KEEP ON MOVING

21.12.2012 by

Ein multidisziplinäres Interventionsprogramm für adipöse Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren unter Einbezug der Eltern und Peers

Wie in vielen anderen europäischen Ländern ist Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz weit verbreitet. Übergewicht und Adipositas gehen mit weitreichenden psychischen und physischen Folgen einher, wodurch sich sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung verringern. Adipositas muss als Krankheit aufgefasst werden mit erhöhter Morbidität und Mortalität und nicht als blosse Abweichung von einer Norm (Cuttler et al., 2005). Als Folge der Adipositas zeigen heute bereits Kinder und Jugendliche Häufungsmuster kardio-vaskulärer Risikofaktoren, die früher Erwachsenen “vorbehalten” waren. Es ist daher entscheidend, dem Problem frühzeitig mit geeigneten Massnahmen entgegenzuwirken.

In Kooperation mit dem Kantonsspital Aargau und anderen Partnern wurde an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW ein multidisziplinäres Gruppenprogramm für stark übergewichtige Kinder und Jugendliche entwickelt. Gruppenprogramme für übergewichtige Kinder und Jugendliche sind in der Schweiz erst in der Entwicklung. KEEP ON MOVING erweitert diese erstmalig durch den innovativen, sozialpädagogischen Ansatz des Peer Counselings. Die Jugendlichen im Programm KEEP ON MOVING werden während eines Jahres von – vom selben Problem betroffenen – Gleichaltrigen begleitet. Übergewichtigen Jugendlichen, welche durch ihre schwierige Lebenslage in verschiedener Hinsicht benachteiligt sind, soll im Rahmen des Adipositas-Gruppenprogramms u.a. durch den Einbezug von Gleichaltrigen die Möglichkeit gegeben werden, ihre psychosozialen Kompetenzen zu verbessern und Handlungsoptionen zu erlernen.

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Durchführung und Evaluation des Peer Counseling Ansatzes im Rahmen des KEEP ON MOVING mit folgenden Fragestellungen:

  • Konnte der Ansatz erfolgreich umgesetzt werden?
  • Wurden die erwarteten Funktionen erfüllt (bspw. emotionale Unterstützung leisten, gegenseitiges Lernen ermöglichen)?
  • Kann der Ansatz die Erreichung der allgemeinen Ziele der Adipositas-Therapie unterstützen?

Das Interventionsprogramm richtet sich an eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 16 Jahren sowie deren Eltern und besteht aus einer einjährigen Intensiv- und einer Nachbetreuungsphase von einem halben Jahr. Es erfolgt ambulant, enthält praktische und edukative Schulungseinheiten zu Bewegung, Ernährung und psychosozialen Aspekten. Das Projekt wird mitfinanziert durch:

  • Förderstiftung Technopark® Aargau
  • Stiftung für Forschung im Gesundheitswesen des Kantons Aargau SFGW
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG), Sektion Drogen
  • Kanton AG, Departement für Gesundheit und Soziales DGS
  • Hamasil-Stiftung Zürich
  • Parrotia Stiftung, c/o Lenz & Staehlin AG, Zürich

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.keeponmoving.ch

Kommentare (2)

Darf ein/e Jugendliche/r genau 1x an dem Programm teilnehmen oder sind mehrere Versuche möglich, wenn es beim ersten Mal nicht gleich zum Erfolg geführt hat?

Wir hatten bislang keinen derartigen Fall. Auch wenn die Gewichtsentwicklung im Programm nicht positiv verläuft, nehmen die Teilnehmer/innen andere Inputs aus dem Programm mit, welches sich in erhöhter Lebensqualität/psychischer Gesundheit, veränderten Ess- und Bewegungsverhalten etc. zeigt. Dies kann dann zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Gewichtsabnahme führen. Theoretisch ist aber eine erneute Programmteilnahme möglich, falls die Krankenkasse zum zweiten Mal eine Kostengutsprache spricht und für die Programmleitung nichts dagegen spricht.

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