Die Sonne im April 2014

08.05.2014 by

 

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Weltraumwetter aktuell

Wieder ein X-Flare! Dieser war jedoch nicht interessant für die Gruppe von Mittelschülerinnen und -schülern, die in Kalifornien auf eine Gelegenheit warteten, zwei Ballonexperimente direkt in einen Sonnensturm fliegen zu lassen. Der Ausbruch vom 25. April fand statt, nachdem der Sonnenfleck bereits hinter dem Westrand verschwunden war. Somit war der dadurch ausgelöste Sonnensturm nicht auf die Erde gerichtet.

Gutes Weltraumwetter

Eine Woche zuvor standen vier aktive Sonnenfleckengruppen direkt der Erde gegenüber – eine vielversprechende Ausgangslage für die Experimente.

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Tatsächlich ereignete sich am 16. und 18. April bei der Fleckengruppe 2035 und 2036 je ein Ausbruch der Grösse M. Der letztere verursachte einen Massenauswurf, der als Sonnensturm am 20. April das Magnetfeld der Erde durcheinander brachte.

Darauf hatten die jugendlichen Forschungs-
begeisterten gewartet! Der richtige Zeitpunkt, ihre beiden Heliumballone in die Stratosphäre zu schicken.

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Wird das Experiment gelingen?

An Bord hatten sie neben der Kamera zwei Experimente:

1. ein Strahlungs-Messgerät, um die Auswirkungen des Sonnensturms auf die obere Atmosphäre zu untersuchen.

2. eine Dose mit Bakterien, um zu sehen, ob diese die extremen Bedingungen am Übergang zum Weltraum überleben würden.

Die Ballone flogen 38 km hoch. Beinahe wäre das Experiment schief gegangen. Auf dem Film sieht man nicht nur die Bakterienpassagiere sondern auch die mitreisenden Marshmallow-Peeponauts, zur Feier von Ostern.

Wo ist überhaupt die Stratosphäre?

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Bild: Wikipedia

Die Ballone flogen also dreimal so hoch wie ein Flugzeug. Nach mehreren Stunden landeten die sie in einem Baum. Die Bakterien hatten überlebt. Die Messdaten werden noch ausgewertet.

Dies ist nicht das erste Ballonexperiment der Gruppe, und nicht jedes Mal ist es so gut gegangen wie diesmal. Das Ziel der SchülerInnen ist es, noch dieses Jahr einen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Mehr dazu auf ihrer Facebookseite.

Mich faszinieren die Ballonexperimente, weil man damit mit einer einfachen Technologie bis fast in den Weltraum kommt. Ein Vorteil ist auch, dass man sehr flexibel auf das aktuelle Weltraumwetter reagieren kann. Kommt ein Sonnensturm, lässt man die Ballone los. Mit anderen Technologien geht das nur, wenn man eine eigene Raketenstartrampe irgendwo versteckt hat, bei der man nicht Jahre zuvor einen Starttermin buchen muss …

Nun weiter im Monatsrückblick:

Sonnenflecken

Im April bewegten sich ziemlich viele Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche (klicke aufs Bild für den Film).

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Sonnenausbrüche

Je ein M-Flare ereignete sich am 2., 16. und 18. April, der einzige X-Flare, wie oben erwähnt, am 25. April. (Die Galeriefunktion ist momentan leider defekt, darum die fehlerhafte Darstellung.)

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Sonnenstürme

Hier der Sonnensturm, der den Start der beiden Ballone veranlasst hatte:

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Die Entwicklung des Sonnenmaximums

Im April ist die Anzahl der Sonnenflecken wieder etwas zurückgegangen. Haben wir die Spitze des Sonnenmaximums hinter uns, wie es die Voraussage (rote Linie) angibt, oder wird die Kurve nochmals aufwärts gehen?

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Die Entwicklung des 24. Sonnenfleckenzyklus

Sollten Sie diesen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt lesen, finden Sie eine aktualisierte Grafik auf www.swpc.noaa.gov/SolarCycle/

 

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Immer wieder gibt es Suchanfragen nach bestimmten Ereignissen. Die Artikelserie Die Sonne im Juli (August, September …) vermittelt einen Überblick über die Sonnenaktivität des vergangenen Monats und bemüht sich, Suchenden zu helfen, Informationen zu spezifischen Ereignissen leichter zu finden.

Haben Sie etwas Bestimmtes gesucht aber hier nicht gefunden? Gerne können Sie uns direkt fragen.

 

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