Explorative Studie zu den Erfolgsfaktoren von Unternehmen der sozialen und beruflichen Integration

16.09.2016 by

Explorative Studie zu den ErfolgsfaktorenIm Zentrum dieser Studie stehen Unternehmen der sozialen und beruflichen Integration (kurz: USBI, oft auch als «Sozialfirmen» bezeichnet), die Arbeitseinsätze für armutsbetroffene und -gefährdete erwerbslose Menschen anbieten. Um Erfolgsfaktoren identifizieren zu können, untersuchte ein Team von Forschenden im Rahmen des «Nationalen Programms zur Prävention und Bekämpfung von Armut in der Schweiz» in einer Analyse die Perspektiven der Sozialwerke (IV, ALV und Sozialhilfe), der USBI sowie der Klientinnen und Klienten.

Die Studie liefert somit erste Hinweise auf Erfolg versprechende Faktoren hinsichtlich der Integration der Klientinnen und Klienten.  Insbesondere zeigen sich die Diversifizierung (Produktepalette, Klientenstruktur), die Leistungsvereinbarung mit den Sozialwerken, die Konkurrenz respektive Vorgaben zum Umgang mit Wettbewerb sowie die Überschussregelungen respektive Vorgaben zum Umgang mit allfälligen Überschüssen als wichtige Schlüsselfaktoren.

Adam, Stefan/Amstutz, Jeremias/Cavedon, Enrico/Wüthrich, Bernadette et al.: Explorative Studie zu den Erfolgsfaktoren von Unternehmen der sozialen und beruflichen Integration. Forschungsbericht Nr. 4/2016. ISSN: 1663-4659 (eBericht), 1663-4640 (Druckversion)

Kontakt
Prof. Stefan Adam, Dozent,
stefan.adam@fhnw.ch,
Jeremias Amstutz, wissenschaftlicher Mitarbeiter,
jeremias.amstutz@fhnw.ch,
Enrico Cavedon, wissenschaftlicher Mitarbeiter,
enrico.cavedon@fhnw.ch,
Bernadette Wüthrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin,
bernadette.wuethrich@fhnw.ch,
Institut Beratung, Coaching und Sozialmanagement ICSO

Verleihung Frauen-Forschungspreise am Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress 2015

02.07.2015 by

Workshop der Sektion “All Around Women Special” AAWS der Deutschen AIDS-Gesellschaft DAIG vom 24. Juni 2015 im Rahmen des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses 2015 DÖAK in Düsseldorf mit Beteiligung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Im Rahmen des 7. Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses DÖAK fand zum neunten Mal der “All Around Women Special” Workshop der AAWS-Sektion der Deutschen Aids-Gesellschaft DAIG statt, an dem sich die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW seit 2005 beteiligt.

"All Around Women Special" Workshop am DÖAK Aids-Kongress 2015 in Düsseldorf

Prof. Dr. Sibylle Nideröst, Co-Vorsitzende des “All Around Women Special” Workshops am DÖAK Aids-Kongress 2015 in Düsseldorf.

Dieses Jahr hatte Prof. Dr. Sibylle Nideröst, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Olten/Basel, zusammen mit Ulrike Sonnenberg-Schwan, Vorsitzende der AAWS-Sektion der DAIG aus München und Dr. Ulrike Haars, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikum Düsseldorf, die Organisation und den Vorsitz des Workshops inne.

Unter den eingeladenen Referentinnen waren Jennifer Ebert, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Freie Universität Berlin und Prof. Dr. Luzia Jurt, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Olten/Basel. Jennifer Ebert präsentierte ihre Analyse zu Komorbiditäten von HIV-positiven Frauen über 50 Jahren aus der deutschweiten Studie HIV50plus. Sie zeigte unter anderem auf, dass Frauen im Gegensatz zu Männern häufiger von Lungenerkrankungen und chronischen Schmerzen betroffen sind, und ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität zudem signifikant schlechter einschätzen. Auffallend war, dass HIV-positive Männer häufiger Angebote der Krebsvorsorge in Anspruch nehmen als Frauen. Auch war die Impfungsrate gegenüber Grippe bei den Frauen deutlich geringer.

Wie effektiv der peer-to-peer Ansatz sein kann, zeigte Frau Prof. Dr. Luzia Jurt, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Olten/Basel, in ihrer Präsentation der Ergebnisse der Evaluation eines mit interkulturellen Mediatorinnen und Mediatoren agierenden Projekts der Aids-Hilfe Schweiz zur HIV/STI-Prävention bei Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika auf. Diese ergab, dass die in der Schweiz lebende Bevölkerung aus Subsahara-Afrika über HIV/STI-Risiken und mögliche Schutzmassnahmen sowie zu Präventions- und HIV-Testangeboten gut informiert ist. Trotzdem verwendete nur die Hälfte der Befragten beim Sex mit Gelegenheitspartnerinnen und -partnern konsequent Kondome, und ein Drittel hat bisher sogar noch nie einen HIV-Test gemacht. Obwohl die meisten Befragten eine von HIV betroffene Person in ihrem Umfeld kennen und von deren Diskriminierung wissen, nehmen sie selber häufig stigmatisierende Zuschreibungen bezüglich der Betroffenen vor. Das Präventionsprogramm sollte daher vermehrt der Heterogenität der Subsahara-Bevölkerung Rechnung tragen und auf besonders vulnerable Untergruppen fokussieren. Insbesondere sollen soziokulturelle Faktoren und die Einstellung gegenüber HIV und den Betroffenen berücksichtigt und thematisiert werden.

Gleich zwei Frauen-Forschungspreise verliehen
Zum dritten Mal seit 2009 wurden im Rahmen des Workshops zwei mit je 1 000 Euro dotierten Frauen-Forschungspreise verliehen.

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(v.l.) Dr. Jennifer Neubert, Prof. Dr. Sibylle Nideröst, Ulrike Sonnenberg-Schwan (Co-Chair und Vorsitzende AAWS-Sektion DAIG), Linn Mehnert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Preis ging an Dr. Jennifer Neubert, Kinderärztin, Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie, Universitätsklinikum Düsseldorf für ihre Untersuchung zur postnatalen antiretroviralen Therapie bei Neugeborenen von HIV positiven Müttern. Bei rund 200 Neugeborenen wurden über einen Zeitraum von 15 Jahren anstelle von sechs Wochen lediglich während zwei Wochen oral antiretrovirale Medikamente verabreicht. Durch die zweiwöchige orale Prophylaxe konnte das Übertragungsrisiko in der Gruppe der Neugeborenen mit geringem Risiko auf 0.7 % gesenkt werden. Die Ergebnisse haben bereits Eingang in die aktuellen Leitlinien von 2014 “HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen” gefunden. Die Verkürzung der oralen HIV-Prophylaxe reduziert nicht nur die Belastung der Kinder, sondern auch diejenige der Mütter, da eine kürzere Dauer auch den Alltag der Mütter vereinfacht.

Der zweite Preis ging an Linn Mehnert aus Leipzig für ihre Masterarbeit an der FernUniversität Hagen, in der sie den Effekt von Ähnlichkeit bei Beratungsangeboten für Frauen mit HIV untersucht hatte. Frauen, die mit HIV leben, zeigten eine stärkere Annahmebereitschaft des Beratungsangebots, wenn die Beraterin selber HIV-positiv war. Die HIV-positiven Beraterinnen wurden als empathischer und glaubwürdiger eingeschätzt und wahrgenommen als die Beraterinnen ohne HIV-Infektion, insbesondere von Frauen mit geringem Selbstwertgefühl. Es gilt daher HIV-positive Frauen verstärkt zu Beraterinnen auszubilden und Projekte, die nach diesem peer-to-peer-Ansatz arbeiten, zu fördern und weiter auszubauen.

Mehr über den Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress und die Deutsche AIDS-Gesellschaft DAIG erfahren Sie hier:

www.daignet.de

www.doeak2015.de

Deutsch-Österreichischer Aidskongress 2015 mit vier Projekten der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

23.06.2015 by

Das Team des Schwerpunktes «Menschen im Kontext von HIV» im Institut Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW ist mit fünf Postern und einem Vortrag am Aidskongress dabei.

Bereits zum siebten Mal findet vom 24. bis 27. Juni 2015 der Deutsch-Österreichische Aidskongress in Düsseldorf statt. Wiederum aktiv mit dabei ist das Team des Schwerpunkts «Menschen im Kontext von HIV» des Instituts Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.

Unter dem Motto «WISSENschafftZUKUNFT» werden medizinische und sozialwissenschaftliche Fortschritte im Zusammenhang mit HIV sowie die neuen Ansätze für Therapie und Prävention diskutiert. Die Mitarbeitenden der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW werden gleich drei Projekte im Rahmen der Posterausstellung präsentieren.

Dazu gehören die beiden abgeschlossenen Projekte «SidaCosta» und «Aging with HIV» sowie die aktuell laufende Studie zur medikamentösen Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Darüber hinaus werden im Rahmen des Workshops der «All Around Women»-Sektion der Deutschen Aids-Gesellschaft ausgewählte Ergebnisse aus dem Evaluationsprojekt Afrimedia in einer mündlichen Präsentation vorgestellt.

Wir freuen uns über das rege Interesse an unseren Forschungs-projekten und sind gespannt auf den Austausch vor Ort mit Expertinnen, Experten aus Wissenschaft und Praxis.

Mehr zum Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress: www.doeak2015.de/

Kontakt:
Prof. Dr. Sibylle Nideröst,
Leiterin Institut Integration und Partizipation IIP,
sibylle.nideroest@fhnw.ch