“Smart Living” – Fallbeispiel Aarburg Nord

05.12.2013 by

Die Strategische Initiative der FHNW „Smart Living“ erprobte im November 2013 einen ersten Prototypen.

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Bild: Gerd Altmann / pixelio.ch

Strategische Initiative “Smart Living”
Die Strategische Initiative “Smart Living” greift die Frage der Bedeutung des Quartiers und der Nachbarschaft als Kernelement sozialer Integration auf und untersucht, welche Unterstützung intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien dabei leisten können.

Das konzeptionelle und technische Rahmenwerk, das durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Hochschulen für Soziale Arbeit (Schwerpunkt Stadtentwicklung, Lead), Architektur, Bau und Geomatik (Schwerpunkt Geoinformation) sowie Wirtschaft (Schwerpunkt Cloud Computing) entsteht, wird in der Gemeinde Aarburg/AG erprobt.

Fallbeispiel Aarburg Nord – Prototyp I
Eine erste Anwendungsmöglichkeit bietet sich in einem Projekt, in dem es um Mitbestimmung bei der Ausgestaltung des Wohnumfelds und des Stadtteils geht. Dies stellt eine zentrale Dimension einer tragfähigen Alltagskultur dar. Der erste Prototyp von “Smart Living” soll den Kindern und Jugendlichen in Aarburg Nord mithilfe eines Public Participatory Geographic Information Systems (PP GIS) ermöglichen, ihr Wohnumfeld zu bewerten, Ideen und Anregungen einzubringen, konkrete Projektideen vorzuschlagen und diese gegenseitig zu bewerten.

Bedeutung für die Soziale Arbeit
Die Gestaltung, Aneignung und Wiederaneignung des Alltagslebens, die Förderung der Kommunikation und Partizipation von Einzelnen, Gruppen und Gemeinschaften und die Bildung von überbrückendem Sozialkapital sind zentrale Elemente der Entwicklungsarbeiten. Damit leistet die Strategische Initiative “Smart Living” einen wichtigen Beitrag für die gemeinwesenorientierten Handlungsfelder der Sozialen Arbeit.

Kontakt:
Timo Huber, BSc in Sozialer Arbeit mit Vertiefung in Soziokultur, Institut Sozialplanung und Stadtentwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, timo.huber@fhnw.ch

Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord: Planungsworkshop mit der Bevölkerung

19.04.2013 by

Die Ideensammlung und die Bewertung der einzelnen Vorschläge (siehe Blogbeitrag “Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord”) stellte die thematische Ausgangsbasis für einen Planungsworkshop mit der Bevölkerung dar, zu dem das Quartierbüro im Januar 2013 die Ideengebenden und alle Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers einlud.

Zur Diskussion standen für alle Themen und Ideen die folgenden Leitfragen, die in den jeweiligen Interessierten-Gruppen erörtert wurden:

  • Für welche Ideen gibt es Interessierte, die mitarbeiten möchten?
  • Welche Schritte sind nötig, um diese Ideen zu verwirklichen?
  • Welche Ressourcen (Zeit, Information und Wissen, mitarbeitende Personen, Geld, Material) braucht es, damit diese Ideen verwirklicht werden können?
  • Was ist der Zeitplan für die Verwirklichung, was soll bis wann gemacht werden?
  • Was möchten die Interessierten zur Verwirklichung beitragen?
  • Welche Unterstützung brauchen wir für die Verwirklichung der Idee? Was könnte das Quartierbüro beitragen?
  • Welche Fragen müssen noch geklärt werden?
  • Wie verbleiben wir (nächster Schritt, Termin…)?

 

Katrin Haltmeier stellt ihre Arbeit im Quartierbüro vor und gibt zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Quartier einen Einblick in Ideen und Themen des Workshops:

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Aktuell befinden sich mehrere Projekte zu Beginn der Umsetzung und das Quartierbüro bietet hierbei eine Plattform zur Vernetzung und hilft beim Initiieren konkreter Ideen wie beispielsweise der Organisation eines Mittagstischs für Schulkinder, dem Aufbau eines Deutsch-Lehr- und -Lern-Angebots oder beim Anlegen eines Gemeinschaftsgartens oder eines Vitaparcours.

Das Quartierbüro ist jeweils am Mittwochnachmittag für die Bevölkerung geöffnet. Es bietet neben der konkreten Unterstützung für Initiativen aus dem Quartier und einer Ansprechperson für die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner von Aarburg Nord auch diverse Informationen, zwei Computer-Arbeitsplätze und Bücher zum Ausleihen.

Weitere Informationen zum “projet urbains” des Instituts Sozialplanung und Stadtentwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW finden Sie hier.

Links

Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord

19.04.2013 by

Vorstellung des “Projet Urbains Integration in Wohngebiete” und der Arbeit des Quartierbüros

Im August 2012 startete das Projekt “Integrierte Quartierentwicklung Aarburg Nord” des Instituts Sozialplanung und Stadtentwicklung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und der Gemeinde Aarburg, das im Rahmen der 2. Phase des Modellvorhabens des Bundes “projet urbains” umgesetzt wird. Das Projekt zielt über die Einrichtung eines Quartierbüros darauf ab, eine soziale und städtebauliche Vision zu entwickeln und konkrete Massnahmen in den Themenfeldern Soziales, Städtebau, Gewerbe und Verkehr zu realisieren. Schwerpunktthemen sind kinderfreundliches Quartier, Urban Gardening, Gewerbe und Bildung sowie Wohnen und Liegenschaften.

Aarburg-Nord (4100 Bewohnerinnen und Bewohner) ist ein durch Verkehrsachsen (Kantonsstrasse, SBB-Linien, topographische Felsenge, Aare) sowie politisch-administrative Lage (Kantonsgrenze) geteiltes Wohngebiet. Die Folgen drücken sich im Sozialen, Städtebaulichen und Gewerblichen aus: hohe Fluktuation der Bevölkerung, Vernachlässigung einzelner Wohnsiedlungen, Konzentration von sozial benachteiligten Menschen, Abwanderung des Kleingewerbes und Ausbreitung von agglomerationstypischen Gewerben entlang der Kantonsstrasse. Gleichzeitig ist Aarburg Nord sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Aare und Wald sind in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar.

Ideensammlung für Aarburg Nord
Im Herbst 2012 forderte das Quartierbüro die Bevölkerung auf, Ideen und Wünsche für Aarburg Nord einzureichen. Der dafür gestaltete Flyer wurde entsprechend der unterschiedlichen Nationalitäten der Bewohnerinnen und Bewohner in fünf Sprachen (Deutsch, Türkisch, Portugiesisch, Serbokroatisch, Englisch) veröffentlicht.

Insgesamt haben 40 Personen fast 100 Vorschläge eingereicht, die in einer Ausstellung im Oktober 2012 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Konkrete Vorschläge wurden den Themen Natur und Gärtnern, Spazieren, Quartiergestaltung, Begegnung und Austausch, Nachbarschaft, Essen und Kochen u.a.m. zugeordnet. Während der Ausstellung konnten Besucherinnen und Besucher aus dem Quartier die Vorschläge bewerten, indem sie ihre drei Lieblingsideen mit einem Punkt bezeichneten.

So wurde beispielsweise folgender Vorschlag mit vielen Punkten bewertet: gute Verpflegungsmöglichkeiten für Kinder, Gemeinschaftsessen, Verpflegung vor Schulbeginn, Mittagstische vernetzen und koordinieren, gemeinsam bewusst essen, gemeinsam kochen und essen, Projekt Gesund kochen in der Kochschule, etc.

Auch Vorschläge zur Quartiergestaltung und zur Qualität von Aussenräumen wurden von vielen als sehr wichtig eingeschätzt, beispielsweise eine Fussgänger-Brücke über die Aare zwischen Längacker/Kloosmatte zum Ruttiger (das würde das Wandern v.a. für ältere Leute erleichtern), den fehlenden Fussweg ab Rotel bis Olten ergänzen, Personenunterführungen besser unterhalten und gestalten (Beleuchtung, Bemalung) und beleben.