Zigistummel-Projekt interessiert die SBB

12.09.2017 by

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Eine Mitarbeiterin der SBB sammelt weggeworfene Zigarettenstummel auf. Bild: ZVG SBB.

 

Wieviele Zigistummel landen auf den Geleisen? Handfeste Zahlen lagen den SBB bisher keine vor – die Recherche des Projektteams P1 im Herbstsemester 2016/17 schloss damit eine Lücke. Und es war kein Projekt, dessen Resultate in der Schublade landeten: Die SBB interessierte sich für die eindrücklichen Zahlen – rund zwei Drittel aller an Bahnhöfen gerauchten Zigaretten landen auf dem Boden oder direkt im Gleisbett. Aus den Zigarettenstummeln werden in Geleisen oder in der freien Natur Schwermetalle ausgeschwemmt.

Spezialauftritt an den Bahnhöfen

Am SBB „Clean up Day“ 2017 vom vergangenen Freitag und Samstag waren an zahlreichen Bahnhöfen Poster zur Thematik Zigaretten in Banhöfen zu sehen. Die Grundlagen dazu lieferte das EUT-Team. Die SBB sind mit der Aktion sehr zufrieden: „Es ist alles gut gegangen“, berichtet Cécile Neuenschwander, Verantwortliche der SBB.

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Blick in einen Bahnhof: Für das hintere der Poster lieferte der Studiengang EUT Zahlen. Bild: ZVG SBB.

 

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Das Poster mit EUT-Zahlen, das am 8./9. September an Schweizer Bahnhöfen zu sehen war. 

 

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Eine Mitarbeiterin der SBB sensibilisiert für das Thema Littering von Zigarettenstummeln. Bild: ZVG SBB.

 

Auch Dozis lernen

01.09.2017 by

 

Was lernen die Studierenden im Projektmanagement genau? Wie würde ich selber das Phasenmodell auf mein eigenes Projekt anwenden? Ende August fanden in Muttenz und Windisch zwei Schulungen für Projektcoaches in den oberen Semestern des Studiengangs EUT statt.

Ziel davon: Alle Coaches sollen dasselbe Verständnis des im ersten Semester vermittelten Projektmanagements haben. Am Ende der Windischer Schulung stellte Studiengangleiter Christoph Gossweiler fest: „Es tut gut, einmal eine ganze Analysephase durchzudenken. In den letzten Jahren habe mich mich vor allen mit Reviews befasst und bin es nicht mehr gewohnt, die Arbeitspakete selbst und im Detail zu gliedern.“

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EUT-Projekt-Coaches beim Austausch in Windisch.

Optimieren und Effizienz steigern: Ausstellung Bachelor-Thesis

18.08.2017 by

 

Wie optimiere ich eine Drahtsäge? Und wie lässt sich im Einfamilienhaus Strom sparen? Wie gut ist der neue Testzyklus für Fahrzeuge? Oder: Welche Chancen bietet Industrie 4.0 in Bezug nachhaltiges Wirtschaften? Am Freitagabend haben über 300 Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für Technik ihre 214 Abschlussprojekte vorgestellt. Darunter waren auch 23 Projekte aus dem Studiengang Energie- und Umwelttechnik. Die Projekte decken ein breites Themenspektrum ab.

 

Patrick Meier hat sich in der Vertiefung “Umwelt und Management” mit den Auswirkungen der Digitalisierung auseinandergesetzt. Hier erklärt er seine Ergebnisse:

 

Yuliya Krebs untersuchte in der Vertiefung “Energie in Gebäuden” den Energieverbrauch eines Doppeleinfamilienhauses. Ihren Auftraggebern unterbreitete sie eine ganze Reihe von Vorschlägen. Zwei davon erklärt sie hier:

 

Daniel Schmids Untersuchung in der Vertiefung “Energiesysteme” ist am Puls der Zeit. Er setzte sich mit dem neuen Fahrzeug-Testzyklus WLTP auseinander. Ist er besser als der alte, viel kritisierte Test?

 

Die Ausstellung war gut besucht: Auftraggeber, Dozierende, aber auch Arbeitgeber der berufsbegleitenden Studierenden sowie Eltern und Freunde waren zugegen.

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Reges Interesse: Studierende präsentieren ihre Poster und erklären ihre Resultate.

Geblendet bei der Arbeit

16.06.2017 by

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Das Projektteam unterhält sich mit Coach und Auftraggeber: Daniel Graf, Projektleiter Adrian Hohler, Raphael Bittel, Christian Monn vom Staatssekretariat für Wirtschaft und Sicherheit (SECO) und Beate Weickgenannt, Projektcoach (v.l.n.r.)

 

Wie wohl es einem am eigenen Arbeitsplatz ist, hängt stark von dessen Beleuchtung ab. Schon eine leichte Blendung durch eine Leuchte kann Unwohlsein verursachen und auf die Dauer zu weniger Produktivität oder gesundheitlichen Problemen führen. Blendung durch künstliches Licht wird allerdings sehr subjektiv wahrgenommen. Wer einen Arbeitsplatz einrichtet, muss auf die persönlichen Vorlieben der Mitarbeitenden eingehen. Wie lässt sich aber Blendung durch künstliches Licht messen? Welche Methode ist hier die beste, welche ist effektiv?

Das Staatssekretariat für Wirtschaft und Sicherheit (SECO) wollte mehr über einzelne Messmethoden wissen und hat dazu ein EUT-Projektteam im vierten Semester beauftragt, drei Methoden auszuwerten. Am vergangenen Freitag hat das Team seine Resultate präsentiert. “Wir empfehlen die Messung mit einer ortsaufgelösten Leuchtdichtekamera”, kam Teammitglied Daniel Graf zum Schluss. Beim Gespräch mit Auftraggeber und Coach im Anschluss an die Präsentation meinte Projektleiter Adrian Hohler: “Mit dieser Methode lässt sich innerhalb einer Stunde ein verlässlicher Wert ermitteln. Sie ist also im Vergleich zu den anderen beiden Methoden effizient.” Auftraggeber Christian Monn vom SECO zeigte sich zufrieden mit der Untersuchung.

Was macht die Feuerwehr an der FHNW?

06.06.2017 by

 

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Die Feuerwehr fährt nach dem Alarm auf den Parkplatz…

 

(KE/JW) Die Projektwoche ist für Studies und Projekt-Coaches jeweils spannend. Die Studierenden bereiten alles vor, um den Erfolg ihrer Projekte zu sichern. In einem Fall eines EUT-Projektes in der Projektwoche im vergangenen Monat handelte es sich bei dieser Vorbereitung um einen Versuchsaufbau. Dabei sollte ein Raumheizer mittels zusätzlicher Wärmequelle –ohne Flamme – erhitzt werden, um allfällige Emissionen bei der Erstinbetriebnahme eines solchen Wärmespenders zu messen.

Das Team arbeitete hart, doch erst am Freitag gelang es den Heizkörper so aufzuheizen, dass die Messinstrumente etwas anzeigten. Die Freude war gross! Aber auch der Feuermelder im Testraum roch etwas, sodass die Feuerwehr kam und sich für den Aufbau interessierte. Das Laborgebäude wurde umgehend geräumt. Dabei war alles harmlos. Ob der Heissluftföhn oder der der Raumheizer selbst die Feuerwehr geholt hat, werden die Auswertungen zeigen.

Die Studierenden haben gelernt, dass Experimente oft anders verlaufen als geplant, dass Feuermelder nicht nur auf Feuer reagieren und dass eine ausführliche Risikoanalyse vor Ungemach schützen kann.

 

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… und inspiziert den Messplatz. Wo brennt es denn hier?

In der Berufswelt hilft das breite Wissen

09.05.2017 by

 

„Es wird von Jahr zu Jahr einfacher, Leute für die Referate zu kriegen“, sagt Peter Stuber, Organisator des inzwischen traditionellen Austauschs „Berufspraxis“. Dieser Austausch fand am vergangenen Dienstagabend erneut statt. Rund 60 aktuelle und ehemalige Studentinnen und Studenten, Dozenten und Dozentinnen kamen, um den Referaten EUT-Absolventen zu lauschen.

 

 

Christian Arber schloss mit dem ersten Jahrgang EUT sein Studium ab. Er berichtete an der Veranstaltung von seiner Arbeit bei der BKW Energie AG als Junior Asset Manager im Bereich Nuklear & Entsorgung. „Als ich bei BKW zu arbeiten begonnen habe, hatte ich das Gefühl, nichts zu wissen“, sagte er. „Doch als Energie- und Umweltingenieur habe ich ein breites Wissen und kann mich weiterbilden.“ Hier habe er vor allem Defizite in Statistik und Umgang mit Datenmaterial aufzuholen. Gelernt habe er im Studium vor allem eine Denkweise: Wie kann ich ein Problem analysieren? In seinem Alltag ist er als Junior Asset Manager vor allem in der Vor- und Nachbereitung von Sitzungen oder Vertragsverhandlungen, unter anderem auch als Projektmanagement-Office (PMO) eines Grossprojekts. Bei seiner Arbeit hilft dem Kaufmann seine Berufslehre und die Ausbildung in der Projektschiene.

Andreas Leuppi hat nach seinem Studium im Herbst 2015 zehn Bewerbungen geschrieben und hielt nach drei Vorstellungsgesprächen seine Stelle bei Krannich Solar AG. Hier war er zuerst im technischen Innendienst und ist schliesslich im Aussendienst tätig. Im Vertrieb von Solarmodulen betreut er Kunden vom Tessin bis nach Basel, von Zermatt bis Neuenburg, ist also häufig unterwegs – immer per Bahn und Bus – und plant PV-Anlagen und macht technische Beratungen. „Während des Studiums stellte ich mir den Arbeitsalltag anders vor: Im Büro sitzen und den ganzen Tag rechnen.“ So sei es doch nicht gekommen – aber das Hintergrundwissen aus dem Studium, dass man rasch eine Rechnung machen könne in der technischen Beratung. „Hier hilft das breite Grundlagenwissen aus dem Studium.“ Was ihn täglich für die Arbeit motiviert? „Ich trage jeden Tag einen kleinen Teil zur Energiewende bei.“ EUT-Studierende seien gefragt auf dem Arbeitsmarkt, denn es brauche Ingenieure, die an den Schnittstellen arbeiten können.

Remo Waser arbeitet heute an der Hochschule Luzern (HSLU) als wissenschaftlicher Assistent und studiert im Master of Science in Engineering. Nach seinem Abschluss 2014 arbeitete er als Zivildienstler am Physikalisch-meteorologischen Observatorium in Davos (PMOD), reiste durch Südamerika und setzte schliesslich seinen Zivildienst am Institut für Solartechnik in Rapperswil fort. „Hier merkte ich, dass das das Thema ist, was mich interessiert“, sagte Waser. Er habe sich technisch vertiefen wollen, dies mit einem Master-Studium. Im September 2015 trat er mit einem 50-Prozent-Pensum in die Forschungsgruppe Thermische Energiespeicher Jörg Worlitscheks an der HSLU ein. Hier arbeitet er in Forschungsprojekten mit, betreut Bachelor-Arbeiten, leitet Laborversuche und ist „nebenbei“ verantwortlich für die Website des Instituts. Besonders viel Durchhaltewillen und Frustrationstoleranz braucht er in seinem Alltag als Forscher, wenn er unzählige Male das gleiche Modell rechnen muss. Und: „Vor allem bei Projektanträgen hilft mein breites EUT-Wissen“, sagte er.

Fabio Grilo kam direkt aus der Westschweiz an den Anlass. Er arbeitet seit Studiumsabschluss 2015 bei der Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) in Liestal, wo er im Vertrieb Bereich Grosskunden arbeitet, dies nicht nur in BL, sondern auch in der Romandie und im Tessin. Ein „Vertriebler“ telefoniere häufig, reise viel, versuche seiner E-Mail-Flut zu bewältigen und sei für die Pflege und Betreuung seiner Kunden zuständig, bei Grilo sind es 100 Stück. Auch er sagt: „Das breite Know-How, das ich mir im EUT-Studium habe aneignen können, hilft mir und schafft Vertrauen bei den Kunden.“ Das Geschäft sei hart, denn mit Strom lässt sich fast kein Geld verdienen – umso mehr seien weitsichtiges Denken, gute Gespräche mit und Beziehungen zu Kunden wichtig. Um sich im Bereich der Energiewirtschaft weiterzubilden, absolviert er gegenwärtig einen MAS Energiewirtschaft.

Dank

Als Dank gibt’s Honig: Peter Stuber, Stv. Studiengangleiter, und die Referenten Remo Waser, Christian Arber, Andreas Leuppi und Fabio Grilo.

„Die Energiestrategie ist der Weg und nicht das Ziel“

06.05.2017 by

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Thomas Nordmann, Kurt Bisang und Irene Aegerter unterhalten sich vor der Veranstaltung über das Energiegesetz.

 

Was bestimmt das revidierte Energiegesetz, über das die Schweizerinnen und Schweizer am 21. Mai abstimmen? Der Studiengang Energie- und Umwelttechnik hat am vergangenen Freitag, 5. Mai, drei Experten eingeladen, um aus technischer Sicht über die Abstimmungsvorlage zu referieren.

Trotz Verlockung durch Sonnenschein und Töggelikasten auf der Freitreppe liessen sich am Freitagabend rund 170 Studentinnen, Studenten, Dozentinnen und Dozenten die Einladung des Studiengangs nicht entgehen: In der Aula sollte über die Energie-Zukunft der Schweiz diskutiert werden. Drei Referate, eines zur Information, eines von einem Solarenergie-Pionier und eines von einer Kernphysikerin, waren angekündigt.

 

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Der EUT-Anlass war gut besucht. Bilder: Jadwiga Gabrys, Ruth Wiederkehr, Concetta Beneduce.

 

Kurt Bisang, Politikwissenschaftler und seit 12 Jahren beim Bundesamt für Energie tätig, referierte als Fachspezialist für Energiepolitik über die Grundlagen der bevorstehenden Abstimmung: Die Energiestrategie wolle Energieeffizienz, die Förderung von erneuerbaren Energien, neue Grosskraftwerke und eine neue Energieaussenpolitik, sagte Bisang.

Das erste Massnahmenpaket, das die Zeit bis 2035 plant, ist wesentlich konkreter und ist nun in das revidierte Energiegesetz übergegangen. Faktisch werde über drei Dinge abgestimmt: Erstens die Senkung des Energieverbrauchs und die Energieeffizienz, zweitens den Ausbau von Erneuerbaren – insbesondere von Solarkraft – und drittens über den Ausstieg aus der Atomkraft. „Fossile Energien werden bis 2050 nach und nach subsituiert und so die Auslandsabhängigkeit verringert“, sagte Bisang. Als Beispiel: 20% des Stroms soll bis 2050 durch Photovoltaik produziert werden. Oder anders: Der Anteil der neuen erneuerbaren Energien (also Sonne, Wind, Biomasse, Geothermie, Fernwärme) sollen von heute 4,5% auf etwa 40% im Jahr 2050 gesteigert werden. Von diesen neuen Erneuerbaren soll der Photovoltaikstrom rund die Hälfte ausmachen.

Zu Bisangs Referat vgl.

http://www.bfe.admin.ch/energiestrategie2050/06445/index.html?lang=de

https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/energie/energiestrategie-2050/worum-geht-es.html

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Wer sich über die Entwicklung der Photovoltaik in der Schweiz informiert, kommt nicht um den Namen Thomas Nordman herum. Mit seiner Firma TNC Consulting ist er seit 32 Jahren im Geschäft und hat 1989 die erste grosse Photovoltaikanlage der Schweiz installiert. Die Anlage über 130 kWp an der A13 produziert bis heute Strom, mit einem Wirkungsgrad von 11% – das ist die Hälfte dessen, was ein Solarpark heute hinbringt. Auch die Kosten seien gesunken: Kostete 1989 ein kWp 30 000 Franken, so sind die Kosten heute 92% tiefer.

„Die Energiestrategie ist der Weg und nicht das Ziel“, sagte Nordmann am Freitagabend. Einen starken Ausbau der Solarkraft hält Nordmann für möglich – es gehe darum, bestehende Flächen wie Dächer und Autobahnen ein zweites Mal zu nutzen. „Meine Aufgabe ist es nicht, Ihnen die Angst zu nehmen, sondern Ihnen Mut zu machen“, sagte er in seinem flammenden Plädoyer für die Solarkraft und verschwieg nicht, dass es diesbezüglich noch Probleme gäbe. Während der Wintermonate werde es nach momentanen Stand der Technik noch Probleme geben.

Zu Normdans Referat vgl. http://www.tnc.ch/energiestrategie-2050-informationen-meinungen-fragen.

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An Nordmanns Referat schloss Irene Aegeter, promovierte Physikerin, an. Sie hat sich intensiv mit Themen der Kernenergie beschäftigt und ist ehemalige Vizedirektorin des Verbands Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE) und Präsidentin von energiesuisse.net. An einer technischen Hochschule müsse man sich um die technischen Grundlagen kümmern, meinte sie zum Einstieg. „Wenn sie keine Sonne haben, dann haben Sie keinen Strom“, sagte Aegerter. Sonne habe dasselbe Profil wie Laufwasserkraft, die Stromversorgung könne mit der momentan vorgesehenen Strategie und dem revidierten Energiegesetz nicht gesichert werden. Die Netzstabilität sei zudem nicht gewährleistet. Gegenüber den smarten Technologien, die mit einem Umbau der Stromproduktion notwendig würden, zeigte Aegerter sich skeptisch. Smartmeter seien teuer, noch nicht vollständig entwickelt, können gehackt werden. Eine Illustration zur Tag-Nacht-Speicherung zeigte denn auch deutlich, was der Umbau des Schweizer Stromproduktionsmarkts bedeute: „Um Beznau zu ersetzten, sind 800 000 Tesla-Powerwalls nötig.“ Eine Powerwall ist gegenwärtig für 9000 Franken erhältlich.

Zu Aegerters Referat vgl. http://energiesuisse.net/index.php/de/

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Die Diskussion im Anschluss unter Moderation von Stefan Roth, Dozent für Enerneuerbare Energien, verlief rege und zeitweise hitzig. Die Studierenden waren interessiert am wirtschaftlichen Potenzial des Strommarktumbaus und an neuen Energieformen. Bisang verriet, dass der Bund nur von einem geringfügigen oder keinem Nutzen für das BIP ausgehe, und Aegerter machte klar, dass sie zum Beispiel in der Photosynthese eine mögliche Energieform der Zukunft sehe und daher die Forschung in diesem Bereich unterstütze.

Egal ob Gegner oder Befürworter des neuen Energiegesetzes: Es scheint, als ob die Automobilität so oder so elektrisch sein wird. Nordmann und Aegerter fahren einen Tesla.

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Die Kontrahenten schütteln sich die Hand zum Dank: Thomas Nordmann und Irene Aegerter. Bild: Klaus Eisele.

 

Äthiopisches Festessen als Dank für Projektarbeit

09.04.2017 by

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Elfinesh Grimm-Banti schöpft von ihr gekochtes äthiopisches Essen und der EUT-Student Joel Gloor erklärt, wie man das Essen “anpackt”, ohne schmutzige Finger zu bekommen.

 

(KE) Wie kann ein äthiopisches Dorf mit sauberem Trinkwasser versorgt werden? Fünf EUT-Studierende haben 2016 während zweier Semester für mehrere Dörfer in Zentraläthiopien Antworten auf diese Frage gesucht. Entstanden sind dabei ein Detailkonzept, eine Umsetzungsanleitung und ein Konzept für den Know-how-Transfer nach Äthiopien.

Speisen ohne schmutzige Finger

Auftraggeber dieses Projekts war der Verein Elfinesh. Ende März lud er die beteiligten Studenten und die für das Projekt verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten nach Wetzikon zum äthiopischen Abendessen ein. Köchin war die „Vereinsmutter“ und Äthiopierin Elfie. Der EUT-Student Joel Gloor, der während des Projektes die zentraläthiopischen Dörfer besuchte, erklärte seinen Kollegen die äthiopischen Essenstechniken. Und er war der einzige, der es schaffte, die Finger sauber zu halten.

Anlässlich des Festessens erhielten die EUTler eine Auszeichnung für ihren ausserordentlichen Einsatz: Weil sämtliche Berichte für den Wissenstransfer auf Englisch verfasst wurden, übergab Karen Schrader, Englischdozentin, ein Zertifikat für die Leistung.

Bald äthiopischen Besuch in Windisch?

Auf seiner Reise in Äthiopien hatte Joel Gloor das Ziel, unter anderem den jungen Äthiopier Biruk mit den Überlegungen der Schweizer Studierenden bekannt zu machen. Damit Know-how-Transfer effektiv stattfindet, soll Biruk diesen Sommer an der Hochschule für Technik FHNW die angehenden Energie- und Umwelttechnik-Studierenden besuchen.

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Der Verein Elfinesh

Der Verein Elfinesh fördert seit 2002 das Bildungswesen und die Entwicklung von Landwirtschaft und Gewerbe im äthiopischen Hochland im Meger-Gurage-Gebiet. Das Engagement des Ehepaars Elfinesh und Heiri Grimm-Banti für Bildung in den Dörfern in Zentraläthiopien hat aber bereits in den 1980er-Jahren begonnen. Informationen: www.elfinesh.ch.

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„Das ist ein echtes EUT-Projekt“

31.03.2017 by

Kann die Badener Altstadt mit Energie aus der Limmat beheizt werden? Diese Frage untersuchte ein EUT-Team unter Leitung von Andreas Huber im Herbstsemester. Die Antwort: Ja, das geht! –Im laufenden Semester erstellt nun ein neues Team aus angehenden Energie- und Umwelttechnik-Ingenieuren ein Betreiberkonzept für einen Wärmeverbund in Baden. Verantwortlich für den reibungslosen Verlauf ist nun Philipp Tschannen.

 

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Wichtig ist der Wissenstransfer: Philipp Tschannen und Andreas Huber tauschen sich über das Projekt aus. 

 

Der ehemalige und der neue Projektleiter sprechen über die Herausforderung einer Projektübergabe und über das notwendige Fachwissen, um eine knifflige Fragestellung zu lösen.

 

Herr Tschannen, wie sind die ersten Wochen im Projekt „Wärmeverbund“ gelaufen?

Gut! Wir konnten auf die wichtigsten Grundlagen zurückgreifen und jetzt geht’s wirklich um die Sache. Es handelt sich hier um ein klassisches Analyseprojekt – ganz handfest. Wir können an der Dimensionierung der Wärmepumpe arbeiten.

Herr Huber, was denken Sie rückblickend über das Projekt?

Das Projekt finde ich so spannend, dass ich eigentlich am liebsten noch dabei wäre. Das ist ein echtes EUT-Projekt! Unser Team hat viel Recherche betrieben, wir haben den gesamten Wärmebedarf der Altstadt ausgerechnet und drei Grobkonzepte eines Wärmeverbunds erstellt.

Bei der Übergabe eines solchen Projekts ist der Wissenstransfer zentral. Wie gewährleisteten Sie diesen?

Huber: Wir haben dem neuen Team alle unsere Unterlagen übergeben. Zu Beginn des Semesters tauschten wir uns in Sitzungen aus. Auch jetzt in Woche 7 spreche ich wöchentlich mit dem neuen Projektteam und überlege, wie man zum Beispiel Berechnungen machen könnte, worauf man achten muss.

Tschannen: In einem solchen Projekt ist es wichtig, immer einen Wissensträger zu übernehmen. Sonst verliert man viel Zeit, weil man unnötige oder bereits getätigte Arbeiten macht. Gut, dass wir einen guten Austausch mit dem ehemaligen „Wärmeverbund“-Team haben!

Welche Fachexpertise brauchten Sie im letzten Semester, welche im laufenden Semester?

Huber: Für uns waren die Inhalte des Faches Gebäudephysik absolut zentral. So konnten wir den Wärmebedarf der Stadt berechnen. Auch Fluidmechanik brauchten wir, um die Auslegung der Wärmepumpe zu berechnen.

Tschannen: Die Resultate aus dem Projekt im letzten Semester erachten wir als gegeben. Momentan schaut ein Kollege das Skript „Technische Thermodynamik“ durch ­– diese Grundlagen brauchen wir, wenn wir ein Betreiberkonzept erstellen wollen.

Blicken Sie 15 bis 20 Jahre in die Zukunft…

Tschannen: Es ist schon knifflig… Wir haben einen guten Erzeuger – Limmat und Heizzentrale –, aber die Altstadthäuser sind schlechte Verbraucher. Bei Neubauten wäre das Heizen aus der Limmat kein Problem. Das Beispiel der Siedlung „Webermühle“ in Neuenhof zeigt’s: Hier wurde eine alte Siedlung komplett saniert und sie funktioniert nun als Wärmeverbund!

Huber: Ich formuliere eine Vision: In 15 Jahren soll ein Teil der Altstadt mit Energie aus der Limmat beheizt werden!

Tschannen: Es wäre schön, wenn genügend Geld und der politische Willen da wären, um unser Konzept umzusetzen. Natürlich braucht es bis dahin viele Zwischenschritte…!

 

Am Bodensee fährt vielleicht bald eine Batterielok

15.02.2017 by

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Klaus Eisele präsentiert die Resultate der Studie zur Bodenseegürtelbahn einem grossen Gremium (Januar 2017).

 

(ke) Muss eine heute dieselbetriebene Strecke zwingend durch eine moderne S-Bahn mit Oberleitung ersetzt werden? Diese Frage stellte sich auch Anselm Neher, Bürgermeister von Sipplingen am Bodensee, wo nur dieselbetriebene Züge fahren. Das Nordufer des Sees ist eine der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands und Tourismusmagnet. Eine neue Oberleitung, wie wir sie bei den Bahnen in der Schweiz kennen, würde die Landschaft umgestalten – und sich womöglich zum touristischen Nachteil entwickeln.

Im Gespräch mit Leo Widenhorn von ABB Schweiz und Klaus Eisele, Projektverantwortlicher EUT, entstand aufgrund dieser Ausgangslage die Idee für ein Studiensemesterprojekt. Im Sommersemester 2016 untersuchten vier Studierende (A. Fricker, D. Graf, P. Häfliger, L. Waldburger), wie ein Zug elektrisch, aber ohne Oberleitung betrieben werden könnte.

Das Resultat: Ein Batteriezug lohnt sich!

Die Studierenden erstellten zuerst Fahrprofile der Züge auf der Strecke von Radolfzell nach Friedrichshafen und errechneten daraus die Energieverbräuche inklusive der Nebenverbräuche. Mit dem Energieverbrauch und den Leistungsansprüchen wurden die Batterie- und Ladesysteme konzipiert. Da sich machbare Batteriekonzepte und Ladesysteme ergaben, lohnte es sich, die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Mit grosser Unterstützung seitens ABB gelang auch dieser Schritt.

Das Resultat: Das Team zeigte auf, dass es technisch möglich ist, am Nordufer des Bodensees einen Batteriezug fahren zu lassen. Auch wirtschaftlich lohnte sich ein Batteriezug im Vergleich zum Betrieb mit Oberleitungen.

Diskussion über die Umsetzung im Gang

Die Studie wurde begeistert aufgenommen. Im Januar 2017 stellte Klaus Eisele die Resultate dem Interessenverband Bodenseegürtelbahn, bestehend aus  Landräten, beteiligten Bürgermeistern, Verkehrsministerium und anderen lokalen Interessenverbänden vor. Eine lebhafte Diskussion führte zum Entscheid, dass im Abschlussdokument des Projekts die Formulierung von „Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn“ zu „Entdieselung“ bzw. „Offenheit für das Antriebssystem“ geändert wurde (schwäbische Online-Zeitung vom 25.01.2017: Wunsch: Ein IRE und zwei Regionalbahnen).

Ein batteriebetriebener Zug wäre gemäss der neu formulierten Bestimmung umsetzbar. Nun beginnt die politische Überzeugungsarbeit. Im kommenden März sind die EUT-Studierenden eingeladen, ihre Resultate vor Gemeinderäten der Region zu präsentieren.

 

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Im Gespräch mit Interessierten (Januar 2017). Die Bürgermeister Bodmann-Ludwigshafen und Sipplingen (v.l.n.r.). Im Hintergrund ist das Poster des EUT-Teams zu sehen.