Die Auswertung der Online-Befragung, zu der im Herbst FHNW-weit alle Lehrenden in der Aus- und Weiterbildung aufgerufen wurden, ist abgeschlossen! Wir freuen uns sehr über eine rege Beteiligung und danken den 288 Teilnehmenden für die so entstandenen ersten Kennzahlen zur Nutzung von Social Media an unserer Hochschule. So konnten wir unter anderem feststellen, dass viele Social Media Tools zwar bekannt sind, aber bisher kaum eingesetzt werden. Im Folgenden möchte ich einige prägnante Zahlen aus den Ergebnissen herauspicken und kurz vorstellen. Zunächst sei kurz an die Ziele der Ist-Analyse erinnert: Bekannt sein soll,

  • „welche Medien
  • am meisten bzw. am wenigsten,
  • mit welcher Intensität, für welche Zwecke,
  • […]

von FHNW-Dozierenden und Studierenden genutzt werden“ [1]. Die empirischen Ergebnisse ermöglichen uns folgende Antworten auf die im Projektantrag gestellten Fragen:

Facebook und Blogs sind an der FHNW die bekanntesten Social Media Tools, diese sind bei 99 bzw. 98% der Befragten bekannt. Darauf folgen Foren, Wikis und Plattformen zum Videoaustausch (wie z.B. YouTube) mit je 97% Bekanntheitsgrad. Leider zählt die SWITCHtoolbox zu den unbekanntesten Tools, 52% der Befragten kennen diese Toolsammlung nicht.

Am meisten genutzt werden ausgehend vom Mittelwert (abgefragt anhand einer 7er-Likert-Skala von 1 = mehrmals tägl. über 4 = einmal wöchentl., bis hin zu 7 = gar nicht) Kommunikationsanwendungen für SMS, Chat, Telefonie und Konferenzen (mw=3,8), das Learning Management Sytem (LMS) Moodle (mw=4,6), Wuala und/oder Dropbox (mw=4.5), Wikis (mw=4.8) und Plattformen zum Videoaustausch wie z.B. YouTube (mw=4,9).

Spannend sind Gender- und Altersunterschiede in der Nutzung, so wird Facebook – das bekannteste Tool – signifikant häufiger von Frauen (Pearsons R = .134**)  und von jungen Lehrenden (Pearsons R = .269**) genutzt.

Uns hat natürlich neben der Bekanntheit und der Frequenz der Nutzung auch interessiert, zu welchen Zwecken/mit welcher Funktion die Tools eingesetzt werden. Hier herrscht die Bereitstellung und der Austausch von Dateien mit den Studierenden (z.B. Skripte, Lektüre, Präsentationsfolien) vor (80,9%), gefolgt von der Organisation und Koordination von Lehrveranstaltungen (Informationen an Studierende, Terminvereinbarungen, Abstimmungen) (68.8%). Darauf folgen Sammlung und Anreicherung von Inhalten/Daten durch die Studierenden (43,1%) und Betreuung, Coaching und Feedback (30,6%).
 

Einsatzbereiche internet- /webbasierte Anwendungen

Und das Tool der Wahl für den stärksten Einsatzbereich ist Moodle, so nennen 33% der Befragten dieses LMS, auf die Frage, welche Anwendungen vorwiegend für die Organisation und Koordination von Lehrveranstaltungen (Informationen an Studierende, Terminvereinbarungen, Abstimmungen) eingesetzt werden. Im Vergleich dazu nennen nur 11,1% der Befragten Moodle als Tool der Wahl, wenn es um die Diskussion von Lehrinhalten geht. Dies legt den Schluss nahe, dass vor allem Administratives via Moodle erledigt wird.

Übrigens ist die Meinung in Bezug auf LMS allgemein sehr gespalten: 1/3 der Befragten setzt LMS in jeder Lehrveranstaltung ein, 1/3 in keiner einzigen.

Umfang Einsatz LMS

Signifikant ist der Zusammenhang zwischen Weiterbildungen im Bereich Hochschuldidaktik/Medienbildung und der Durchführung von Veranstaltungen mit E-Learning-Anteilen: Personen, die in den letzten Jahren eine solche Weiterbildung besucht haben, führen doppelt so häufig Veranstaltungen mit E-Learning-Anteilen durch (20,8% bei Personen ohne Weiterbildung zu 44,5% mit Weiterbildung). Man könnte sagen: Es ist noch kein Meister/keine Meisterin vom Himmel gefallen!

Dieses Ergebnis lässt hoffen, dass – sofern Lehrenden das nötige Wissen vermittelt wird und Ideen für den didaktischen Einsatz von Social Media zur Verfügung gestellt werden – Social Media vermehrt Einzug in die Hochschullehre finden (siehe dazu auch unsere Szenarien).

Einen Überblick über die deskriptive Auswertung der Daten (Histogramme etc.) findet Ihr im PDF-Report. Weitere Ergebnisse der Online-Befragung stehen Euch auch hier zur Verfügung:


[1] Siehe Projektantrag, 7.3.2012, S. 6.

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