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Diskriminierungserfahrung von Menschen mit Diabetes in der Schweiz

12.12.2014 by

Annabelle Bartelsen-Raemy, lic. phil., und Prof. Dr. Daniel Gredig haben an der Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie Auszüge aus den Ergebnissen ihrer Studie zu Diskriminierungs- und Stigmatisierungserfahrungen von Menschen mit Diabetes Typ 1 und 2 in der Schweiz vorgestellt. Ihr Poster zeigt auf, in welchen Lebensbereichen Menschen mit Diabetes nach eigenen Angaben schon einmal die Erfahrung gemacht haben, wegen ihres Diabetes ungerechtfertigt ungleich behandelt, benachteiligt oder ausgeschlossen worden zu sein. Zudem stellt das Poster dar, welche Stereotypen über Diabetikerinnen und Diabetiker die befragten Betroffenen schon einmal wahrgenommen haben.

Die Forschenden haben mit ihrer Studie Neuland betreten. Bislang liegen für die Schweiz wie auch international kaum Studien zu diesem Thema vor. Dieses Poster wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie mit dem Best Prize Poster Presentation Clinical Research 2014 ausgezeichnet. Wir gratulieren!

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Zwei Fachmatura-Klassen schnupperten Forschungsluft an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

21.11.2014 by

von Anne Parpan-Blaser und Claudia Roth

Schülerinnen und Schüler der FMS (Fachmittelschule) am BBZ Olten erhielten an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mittels eines interaktiven Planspiels einen realitätsnahen Einblick ins Forschungs- und Entwicklungsprojekt INCUMENT und in das Thema Suchtprävention für junge Erwachsene. Für diese “Schule im Labor” schlüpften sie am 31. Oktober entweder in die Rolle als Praxisfachpersonen, Expertinnen oder Experten aus der Forschung oder Zuständige für die Evaluation im Feld der Sozialen Arbeit.

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Schule im Labor – eine Kooperation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit dem BBZ (Foto: Claudia Roth)

An der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW wird seit Mai 2013 am Innovationsprogramm INCUMENT (INCUbate social developMENT) gearbeitet. INCUMENT bietet zehn Praxisorganisationen aus der Sozialen Arbeit die strukturierte Gestaltung und Begleitung eines wissensbasierten Entwicklungsprozesses. Die Praxisorganisationen erweitern ihre Angebotspalette und lancieren neue Lösungsansätze im jeweiligen Feld der Sozialen Arbeit. Sie nutzen den zeitlich begrenzten “Inkubationsraum”, hier soll das Wissen aller Beteiligten zum Gären gebracht werden, damit schliesslich neue Ideen entstehen.

Die Drittmittel für INCUMENT entstammen BREF. “BREF – Brückenschläge mit Erfolg” steht für Forschungsprogramme, die Fachhochschulen ermöglichen, ihre Ideen für neue und vielversprechende Kooperationen mit Praxispartnern und -partnerinnen zu entwickeln. BREF wurde 2009 von der Gebert Rüf Stiftung gemeinsam mit der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz KFH gestartet. BREF will mit “Schule im Labor” erreichen, dass die angehenden Maturandinnen und Maturanden einen direkten Zugang zur Wissenschaft erhalten.

Wissen mit Planspiel lebendig vermittelt
Einführend wurde den teilnehmenden zwei FMS-Klassen das Forschungs- und Entwicklungsprojekt INCUMENT vorgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit erhielten, Ziele und Vorgehen näher kennen zu lernen. Als Vermittlungsform wurde dafür ein “Planspiel” gewählt, um so das Interesse der angehenden Fachmaturandinnen und -maturanden zu wecken. In drei Arbeitsgruppen näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema “Suchtprävention für junge Erwachsene” an: Drei unterschiedliche Rollen (Praxisfachperson, Forschende, Evaluation) galt es dafür einzunehmen und sich vorbereitend darüber zu erkundigen. “Ein Planspiel versetzt die Teilnehmenden in eine fiktive Situation, die ein vereinfachtes Abbild der Realität ist”, bestätigt der Planspiel-Forscher Markus Ulrich.

Suchtpräventationsstelle in Olten besucht
Um sich für die Rolle als Praxisfachpersonen fit zu machen, besuchten die Schülerinnen und Schüler die Suchtpräventionsstelle in Olten und stellten dort relevante Fragen: Welche Formen der Sucht sind bei jungen Erwachsenen am häufigsten? Welche Risiken sind damit verbunden? Was kann Suchtprävention bewirken? Wie kann man junge Menschen für Prävention begeistern? Die nächste Gruppe hatte sich für die Rolle der Expertinnen und Experten für Suchtfragen in der Forschung kundig gemacht und dafür Prof. Dr. Holger Schmid, Leiter des Instituts Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, befragt. Hier standen aktuelle Erkenntnisse zur Suchtprävention seitens Wissenschaft und Forschung zur Diskussion. Eine Schülerin meinte: “Vor lauter spannenden Informationen aus der Suchtforschung lief uns die Zeit davon”.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule befragt
Die letzte Arbeitsgruppe versuchte sich in der Rolle der Evaluatorin bzw. des Evaluators und befragte im Vorfeld die wissenschaftliche Mitarbeiterin Maria Solèr an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, die im Innovationsprogramm zum Evaluationsteam gehört. Für die Evaluation ist es wichtig, die richtigen Fragen zum passenden Zeitpunkt zu stellen, gut zu protokollieren und korrekt auszuwerten. Dies war für die Teilnehmenden eine Herausforderung, aber, sie bereiteten sich intensiv auf ihren Part vor.

Gewappnet für die “Schule im Labor”
Am 31. Oktober trafen sich die drei Arbeitsgruppen an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Olten. In einem spielerischen Szenario übten sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Rollen, darin Fragen zu stellen und Statements zu entwickeln, um aus verschiedenen Perspektiven neue Erkenntnisse zu generieren. Es galt zu recherchieren, zu erkennen, zu argumentieren und fair zu kommunizieren. Die fachlichen Meinungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten zu einem stimmigen Ganzen geformt werden. In einem spannenden Prozess generierten die Schülerinnen und Schüler mithilfe ihrer beiden Lehrerinnen Cornelia Zimmermann und Antje Volken unter der Regie von Maria Solèr die eigenen Erkenntnisse. Eine solche Veranstaltung sollte unbedingt für nachfolgende Klassen wiederholt werden, so das Fazit der Fachmaturandinnen und -maturanden, denn es sei sehr sinnvoll, umfassendes Fachwissen zum Thema Sucht zu erhalten.

In einer der zehn Programmdurchführungen von INCUMENT, die die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit einer Suchtpräventionsstelle durchführte, ging es übrigens ganz real um ähnliche Fragen: Wie kann man junge Erwachsene für Prävention gewinnen? Wie können junge Erwachsene ihre Risikokompetenz entwickeln? Wie können sie Genussmittel probieren, ohne sich und andere zu gefährden? Wie kann man die Haltekraft innerhalb der Peergruppe stärken?

Bericht des Oltner Tagblatts vom 05.11.2014:
Zwei Fachmatura-Klassen schnuppern Forschungsluft

Kontakt für „Schule im Labor“:
Maria Solèr, M.A., und Prof. Claudia Roth

Kontakt für INCUMENT:
Prof. Dr. Anne Parpan-Blaser und Prof. Dr. Matthias Hüttemann

Evaluations- und Wirkungsforschung in der Sozialen Arbeit

28.08.2014 by

Die neue Ausgabe der Publikation «Soziale Innovation» der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW gibt einen Einblick in die Evaluations- und Wirkungsforschung in der Sozialen Arbeit.

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Die Publikation «Soziale Innovation» 2014 thematisiert schwerpunktmässig die Evaluations- und Wirkungsforschung. Der Fokus der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in diesem Forschungs- und Entwicklungsfeld liegt auf der Evaluation der Wirksamkeit von Strukturen, Organisationen, Prozessen, Programmen und Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialpolitik.

Im redaktionellen Teil findet sich dazu ein Interview mit einem Experten: Rainer Loidl ist Professor für Empirische Sozialforschung am Studiengang Soziale Arbeit und Sozialmanagement an der Fachhochschule JOANNEUM in Graz. In zwei Beiträgen wird ferner aufgezeigt, wie die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Evaluations- und Wirkungsforschung versteht und konkret betreibt.

Die sechs Institute der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW stellen ausserdem ihre im Jahr 2013 abgeschlossenen und laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor; eines davon wird jeweils ausführlicher präsentiert.

Alle Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind mit einer Internetadresse versehen, über die weitere Informationen und auch Berichte zu den einzelnen Projekten abgerufen werden können.

Die zum neunten Mal erschienene Publikation steht zum Downloaden zur Verfügung auf www.fhnw.ch/sozialearbeit/ueber-uns/download. Ein gedrucktes Exemplar wird nach telefonischer Bestellung an T 0848 821 011 unentgeltlich zugestellt.

Weitere Informationen über die Projekte finden sich auch auf www.fhnw.ch/sozialearbeit/forschung-und-entwicklung.

Kontakt:
Dr. Susanne Bachmann
Hochschulzentrum, Bereich Forschung und Entwicklung
T 062 957 26 15, susanne.bachmann@fhnw.ch