Normkonflikte und Handlungsdilemmata in der Sozialen Arbeit: Zwischen Anerkennung von Differenz und Geschlechtergleichheit

23.11.2015 by

Die Soziale Arbeit ist Gate-Keeper für Ressourcen und Dienstleistungen und greift unmittelbar in die Lebensführung ihrer Klientel ein. Sie ist Teil des normativen Arrangements des Sozialstaats und selbst eine normalisierende Kraft. Damit steht sie an vorderster Front in den Auseinandersetzungen um Geschlechterverhältnisse in pluralistischen multikulturellen Gesellschaften.

Das Spannungsfeld zwischen Anerkennung von Differenz und Geschlechtergleichheit stellt sich der Praxis personenbezogener Dienstleistungsprofessionen als Normkonflikte und Handlungsdilemmata dar: Wie weit dürfen sie Lebensweisen akzeptieren, die im Widerspruch zur Norm der Geschlechtergleichheit stehen?

Das Projekt untersucht dieses Handlungsdilemma exemplarisch im Feld der Sozialen Arbeit. Mittels Gruppendiskussionen, Expertinnen- und Experteninterviews und der Dokumentenanalyse in den Handlungsfeldern (häusliche) Gewalt, Soziale Arbeit mit Familien sowie Schuldenberatung wird der Umgang mit genderbezogenen Normkonflikten untersucht.

Aufbauend auf den Ergebnissen werden in der Diskussion mit Praxispartnerinnen und -partnern sowie Expertinnen und Experten konzeptionelle Grundlagen für die Vermittlung einer differenz- und genderbewussten Lehre und Weiterbildung in der Sozialen Arbeit erarbeitet.

Kontakt
Prof. Dr. Eva Nadai,
Institut Professionsforschung und kooperative Wissensbildung IPW,
eva.nadai@fhnw.ch

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