Rollenselbstverständnisse von Job Coachs erforschen

16.10.2012 by

Coaching als personenorientiertes Beratungsformat ist nicht mehr nur im Sport und der Personal- und Führungskräfteentwicklung zu finden. Mittlerweile gibt es Coaching auch im Kontext von Politik, Bildung, Gesundheit und weiteren Praxisfeldern.

Auch „Job Coaching“ gehört zu dieser aktuellen Entwicklung. Es handelt sich hierbei um ein Coaching-Format, in dem Menschen mit existentiellen Arbeitsplatzproblemen zwecks Re-Integration oder Sicherung der aktuellen Arbeitsstelle begleitet werden. Oft werden Menschen mit psychischen oder physischen Beeinträchtigungen mit Job Coaching angesprochen.

Das Thema „Job Coaching“ ist deshalb Gegenstand eines explorativ angelegten Forschungsprojekts, das im Rahmen des Instituts Beratung, Coaching und Sozialmanagement der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Psychologie ZHAW realisiert wird.

Die Projektleitung wird von Prof. Agnès Fritze (Hochschule für Soziale Arbeit FHNW) und Prof. Hansjörg Künzli (Institut für Angewandte Psychologie ZHAW) wahrgenommen. Weitere Projektmitarbeitende sind Sarah Marti und Robert Wegener (Hochschule für Soziale Arbeit FHNW) und Elisa Streuli (Institut für Angewandte Psychologie ZHAW) sowie weitere Personen aus beiden Hochschulen.

Das Forschungsprojekt will die Frage klären, welches Rollenselbstverständnis Job Coachs haben. Damit verbunden sind die Art und Weise, wie Job Coachs die Erwartung der sie umgebenden Akteurinnen und Akteure wahrnehmen und gewichten (u.a. Klientinnen und Klienten, Arbeitgeber/in, Sozialdienste, ärztliche Betreuung) und wie sie das eigene beraterische Handeln bzw. ihre Rolle gestalten und in Konfliktsituationen praktisch durchsetzen.

Als Annäherung an das Forschungsfeld werden Wissen über das Praxisfeld, ein Coaching-Rahmenkonzept und Überlegungen zum Rollenkonzept miteinander verknüpft und durch Interviews mit den Job Coachs laufend ergänzt und angepasst. Die über die fortwährend ausgewerteten Interviews generierten Erkenntnisse fliessen in die weitere Rekrutierung neuer Interviewpartner/innen ein. Ziel ist das Rollenselbstverständnis von Job Coachs zu erfassen, wobei auch die Darstellung verschiedener Typen von Job Coachs herauskristallisiert wird.

Das gewonnene Wissen aus dem Forschungsprojekt soll in die Weiterbildungen der beiden antragsstellenden Institutionen sowie die Entwicklung entsprechender Supervisionsangebote für Job Coachs fliessen.

 

2. Internationaler Coaching-Forschungskongress im deutschsprachigen Raum vom 5./6. Juni 2012 in Basel/Schweiz

21.06.2012 by

„Coaching meets Research … Praxisfelder im Fokus“, so lautete der Titel des 2. Internationalen Coaching-Forschungskongresses. Die gross angelegte Veranstaltung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW beabsichtigte, einen Beitrag zur Entwicklung und Professionalisierung von Coaching zu leisten. Dazu wurden anerkannte Coaching-Forschende, erfahrene Coachs und Coaching-Verantwortliche grosser Organisationen eingeladen. Der Kongress beinhaltete sechs Key-Note-Referate, zwanzig Workshops und eine Podiumsdiskussion.

Zu den Kongressteilnehmenden zählten praktizierende Coachs, Akademiker/innen, HR-Verantwortliche, Vertreter/innen verschiedener Berufsverbände sowie an Coaching interessierte Personen. Deutlich über 200 Personen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, England und den USA besuchten die Veranstaltung. Die im Vergleich zu 2010 – als der Coaching-Forschungskongress zum ersten Mal durchgeführt wurde – doppelt so vielen Teilnehmenden wollten alle mehr erfahren über Coaching im Kontext verschiedener Praxisfelder: Unternehmen, Schulen/Hochschulen, Sport, Gesundheitssektor, Politik, Sozialwesen u.a.m.

Für den Kongresserfolg massgebend mitverantwortlich waren die weit über 30 Kongresspartner-Organisationen (Coaching-Verbände, private Partner, Förderinstitutionen, Medien), die den Anlass bewarben und auf den Austausch von Coaching-Forschung und Coaching-Praxis aufmerksam machten.

Der Bericht zum Kongress und weitere Informationen zum Thema Coaching finden sich auf www.coaching-meets-research.ch.

Die Fotos zum Anlass finden sich auf www.facebook.com/FHNWsozialearbeit