Archive for the ‘ 07 Bilderbücher ’ Category

Quentin Gréban: Habt ihr schon vom Wolf gehört?

23.03.2017 by

wolfWölfe fressen alles, sie sind böse und gefährlich. Das sagen (fast) alle. Hier wird erzählt, wie es dazu kam:
…Vor langer Zeit lebte einst eine Wölfin, die war sehr freundlich. Die Wölfin begegnete einem kleinen Schaf. Die Wölfin lächelte das Schaf liebevoll an und entblösste ihre Zähne. Das kleine Schaf jedoch erschrak und rannte so schnell wie möglich zurück zur Herde. «Ein grosser Wolf hat mich angegriffen und wollte mich beissen», erzählte das Lamm daheim. Schafe übertreiben oft ein bisschen. Diese Begegnung des kleinen Schafs mit dem Wolf erzählte nun ein Tier dem andern. Und wie so oft erfanden alle ein ganz kleines bisschen dazu. So hatte der Wolf bald das kleine Schaf gebissen und verschlungen. Nach ein paar Tagen ist klar, Wölfe können nur etwas richtig gut: Andere fressen! Ja und so kam es, dass sich die Wölfin mit ihren Jungen so schnell wie möglich aus dem Staub machte und seither nie mehr gesehen wurde…
Wenn Bilder und Geschichte von der gleichen Person stammen, zahlt sich dies in aller Regel aus. Bücher kommen so, wie das vorliegende Buch bestätigt, meist in einem Guss daher. Quentin Gréban hat es geschafft, die Charaktere der verschiedenen Tiere mit Pinsel und Farbe meisterhaft herauszuarbeiten. Kinder werden dieses Bilderbuch wohl lieben, nicht nur wegen der Bilder, sondern auch wegen der einfachen und linear erzählten Handlung. Und sie werden die eindringliche Botschaft der Geschichte mit Sicherheit verstehen. Für Kinder ab 4 Jahren.

Quentin Gréban: Habt ihr schon vom Wolf gehört? Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03538-2

Rezension: Maria Riss

Buch des Monats Januar 2017

13.12.2016 by

omaPeter Schössow: Wo ist Oma?
Zu Besuch im Krankenhaus
Henry will mit seiner Babysitterin Gülsa seine Oma im Krankenhaus besuchen. Aber Gülsa hat ein neues Handy und sie hört einfach nicht auf zu telefonieren. Henry kennt das schon, das kann dauern. Also macht er sich selbst auf die Suche nach seiner Oma. Mensch, ist dieses Krankenhaus riesig! Henry probiert alle Türen aus, schreitet kilometerlange Korridore ab, trifft sehr viele nette Menschen, kommt in die unterschiedlichsten Abteilungen. Nur seine Oma, die findet er nicht. Weiter geht die Suche, von der Geburtenabteilung über den Flur vor dem Operationssaal, von einem Zimmer mit streitenden Männern zu einem Jungen ganz ohne Haare und zur Notfallstation, wo er Dakota aus der Kita begegnet, ausgerechnet. Dakota hat sich eine Bohne in die Nase gesteckt, die jetzt irgendwie wieder raus muss. Nur seine Oma, die findet Henry nicht. Und dann endlich, im riesigen Keller, trifft er den Hausmeister, der ihm weiterhilft. Und so kommt es, dass Henry, mitsamt seinem mittlerweile etwas kümmerlich aussehenden Blumenstrauss, endlich bei Oma ankommt. Natürlich ist auch Gülsa da und die heult, weil sie solche Angst um Henry hatte. Oma schimpft ihren Enkel zuerst aus und dann schliesst sie ihn ganz fest in den Arm. Allerdings nur in den einen Arm, der andere ist zugegipst.
Mit Henry durch dieses riesige Krankenhaus zu wuseln, das macht ganz grossen Spass. Obwohl das Thema so ernst ist, gelingt es dem grossen Meister der Illustrationen, das alles völlig undramatisch und doch realistisch darzustellen. Die Farben sind gedämpft, drücken die sterile Stimmung aus, die Menschen dafür sind umso farbiger. Henry begegnet einem richtigen Sammelsurium an unterschiedlichsten Leuten, Patienten, Besuchern und schier dem ganzen Personal. Peter Schössow malt nicht nur ganz wunderbare Bilder, es ist ihm auch sprachlich gelungen, das Leben in einem Gebäude, das man in aller Regel nicht gerne betritt, locker und leicht darzustellen. Eine wunderbare Mischung aus Erzählung und Sachbuch für Kinder ab dem Kindergartenalter.

Peter Schössow: Wo ist Oma? Zu Besuch im Krankenhaus. Hanser 2016. ISBN: 978-3-446-24952-3

Rezension: Maria Riss

Anu Stohner / Henrike Wilson: Die kleine Schusselhexe und der der Drache

09.11.2016 by

dracheDie kleine Schusselhexe ist erst 99 Jahre alt. So junge Hexen dürfen ab und zu etwas fahrig sein. Ihr blauer Hase (eigentlich sollte es ein schwarzer Rabe sein) hat sie sich selbst herbeigezaubert, auch damals war sie etwas gar unkonzentriert. An diesem Morgen steht plötzlich die alte Oberhexe vor der Tür. Sie braucht Hilfe. Ein Drache hat Feuer gespuckt und damit alle Besen der alten Hexen jenseits des Waldes verbrannt. Man stelle sich vor: Die Oberhexe musste zu Fuss herkommen! So besteigen die beiden Hexen kurz darauf den krummen Besen der Schusselhexe und fliegen los. Jetzt ist es an der jungen Schusselhexe, den Drachen mithilfe eines Zauberspruchs zu verjagen. Wenn sie sich dabei nur nicht wieder verhaspelt!
Die grossformatigen Bilder mit den ungewohnten Perspektiven, den plakativen Formen und einer immensen Farbenpracht werden Kinder sofort in ihren Bann ziehen. Und mit der kleinen, ständig etwas schusseligen Hexe können sich wohl die meisten Kinder und vielleicht auch einige Erwachsene sehr gut identifizieren. Hinzu kommt, dass der Plot sehr spannend ist und linear erzählt wird. Ein ideales Erzählbuch also, das schon Kinder ab dem Kindergartenalter mit Sicherheit begeistern wird. Dies ist bereits das dritte Buch mit Abenteuern der kleinen Schusselhexe.

Anu Stohner / Henrike Wilson: Die kleine Schusselhexe und der der Drache. Hanser, 2016. ISBN: 978-3-446-25310-0

Rezension: Maria Riss

Jörg Hilbert: Das Schneemannkind auf Reisen

16.10.2016 by

schneemFlocke ist ein Schneemannkind. Seine Nase ist eine Karotte, die Haare Äste und seine Augen kleine Kieselsteine. Vergnügt schaut der kleine Schneemann den Kindern beim Schlitteln zu, als ein unglücklicher kleiner Vogel angeflattert kommt. Das arme Vögelchen friert erbärmlich, es sollte längst im warmen Süden sein, hat aber dummerweise den grossen Vogelschwarm verpasst. Flocke hat Erbarmen und versucht den kleinen Vogel zu wärmen: Er baut ihm ein Iglu, lässt ihn gar, wie ein Känguru, in seiner Bauchhöhle schlafen. Es nützt alles nichts, der Vogel muss an die Wärme und zwar schnell. Flocke beschliesst, den Vogel in den Süden zu begleiten, alleine schafft der kleine Kerl das ja nicht. Zuerst besteigen die beiden eine Seilbahn, dann geht es mit einem Wetterballon weiter und endlich, endlich erreichen sie das Land, wo die Sonne den ganzen Tag über warm vom Himmel scheint. Gut für den Vogel, schlecht für den Schneemann. Flocke schmilzt und verwandelt sich in Regentropfen. Bald zieht er aber, in einer dicken Wolke versteckt, zurück in den Norden. Und dort freuen sich die Kinder, dass es wieder schneit und sie einen kleinen Schneemann bauen können.
Was den besonderen Charme dieses Bilderbuchs ausmacht, sind vor allem die Bilder und das so passende Schriftlayout. Ein bisschen altmodisch vielleicht, aber umso reizvoller. Weil die Geschichte einen linearen Aufbau hat, können auch sehr kleine Kinder der Handlung folgen. Und am Schluss, da kann man gleich wieder von vorne anfangen und das ist etwas, was wirklich alle Kinder begeistern wird. Ein unbeschwertes und unterhaltsames Bilderbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Jörg Hilbert: Das Schneemannkind auf Reisen. Carlsen, 2016. ISNB: 978-3-551-51468-4

Rezension: Maria Riss

Rudolf Herfurtner/Maren Briswalter: Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium

16.10.2016 by

bachEs ist Weihnachten 1734 in Leipzig. Der kleine Thomas Torst hört heimlich den Proben des Thomaner Chors zu. Ach, wie gerne würde er bei dieser wundervollen Musik mitsingen! Wenn er die Klänge des Weihnachtsoratoriums hört, vergisst er die Kälte und auch den Hunger, der ihn immerzu plagt. Da lädt ihn ein junger Tenor aus dem Chor ein, er solle doch mit in die Kirche kommen, man könne ihn gut als Kerzenjunge brauchen. Thomas ist überglücklich und begleitet den Chor über die Feiertage zu allen Messen. Am Morgen singen sie in der Nikolaikirche, am Nachmittag in der Thomaskirche. Und zwischendurch, da wird immer wieder geprobt, Johann Sebastian Bach ist ein sehr strenger Kantor! Und ganz zum Schluss, als Bach hört, wie Thomas heimlich mitsingt, da lädt er ihn ein, sich doch bei der Thomas Schule zu melden. Gute Sänger würden da immer gebraucht.
Das Bilderbuch mit der Hör-CD gibt einen guten Einblick in die Verhältnisse jener Zeit. Parallel zu der Geschichte des kleinen Thomas wird auch die Weihnachtsgeschichte erzählt und zwar so fokussiert, dass man die Musik besser verstehen kann. Auf der CD wird nicht nur der Text vorgelesen, selbstverständlich ist auch Musik zu hören, Auszüge aus den wichtigsten Teilen des Oratoriums. Zuhörende werden angeleitet, die musikalische Sprache dieser wunderbaren Komposition besser zu verstehen. Vielleicht will dieses Bilderbuch etwas viel auf einmal: einen Einblick in die Lebensverhältnisse jener Zeit bieten und gleichzeitig in diese einmalige Musik einführen. Aus diesem Grund braucht es vor allem bei jüngeren Kindern wohl erwachsene Vermittler, am besten Eltern oder Lehrpersonen, welche diese Musik selber hoch schätzen und beim Verstehen helfen. So können diese Geschichte und die spannenden Hörbeispiele Kindern vielleicht die Ohren öffnen und sie zum Staunen bringen. Und wer weiss, vielleicht geht es ihnen bald so wie der Schreibenden: Weihnachten beginnt erst so richtig nach den fünf Paukenschlägen und dem Chorstück «Jauchzet, frohlocket» des Weihnachtsoratoriums. Für Kinder ab dem Schulalter.

Rudolf Herfurtner/Maren Briswalter: Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium. Aus der Reihe «Musikbilderbuch», Annette Betz, 2016. ISBN: 978-3-219-11689-2

Rezension: Maria Riss

Feridun Oral: An einem kalten Wintermorgen

16.10.2016 by

oralAn einem kalten Wintermorgen erwacht die kleine Maus, weil sie friert. Brennholz muss her und zwar schnell und möglichst viel. Die kleine Maus sammelt wie wild, alles, was rumliegt, liest sie auf. Bald hat sie einen riesigen Turm von Ästen und Holz gestapelt. So gross und schwer ist dieser Turm, dass die kleine Maus keine Chance hat, ihn nach Hause zu befördern. Da kommt ein Hase angehoppelt und hilft. Das nützt aber alles nichts, der Stapel ist einfach viel zu schwer und hoch. Auch als ein Rabe und ein Fuchs mit anpacken, klappt es nicht. Erst als die Waldtiere den alten Bären wecken, um beim Ziehen und Stossen zu helfen, bewegt sich der Stapel. Aber da passiert es: Alle Zweige und Äste krachen zu Boden und eine ganze Ladung Schnee ebenfalls. Als die Tiere aus dem Holz- und Schneehaufen endlich wieder hervorkrabbeln, wird allen klar: Das Holz muss aufgeteilt werden. Kurz darauf stapft jedes der Waldtiere mit einem überschaubaren Stapel Holz heimwärts. Und so kommt es, dass in diesem so schrecklich kalten Winter keines von ihnen mehr frieren muss.
Dieses Bilderbuch lebt, nebst der sehr einfachen, linear erzählten Geschichte, vor allem von den wunderschönen stimmungsvollen Bildern. Die Doppelseiten zeigen in überwiegend Weiss- und Brauntönen den tief verschneiten Winterwald. Umso besser kommen dadurch die sehr realistisch gemalten Tiere zur Geltung, selbst die Fellstruktur lässt sich beim genauen Hinschauen erkennen. Das wunderschön gestaltete Bilderbuch des türkischen Künstlers, mit dieser so leicht verständlichen Geschichte, eignet sich schon für ganz kleine Kinder ab etwa 4 Jahren.

Feridun Oral: An einem kalten Wintermorgen. Edition Michael Neugebauer, 2016. ISBN: 978-386566-304-7

Rezension: Maria Riss

Julia Donaldson/Axel Scheffler: Räuber Ratte

21.09.2016 by

ratte«Räuber Ratte war ein Schurke, Räuber Ratte war ein Dieb.
Reisenden stahl er das Essen, bis kein Krümel übrig blieb.»

Am liebsten frisst Räuber Ratte Kuchen, Süsskram und Gebäck. Und obwohl ihm dies die Tiere, die er unterwegs ausraubt, nicht bieten können, nimmt er ihnen alles Essen weg und stopft es in sich hinein. Vom Hasen klaut er ekelhaften Klee, vom Eichhörnchen vergammelte Nüsse, von den Ameisen ein bitteres Blatt, von der Spinne Fliegen, und schliesslich will er die zähe Ente, die nichts dabei hat, zum Abendbrot gleich ganz verfuttern. Durch einen Trick lockt die schlaue Ente Räuber Ratte zu einer verlassenen Höhle. Als sich Ratte auf der Suche nach Keksen und Kuchen in die Höhle hinein wagt, steigt die Ente blitzschnell auf Rattes Pferd und reitet wie der Wind zurück zu den armen Tieren. Da es in Räubers Satteltasche mehr als genug zu essen für alle hat, wird nun gefeiert!
Die wirklich böse, als Ritter verkleidete Ratte wird viele Kinder begeistern. Und dass man mit viel List auch Halunken besiegen kann, noch mehr. Julia Donaldson und Axel Scheffler werden die meisten Kinder von den Grüffelo-Büchern kennen. Einmal mehr beweisen die beiden mit «Räuber Ratte», dass sie die Text- und Bildsprache für Kinder meisterhaft beherrschen. Ein Bilderbuch zum Immer-Wieder-anschauen für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Julia Donaldson/Axel Scheffler: Räuber Ratte. Beltz & Gelberg, 6. Auflage 2016. ISBN: 978-3-407-79447-5

Rezension: Anita Fehr

Dorothée de Monfreid: In finsterschwarzer Nacht

21.09.2016 by

nachtWeil er auf dem Heimweg im dunklen Wald unheimliche Geräusche hört, versteckt sich Frieder in einem hohlen Baum. Von diesem sicheren Platz aus beobachtet er einen Wolf, der Feuer macht, um sich aufzuwärmen. Kurze Zeit später ertönt ein furchterregendes Geräusch und der Wolf rennt erschrocken davon. Jetzt ist es ein Tiger, der sich ans wärmende Feuer setzt, bis er durch das fürchterliche Gebrüll eines Krokodils verscheucht wird. Frieder entdeckt in seinem Baumversteck eine Tür. Diese Tür führt ihn in die Wohnung eines Hasen, der ihm anbietet, ihn bis nach Hause zu begleiten. Denn Hasen, die sind listig, Hasen kennen Tricks. Der Hase setzt sich auf die Schulter von Frieder. Darüber kommen ein schwarzer Umhang und eine fürchterliche Maske. So, als Ungeheuer verkleidet und laut brüllend, erreichen die beiden wohlbehalten Frieders Haus. Eben erst angekommen, klopft es an der Tür und sie hören die angstvollen Stimmen von Wolf, Tiger und Krokodil: «Im Wald ist ein Ungeheuer! Lasst uns herein!» Als das «Frieder-Ungeheuer» die Tür öffnet, rennen die Tiere laut schreiend in den Wald zurück.

Die Geschichte wird in kurzen Sätzen und mit plakativen Illustrationen erzählt. Die Grundfarben schwarz und blau unterstreichen die Stimmung und Furcht der Figuren richtig gut. Dieser eindringlichen Angst steht der feine, leicht schräge Humor der Geschichte gegenüber. Ein wundervolles Buch, um mit Kindern über ihre Ängste und Angstträume zu sprechen und über Strategien im Umgang mit Angst zu philosophieren. Für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Dorothée de Monfreid: In finsterschwarzer Nacht. Moritz Verlag, 2009. ISBN 978-3-89565-200-4

Rezension: Rahel Romanowski

Cornelia Funke/Susanne Göhlich: Fabers Schatz

21.09.2016 by

faberAls Opa beschliesst, nach Amerika auszuwandern, schenkt er seinem Enkel Faber nur einen alten Teppich. Den hat er vor vielen Jahren von einem Freund aus Damaskus bekommen. «Damit du mich besuchen kannst, du musst nur die Worte auf dem Teppich lesen», meint er beim Abschied. Aber auf dem Teppich sind nur Muster und seltsame Ornamente. Faber weiss nicht, was er mit diesem Teppich soll. Er klemmt ihn unter den Arm und geht zum Hafen, dort trifft er auf eine Kinderschar aus vielen fremden Ländern, die miteinander spielen. Faber setzt sich auf seinen Teppich und schaut zu. Shaima, ein Mädchen mit schwarzem Haar und seltsamen Kleidern, setzt sich zu Faber auf den Teppich. Sie erkennt, dass diese Ornamente arabische Schriftzeichen sind, sie lächelt und liest die Worte: «Tier ya besat, tier!» In diesem Moment hebt der Teppich vom Boden ab, ganz sacht. Den beiden verschlägt es zuerst die Sprache, aber dann geniessen sie den wunderschönen Flug. Es geht höher, immer höher über die Stadt und dann über fremde unbekannte Länder. Faber und Shaima staunen, wie bunt und vielfältig die Welt ist. Und ganz nebenbei lernt Faber von Shaima ein paar Worte Arabisch. Die beiden werden Freunde und fliegen künftig öfters zusammen aus. Und wer weiss, vielleicht schaffen es die beiden ja sogar mal bis zu Fabers Opa nach Amerika.

In diesem Buch ergänzen sich Text und Bilder ganz wunderbar. Alles, was Cornelia Funke im Text auslässt, ergänzt Sabine Göhlich mit ihren klaren, so stimmungsvollen Bildern. Das Buch erzählt von Freundschaft, vom Abschiednehmen und dem Staunen über die Vielfalt unserer Erde. Die Geschichte eröffnet Lesenden einen ganz anderen, unbeschwerten Zugang zum Thema Migration. Die Handlung hat einen linearen Aufbau, ist spannend und lässt sich deshalb ganz wunderbar vorlesen und erzählen. Und dass man beim Lesen oder Zuhören gleich noch ein paar arabische Worte lernen kann, macht das Ganze besonders reizvoll. Für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Cornelia Funke/Susanne Göhlich: Fabers Schatz. aladin Verlag, 2016. ISBN: 978-3-8489-0122-7

Rezension: Maria Riss

Gianna Marino: PSST! WAR DA WAS?

21.09.2016 by

psstEin Flughund, ein Opossum, ein Stinktier, ein Wolf, ein Grizzlybär und ein Uhu, sie alle sind nachts im Wald unterwegs. Obwohl sie als Nachttiere die Dunkelheit gewöhnt sind, haben alle ein bisschen Angst und fürchten sich vor jenen, die sich ebenfalls in der Finsternis herumtreiben. Unheimliche Geräusche sind aus der Dunkelheit zu hören, Schatten bewegen sich durch die Nacht. Die verschiedenen Tiere erschrecken zuerst voreinander, erkennen sich dann aber und beginnen ganz leise zu flüstern. Gemeinsam verstecken sie sich vor weiteren möglichen Gefahren. Den grössten Schreck jagen ihnen dann allerdings zwei Kinder ein, die ebenfalls in der Nacht unterwegs sind. Die beiden haben eine Taschenlampe bei sich. Als schliesslich alle Tiere in Panik flüchten, bleibt nur das Opossum zurück. Vor Menschenkindern braucht man sich doch wirklich nicht zu fürchten!
Das Bilderbuch besticht durch die einzigartigen Bilder. Auf dem durchwegs schwarzen Hintergrund kommen die verschiedenen Tiere besonders gut zur Geltung. Der Text im Buch ist auf Sprechblasen reduziert, mit den Dialogen der vor Angst schlotternden Tiere. Ein eindrückliches, wunderschön gestaltetes Bilderbuch, das schon ganz kleine Kinder ansprechen wird. Für Kinder im Kindergarten oder der Unterstufe.

Gianna Marino: PSST! WAR DA WAS? Ravensburger, 2016. ISBN: 978-3-473-44676-6

Rezension: Anita Fehr