Nationale Studie zur Akzeptanz einer medikamentösen HIV-Präventionsmethode

23.07.2015 by

Würden in der Schweiz wohnhafte Männer, die Sex mit Männern haben, die medikamentöse Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) zum Schutz vor HIV nutzen? Und welche Faktoren beeinflussen die Nutzungsbereitschaft? Diesen Fragen geht eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW nach.

Die PrEP ist eine orale Chemoprophylaxe: Durch die tägliche Einnahme einer Tablette soll eine Infektion mit HIV verhindert werden. Zurzeit ist die PrEP nur in den USA zugelassen. Vor einer Zulassung in der Schweiz soll geklärt werden, ob in der Schweiz wohnhafte Männer, die Sex mit Männern haben, überhaupt an einer Nutzung der PrEP interessiert wären.

Bereitschaft zur Nutzung klären
In der Studie wird daher einerseits untersucht, wie hoch die Bereitschaft zur Nutzung der PrEP bei Männern, die Sex mit Männern haben, in der Schweiz ist. Andererseits werden förderliche und hindernde Faktoren ermittelt, die diese Bereitschaft am stärksten beeinflussen.

Den theoretischen Rahmen liefert ein Modell aus der Technikakzeptanzforschung. Das Modell wurde durch den Einbezug bestehender Forschungsergebnisse und anhand der Ergebnisse aus den fünf eigens dafür durchgeführten Fokusgruppendiskussionen erweitert und kontextualisiert.

Onlinebefragung dient zielgruppenspezifischer HIV-Prävention
Anhand einer Onlinebefragung werden nun die Meinungen von in der Schweiz wohnhaften Männern, die Sex mit Männern haben, zur PrEP erhoben. Insgesamt sollen 500 HIV-negative Männer, die Sex mit Männern haben, befragt werden.

Die Erkenntnisse der Studie dienen der zielgruppenspezifischen HIV-Prävention und leisten einen Beitrag zur Diskussion rund um die Einführung der PrEP in der Schweiz.

Den Link zur Befragung und weitere Informationen zur Studie finden Sie auf folgender Webseite: www.prepstudy.ch

Kontakt
Prof. Dr. Sibylle Nideröst,
Leiterin Institut Integration und Partizipation IIP,
sibylle.nideroest@fhnw.ch
Prof. Dr. Daniel Gredig,
Leiter Master-Studium, Studienzentrum Soziale Arbeit SZSA,
daniel.gredig@fhnw.ch

Sozialfirma: Erfolgsmodell für die Armutsbekämpfung?

08.07.2015 by

Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW organisiert die Europäische Sozialfirmenkonferenz zum Thema «Sozialfirma: Erfolgsmodell für die Armutsbekämpfung?», die am 10./11. September 2015 in Olten stattfindet. Das Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO unterstützen die Europäische Sozialfirmenkonferenz 2015.

Die Zahl der Menschen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, stieg in den letzten Jahren an. Die Folge: eine Zunahme von prekären Situationen und der Zahl der Armutsbetroffenen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Parallel gewann die Arbeitsintegration durch Sozialfirmen in der Armutsbekämpfung an Bedeutung. Sozialfirmen gelten als ein möglicher Königsweg der Arbeitsintegration. Aber: Inwiefern tragen Sozialfirmen zur Armutsbekämpfung bei, was ist hinderlich?

An der Europäischen Sozialfirmenkonferenz stehen diese Fragen im Zentrum der Keynotes, Workshops und Diskussionsrunden. Das Ziel: Erfolgreiche Strategien der Armutsbekämpfung im Dialog zwischen Praxis, Politik und Wissenschaft weiterzuentwickeln. Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte aus Sozialfirmen, Politik, Verwaltung und Forschung aus der Schweiz und Europa.

Informationen, Programm und Anmeldung finden sich unter:
www.socialfirmsconference.ch

Mehr zum Nationalen Programm gegen Armut:
www.gegenarmut.ch

Kontakt:
Prof. Stefan M. Adam,
Institut Coaching, Beratung und Sozialmanagement ICSO,
stefan.adam@fhnw.ch
Bernadette Wüthrich, lic. phil.,
Institut Coaching, Beratung und Sozialmanagement ICSO,
bernadette.wuethrich@fhnw.ch

Zwei Fachmatura-Klassen schnupperten Forschungsluft an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

21.11.2014 by

von Anne Parpan-Blaser und Claudia Roth

Schülerinnen und Schüler der FMS (Fachmittelschule) am BBZ Olten erhielten an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mittels eines interaktiven Planspiels einen realitätsnahen Einblick ins Forschungs- und Entwicklungsprojekt INCUMENT und in das Thema Suchtprävention für junge Erwachsene. Für diese “Schule im Labor” schlüpften sie am 31. Oktober entweder in die Rolle als Praxisfachpersonen, Expertinnen oder Experten aus der Forschung oder Zuständige für die Evaluation im Feld der Sozialen Arbeit.

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Schule im Labor – eine Kooperation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit dem BBZ (Foto: Claudia Roth)

An der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW wird seit Mai 2013 am Innovationsprogramm INCUMENT (INCUbate social developMENT) gearbeitet. INCUMENT bietet zehn Praxisorganisationen aus der Sozialen Arbeit die strukturierte Gestaltung und Begleitung eines wissensbasierten Entwicklungsprozesses. Die Praxisorganisationen erweitern ihre Angebotspalette und lancieren neue Lösungsansätze im jeweiligen Feld der Sozialen Arbeit. Sie nutzen den zeitlich begrenzten “Inkubationsraum”, hier soll das Wissen aller Beteiligten zum Gären gebracht werden, damit schliesslich neue Ideen entstehen.

Die Drittmittel für INCUMENT entstammen BREF. “BREF – Brückenschläge mit Erfolg” steht für Forschungsprogramme, die Fachhochschulen ermöglichen, ihre Ideen für neue und vielversprechende Kooperationen mit Praxispartnern und -partnerinnen zu entwickeln. BREF wurde 2009 von der Gebert Rüf Stiftung gemeinsam mit der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz KFH gestartet. BREF will mit “Schule im Labor” erreichen, dass die angehenden Maturandinnen und Maturanden einen direkten Zugang zur Wissenschaft erhalten.

Wissen mit Planspiel lebendig vermittelt
Einführend wurde den teilnehmenden zwei FMS-Klassen das Forschungs- und Entwicklungsprojekt INCUMENT vorgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit erhielten, Ziele und Vorgehen näher kennen zu lernen. Als Vermittlungsform wurde dafür ein “Planspiel” gewählt, um so das Interesse der angehenden Fachmaturandinnen und -maturanden zu wecken. In drei Arbeitsgruppen näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema “Suchtprävention für junge Erwachsene” an: Drei unterschiedliche Rollen (Praxisfachperson, Forschende, Evaluation) galt es dafür einzunehmen und sich vorbereitend darüber zu erkundigen. “Ein Planspiel versetzt die Teilnehmenden in eine fiktive Situation, die ein vereinfachtes Abbild der Realität ist”, bestätigt der Planspiel-Forscher Markus Ulrich.

Suchtpräventationsstelle in Olten besucht
Um sich für die Rolle als Praxisfachpersonen fit zu machen, besuchten die Schülerinnen und Schüler die Suchtpräventionsstelle in Olten und stellten dort relevante Fragen: Welche Formen der Sucht sind bei jungen Erwachsenen am häufigsten? Welche Risiken sind damit verbunden? Was kann Suchtprävention bewirken? Wie kann man junge Menschen für Prävention begeistern? Die nächste Gruppe hatte sich für die Rolle der Expertinnen und Experten für Suchtfragen in der Forschung kundig gemacht und dafür Prof. Dr. Holger Schmid, Leiter des Instituts Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, befragt. Hier standen aktuelle Erkenntnisse zur Suchtprävention seitens Wissenschaft und Forschung zur Diskussion. Eine Schülerin meinte: “Vor lauter spannenden Informationen aus der Suchtforschung lief uns die Zeit davon”.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule befragt
Die letzte Arbeitsgruppe versuchte sich in der Rolle der Evaluatorin bzw. des Evaluators und befragte im Vorfeld die wissenschaftliche Mitarbeiterin Maria Solèr an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, die im Innovationsprogramm zum Evaluationsteam gehört. Für die Evaluation ist es wichtig, die richtigen Fragen zum passenden Zeitpunkt zu stellen, gut zu protokollieren und korrekt auszuwerten. Dies war für die Teilnehmenden eine Herausforderung, aber, sie bereiteten sich intensiv auf ihren Part vor.

Gewappnet für die “Schule im Labor”
Am 31. Oktober trafen sich die drei Arbeitsgruppen an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Olten. In einem spielerischen Szenario übten sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Rollen, darin Fragen zu stellen und Statements zu entwickeln, um aus verschiedenen Perspektiven neue Erkenntnisse zu generieren. Es galt zu recherchieren, zu erkennen, zu argumentieren und fair zu kommunizieren. Die fachlichen Meinungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten zu einem stimmigen Ganzen geformt werden. In einem spannenden Prozess generierten die Schülerinnen und Schüler mithilfe ihrer beiden Lehrerinnen Cornelia Zimmermann und Antje Volken unter der Regie von Maria Solèr die eigenen Erkenntnisse. Eine solche Veranstaltung sollte unbedingt für nachfolgende Klassen wiederholt werden, so das Fazit der Fachmaturandinnen und -maturanden, denn es sei sehr sinnvoll, umfassendes Fachwissen zum Thema Sucht zu erhalten.

In einer der zehn Programmdurchführungen von INCUMENT, die die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit einer Suchtpräventionsstelle durchführte, ging es übrigens ganz real um ähnliche Fragen: Wie kann man junge Erwachsene für Prävention gewinnen? Wie können junge Erwachsene ihre Risikokompetenz entwickeln? Wie können sie Genussmittel probieren, ohne sich und andere zu gefährden? Wie kann man die Haltekraft innerhalb der Peergruppe stärken?

Bericht des Oltner Tagblatts vom 05.11.2014:
Zwei Fachmatura-Klassen schnuppern Forschungsluft

Kontakt für „Schule im Labor“:
Maria Solèr, M.A., und Prof. Claudia Roth

Kontakt für INCUMENT:
Prof. Dr. Anne Parpan-Blaser und Prof. Dr. Matthias Hüttemann