Citizen Science im Ferienplausch

17.07.2015 by

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Am 16 Juli fand der zweite Kurs zum Astronomie-Forschungprojekt von Ferienplausch statt, diesmal aber auf dem FHNW Campus in Brugg. Wie bringt man Kinder dazu, sich für ein Forschungprojekt zu interessieren? Eine Möglichkeit wird von Citizen Science offeriert, und zwar in der Astronomie mit dem Zooniverse.org. Wir erzählen mehr von diesem Projekt.

 

Citizen Science in der Astronomie: Galaxy Zoo

 

Zooniverse ist der Nachfolger von Galaxy Zoo, der in 2007 gestartet wurde. Moderne Teleskope sammeln Riesenmengen von Daten, die niemals auf einmal mit einem kleines Forschungsteam analysiert werden können. Zu dieser Zeit zum Beispiel brauchten die Astronomen über 900 000 Galaxien, die je nach Morphologie klassifiziert werden sollten. Einer der Mitgründer von Galaxy Zoo, Chris Lintott, sagte sogar, dass heutzutage in manchen Branchen (dazu gehört die Astronomie) die Wissenschaftler nicht durch die Daten begrenzt sind, die sie aufnehmen können, sondern dadurch, was sie damit machen können. Citizen Science war eine Lösung für dieses Problem, um den Wissenschaftlern diese langen und mühsamen Aufgaben zu erleichtern. Wenn jeder von Tausenden von Freiwilligen und Wissenschaftsfans einige Galaxien klassifizieren könnte, würde diese erste Phase der Analyse viel schneller zum Ende kommen.

Dies war ein grosser Erfolg. Die Freiwilligen waren so begeistert und produktiv, dass sie einige Jahre früher fertig waren, als die Astronomen erwartet hatten. Diese Menschenkraft war präziser als ein Computer, weil sie auch kritisch handeln konnte. Zum Beispiel haben die Freiwilligen auch merkwürdige Galaxienbilder signaliert, was weitere Studien verursacht hatte.

Auf diesen Erfolg folgten andere ähnliche Projekte. Alle werden auf Zooniverse gesammelt.

GalaxyZoo

Die aktuelle und 4. Version von Galaxy Zoo. Die Galaxien müssen nach Morphologie und derer Komplexität klassifiziert werden.

 

Citizen Science und Kinder

 

Ein Beispiel von diesen Projekten ist Sunspotter.org, das sich mit Sonnenflecken beschäftigt. Dieses Projekt kann man an 10-13 Jährige vermitteln, nachdem sie eine kleine Einführung über die Sonne und die Satelliten bekommen haben. Oft haben sie schon vom Sonnensystem gehört, aber was genau an der Oberfläche der Sonne passiert, ist noch neu für sie. Auch wenn sie schon Weltraumfans sind und Bücher gelesen haben.

Die Entstehung von solchen Flecken ist auch ein gutes Thema, weil sie alternative Aktivitäten bietet. Denn nicht immer funktioniert alles nach Plan. Stellen Sie Sich vor: der Server von Sunspotter.org wurde plötzlich ausgeschaltet, während wir mit den Jugendlichen am Klassifizieren waren. Dann kann man tiefer in das Thema Magneten-Bögen gehen und den Kindern vorschlagen, ihre “eigene” Sonnenflecken zu basteln!

 

Magnetrahmen_basteln

Ein kleiner Trick: Magnet-Rahmen basteln ist ein guter Plan B mit Kindern!

 

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Text und Bild: Alice Chau

 

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