Entwicklung der innerorganisationalen Kooperationskompetenz

25.03.2013 by

In Dienstleistungs- und Produktionsorganisationen hat die innerorganisationale Kooperationskompetenz hohe Relevanz. Die Kooperation wird neben der Zweckorientierung (Sicherung der oekonomischen Sicherheit des Unternehmens) und dem organisationalen Lernen (Aufgreifen von veränderten Marktansprüchen) öfters als dritte Grundfunktion bezeichnet.

Durch immer häufiger auftretende multiprofessionelle Teams muss die Kooperation “die Folgen professioneller Ausdifferenzierung [zu] kompensieren” (Bauer, 2011, S. 342ff). Um komplexe Problemstellungen und Fälle effizient und effektiv bearbeiten zu können, sind spezialisierte Teilsysteme mit ihrem jeweils eigenen Autonomieanspruch auf die gegenseitige Zusammenarbeit angewiesen.

Gelingende Kooperation zeichnet sich durch konstruktive Bearbeitung eines gemeinsamen Gegenstandes aus, wobei die gegenseitige Abstimmung und Unterstützung ebenso zu beachten ist wie die Zielvorstellungen und jeweiligen Logiken der unterschiedlichen Fachkräfte und Professionen.

Im Zentrum steht dabei das Wissen über Interaktions- und Kommunikationsprozesse, Konfliktbearbeitung, Unterstützungsprozesse, Verhandlungskompetenz, die Reziprozität des Handelns, der Umgang mit Ungewissheit ebenso wie aufgabenspezifische Aspekte und die Gestaltung der Betriebsarchitektur.

Wie aber kann nun gelingende Kooperation in einem Unternehmen gefördert werden? Wieviel Kooperation ist eigentlich angemessen? Und: Ist ein Mehr an Kooperation immer wünschenswert?

Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt “Entwicklung der innerorganisationalen Kooperationskompetenz” nach. Basis dieser Untersuchung ist die Vorstudie “Kooperation im interdisziplinären Team – Förderliche und hinderliche Faktoren der Kooperation am Beispiel des Behandlungszentrums Janus in Basel” (Birk 2012).

Als Forschungsfeld wurden vier Organisationen aus dem Profit-, Nonprofit- sowie Publicbereich nach festgelegten Kriterien ausgewählt. In den verschiedenen Organisationen wird mittels Dokumentenanalyse, Online-Befragungen sowie Gruppendiskussionen der IST-Zustand sowie der Bedarf an innerorganisationaler Kooperation erhoben. Aufgrund der Datenanalyse wird im Anschluss individuell für jede/n Praxispartner/in ein Validierungsworkshop zur Festigung oder Weiterentwicklung der Kooperationskompetenz in der Organisation entwickelt und durchgeführt. Mögliche Veränderungen werden sechs Monate später mittels einer Nachbefragung abgefragt.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.organisationsdynamik.ch.

Literatur:

  • Axelrod, R. (2009). Die Evolution der Kooperation (7. Auflage). München: Oldenbourg.
  • Balz, H.-J., & Spiess, E. (2009). Kooperation in sozialen Organisationen – Grundlagen und Instrumente der Teamarbeit ein Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Bauer, P. (2011). Multiprofessionelle Kooperation in Teams und Netzwerken – Anforderungen an die Soziale Arbeit. Zeitschrift für Sozialpädagogik. Thema: Kooperation in der Sozialen Arbeit. Jhg 9, (4). S. 341–361.
  • Birk, A. (2012). Kooperation im interdisziplinären Team – Förderliche und hinderliche Faktoren der Kooperation am Beispiel des Behandlungszentrums Janus in Basel. Masterthesis: BFH Bern.

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