Substanzkonsum bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren: Einschätzungen und Vorgehensweisen von medizinischen Fachpersonen

08.08.2016 by

Gerade im Kindes- und Jugendalter kann der Substanzkonsum schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Umso wichtiger ist eine effektive Früherkennung und Frühintervention (F+F), die alle relevanten Berufsgruppen und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen einbezieht.

Medizinische Fachpersonen haben in diesem komplexen System eine Schlüsselrolle; neben anderen relevanten Akteuren wie Eltern, Lehrpersonen oder Sozialarbeitende sind sie zentral für das Funktionieren von F+F. Doch wie sieht die Realität aus? Wo ergeben sich Gelegenheiten zur F+F?

Die veröffentlichte Studie zeigt auf, wie medizinisches Fachpersonal mit dieser Problematik umgeht und wie F+F in diesem Bereich verbessert werden könnte.

Weitere Informationen auf spectra-online.ch

Substanzkonsum_BAG
Bayer-Oglesby, Lucy/Frey, Peter/Nieuwenboom, Jan Willem/Schmid, Holger: Substanzkonsum bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren: Einschätzungen und Vorgehensweisen von medizinischen Fachpersonen. Hochschule für Soziale Arbeit FHNW/Berner Institut für Hausarztmedizin. 2015.

Kontakt
Dr. Lucy Bayer-Oglesby, wissenschaftliche Mitarbeiterin,
lucy.bayer@fhnw.ch,
Dr. Jan Willem Nieuwenboom, wissenschaftlicher Mitarbeiter,
wim.nieuwenboom@fhnw.ch,
Prof. Dr. Holger Schmid, Institutsleiter
holger.schmid@fhnw.ch,
Institut Soziale Arbeit und Gesundheit ISAGE

Fremdplatzierung von Kindern in der Schweiz – eine historische Aufarbeitung 1940-1990

22.01.2016 by

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt untersucht die Praxis der Fremdplatzierung von Kindern und Jugendlichen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und fragt nach den Auswirkungen für die Betroffenen.

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Institut St. Nicolas, Drognens, Kanton Freiburg, ca. 1914. Es handelt sich um ein Bild, das im Auftrag des Schweizerischen Armenerziehervereins im Hinblick auf die Schweizerische Landesausstellung von 1914 in Bern angefertigt wurde. (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich, Signatur: Sozarch_F_Fe-0003-02)

Kinder wachsen in ihren Herkunftsfamilien auf. So will es trotz der Vielfalt unserer heutigen Lebensformen wohl nach wie vor der gesellschaftliche Common Sense. Für viele Schweizer Kinder und Jugendliche der Vergangenheit galt das nicht. Unter dem Begriff der «administrativen Versorgung» und im Rahmen von behördlichen Zwangsmassnahmen wurden viele Tausende von ihnen bis 1981 meist ohne ein Gerichtsurteil und ohne die Möglichkeit eines Rekurses in Institutionen eingewiesen, verdingt oder anderweitig fremdplatziert.

Kooperationsprojekt von fünf Hochschulen
Seit Ende 2013 nimmt ein vom Schweizerischen Nationalfonds SNF gefördertes Kooperationsprojekt von fünf Hochschulen eine bisher in Bezug auf die Praxis der Fremdplatzierung von Kindern und Jugendlichen kaum beleuchtete Zeit der Schweizer Vergangenheit unter die Lupe: die Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er-Jahre. Das an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW am Institut Integration und Partizipation angesiedelte Projekt vereinigt neben der FHNW die Universitäten Freiburg, Genf und Zürich sowie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW im interdisziplinären Unterfangen (Geschichtswissenschaft, Soziale Arbeit), auf verschiedenen Ebenen die Vorgänge im Bereich der Fremdplatzierung zu rekonstruieren und zu untersuchen.

Neben den behördlichen Entscheiden, die zu Fremdplatzierungen führten, stehen der fachlich-wissenschaftliche Diskurs in den Ausbildungsinstitutionen der angehenden Heimerzieherinnen und Heimerzieher sowie die Biografien der von einer Fremdplatzierung Betroffenen im Zentrum der Projektarbeiten. Die insgesamt 14 Personen des Projektteams befassen sich mit Archivarbeiten ebenso wie mit der Führung von Interviews mit Betroffenen, die über ihre Heimerfahrungen berichten.

Wissenschaftliche Arbeit findet selten so viele Aktualitätsbezüge
In der Regel geschieht wissenschaftliche Arbeit weit ab von der Öffentlichkeit und findet eher im Stillen statt. Für das Projekt Placing Children in Care trifft das jedoch nicht zu. Es steht seit Beginn in einem besonderen politischen und gesellschaftlichen Umfeld. Nachdem Bundesrätin Simonetta Sommaruga im April 2013 die Betroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen öffentlich und im Namen der Landesregierung für das begangene Unrecht um Entschuldigung bat, ist das Thema regelmässig Gegenstand in den Medien. Die Schweiz stellt sich wie andere europäische Länder auch einem schwierigen Thema ihrer Vergangenheit. Die Einsetzung eines Delegierten für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen, ein runder Tisch, ein neues Gesetz (Bundesgesetz über die Rehabilitierung administrativ versorgter Menschen), eine unabhängige Expertenkommission des Bundes und eine in kurzer Zeit zustande gekommene Volksinitiative (die  sogenannte Wiedergutmachungsinitiative) – selten findet wissenschaftliche Arbeit so viele Aktualitätsbezüge.

Weitere Informationen: www.placing-children-in-care.ch

Kontakt:
Dr. Christine Matter
Institut Integration und Partizipation IIP
christine.matter@fhnw.ch

Evaluation Projekte Peer Education / Peer Tutoring zur Förderung von Medienkompetenzen

11.11.2015 by

Kinder und Jugendliche erlernen Medienkompetenzen meist auf indirekte Weise, zum Beispiel in der Familie, über Freunde oder in der Freizeit. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen findet der Austausch immer mehr innerhalb der Gruppe der Gleichaltrigen, der sogenannten Peer Group, statt. Deshalb hat das Programm Jugend und Medien die Erprobung des Potenzials der Peer Group als eigenständige Sozialisationsinstanz im Hinblick auf die Aneignung von Medienkompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu einem Schwerpunkt gemacht.

Nun ist ein Forschungsbericht mit detaillierten Ergebnissen zu den Modellprojekten erschienen. Der Bericht ist online verfügbar auf www.jugendundmedien.ch.
Am Bericht mitgearbeitet haben Rahel Heeg und Olivier Steiner vom Institut Kinder- und Jugendhilfe IKJ der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.

Beiträge-zur-Sozialen-Sicherheit
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Kontakt
Dr. Rahel Heeg, Institut Kinder- und Jugendhilfe
rahel.heeg@fhnw.ch

Prof. Dr. Olivier Steiner, Institut Kinder- und Jugendhilfe
olivier.steiner@fhnw.ch