Erfolgreicher Abschluss des Pilotprojekts UK-Referentinnen / UK-Referenten

22.11.2012 by

Gabriela Antener, Professorin am Institut Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW berichtet über das Pilotprojekt UK-Referentinnen / UK-Referenten. UK steht nicht für United Kingdom, sondern für Unterstützte Kommunikation.

Menschen mit schweren Kommunikationsbeeinträchtigungen, die unterstützt kommunizieren, kommen in der Schweiz in Aus- und Weiterbildungen des Sozial-, Behinderten-, Gesundheits- oder Bildungswesens bisher als Personenkreis vor, über den man spricht. In das Bildungsgeschehen selbst sind sie allerdings noch nicht aktiv involviert. Eine Rolle als Dozierende scheint für unterstützt kommunizierende Personen aufgrund ihrer schweren Kommunikationsbeeinträchtigung ausser Reichweite, obwohl sie aus ihrer Perspektive und Lebenserfahrung Wesentliches beitragen könnten.

Sieben unterstützt kommunizierende Referentinnen und Referenten haben die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen.

Ende Oktober 2012 wurde das Pilotprojekt „UK-Referentinnen / UK-Referenten“ an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW abgeschlossen. Sieben unterstützt kommunizierende Referentinnen und Referenten schlossen erfolgreich die erwachsenenbildnerische Weiterbildung zur UK-Referentin, zum UK-Referenten ab und sind nun bereit, Aufträge für Referate entgegenzunehmen.

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Ausschnitt aus dem Film „Gemeinsam für Unterstützte Kommunikation“, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von ISAAC- GSC

Link auf den vollständigen Beitrag

Die Weiterbildung für unterstützt kommunizierende Referentinnen und Referenten wurde vom Institut Integration und Partizipation als Pilotprojekt durchgeführt.

Für die Teilnehmenden eröffnete sich damit nicht nur der Zugang zu einer neuen beruflichen Rolle sondern auch zu einer beruflichen Weiterbildung, an der sie aufgrund ihrer Beeinträchtigungen im regulären Weiterbildungsmarkt meist nicht partizipieren könnten. Um der Heterogenität der Teilnehmenden in Bezug auf Vorkenntnisse, Lernmöglichkeiten und -bedürfnisse gerecht zu werden, wurde die Weiterbildung individualisiert. Für alle Teilnehmenden wurde über das Projekt eine Assistenzperson zur Verfügung gestellt, die die notwendige persönliche Unterstützung im Lernprozess sicherstellte. Insbesondere unterstützten / assistierten diese die Teilnehmenden in der Erarbeitung der individuellen Lernziele und des persönlichen Lernprogramms; bei der Erarbeitung und Durchführung eines Referats. Dabei ging es sowohl um technischen Support als auch um die Aufbereitung der Kursmaterialien (z. B. Verwendung von leichter Sprache), Erstellung von Präsentationsmaterial, Videoclips, Assistenz in der persönlichen Pflege und in der Mobilität während der Kursblöcke und für die Referate. Während der individuellen Lernphasen wurden die Assistenzleistungen am Wohn- oder Arbeitsort der Weiterbildungsteilnehmenden erbracht. Damit wurde die Weiterbildung auch für Personen mit starken Mobilitätseinschränkungen und großem Pflegebedarf absolvierbar.

Studierende der Sozialen Arbeit an der FHNW übernahmen die Assistenzaufgaben

Studierende der Sozialen Arbeit an der FHNW übernahmen die Assistenzaufgaben. Sie führten diese Tätigkeiten unentgeltlich im Rahmen eines Praxisausbildungsprojekts während ihres Bachelor-Studiums aus.

Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW übernahm die Trägerschaft für das Pilotprojekt und finanzierte die gesamte Praxisausbildung der Studierenden. Mitfinanziert und unterstützt wurde das Projekt durch das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Hilfsmittelfirmen boten kostenlosen technischen Support. Als wichtige Kooperationspartnerin leistete ISAAC-GSC – Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V. nicht nur einen finanziellen Beitrag, sondern auch die ideelle Unterstützung für das Projekt.


Kommentare (1)

Guten Tag

Herzliche Gratulation! Ich finde es ein geniales Projekt und wünsche weiterhin viel Erfolg! Und – einen grossen Dank an alle “MithelferInnen”, die es ermöglichten ein solches Projekt zu realisieren.

Gruss
Alberta Hildbrand

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