Wie gefährlich ist ein Sonnensturm?

13.12.2012 by

In der Weltuntergangsdebatte werden Sonnenstürme als mögliche Auslöser der erwarteten Katastrophe gehandelt. Im Gegensatz zu imaginierten Bedrohungen aus dem All wie der Planet Nibiru existieren Sonnenstürme tatsächlich. Aber wir sind ziemlich gut geschützt.

Winzige geladene Teilchen strömen ständig von der Sonne weg – der Sonnenwind. Er reist durch das Sonnensystem mit einer Geschwindigkeit von ca. 400 km pro Sekunde.

Wenn die Magnetfelder der Sonne zu viel Spannung entwickeln, entladen sie die Energie in spektakulären Explosionen. Dies geschieht in Gebieten mit Sonnenflecken. Millionen Tonnen von Materie werden in den Weltraum geschleudert und prallen auf Planeten oder Raumsonden, die sich im Weg befinden.

Bei solchen Explosionen wird der Sonnenwind zum Sonnensturm mit einer Geschwindigkeit bis zu 800km pro Sekunde. Die hochenergetische Strahlung (Röntgen- und Gammastrahlen) erreichen sogar Lichtgeschwindigkeit.

Das Video des NASA Science Visualization Studios erklärt alles in drei Minuten, in englisch, aber schon die Bilder sind beeindruckend.


X-Class: A Guide to Solar Flares, Nasa SVS

Auf der Erde schützt uns der Magnetschild

Hier spüren wir den Sonnenwind nicht, weil er von der magnetischen Blase abprallt, die unseren Planeten umgibt. Bei einem Sonnensturm können jedoch bei den Polen Teilchen eindringen. So entstehen die wunderschönen Polarlichter. Ist es nicht beeindruckend, dass die Polarlichter von winzigen Teilchen verursacht werden, die von der extrem weit entfernten Sonne hierher gereist sind?

Im Weltraum ist es jedoch eine andere Sache. Wenn Wissenschaftler/innen das Licht einer Röntgenexplosion auf der Sonne sehen, wissen sie, dass Astronaut/innen höchstens 20 Minuten Zeit haben, um sich im Raumschiff in Sicherheit zu bringen vor den hochenergetischen, tödlichen Teilchen. Denn diese würden den Raumanzug durchdringen. Na gut, so viele Astronaut/innen tummeln sich ja nicht im Weltraum. Aber um einen Einsatz zu planen, ist es sicher besser, vorher den Weltraumwetterbericht anzuschauen.

Ein Sonnensturm verursacht nur selten Schäden auf der Erde.

Er könnte das Elektrizitätsnetz, Telefonleitungen oder das Kommunikationssystem von Satelliten unterbrechen.

1989 erlebte die kanadische Stadt Quebec ein vollständiges Blackout wegen eines Sonnensturms.

Der berühmteste Sonnensturm produzierte 1859 Polarlichter, die bis in Kuba zu sehen waren. Telegraphensysteme fielen aus, Telegraphenmasten sprühten Funken, das Telegraphenpapier fing Feuer.

Heute sind solche Anlagen sicherer

Der Teil des Sonnensturms, der Störungen auf der Erde verursachen könnte, kommt erst etwa zwei bis vier Tage nach dem Sonnenausbruch hier an. Das lässt genug Zeit, um Stromnetze auszuschalten, Flugzeuge umzuleiten (nicht über die Pole), Satelliten abzudrehen. Jedenfalls ist die Erde dieses Jahr schon von mehreren Sonnenstürmen getroffen worden – haben Sie etwas davon gemerkt?

Wer es genau wissen will, findet hier Informationen über alle möglichen Störungen durch Sonnenstürme (in englisch).

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