Rückblick auf die Inputveranstaltung (Teil 1): Informationsrecherche und -verwaltung im Web

29.01.2013 by

Im ersten Teil der Inputveranstaltung vom 23.01.2012 haben wir uns mit Werkzeugen aus dem (Social) Web auseinandergesetzt, welche die Informationsrecherche und -verwaltung unterstützen können. Es ging dabei weniger um Werkzeuge, mit welchen man intentional nach Informationen oder Literaturhinweisen sucht (wie etwa Suchmaschinen oder Literaturdatenbanken). Diese werden wir im 1. Workshop vom 06.02.2013 genauer betrachten. Vielmehr ging es darum, einen Überlick über einige Werkzeuge zu geben, mit welchem sich der stetige Informationsfluss zumindest ein Stück weit bändigen lässt.


(Hinweis: Bei obiger Präsentation handelt es sich um eine leicht gekürzte, mit neuen Screenshots aktualisierten Version.)

 

Google Alerts
Mit Google Alerts stellt die populäre Suchmaschine eine Möglichkeit zur Verfügung, mit der einem neue Informationen zu einem definierten Suchbegriff automatisch per E-Mail zugestellt werden. Dabei werden zunächst die Suchbegriffe definiert und eine E-Mail-Adresse hinterlegt. Sobald Google neue, relevante Informationen zu diesem Suchbegriff indexiert, werden diese automatisch an die angegebene E-Mail-Adresse gesendet. Es besteht die Möglichkeit, mehrere solcher Alters zu unterschiedlichen Begriffen zu definieren. Diese Benachrichtigungen können jederzeit wieder abbestellt werden.

Blogs & Feed Reader
Blogs von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern respektive zu wissenschaftlichen Themen sind keine Seltenheit mehr. Blogs (und viele andere Informationsquellen ebenfalls) können in der Regel über sogenannte Feeds abonniert werden. Das bedeutet, dass einem neue Beiträge eines Blogs automatisch zugestellt werden, so dass man dort nicht immer wieder nachschauen muss, ob es etwas Neues gibt. Um die Feeds zu abonnieren, setzt man sogenannte Feed Reader ein. Das sind Werkzeuge, mit welchen man Feed-Abonnements verwalten und kategorisieren kann. Ein Beispiel wäre Google Reader. In Outlook können ebenfalls Feeds abonniert werden. Auf Blogs werden wir zu einem späteren Zeitpunkt der Veranstaltungsreihe wieder zurückkommen.

Social Bookmarking
Social Bookmarking-Dienste erlauben es, Lesezeichen direkt im Web abzulegen, so dass sie von überall und geräteunabhängig zugänglich sind. Die abgelegten Lesezeichen stehen dabei jedoch nicht nur mir selber zur Verfügung, sondern auch anderen Personen, welche die entsprechende Social-Bookmarking-Plattform nutzen (es sei denn, die Einträge werden explizit als privat gekennzeichnet). Um die Quellen zu ordnen, werden sie mit passenden Schlagworten (Tags) versehen und damit begrifflich eingeordnet. Rund um diese Begriffe und die Social Bookmarking-Plattformen entstehen Netzwerke von Personen, welche gemeinschaftlich Internetquellen verschlagworten und sich so zu bestimmten Themen informieren oder auf dem Laufenden halten. Im kleinen Rahmen lässt sich Social Bookmarking auch innerhalb von Arbeitsgruppen nutzen, um gemeinsam Informationen aus dem Internet zu organisieren. Delicious war lange Zeit die führende Plattform dieser Art. Mittlerweile gibt es eine Reihe weitere Dienste mit zum Teil anderen Funktionalitäten. Diigo spielt seine Stärken vor allem im Bereich der Gruppen aus, wobei sich sowohl öffentliche als auch geschlossene Gruppen einrichten lassen. Eine ähnliche Funktion bringt auch Kippt mit. Dort lassen sich Listen von Bookmarks definieren und mit anderen teilen. Solche Listen sind auch hilfreich, wenn man die Plattform alleine nutzt (im Gegensatz etwa zu den Gruppen bei Diigo).

Academic / Research Bookmarking
Eine spezifische Form des Social Bookmarking lässt sich als Academic oder Research Bookmarking bezeichnen. Dabei werden nicht (oder nicht nur) Weblinks kollaborativ verwaltet, sondern (primär) Literaturhinweise. Diese lassen sich wie beim Social Bookmarking verschlagworten oder in Gruppen teilen. Beispiele wären CiteULike und BibSonomy, wobei bei letzterem sowohl Literaturhinweise als auch Weblinks gesammelt und geteilt werden können.

Social Networks
Soziale Netzwerke wie Twitter, aber auch spezialisierte akademische Netzwerke sind in dem Sinne gute Quellen, da man hier einen direkten Draht zu Expertinnen und Experten in einem bestimmten Fachgebiet etablieren kann. In der Inputveranstaltung haben wir dieses Thema nur kurz gestreift. Wir werden in unserer Veranstaltungsreihe zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen.

Social Magazines
Soziale Magazine wie Flipboard oder Zite sind für Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones oder Tablets interessant. Sie bündeln Informationen aus unterschiedlichen Quellen (auch aus dem eigenen Netzwerk) und stellen diese an einer zentralen Stelle bereit, wobei die Gestaltung an ein Magazin oder eine Zeitung erinnert. Zite geht dabei noch einen Schritt weiter und versucht, die ausgewählten Nachrichten noch besser auf die Bedürfnisse der Lesenden zuzuschneiden. Dazu hat man die Möglichkeit, einzelne Artikel oder Informationsquellen zu bewerten. Aus dieser Rückmeldung zieht die Applikation Rückschlüsse und stellt entsprechend (mehr oder weniger) ähnliche Informationen bereit. Mit paper.li (über das wir in der Inputveranstaltung nicht gesprochen haben) gibt es ein ähnliches Werkzeug, welches sich auch im Web verwenden lässt. Zudem lassen sich dort die “Zeitungen” anderer Personen abonnieren.

Instapaper, Pocket, Readability
Die drei Dienste Instapaper, Pocket und Readability sind bei der Recherche oder Sichtung von Informationen hilfreich, wenn im Moment nicht genügend Zeit bleibt, alle vorliegenden Texte zu lesen. Am Beispiel von Instapaper haben wir gesehen, wie das Prinzip dieser drei Werkzeuge funktioniert. Per Knopfdruck lassen sich Weblinks (aus dem Web oder aus anderen Applikationen heraus) in einen zentralen Speicher erfassen. Diese stehen dann dort zur Verfügung, wenn mehr Zeit für die Lektüre vorhanden ist. Es besteht je nach Dienst die Möglichkeit, die Texte auf mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder E-Book-Reader zu exportieren, um sie zum Beispiel auf dem Heimweg im Zug zu lesen.

Evernote
Evernote ist ein Programm, mit dem Notizen und Dokumente verwaltet werden können. Ordnung erhält man durch Notizbücher, in welche man die Notizen einordnet, und durch Schlagwörter, mit welchen man Notizen kennzeichnet. Mit dem Web Clipper besteht die Möglichkeit, markierte Bereiche von Webseiten als Notiz abzuspeichern. Das Programm synchronisiert seinen Datenbestand automatisch mit einem Onlinespeicher (oder mit anderen Endgeräten), so dass die Notizen von überall (wo es eine Internetverbindung gibt) und geräteunabhängig zur Verfügung stehen.

Literaturverwaltungssoftware
Im zweiten Teil der Inputveranstaltung standen Programme im Vordergrund, mit welchen sich Literaturhinweise verwalten lassen. Auf diese werden wir in einem zweiten Blogbeitrag eingehen.

Zusammenfassung & Ausblick auf die Workshops
Im Vordergrund der Inputveranstaltung stand ein grober Überblick über Mittel und Möglichkeiten der Recherche und Verwaltung von Informationen bzw. Literaturhinweisen. In zwei Workshops können nun die Teilnehmenden einzelne Aspekte der Veranstaltung vertiefen. Im ersten Workshop zur Informations-/Literaturrecherche (06.02.2013) stehen Literaturdatenbanken (aus dem Bereich Soziale Arbeit) sowie die gezielte Bedienung von Suchmaschinen im Vordergrund. Im zweiten Workshop zur Informations-/Literaturverwaltung können die Teilnehmenden die in der Inputveranstaltung vorgestellten Werkzeuge aus dem (Social) Web und die Literaturverwaltungsprogramme auf ihren Rechnern installieren (wo nötig), konfigurieren und ausprobieren.

Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden. Hier geht es zur Anmeldung.

Kommentare (1)

Google hat den Reader (leider) vor kurzem eingestellt. Ich nutze mittlerweile Feedly (www.feedly.com) und habe damit gute Erfahrungen gemacht.

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