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Praxis der Unternehmensbewertung in der Schweiz: Solides Fundament und ein schwankender Pfeiler

12.04.2012 von

Unternehmensbewertung sei mehr Kunst als Wissenschaft, so heisst es. Allerdings folgt auch die Kunst bestimmten Grundsätzen und verlangt handwerkliches Können. Der im Schweizer Treuhänder  veröffentlichte Beitrag „Zur Praxis der Unternehmensbewertung in der Schweiz“ zeigt den Stand der Bewertungslehre und dessen Umsetzung in der Schweizer Bewertungspraxis auf. Grundlage ist eine Untersuchung veröffentlichter Bewertungsgutachten der Jahre 2009 bis 2011. Es zeigt sich, dass die Unternehmensbewertung in der Schweiz auf einem robusten Fundament ruht. Die wissenschaftliche Meinungsvielfalt führt nicht zur Methodenvielfalt. „Künstlerische Freiheiten“ sind begrenzt. Durchaus bewertungsrelevante Unterschiede bestehen im Detail (risikofreier Zins). Deutlich werden auch aktuelle Tendenzen: So wird damit zu rechnen sein, dass der risikofreie Zins zunehmend laufzeitäquivalent aus Zinsstrukturkurven abgeleitet wird. Auch die Diskussion um die Berechtigung von Zu- oder Abschlägen wird vermehrt geführt werden.

 

Es kommt auf die Länge an …

31.01.2012 von

auch bei der Unternehmensbewertung.

Die Marktrisikoprämie ist Kernstück moderner Bewertungsverfahren. Zu deren Berechnung wird von der Rendite eines Aktienindex der risikofreie Zins abgezogen (Dimson/Marsh/Staunton-Methode). In einem aktuellen Beitrag der NZZ vom 30.1.2012 (S. 23) wird darauf hingewiesen, dass es dabei ganz erheblich auf die Länge des Betrachtungszeitraums ankommt. 2007 bis 2011 lag die Aktienrendite bei – 5.59%, 2002 – 2011 bei 1.27%. Erst in fast säkularer Betrachtung (1926 – 2011) werden die häufig behaupteten gut 5% (5.25%) nachgewiesen. Die Bedeutung dieser Betrachtungszeiträume zeigen auch die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des IFF zur Praxis der Unternehmensbewertung. Fast alle untersuchten Bewertungsgutachten verwenden zur Berechnung der Marktrisikoprämie die Langzeitstudie von PICTET, welche die Rendite Schweizer Aktien von 1925 bis 2011 berechnet. Die Ergebnisse der Untersuchung werden im Jahrbuch Treuhand und Revision 2012 veröffentlicht.

Bilanzen unter Stress…

14.01.2012 von

Kurz nach Ende des Geschäftsjahres blicken viele Unternehmen nicht nur auf das Ergebnis, sondern auch auf Bilanzrelationen. Sogenannte „Covenants“ sind Bestandteil von Kreditverträgen, deren Erreichen und Halten Voraussetzung für die Darlehensvergabe und -verlängerung. Der Fall PETROPLUS zeigt aktuell, wie bedeutsam das Monitoring und die Steuerung von Covenants ist. Anlässlich der Tagung „Finanzielle Führung in Zeiten der Krise“ an der Universität St. Gallen (HSG) stellte Prof. Dr. Tobias Hüttche ein entsprechendes Konzept zum Management von Covenants vor. Zur Präsentation …

Fremdwährungsmanagement Schweizer KMU – Zwischen Euro Schwäche und Mindestkurs

22.12.2011 von

Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie stark der Wechselkurs den Preis von Produkten und damit den Markt bestimmen kann. Der von der Schweizer Nationalbank (SNB) verteidigte Mindestkurs hat Druck von den Unternehmen genommen. Es ist Zeit, Lehren zu ziehen. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Fremdwährungsmanagement zu schenken, das gerade KMU vor grosse Herausforderungen stellt. Kurz vor der Entscheidung der SNB hat das Institut für Finanzmanagement der Hochschule für Wirtschaft FHNW gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen ZANDERS Finance and Treasury Solutions rund 100 Schweizer KMU dazu befragt, wie diese mit Fremdwährungsrisiken umgehen. Die Ergebnisse geben einen guten Einblick in die aktuelle Praxis. Im Lichte der aktuellen Entwicklungen sind differenzierte Handlungsempfehlungen zu geben. mehr…

Aus Fehlern lernen …

15.12.2011 von

… dies gilt auch für Fehler in der Rechnungslegung. Manche sind so hartnäckig, dass sie weder bei der Aufstellung, noch bei der Prüfung des Jahresabschlusses bemerkt werden. Gerade diese Fehler, ihre Ursachen und Möglichkeiten ihrer Vermeidung waren Gegenstand einer grosszahligen Untersuchung am IFF, die von Herrn Prof. Dr. Tobias Hüttche durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden jüngst im Rahmen der „3rd Audit in Europe Conference“ an der Universität Luxemburg präsentiert. Es zeigt sich, dass es gerade nicht die komplexen Standards sind, die zu Fehlern führen, sondern häufig einfache Übertragungs-, Rechen- oder Flüchtigkeitsfehler. Dies spricht jedoch weniger für die Qualität der Standards, als für die Qualität der Arbeit von Unternehmen und Prüfern. Die Ergebnisse der Untersuchung werden auch in der Februar Ausgabe 2012 von DER SCHWEIZER TREUHÄNDER veröffentlicht.