Quartier und Gesundheit

04.05.2017 by

quartier-und-gesundheitDer Band thematisiert das Quartier in seiner zunehmend wichtigen Funktion für die Gesundheit der Bevölkerung. Es wird der Frage nachgegangen, wie die Verbindung zwischen Quartiersentwicklung und Gesundheitsförderung gestaltet werden kann. In der Vergangenheit ist selten eine systematische Betrachtung dieses Verhältnisses erfolgt. Dabei spielt der sowohl aus der Politik als auch der Praxis und den Gesundheitswissenschaften favorisierte Setting-Ansatz eine tragende Rolle. Das Buch liefert Perspektiven aus Theorie und Praxis sowie Interpretationen aus unterschiedlichen Disziplinen.

Fabian, Carlo/Drilling, Matthias/Niermann, Oliver/Schnur, Olaf (Hrsg.): Quartier und Gesundheit. Impulse zu einem Querschnittsthema in Wissenschaft, Politik und Praxis. 2017. ISBN: 978-3-658-15372-4

Kontakt
Prof. Carlo Fabian,
carlo.fabian@fhnw.ch
,
Prof. Dr. Matthias Drilling,
matthias.drilling@fhnw.ch
,
Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung

KEEP ON MOVING

21.12.2012 by

Ein multidisziplinäres Interventionsprogramm für adipöse Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren unter Einbezug der Eltern und Peers

Wie in vielen anderen europäischen Ländern ist Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz weit verbreitet. Übergewicht und Adipositas gehen mit weitreichenden psychischen und physischen Folgen einher, wodurch sich sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung verringern. Adipositas muss als Krankheit aufgefasst werden mit erhöhter Morbidität und Mortalität und nicht als blosse Abweichung von einer Norm (Cuttler et al., 2005). Als Folge der Adipositas zeigen heute bereits Kinder und Jugendliche Häufungsmuster kardio-vaskulärer Risikofaktoren, die früher Erwachsenen “vorbehalten” waren. Es ist daher entscheidend, dem Problem frühzeitig mit geeigneten Massnahmen entgegenzuwirken.

In Kooperation mit dem Kantonsspital Aargau und anderen Partnern wurde an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW ein multidisziplinäres Gruppenprogramm für stark übergewichtige Kinder und Jugendliche entwickelt. Gruppenprogramme für übergewichtige Kinder und Jugendliche sind in der Schweiz erst in der Entwicklung. KEEP ON MOVING erweitert diese erstmalig durch den innovativen, sozialpädagogischen Ansatz des Peer Counselings. Die Jugendlichen im Programm KEEP ON MOVING werden während eines Jahres von – vom selben Problem betroffenen – Gleichaltrigen begleitet. Übergewichtigen Jugendlichen, welche durch ihre schwierige Lebenslage in verschiedener Hinsicht benachteiligt sind, soll im Rahmen des Adipositas-Gruppenprogramms u.a. durch den Einbezug von Gleichaltrigen die Möglichkeit gegeben werden, ihre psychosozialen Kompetenzen zu verbessern und Handlungsoptionen zu erlernen.

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Durchführung und Evaluation des Peer Counseling Ansatzes im Rahmen des KEEP ON MOVING mit folgenden Fragestellungen:

  • Konnte der Ansatz erfolgreich umgesetzt werden?
  • Wurden die erwarteten Funktionen erfüllt (bspw. emotionale Unterstützung leisten, gegenseitiges Lernen ermöglichen)?
  • Kann der Ansatz die Erreichung der allgemeinen Ziele der Adipositas-Therapie unterstützen?

Das Interventionsprogramm richtet sich an eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 16 Jahren sowie deren Eltern und besteht aus einer einjährigen Intensiv- und einer Nachbetreuungsphase von einem halben Jahr. Es erfolgt ambulant, enthält praktische und edukative Schulungseinheiten zu Bewegung, Ernährung und psychosozialen Aspekten. Das Projekt wird mitfinanziert durch:

  • Förderstiftung Technopark® Aargau
  • Stiftung für Forschung im Gesundheitswesen des Kantons Aargau SFGW
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG), Sektion Drogen
  • Kanton AG, Departement für Gesundheit und Soziales DGS
  • Hamasil-Stiftung Zürich
  • Parrotia Stiftung, c/o Lenz & Staehlin AG, Zürich

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.keeponmoving.ch

Klinische Sozialarbeit: “Mit Zielen arbeiten trotz widriger Umstände”

14.12.2012 by

Die Klientinnen und Klienten der Sozialen Arbeit befinden sich in prekären Lebensverhältnissen und sind vielfältigen sozialen und psychischen Belastungen ausgesetzt. In der Mehrzahl der Fälle befinden sie sich in schwierigen Lebenslagen, die die Sicht auf mögliche Veränderungen verstellt. Es stellt sich damit die Frage, wie die Klientinnen und Klienten Sozialer Arbeit zu Veränderungen motiviert werden können, wie sie Durchhaltewillen entwickeln und welche Prozesse im Kontext psychosozialer Praxis hilfreich sind. Als zentral in dieser Arbeit gilt die Motivation von Klientinnen und Klienten, welche umso einfacher zu wecken ist, je erreichbarer, aber auch bedeutungsvoller Ziele sozialer Interventionen für sie persönlich sind. Weiterführende Fragen sind: Wie können die Klientinnen oder Klienten bedeutsame Ziele für sich (wieder-)entdecken, (neu-)entwickeln und wie könnte eine Zielbindung besser gelingen? Das Wort Ziel kann dabei mit vielen verschiedenen Themen verbunden werden wie beispielsweise klar umschriebene Verhaltensziele, Motive oder Orientierungen, Lebensziele oder Beziehungsziele. Ziele können Vorstellungen, Wünsche, Werte oder andere bedeutsame Inhalte einer Person sein.

Arbeit mit Zielen beansprucht nicht, eine vollumfängliche Lösung sozialer Problemlagen zu sein, allerdings stellt sie einen essentiellen Beitrag zur Bewältigung psychosozialer Problemlagen dar. Ziele selbst haben dabei schon vor ihrer Erreichung einen wichtigen Wert in der Arbeit mit Klienten oder Klientinnen.

Am 13./14. Juni 2013 behandelt die 5. Fachtagung Klinische Sozialarbeit in Olten dieses Thema: „Mit Zielen arbeiten trotz widriger Umstände“ (www.klinischesozialarbeit.ch)