Die Sonne im Januar 2014

05.02.2014 by

 

TitelbildSonneJan14

Weltraumwetter aktuell

2014 begann mit einem Knall. Der riesige Sonnenfleck, der schon das alte Jahr recht explosiv verabschiedet hatte, produzierte am 1. Januar einen Flare der Grösse M9. Beinahe ein X-Flare!

 

Neujahrsflare

Klicken Sie auf das Bild oben für einen Film des Ausbruchs. Man sieht, wie eine dunkle Plasmamasse weggeschleudert wird. Der grösste Teil davon fällt wieder auf die Sonne zurück.

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Sonnenflecken

Während der für den Neujahrsknall verantwortliche Sonnenfleck 1936 langsam über den Westrand der Sonne verschwand, tauchte am Ostrand bereits ein neuer auf. Fleck 1944 war noch grösser – einer der Grössten dieses Sonnenfleckenzyklus.

Er besass Dutzende dunkler Kerne und einen Hauptfleck so gross, dass er drei Planeten Erde hätte verschlucken können.

Dieser Fleck war in der ersten Januarhälfte sichtbar, verschwand hinter dem westlichen Rand, durchwanderte die Rückseite der Sonne und tauchte gegen Ende des Monats am Ostrand wieder auf – grösser als zuvor. Dies geschieht nicht oft. Die meisten Flecken verschwinden vorher.

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Sonnenflecken im Januar 2014. Für Film bitte klicken.

Der ehemalige Sonnenfleck 1944 bekam die neue Nummer 1967 und ist gegenwärtig so gross, dass man ihn leicht mit einem einfachen Teleskop sehen kann.

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Bild Karzaman Ahmad, Malaisia

Er ist immer noch sehr energiegeladen und schaut im Moment (5. Februar) Richtung Erde. In den nächsten Tagen wird jeder Ausbruch erdgerichtet sein.

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Flares und Sonnenstürme

Der riesige Sonnenfleck 1944/1967 bestimmte die Sonnenaktivität im Januar. Er produzierte 21 der insgesamt 27 Flares der Kategorie M (sehr gross). Am 28. Januar folgte ein Ausbruch dem anderen, beinahe im Zweistundentakt.

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Am 7. Januar ereignete sich der einzige X-Flare des Monats. Daraus entwickelte sich ein Sonnensturm, der  eine Ladung extrem schneller, geladener Teilchen vorausschickte.

Auf dem Bild unten sieht man den Sonnensturm, der sich in der Ferne ausbreitet. Er braucht normalerweise zwei bis drei Tage bis zur Erde. Die geladenen Teilchen kamen bereits wenige Minuten nach dem Ausbruch beim SOHO-Weltraumteleskop an.

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Was wie Schneegestöber aussieht, sind geladene Teilchen der Sonne beim Teleskop SOHO.

Wegen dieses Sonnensturms musste der Start einer Versorgungsrakete für die Internationale Weltraumstation ISS verschoben werden.

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Polarlichter

Im Norden verging im Januar kaum eine Nacht ohne Polarlichter. Dies, obwohl die Sonne nicht immer aktiv war.

Sonnenstürme nach einem Sonnenausbruch sind nicht die einzigen Verursacher von Polarlichtern. Es kann auch ein Loch in der Korona sein, aus welchem ein starker Sonnenwind entweicht.

Oder eine Falte im interplanetarischen Magnetfeld, durch welche sich die Erde bewegt. Dies kann zu Rissen im magnetischen Schutzschild der Erde führen. Dort dringt Sonnenwind ein und bringt die Atmosphäre zum Leuchten.

Hier mein Lieblings-Polarlichtbild der Webcam in Abisko, Lappland. Die grössten Auroras sind für mich nicht immer die Schönsten. Ich mag das zweifarbige Leuchten und der wunderbare Sternenhimmel.

abisko201401024_1

Für ein grosses Bild, auf dem man den Sternenhimmel sieht, bitte klicken.

Wirklich spektakuläre Auroras gibt es in diesem Film zu sehen: Auroras in Abisko

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Die Entwicklung des Sonnenmaximums

Die neuste Grafik zum Sonnenfleckenzyklus:

sunspot

Sollten Sie diesen Artikel zu einem späteren Zeitpunkt lesen, finden Sie eine aktualisierte Grafik auf www.swpc.noaa.gov/SolarCycle/

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Immer wieder gibt es Suchanfragen nach bestimmten Ereignissen. Die Artikelserie Die Sonne im Juli (August, September …) vermittelt einen Überblick über die Sonnenaktivität des vergangenen Monats und bemüht sich, Suchenden zu helfen, Informationen zu spezifischen Ereignissen leichter zu finden.

Haben Sie etwas Bestimmtes gesucht aber hier nicht gefunden? Gerne können Sie uns direkt fragen.

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