Fiktion und Sachbuch, die grossformatigen Bilder mit den vielen witzigen und lehrreichen Details und die ungewöhnlichen Einsätze dieser Feuerwehr, wenn ein Vogel Strauss seinen Kopf nicht mehr aus dem Gully kriegt, beispielsweise. Wegen der einfachen Geschichte und den zahlreichen Bildern eignet sich dieses Bilderbuch schon für ganz kleine Kinder ab etwa 4 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Sharon Rentta: Finn, der Feuerwehrelch. Gerstenberg, 2012.

 

Jeff Mack: Gut gelaufen! Schlecht gelaufen!

03.12.2012 von

Hase will Maus überraschen mit einem Picknickkorb, das ist gut gelaufen! Kaum geöffnet, fängt es an zu regnen und der ganze Inhalt des Korbes wird pitschnass – schlecht gelaufen! Aber Hase reicht Maus einen Schirm – gut gelaufen! Wind kommt auf und trägt Maus samt Schirm in den hohen Baum – schlecht gelaufen! Maus fällt weich auf die trockene Wiese unter dem Baum – gut gelaufen! Und so weiter und so fort…

Allein diese zwei Sätze und die klaren, humorvollen Bilder erzählen diese lustige Geschichte. Eine Seite zeigt die Perspektive des Hasen, da läuft alles gut, die andere Hälfte der Doppelseite illustriert den Blick der Maus auf die Welt, da läuft es eher schlecht. Das Bilderbuch fordert Kinder geradezu heraus, diese Geschichte selber zu erzählen und zu interpretieren. Einmal mehr ist es die Reduktion der Ausdrucksmittel, sei es im Text oder in den Bildern, welche das ganz Besondere dieses Bilderbuchs ausmacht. Die linear erzählte Geschichte wird viele Kinder faszinieren und dies bereits ab etwa 4 Jahren.

Rezension: Maria Riss

Jeff Mack: Gut gelaufen! Schlecht gelaufen! Gabriel Verlag, 2012.

Dagmar Geisler: Bleibt locker, Leute!

24.09.2012 von

Luis und Vincent sind ein starkes Team. Beide gehen in die dritte Klasse, beide lieben Comics und versuchen gemeinsam einen kleinen Trickfilm zu zeichnen, und beide halten zusammen, wie Pech und Schwefel. Eines Tages kommen aber zwei Neue in die Klasse: Detlef mit dem Pfannkuchengesicht und Ritschie mit den Monsterbacken. Und plötzlich ist in Luis’ Leben nichts mehr, wie es einmal war. Er traut sich kaum noch in die Schule, weil die beiden Neuen dermassen fies zu ihm sind und ihm dauernd «Luilein ist noch klein» nachrufen. Und Vincent? Der benimmt sich merkwürdig, gibt kaum noch Antworten und weicht Luis aus. Aber so leicht lässt sich Luis nicht unterkriegen. Heimlich betreibt er Nachforschungen über Ritschie und Detlef und er findet nicht nur einen Weg, die beiden zu überlisten, sondern gewinnt auch seinen wichtigen Freund zurück.

Dagmar Geisler hat keine hohe Literatur geschrieben, aber eine eingängige, humorvolle Geschichte, mit einem Protagonisten, dessen Probleme die meisten Kinder sehr gut kennen. Einzelne Handlungssequenzen, innere Sichtweisen und Gedanken erzählt die Autorin in Bildern, dies kommt vor allem jenen Kindern zugute, die sich mit dem Lesen (noch) schwer tun. Bücher mit Comicelementen sind seit dem Erfolg von Gregs Tagebüchern im Trend, Bleibt locker, Leute! wird vor allem Jungen ab etwa 8 Jahren mit Sicherheit begeistern.

Rezension: Maria Riss

Dagmar Geisler: Bleibt locker, Leute! dtv, 2010.

Annette Herzog / Gergely Kiss: Harte Zeiten für Mister Vam

24.09.2012 von

250 Jahre lang hat Mister Vam geschlafen. Als er endlich aufwacht, hat er riesigen Appetit – versteht sich. Nur, erstens wackeln seine beiden Eckzähne und zweitens steht die Villa mit all den wunderbar appetitlichen Bewohnern nicht mehr neben dem Friedhof. Zu allem Unglück läuft er bald darauf einem gerissenen Kater in die Arme, der ihn unbedingt für einen neuen Vampirfilm unter Vertrag nehmen will. Mister Vam weiss weder aus noch ein, die Welt hat sich so schrecklich verändert! Und da passiert es: Die morsche Tür der Gruft fällt aus ihren Angeln und begräbt den Kater unter sich. So landen Kater und Mister Vam auf der Notfallstation. Mister Vams Blutwerte sind sehr schlecht, da muss eine Bluttransfusion her und zwar schnell. Für Mister Vam ist dies ein Wunder, er bekommt Blut, so viel er will, und dies, ohne dass er zubeissen muss (unterdessen sind seine Eckzähne nämlich rausgefallen).«Harte Zeiten für Mister Vam» wird viele Kinder begeistern, weil die Geschichte so rasant, voller Ironie erzählt wird, weil der Plot viele Überraschungen bereithält und weil die Illustrationen das witzige Geschehen wunderschön und gekonnt unterstreichen. Das Buch eignet sich hervorragend für schöngruslige Vollmondnächte, zum Vorlesen oder zur selbständigen Lektüre. Für Kinder ab etwa acht Jahren.

Rezension: Maria Riss

Annette Herzog / Gergely Kiss: Harte Zeiten für Mister Vam. Moritz, 2010.

Nina Petrick / Regina Kehn: Anna, Max und das Schneewunder

17.09.2012 von

Anna und Max träumen vom Schnee, der will in diesem Jahr aber einfach nicht kommen. Da liest Max in einem Buch, wie die Indianer früher den Regengott beschworen und ihm Opfer gebracht haben. Weshalb sollte das beim Schnee nicht ähnlich funktionieren? Die beiden vergraben also umgehend eine weisse Opfergabe im Garten – und warten. Einen Tag später schon beginnt es tatsächlich zu schneien und es hört überhaupt nicht mehr auf. Es schneit so lange, bis das ganze Dorf von der Umwelt abgeschnitten ist und alle Bewohnerinnen und Bewohner Weihnachten gemeinsam in der Pension verbringen müssen. Das Schneewunder von Anna und Max bewirkt, dass alle Menschen des Dorfes zum ersten Mal gemeinsam Weihnachten feiern und dieses Fest wird so einzigartig, dass wohl niemand es vergessen wird. Eine leicht zu lesende ABC-Geschichte für Kinder, die das Lesen gerade erst gelernt haben. Mit stimmungsvollen und wunderschönen Illustrationen von Regina Kehn.

Rezension: Maria Riss

Nina Petrick / Regina Kehn: Anna, Max und das Schneewunder. Tulipan, 2010.