Archive for the ‘ 07 Bilderbücher ’ Category

Buch des Monats Oktober 2018

01.10.2018 by

Roger Duvoisin: Petunia
Petunia, das ist eine Gans und zwar eine ziemlich dumme Gans. Sie lebt auf einem Bauernhof und findet dort eines Tages doch tatsächlich ein Buch im Gestrüpp. Wer Bücher besitzt, ist klug, das hat Petunia schon mal gehört. Ab sofort ist sie also klug und weise und lässt dies alle Tiere auf dem Hof auch sofort wissen. Die Tiere glauben ihr, zumal Petunia ihren Kopf immer höher trägt und ihr Hals tagtäglich zu wachsen scheint. So wird nun, wenn immer etwas passiert, nach Petunia gerufen. Sie hat zwar immer ein paar Ratschläge bereit, aber helfen tun diese nicht wirklich. Der Hund beispielsweise bekommt seinen Kopf nicht mehr aus dem Kaninchenbau, Petunia macht es wie die Menschen und entfacht am andern Eingang des Baus einfach ein Feuer. Auch beim Zählen der Küken kommt die dumme, eingebildete Gans immer wieder durcheinander. Und als sie dem Esel, weil er Zahnweh hat, gleich alle Zähne ziehen will, da zweifeln die ersten an der Weisheit dieser Gans. Erst ganz zum Schluss, als Petunia per Zufall entdeckt, dass man dieses Buch auch öffnen kann, wird sie tatsächlich klüger: «Es reicht nicht, die Weisheit mit mir herumzutragen. Ich muss sie in meinen Kopf aufnehmen. Dazu muss ich lesen lernen.»
Bereits 1950 ist diese wunderbare Geschichte erstmals in New York erschienen. Von seinem Witz und Charme hat das Bilderbuch aber nichts eingebüsst, auch die Botschaft ist ja nach wie vor aktuell. Kinder mögen es zudem genau wie vor 60 Jahren immer noch, wenn sie klüger sind als die Buchfiguren, deshalb werden wohl die meisten ihre helle Freude an dieser dummen Gans haben. Roger Duvoisin hatte vor allem mit den Büchern vom «Glücklichen Löwen» grossen Erfolg. Petunia steht dem Löwen aber in nichts nach. Auch hier beweist der Künstler sein Können. Mit wenigen Strichen und reduzierten Farben, bringt er all die unterschiedlichen Charaktere und Stimmungen der Tiere ganz wunderbar zu Papier.

Aus dem Englischen von Sabine Ludwig. Esslinger 2018. ISBN: 978-3480234776

Rezension: Maria Riss

Burny Bos / Hans de Beer: Familie Maulwurf voll in Fahrt

23.08.2018 by

In einzelnen, wirklich sehr kurzen Geschichten und mit vielen, ganz wundervollen farbigen Bildern untermalt, wird hier vom Alltag der Familie Maulwurf erzählt. Ein paar Beispiele: Da sind die Zwillinge Mats und Mia, die ein Baumhaus bauen wollen. Natürlich kommt Papa dazu und kann das alles viel besser. Während die Kinder bald darauf vor dem Fernseher sitzen, baut Papa eine echt geniale Baumhütte und lädt die Familie schliesslich doch wenigstens zur Einweihung ein. Ein andermal kommt Oma zu Besuch. Stolz zeigt sie den Zwillingen ihre eben erhaltene Kreditkarte. «Damit kann man einfach alles kaufen», meint Oma stolz. Nur am Stand des Eisverkäufers kommt sie damit nicht weit. Alles kein Problem, Oma hat ihre Blockflöte dabei, gibt ein Konzert und bald ist genug Kleingeld fürs Eis in ihrem Hut. Oder dann wird berichtet, wie die Zwillinge freiwillig den ganzen Abwasch erledigen. Sie tragen das schmutzige Geschirr einfach in den Garten, mit dem Gartenschlauch geht das alles doch sehr viel schneller. Mama und Papa Maulwurf werden eigentlich nie richtig böse, auch diesmal nicht. Ganz im Gegenteil, bald spritzen sie sich alle gegenseitig nass und geniessen diesen Abwasch so richtig.
Hans de Beer und Burny Bos verstehen ihr Fach, das vorliegende Bilder- und Erzählbuch wird Kindern begeistern: Man kann immer wieder lachen und es gibt in den wunderschönen Bildern viele Details zu entdecken. Das Buch eignet sich sehr gut für kleinere Kinder, weil die über vierzig Geschichten so kurz und einfach sind und weil sie von einem Familienalltag erzählen, den alle wohl bestens kennen. Ein Erzähl-und Entdeckerbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Burny Bos / Hans de Beer: Familie Maulwurf voll in Fahrt. Aus dem Niederländischen von Sonja Fiedler-Tresp. WooW Books im Atrium Verlag 2018. ISBN: 978-3-96177-020-5

Rezension: Maria Riss

Markus Grolik: Elmar Elch und der Hase, der vom Himmel fiel

23.08.2018 by

Elmar liebt seinen Wald, die vielen Beeren und die Wiese, auf der er sich so wunderbar ausruhen kann. Aber heute ist es mit dem Ausruhen nicht weit her, kaum liegt der Elch am Boden, fliegt ihm doch tatsächlich ein Hase mitten auf den Kopf. Es ist Toni, der schnellste Hase überhaupt, auf der Suche nach dem Seehasen. Mal ein bisschen Abwechslung ist gar nicht so schlecht denkt Elmar und macht sich mit Hase Toni auf die Suche. Aber einen Seehasen finden sie nicht, egal wo sie suchen, weder im Wald noch auf dem hohen Felsen oder im Teich. Durch ein Missgeschick, der Hase wollte zeigen wie mutig er ist, fallen Hase und Elch in den Fluss – und schwimmen, das können alle beide nicht. Im letzten Moment gelingt es ihnen, sich an einem vorbeitreibenden Baumstamm festzuklammern. So erreichen sie schliesslich das Meer und nehmen als erstes Schwimmunterricht bei Wal Ross. Ja und da, in weiter Ferne, da treffen die beiden wirklich auf einen Seehasen. Das ist nämlich ein Fisch, der ihnen beim Schwimmen ein paar Tricks beibringt. Mit dessen Hilfe schaffen die beiden das Seepferdchenabzeichen problemlos. Selbstverständlich sind Elmar und Toni seit diesem Abenteuer beste Freunde. Allerbeste sogar.
Markus Grolik hat ein richtig spannendes Bilderbuch geschrieben und gezeichnet. Und zu lachen und lernen gibt es zudem eine ganze Menge. Zum Beispiels, dass es nicht nur Seehasen, sondern auch Seegurken, Seeigel oder Seekühe gibt. Die Bilder sind schwungvoll, ein bisschen cartoonhaft und bringen den ganzen Witz der Geschichte wunderbar zur Geltung. Dieses ein bisschen schräge Bilderbuch wird Kinder ab dem Kindergarten mit Sicherheit begeistern.

Markus Grolik: Elmar Elch und der Hase, der vom Himmel fielLappan im Carlsen Verlag 2018. ISBN: 978-3-8303-1286-4

Rezension: Maria Riss

Marianne Dubuc: Lucie und die vier

27.04.2018 by

lucieDas Mädchen Lucie hat vier überaus nette Freunde: die Maus Marcel, den Hasen Leon, die Schildkröte Doris und die winzig kleine Schnecke Adrian. Lucie und ihre Freunde sind im Wald unterwegs, sie machen ein Picknick, finden zusammen einen Schatz und suchen schliesslich für drei frisch geschlüpfte, niedliche Küken eine passende Mutter. Marianne Dubuc, bekannt durch ihre Bilderbücher über Briefträger Maus, erzählt die drei Abenteuer der Freunde mit wenig Text und ganz wunderbaren, detailreichen und zarten Bildern. Weil jeder Handlungsschritt auch im Bild dargestellt und das Geschehen linear erzählt wird, können schon ganz kleine Kinder dem Buchgeschehen folgen. Die liebenswerte Figuren und die Suche nach kleinen Details machen dieses eher kleinformatige Bilderbuch wohl für viele Kinder zu einem Lieblingsbuch, das sie über längere Zeit begleiten wird. Schon bald werden sie in der Lage sein, die Geschichte selber zu erzählen, vielleicht ihrem Teddybären oder den jüngeren Geschwistern. Für Kinder ab etwa 3 Jahren.

Marianne Dubuc: Lucie und die vier. Beltz 2018. ISBN: 978-3-407-82342-7

Rezension: Maria Riss

Jörg Mühle: Zwei für mich, einer für dich

24.04.2018 by

zweiBär findet im Wald drei grosse Pilze. Super, das gibt ein Festessen mit seinem Freund, dem Wiesel. Wiesel ist geübt im Kochen und bereitet diese drei Pilze auf eine überaus leckere Art und Weise zu. Beide setzten sich zu Tisch und bekommen sich auch gleich in die Haare: Drei Pilze für zwei Personen, wie soll das denn bitteschön gehen? Bär hat die Pilze schliesslich gefunden, also stehen ihm sicher zwei zu. Wiesel hat die Pilze gekocht, also steht doch ihm zweifellos die grössere Portion zu. Aber Bär ist grösser und Wiesel? Das muss noch wachsen. Die beiden geraten sich dermassen in die Haare, dass sie erst zu spät bemerken, wie sich ein listiger Fuchs anschleicht und sich den grössten Pilz schnappt. Jetzt kehrt plötzlich Ruhe ein, das Problem ist gelöst – hätte da nicht Wiesel noch drei Erdbeeren zum Nachtisch mitgebracht.
Jörg Mühle hat diese wunderbar einfache und so lebensnahe Geschichte verfasst sowie die Bilder dazu gemalt. Vielleicht ist dies der Grund, dass das Buch so stimmig ist, dass es wie aus einem Guss daher kommt, dass sich Text und Bild wie kaum in einem andern Buch so optimal ergänzen. Schon ganz kleine Kinder werden sich in den beiden Streithähnen wiederfinden und kommen ganz allein auf die Botschaft des witzigen Bilderbuchs. Wenn Grundwerte auf so wundervolle Art und Weise vermittelt werden, ist das einfach nur gut und passt auch in die Zeit. Ein Bilderbuch zum «Immer–wieder–Anschauen» für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Jörg Mühle: Zwei für mich, einer für dich. Moritz 2018. ISBN: 978-3-89565-357-5

Rezension: Maria Riss

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek!

18.11.2017 by

löweWenn man eine Bibliothek nutzt, muss man sich an die Regeln halten. Darauf achtet die Leiterin Miss Pepper ganz besonders. Als nun eines Tages ein Löwe den wunderbaren Ort der Bücher betritt, darf er bleiben, wenn er sich nur an die Regeln hält. Und das macht der Löwe auch. Er kommt jetzt sogar jeden Tag, hält sich brav an die Regeln und hilft manchmal sogar mit. Für Frau Pepper und auch die Kinder gehört der nette Löwe bald ganz einfach dazu. Aber dann passiert ein Unglück und der Löwe brüllt so laut, wie er noch nie gebrüllt hat. Das ist eindeutig gegen die Regeln und wer das tut, der muss gehen. Traurig schleicht sich der Löwe deshalb davon. Bald schon merken alle, wie sehr der Löwe ihnen fehlt. Er muss unbedingt wiederkommen. Und das tut er zu guter Letzt auch. Ab sofort gibt es in der Bibliothek nämlich eine neue Regel: Wenn ein Unglück passiert, dann darf man brüllen und zwar so laut man kann!
Bestechend an diesem Bilderbuch sind vor allem die Aufmachung und die wunderschönen, in zarten Farben gezeichneten Bilder. Eine solche Bibliothek würde man selbst gerne nutzen, ein bisschen altertümlich vielleicht, aber voller Wärme, Behaglichkeit und mit einer riesigen Auswahl an Lesestoff. Die Geschichte lässt sich sehr gut erzählen und Kinder werden mit Sicherheit an der ruhigen, aber doch spannenden Handlung und all den Details, die sich in den Bildern entdecken lassen, ihren Spass haben. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Michelle Knudsen / Kevin Hawkes: Ein Löwe in der Bibliothek! Orell Füssli 2017. ISBN: 978-3-280-03542-9

Rezension: Maria Riss

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi

18.11.2017 by

pipiPrinz Tommi ist ein besonders tapferer Prinz. Gerade ist er auf seinem Pferd Herr Springer unterwegs zum Schloss Krümelfels, das von einem schrecklich gefährlichen Drachen bedroht wird. Dumm ist einfach, dass Prinz Tommi ganz dringend mal muss. Immer wieder unterbricht er seinen Ritt und versucht es, aber jedes Mal wird der arme Prinz dabei gestört. Mal sind es sieben Zwerge, dann ein Wolf oder ein schrecklicher Riese. Total verschwitzt, die schwere Rüstung ist in solchen Situationen ja nicht wirklich bequem, erreicht er schliesslich Schloss Krümelfels. Er muss nun dermassen dringend, dass er einfach am gefährlichen Drachen vorbeirast und sich endlich, endlich oben auf dem Schloss erleichtern kann. Und der Drache? Der ist tief beeindruckt, noch nie wagte es bis anhin jemand, einfach an ihm vorbeizurennen. Prinz Tommi ist wahrlich der tapferste aller Prinzen!
Kinder werden diese Geschichte lieben. Es ist nicht nur das Thema, das in einem gewissen Alter besonders fasziniert. Das Buch besticht auch durch die linear und gut verständliche Geschichte, die vielen Wiederholungen und die passenden, leicht schrägen und ausdrucksstarken Bilder mit vielen Anspielungen auf die Grimm’sche Märchenwelt. Ein leicht ironisches und witziges Bilderbuch zu einem Thema, das Kinder ab etwa 4 Jahren bestens kennen.

Greg Gormley / Chris Mould: Der Prinz muss mal Pipi. Lappan 2017. ISBN: 978-3-8303-1269-7

Rezension: Maria Riss

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann

18.11.2017 by

osterm«Mutter, ich muss noch was fragen.
Wenn ich gross bin irgendwann…?»
«Dann wirst du der Weihnachtsmann.»
Der Knabe senkt den Blick und spricht:
«Aber, ach … Ich will gar nicht.»
Schon in den ersten Zeilen dieses Bilderbuchs wird das Problem des Weihnachtsmannsohnes deutlich: Nein, er will niemals Weihnachtsmann werden, er hasst es, heissen Tee zu trinken, das Schlittenfahren erscheint ihm viel zu gefährlich, den Winter findet er schrecklich und das ganze Glitzerzeug, das kann ihm gestohlen bleiben. Viel lieber mag der Junge Blumen, Schmetterlinge, Wärme und Eier, farbig bemalte am liebsten. Kinder sind beim Durchsetzen ihres Willens in aller Regel sehr stark, der kleine Sohn des Weihnachtmanns ist darin ein wahrer Meister. Wie es kommt , dass schon im nächsten Jahr ein Osterhase mit rotem Mantel Eier verteilt und bei einem der Weihnachtsmänner verdächtig lange Ohren unter dessen Mütze hervorgucken, das erfährt man beim Lesen dieses wunderbar witzigen Buches.
Eine Geschichte in Versen zu schreiben, ist eine grosse Kunst. Marc-Uwe Kling ist dies im vorliegenden Buch hervorragend gelungen. Bald schon werden Kinder wohl einzelne Reime auswendig kennen. Die Bilder sind voll von kleinen Details, geben immer wieder Grund zum Schmunzeln und Lachen und passen ganz wunderbar zum Geschehen. Das Bilderbuch ist ein Lesegenuss für alle, die Weihnachten nicht ganz so ernst nehmen.

Marc-Uwe Kling / Astrid Henn: Der Ostermann. Carlsen 2017. ISBN: 978-3-551-51935-1

Rezension: Maria Riss

Georg Dreissig / Maren Biswalter: Melchior und das Gold der Armen

18.11.2017 by

armeMelchior war ein besonders mächtiger Herrscher. Er zog, wie viele andere los, um dem hell leuchtenden Stern zu folgen. Mit seinem grossen, pompösen Tross erreichte er nach einer langen Reise schliesslich den Stall in Bethlehem. Dort legte er zur grossen Verwunderung seiner Vasallen seine feinen Kleider ab und trat wie ein niedriger Bettler in den Stall. Er beschenkte das Kind reich. Seine Gefolgsleute waren verwirrt. Hatte ihr grosser König Melchior den Verstand verloren? Als die Karawane wieder gen Osten zog, liess Melchior bei jedem Bettler anhalten und verteilte Goldstücke. Dem Wesir des Königs gefiel das gar nicht und schon am nächsten Abend überreichte er dem König einen Trunk mit einem Schlafmittel. Völlig mittellos, nur mit einem Umhang bekleidet, erwachte Melchior am nächsten Morgen. Die Karawane hatte sich davongemacht. Melchior machte sich auf und gelangte ins nächste Dorf. Dort erzählte er den Menschen die Geschichte vom kleinen König im Stall. Die Menschen hörten gespannt zu und waren von dieser wunderbaren Geschichte so begeistert, dass er Essen und ein Nachtlager erhielt. Bald brach Melchior wieder auf, er wollte weiter ins nächste Dorf, um diese Geschichte möglichst vielen Menschen zu erzählen. Schliesslich gelangte er in sein eigenes Königreich. Nur sein Sohn, der neue König, erkannte Melchior. Melchior wollte aber nicht als König zurückkommen, sondern als Erzähler. Möglichst alle Menschen in seinem Land sollten von diesem Wunder des kleinen Kindes erfahren.
Georg Dreissig ist Priester, mit dieser Geschichte verknüpft er ganz klar eine wichtige christliche Botschaft, die ja aber auch zu Weihnachten gehört. Trotzdem ist diese Geschichte spannend und Kinder werden mit Sicherheit gerne zuhören. Duktus und Sprache sind wunderschön aber auch sehr anspruchsvoll. Kinder werden jemanden brauchen, der ihnen die Geschichte erzählt, genauso wie es Melchior in dieser Geschichte tut. Maren Biswalter hat mit ihren detailreichen, zarten und realistischen Bildern die Stimmungen dieser Geschichte wunderbar eingefangen. Für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Georg Dreissig / Maren Biswalter: Melchior und das Gold der Armen. Urachhaus 2017. ISBN: 978-3 8251-5114-0

Rezension: Maria Riss

Stephanie Schneider, Ingrid Sissung-Weber: Gans vergessen

18.11.2017 by

gansKuh Tilda und Kamel Klaus, die schreiben sich seit langem regelmässig Briefe. Nun wollen sie sich endlich mal sehen und persönlich kennenlernen und Weihnachten, das wär doch die Gelegenheit! Also macht Kamel Klaus sich auf, um diese so überaus nette Kuh zu besuchen. Gemeinsam schmücken sie den Baum, ein paar Geschenke werden auch bereit gemacht, die Feier kann losgehen. Sie merken es beide fast gleichzeitig: Zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört auch ein entsprechendes Festessen. Sie haben beide doch glatt die Weihnachtsgans vergessen! Eine Gans muss her und zwar schnell. Klaus und Tilda lassen sich nicht entmutigen, sie gehen auf die Suche. Aber im ganzen Dorf lässt sich keine Gans auftreiben. Kaum wieder in der warmen Stube klopft es an der Tür. Eine arg verfrorene und unglückliche Gans steht da im Schneetreiben. An Weihnachten muss man Armen helfen und barmherzig sein, deshalb wird die Gans Marietta herein gebeten. Klar, dass man einen Weihnachtsgast nicht braten darf und bald singen sie zu dritt all die wunderbaren Lieder unter dem Baum. Und das Essen? Es finden sich in Kuh Tildas Küche Gottlob noch viele feine Leckereien. Es muss ja nicht jedes Jahr unbedingt eine Weihnachtsgans sein.
Schon der Titel verrät es, dieses Bilderbuch regt nicht nur zum Lachen, sondern auch zu mancherlei Sprachspielen ein. Das Lied «Ihr Rinderlein kommet» singen die drei wunderschön und beim «Strohwalzer» wagen Tilde und Klaus gar ein Tänzchen miteinander. Besonders gefallen auch die farbenprächtigen, schwungvollen und ausdrucksstarken Bilder des Buches, das viele Kinder und auch Erwachsene ansprechen wird. Ein Bilderbuch, indem die lustige, spannende Geschichte und die Bilder wunderbar zusammen passen für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Stephanie Schneider, Ingrid Sissung-Weber: Gans vergessen. Knesebeck 2017. ISBN: 978-3-86873-888-9

Rezension: Maria Riss