Afrimedia – Evaluation des HIV/STI-Präventionsprogramms für Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika

25.09.2015 by

Viele Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika sind aufgrund ihrer Lebensumstände besonders vulnerabel für eine Ansteckung mit dem HI-Virus. Im Jahr 2013 entfielen 15 Prozent aller HIV-Neudiagnosen in der Schweiz auf diese Personengruppe. Das Afrimedia-Programm der Aids-Hilfe Schweiz will die entsprechenden Migrantinnen und Migranten über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) informieren.

Das Programm zielt darauf ab, mithilfe interkultureller Mediatorinnen und Mediatoren afrikanischer Herkunft das Wissen über HIV-/STI-Risiken, Präventions-, Test- und Therapieangebote zu vergrössern und den HIV/STI-bezogenen Schutz sowie das Testverhalten der Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika zu verbessern.

Die Thematisierung von HIV/Aids trägt zudem zur Entstigmatisierung von HIV/Aids in den afrikanischen Gemeinschaften bei. Die Evaluation seitens der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW prüfte, inwiefern die mit Afrimedia geplanten Wirkungen und Veränderungen erreicht wurden. Ebenso wurde die Umsetzung der Intervention und deren Leistungen überprüft.

Den Fokus auf soziokulturelle Faktoren legen
Neben einer Dokumentenanalyse wurden fünf Fokusgruppendiskussionen mit nationalen und regionalen Programmverantwortlichen sowie den Mediatorinnen und Mediatoren durchgeführt. Ebenso fanden zwei Experteninterviews statt. Darüber hinaus wurden 93 Frauen und 108 Männer aus Subsahara-Afrika in standardisierten mündlichen Interviews befragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass trotz regionaler Unterschiede hinsichtlich Organisation, Aktivitäten und Zielsetzungen das Programm Afrimedia von allen Beteiligten grundsätzlich als gut befunden wird und einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über HIV-Risiken in der Subsahara-Bevölkerung zu leisten vermag. Allerdings trägt die Informationsvermittlung wenig zur Veränderung des HIVbezogenen Schutz- und Testverhaltens bei. Es sollten daher vermehrt soziokulturelle Faktoren sowie die Einstellung gegenüber HIV und den Betroffenen innerhalb der Subsahara-Bevölkerung berücksichtigt werden. Dabei gilt es, die Zielgruppe weiter zu differenzieren und entsprechend bedürfnis- und bedarfsgerechte Angebote zu initiieren.

Kontakt
Prof. Dr. Luzia Jurt
Institut Integration und Partizipation IIP
luzia.jurt@fhnw.ch

Prof. Dr. Sibylle Nideröst
Leiterin Institut Integration und Partizipation IIP
sibylle.nideroest@fhnw.ch

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