Ein Jahr nach der Einwanderungs-Abstimmung

09.02.2015 by

 

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News aus dem Institut:

Ein Jahr ist seit der Annahme der Masseneinwanderungs-initiative vergangen. Viele Forschende und Institutionen haben sich, wie ich, leider erst nach der Abstimmung protestierend gemeldet. Inzwischen ist der Lärm um die Forschung beinahe verstummt. Die Behörden haben erreicht, dass die Schweiz wenigstens wieder teilassoziiert ist.

Am I4DS sind wir bereits mit unserem neuen EU-Projekt beschäftigt – FLARECAST – von dem ich hier berichtet hatte. Trotz der unsicheren Situation reichten wir das Gesuch im letzten Sommer ein. Wir sind sehr froh, dass wir dieses Projekt bekommen haben, denn sonst hätten wir einen ganzen Bereich unserer Forschung in der Schublade versorgen können. Also alles palletti, und zuvor nur viel Geschrei um nichts?

So einfach ist es leider nicht.

Erstens gilt die Teilassoziierung, wie der Name sagt, nicht für alle Bereiche des Forschungsprogramms Horizon 2020. Und sie ist nur provisorisch. Wie es nach 2016 weiter geht, wissen wir nicht.

Zweitens gibt es Anzeichen, dass die Schweiz nicht mehr als sichere Projektpartnerin eingeschätzt wird. In der Evaluation eines anderen, nicht bewilligten Gesuches stand beispielsweise: The Swiss contribution to the proposal could be handled by the other participants.  Ob das bedeutet, dass wir nur hätten dabei sein können, weil wir ersetzbar sind oder dass wir ersetzt werden müssen, falls das Projekt bewilligt worden wäre, ist nicht klar. Ersetzbarkeit halte ich auf jeden Fall nicht für eine erstrebenswerte Eigenschaft in der Forschung.

Vieles ist seit dem 9. Februar 2014 unklar, unsicher und sieht für die Forschung nicht gerade gut aus.

 

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