Weltraumwetter – was ist das?

13.05.2015 by

Weltraumwetter

 

Sonnenforschung Hintergrund
Das Wetter im Weltraum kann wie auf der Erde ruhig oder bewegt sein. Es gibt Winde, Wolken und Stürme. Dennoch ist es etwas völlig anderes.

 

Wetter im Weltraum

Im Weltraum bestehen Winde, Wolken und Stürme nicht aus Luft und Wassertröpfchen, sondern aus geladenen Teilchen, Plasma und Magnetfeldern. Diese kommen von der Sonne und breiten sich in spiralförmigen Wellen im Sonnensystem aus. Es geht um riesige Bewegungen. In einem Sonnensturm ist die Erde nur ein winzigel Kügelchen.

 

Die Sonne bestimmt

Die Sonne bestimmt die Wetterbedingungen im Weltraum. Sogar in ihrer ruhigen Phase gibt sie ständig einen Strom von geladenen Teilchen ab – den Sonnenwind. Er bewegt sich  mit einer Geschwindigkeit von etwa 400 km pro Sekunde.

Wenn die Sonne aktiv ist und die Magnetfelder auf ihrer Oberfläche zu stark zusammengedrängt werden, entlädt sich deren Energie in einer spektakulären Eruption – einem Flare. Beobachten Sie das Wuseln und Brodeln um die aktiven Regionen im Video unten. Es scheint, als flöge man über die Sonnenoberfläche. Sie machen fünf Tage in zwei Minuten. Ab und zu sehen Sie einen kurzen, hellen Blitz. Das ist ein kleiner Flare.


Video: Eric Buchlin mit Daten von SDO/AIA aus dem Medoc Datenzentrum in Frankreich. Erich Buchlin ist Mitglied des FLARECAST-Teams.

Ein grosser Flare kann Millionen Tonnen geladener Teilchen in den Weltraum katapultieren. Der Sonnenwind wird zum Sonnensturm, der bis zu 1000 km pro Sekunde erreichen kann. Er beeinträchtigt alle Planeten oder Satelliten, die sich in seinem Weg befinden.

Schauen Sie in dieser 25-Sekunden-Animation zu, wie sich ein Sonnensturm im Sonnensystem ausbreitet.


Video: NASA/Goddard Space Flight Center/CI Lab

 

Auf der Erde bemerken wir den Sonnenwind nicht

Zum Glück hält ihn die magnetische Blase um unseren Planeten ab. Sonst wäre hier kein Leben möglich, denn der Sonnenwind hätte die Atmosphäre nach und nach weggerissen.

Wenn bei den Polen dennoch Sonnenteilchen in die Atmosphäre eindringen, lösen diese die wunderschönen Polarlichter aus. Ein starker Sonnensturm jedoch, der auf die Erde gerichtet ist, kann Satelliten beschädigen und die Kommunikationssysteme stören.

Damit wir schützende Massnahmen ergreifen können, müssen wir zuverlässige Werkzeuge für die Vorhersage des Weltraumwetters entwickeln. Unser EU-Projekt FLARECAST wird dazu beitragen, indem es die Vorhersage von Flares automatisiert.

Dieser dreiminütige Film nimmt uns auf eine Weltraumwetter-Reise vom Inneren der Sonne zu den Ausbrüchen an der Sonnenoberfläche und von hier durch den Weltraum bis zur Erde.


Video: NASA/Goddard Space Flight Center/CI Lab

Wie gefährlich ist das Weltraumwetter eigentlich? Hier auf der Erde sind wir ziemlich sicher. Lesen Sie bald mehr über die Risiken des Weltraumwetters in einem der nächsten Artikel hier in diesem Blog.

Mehr über das Weltraumwetter auch auf der Webseite der britischen Wetteranstalt MET Office, welche ebenfalls Partnerin von FLARECAST ist.

 

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