Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord: Planungsworkshop mit der Bevölkerung

19.04.2013 by

Die Ideensammlung und die Bewertung der einzelnen Vorschläge (siehe Blogbeitrag “Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord”) stellte die thematische Ausgangsbasis für einen Planungsworkshop mit der Bevölkerung dar, zu dem das Quartierbüro im Januar 2013 die Ideengebenden und alle Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers einlud.

Zur Diskussion standen für alle Themen und Ideen die folgenden Leitfragen, die in den jeweiligen Interessierten-Gruppen erörtert wurden:

  • Für welche Ideen gibt es Interessierte, die mitarbeiten möchten?
  • Welche Schritte sind nötig, um diese Ideen zu verwirklichen?
  • Welche Ressourcen (Zeit, Information und Wissen, mitarbeitende Personen, Geld, Material) braucht es, damit diese Ideen verwirklicht werden können?
  • Was ist der Zeitplan für die Verwirklichung, was soll bis wann gemacht werden?
  • Was möchten die Interessierten zur Verwirklichung beitragen?
  • Welche Unterstützung brauchen wir für die Verwirklichung der Idee? Was könnte das Quartierbüro beitragen?
  • Welche Fragen müssen noch geklärt werden?
  • Wie verbleiben wir (nächster Schritt, Termin…)?

 

Katrin Haltmeier stellt ihre Arbeit im Quartierbüro vor und gibt zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Quartier einen Einblick in Ideen und Themen des Workshops:

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Aktuell befinden sich mehrere Projekte zu Beginn der Umsetzung und das Quartierbüro bietet hierbei eine Plattform zur Vernetzung und hilft beim Initiieren konkreter Ideen wie beispielsweise der Organisation eines Mittagstischs für Schulkinder, dem Aufbau eines Deutsch-Lehr- und -Lern-Angebots oder beim Anlegen eines Gemeinschaftsgartens oder eines Vitaparcours.

Das Quartierbüro ist jeweils am Mittwochnachmittag für die Bevölkerung geöffnet. Es bietet neben der konkreten Unterstützung für Initiativen aus dem Quartier und einer Ansprechperson für die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner von Aarburg Nord auch diverse Informationen, zwei Computer-Arbeitsplätze und Bücher zum Ausleihen.

Weitere Informationen zum “projet urbains” des Instituts Sozialplanung und Stadtentwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW finden Sie hier.

Links

Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord

19.04.2013 by

Vorstellung des “Projet Urbains Integration in Wohngebiete” und der Arbeit des Quartierbüros

Im August 2012 startete das Projekt “Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord” des Instituts Sozialplanung und Stadtentwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und der Gemeinde Aarburg, das im Rahmen der 2. Phase des Modellvorhabens des Bundes “projet urbains” umgesetzt wird. Das Projekt zielt über die Einrichtung eines Quartierbüros darauf ab, eine soziale und städtebauliche Vision zu entwickeln und konkrete Massnahmen in den Themenfeldern Soziales, Städtebau, Gewerbe und Verkehr zu realisieren. Schwerpunktthemen sind kinderfreundliches Quartier, Urban Gardening, Gewerbe und Bildung sowie Wohnen und Liegenschaften.

Aarburg-Nord (4100 Bewohnerinnen und Bewohner) ist ein durch Verkehrsachsen (Kantonsstrasse, SBB-Linien, topographische Felsenge, Aare) sowie politisch-administrative Lage (Kantonsgrenze) geteiltes Wohngebiet. Die Folgen drücken sich im Sozialen, Städtebaulichen und Gewerblichen aus: hohe Fluktuation der Bevölkerung, Vernachlässigung einzelner Wohnsiedlungen, Konzentration von sozial benachteiligten Menschen, Abwanderung des Kleingewerbes und Ausbreitung von agglomerationstypischen Gewerben entlang der Kantonsstrasse. Gleichzeitig ist Aarburg Nord sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Aare und Wald sind in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar.

Ideensammlung für Aarburg Nord
Im Herbst 2012 forderte das Quartierbüro die Bevölkerung auf, Ideen und Wünsche für Aarburg Nord einzureichen. Der dafür gestaltete Flyer wurde entsprechend der unterschiedlichen Nationalitäten der Bewohnerinnen und Bewohner in fünf Sprachen (Deutsch, Türkisch, Portugiesisch, Serbokroatisch, Englisch) veröffentlicht.

Insgesamt haben 40 Personen fast 100 Vorschläge eingereicht, die in einer Ausstellung im Oktober 2012 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Konkrete Vorschläge wurden den Themen Natur und Gärtnern, Spazieren, Quartiergestaltung, Begegnung und Austausch, Nachbarschaft, Essen und Kochen u.a.m. zugeordnet. Während der Ausstellung konnten Besucherinnen und Besucher aus dem Quartier die Vorschläge bewerten, indem sie ihre drei Lieblingsideen mit einem Punkt bezeichneten.

So wurde beispielsweise folgender Vorschlag mit vielen Punkten bewertet: gute Verpflegungsmöglichkeiten für Kinder, Gemeinschaftsessen, Verpflegung vor Schulbeginn, Mittagstische vernetzen und koordinieren, gemeinsam bewusst essen, gemeinsam kochen und essen, Projekt Gesund kochen in der Kochschule, etc.

Auch Vorschläge zur Quartiergestaltung und zur Qualität von Aussenräumen wurden von vielen als sehr wichtig eingeschätzt, beispielsweise eine Fussgänger-Brücke über die Aare zwischen Längacker/Kloosmatte zum Ruttiger (das würde das Wandern v.a. für ältere Leute erleichtern), den fehlenden Fussweg ab Rotel bis Olten ergänzen, Personenunterführungen besser unterhalten und gestalten (Beleuchtung, Bemalung) und beleben.

 

 

Entwicklung der innerorganisationalen Kooperationskompetenz

25.03.2013 by

In Dienstleistungs- und Produktionsorganisationen hat die innerorganisationale Kooperationskompetenz hohe Relevanz. Die Kooperation wird neben der Zweckorientierung (Sicherung der oekonomischen Sicherheit des Unternehmens) und dem organisationalen Lernen (Aufgreifen von veränderten Marktansprüchen) öfters als dritte Grundfunktion bezeichnet.

Durch immer häufiger auftretende multiprofessionelle Teams muss die Kooperation “die Folgen professioneller Ausdifferenzierung [zu] kompensieren” (Bauer, 2011, S. 342ff). Um komplexe Problemstellungen und Fälle effizient und effektiv bearbeiten zu können, sind spezialisierte Teilsysteme mit ihrem jeweils eigenen Autonomieanspruch auf die gegenseitige Zusammenarbeit angewiesen.

Gelingende Kooperation zeichnet sich durch konstruktive Bearbeitung eines gemeinsamen Gegenstandes aus, wobei die gegenseitige Abstimmung und Unterstützung ebenso zu beachten ist wie die Zielvorstellungen und jeweiligen Logiken der unterschiedlichen Fachkräfte und Professionen.

Im Zentrum steht dabei das Wissen über Interaktions- und Kommunikationsprozesse, Konfliktbearbeitung, Unterstützungsprozesse, Verhandlungskompetenz, die Reziprozität des Handelns, der Umgang mit Ungewissheit ebenso wie aufgabenspezifische Aspekte und die Gestaltung der Betriebsarchitektur.

Wie aber kann nun gelingende Kooperation in einem Unternehmen gefördert werden? Wieviel Kooperation ist eigentlich angemessen? Und: Ist ein Mehr an Kooperation immer wünschenswert?

Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt “Entwicklung der innerorganisationalen Kooperationskompetenz” nach. Basis dieser Untersuchung ist die Vorstudie “Kooperation im interdisziplinären Team – Förderliche und hinderliche Faktoren der Kooperation am Beispiel des Behandlungszentrums Janus in Basel” (Birk 2012).

Als Forschungsfeld wurden vier Organisationen aus dem Profit-, Nonprofit- sowie Publicbereich nach festgelegten Kriterien ausgewählt. In den verschiedenen Organisationen wird mittels Dokumentenanalyse, Online-Befragungen sowie Gruppendiskussionen der IST-Zustand sowie der Bedarf an innerorganisationaler Kooperation erhoben. Aufgrund der Datenanalyse wird im Anschluss individuell für jede/n Praxispartner/in ein Validierungsworkshop zur Festigung oder Weiterentwicklung der Kooperationskompetenz in der Organisation entwickelt und durchgeführt. Mögliche Veränderungen werden sechs Monate später mittels einer Nachbefragung abgefragt.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.organisationsdynamik.ch.

Literatur:

  • Axelrod, R. (2009). Die Evolution der Kooperation (7. Auflage). München: Oldenbourg.
  • Balz, H.-J., & Spiess, E. (2009). Kooperation in sozialen Organisationen – Grundlagen und Instrumente der Teamarbeit ein Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Bauer, P. (2011). Multiprofessionelle Kooperation in Teams und Netzwerken – Anforderungen an die Soziale Arbeit. Zeitschrift für Sozialpädagogik. Thema: Kooperation in der Sozialen Arbeit. Jhg 9, (4). S. 341–361.
  • Birk, A. (2012). Kooperation im interdisziplinären Team – Förderliche und hinderliche Faktoren der Kooperation am Beispiel des Behandlungszentrums Janus in Basel. Masterthesis: BFH Bern.