Die Sonne im September 2014

02.10.2014 by

 

titelbild_sept14

Weltraumwetter aktuell

Gleich zwei Sonnenstürme rasten am 10. und 11. September auf die Erde zu. Ausser einer mehr als eine Stunde dauernden Störung der HF Radiotransmission scheinen sie keinen Schaden angereichtet zu haben. Aber Polarlichter!

Zwei Sonnenstürme aufs mal

Der erste Sonnensturm war das Resultat einer mehr als sechs Stunden dauernden Explosion der Klasse M auf der Richterskala der Sonnenausbrüche. Das ist schon ziemlich gross und vor allem lange andauernd.  Einen Tag später produzierte dieselbe aktive Region einen noch grösseren Ausbruch der Klasse X.

Die aktive Region 2158, wo sich der grosse Ausbruch ereignete, ist direkt auf die Erde gerichtet.

Die aktive Region 2158 war am 10. September direkt auf die Erde gerichtet. Hier ereigneten sich die beiden grossen Ausbrüche.

Für den dadurch ausgelösten Sonnensturm wurde eine Geschwindigkeit vom über 3700km pro Sekunde berechnet. Das ist sogar für einen Sonnensturm sehr schnell.

Im Filmchen unten sieht man die Woche vom 5. bis 12. September: ein Feuerwerk an Sonnenstürmen!

Erdgerichtet sind diejenigen, die sich wie ein Halo scheinbar rund um die Sonne herum ausbreiten. Tatsächlich bewegt sich ein solcher Sturm von einer einzigen aktiven Region aus in unsere Richtung, aber weil er sich ausdehnt, sieht es aus, wie wenn er rund um die Sonne herum weggehen würde. Man kann sich das vorstellen wie eine riesige Kaugummiblase vor dem Mund von jemandem gegenüber.

Der auf den oben beschriebenen Ausbruch folgende ‘Halo-Sturm’ ist am Schluss des Filmchens sichtbar. Die darauf folgenden Bildstörungen sind das Resultat der schnellsten geladenen Teilchen des Sturmes, die bereits beim Weltraumteleskop SOHO eingetroffen waren.

SDO AIA 304, SOHO LASCO C2 (2014-09-05 08-00-43 - 2014-09-12 06-55-07 UTC)

Unten etwas langsamer der Sturm zum M-Ausbruch vom 9. September, der die Erde nur streifte,

… und der ‘Halo-Sturm’ vom 10. September, der direkt auf die Erde gerichtet war.

 

Die Polarlichtkameras sind wieder eingeschaltet

Die Sonnenstürme haben ein unglaubliches Polarlicht-Schauspiel veranstaltet. Schauen Sie sich die Bilder vom 12. und 13. September auf spaceweather.com an. Wo das Wetter mitspielte, waren die Erscheinungen bis Norddeutschland sichtbar. Einige Beispiele kann man auf der Webseite forum.meteoros.de sehen.

Anlässlich der beiden Sonnenstürme wurden die meisten Polarlicht-Livekameras nach der Sommerpause wieder eingeschaltet. Dies hat sich gelohnt, denn im Laufe des Monats konnte man das Naturschauspiel noch mehrmals beobachten, in den letzten Nächten besonders schön.

Sie können selber Polarlichter live beobachten, bequem von Ihrem Sofa aus, zum Beispiel mit meiner Lieblingswebcam in Abisko. Klicken Sie auf das Bild unten für die neuste Aufnahme. Weitere Live-Webcams finden Sie in der rechten Spalte.

abisko29.9.-1

Webcam der Aurora Sky Station in Abisko

 

Zusammenfassung Sonnenaktivität September

Sonnenflecken: Nach einer Zeit mit wenig Aktivität brodelte die Sonne im September wieder munter vor sich hin. Vor allem zu Beginn und Ende des Monats tauchten einige recht grosse Sonnenflecken auf. Leider gibt es auf auf Helioviewer.org, mit welchem das Filmchen unten gemacht wurde, einige Datenlücken.

SDO HMI Int (2014-09-02 10-27-37 - 2014-09-26 09-09-33 UTC)

 

Sonnenausbrüche: Insgesamt wurden elf grosse Ausbrüche der M-Klasse und ein sehr grosser der X-Klasse gezählt.

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Sonnenmaximum: Obwohl die Anzahl der Sonnenflecken wieder stieg, ist es wahrscheinlich, dass das Sonnenmaximum bereits hinter uns liegt.

sunspot

Die Entwicklung des 24. Sonnenfleckenzyklus

Sollten Sie diesen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt lesen, finden Sie eine aktualisierte Grafik auf www.swpc.noaa.gov/SolarCycle/

 

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