Literarisches Lernen im Anfangsunterricht

03.04.2012 von

eine Unterrichtsidee von Maria Riss, Zentrum Lesen (Rundschreiben 2007/13)

Wie Kinder mit Büchern umgehen, hängt in hohem Masse von ihren bisherigen Erfahrungen ab. Kinder, die mit Lesevorbildern aufwuchsen, Kinder, die in einer buchfreundlichen Umgebung gross geworden sind, denen von klein auf Geschichten erzählt wurden, die sich zudem über Inhalte und Erfahrungen austauschen konnten, bringen die besten Voraussetzungen für das Erlernen von Sprache und Schrift mit.

Die Geschichten an sich sind aber nicht ausschliesslich an die Schrift gebunden. Das heisst, dass auch Kinder, die in schriftfernen Familien aufwuchsen, denen nicht erzählt oder vorgelesen wurde, dennoch narrative Strukturen oder zumindest narrative Elemente kennen (Figurenkonstellationen, Handlungsmuster, Motive), sie haben sich diese im Laufe ihrer Kindheit zum Teil mit Hilfe von audiovisuellen Medien angeeignet (Fernsehen, Kino, Hörkassetten). Solche Kinder bringen zwar keine Lesefertigkeiten mit, ihnen ist der Umgang mit Schrift und Büchern nicht vertraut, sie haben aber ein gewisses Vorwissen im Bereich des literarischen Verstehens. Wie allerdings eine längere Geschichte funktioniert, wie Geschichten strukturiert sind – dieses Wissen können die meisten Kinder mit TV-Filmen allein nicht aufbauen. Hier können Bilderbücher Brücken schlagen …

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