Wünsche an Social Media aus den Fokusgruppen

Was verstehen Dozierende und Studierende unter Social Media? Welchen Wissenstand haben sie? Was sind Bedürfnisse, Ängste und Wünsche für die zukünftige Nutzung von Social Media? Mit diesen Fragen sind wir in die Fokusgruppen gestartet, mit dem Ziel, ein erstes Stimmungsbild über Social Media an der FHNW zu erhalten. In drei Fokusgruppen diskutierten insgesamt sieben Studierende und elf Dozierende und sammelten Funktionen und Einsatzmöglichkeiten, welche sie sich in Bezug auf Social Media wünschen. Heute möchten wir Euch Einblicke in diese Fokusgruppen geben.

Am 5., 6. und 10. Juli 2012 führten wir drei Fokusgruppen durch, getrennt je eine Gruppe mit Studierenden und Dozierenden und eine gemischte Gruppe. Wir haben auf beiden Seiten sehr interessierte, aufgeschlossene Personen kennen gelernt, die sich nicht nur für das Thema selbst, sondern besonders auch für die Meinung der jeweiligen anderen Seite interessieren. So möchten die Dozierenden mehr über die Meinung der Studierenden erfahren und diese wiederum reflektieren den Aufwand, welche Dozierende für den Einsatz von Social Media betreiben müssen. Somit stehen die Zeichen gut für eine partizipative Entwicklung von Lehr- und Lernszenarien.

Die Fokusgruppen wurden wie folgt gestaltet: Zunächst wurde allgemein über Social Media diskutiert und darüber gesprochen, welche Tools bereits in Lehre und Studium eingesetzt werden. Anschließend folgte ein kreativer Teil, in welchem unsere Gesprächspartner/innen ihre eigenen Wünsche zum Einsatz von Social Media an der FHNW äußern sollten. So wurden gemeinsam Potentiale, mögliche Funktionen und deren Einsatz gesammelt. (weitere Informationen zum Forschungskonzept hier)

 

Ergebnisse

Die Diskussionen zur Definition von Social Media war in allen Fokusgruppen gross: Was sind eigentlich zentrale Merkmale von Social Media?

„Da hat jeder eine ganz andere Vorstellung, was Social Media ist […] und der Gebrauch ist auch ganz anders“ (Zitat, Fokusgruppe Dozierende)

Diskutiert wurde, ob im Zentrum von Social Media eher der Inhalt (Stichwort User generated content) oder die persönliche Vernetzung (Social Network) steht. Was soll das Ziel von Social Media sein? Die Studierenden sind der Meinung, dass diese Trennung nicht haltbar ist, weil in allen Social Media beide Aspekte enthalten sind, lediglich die Gewichtung variiert.

Unsere Diskutanden verbinden mit Social Media Begriffe wie „Kontakte herstellen“ und „Unterstützung der Kommunikation“, aber auch „Zusammenbringung gemeinsamer Interessen“, „mehr Interaktionsmöglichkeit“, „Themenfokussierter bzw. gezielter Austausch“

Darüber hinaus war das Thema der Demokratisierung  in allen Fokusgruppen sehr zentral: Diskutiert wurden die Vor- und Nachteile der vielen Möglichkeiten und Kanäle, d.h. einerseits Freiheit, Selbstregulierung und Überbrückung von hierarchischen, zeitlichen oder örtlichen Distanzen, andererseits Ausschluss von Personen durch Zugangsregelungen (Mitgliedschaften in Netzwerken, Verfügbarmachen von Inhalten, Accessability) und Aspekte der Privatsphäre (Freundschaften zwischen Dozierenden und Studierenden auf Facebook?).

Zu den bereits genutzten Tools gehört das von allen als „Standard“ bezeichnete Kommunikationsmedium E-Mail sowie Tools zur gemeinsamen Dokumentverwaltung. Für die Zusammenarbeit eingesetzt werden diese sowohl von Studierenden untereinander (Dropbox, Wuala, MyDrive, Googledocs) als auch zwischen Dozierenden und Studierenden (Unterrichtsmaterialien), wobei letzteres hauptsächlich über Moodle geschieht.

Über die Metaebene hinaus wurden auch konkrete Eigenschaften einzelner Tools diskutiert, die bereits genutzt werden. Wichtig sowohl für Dozierende als auch für Studierende sind dabei Effektivität und Effizienz: Welche Tools sind aus der Zeit-Nutzen-Relation sinnvoll? Wie kann man eine Informations- oder Accounts-Flut verhindern und den Aufwand für die Moderation oder das Monitoring von SM-Kanälen so gering wie möglich halten? Die Nutzung von Moodle beispielsweise sollte auch über das Smartphone möglich sein.

“Das regt mich auch immer auf, wenn ich mit dem Handy auf Moodle zugreifen muss und alles bricht zusammen” (Zitat, Fokusgruppe Studierende)

Von beiden Seiten wurde betont, dass es von Vorteil wäre, einen Pool von Tools zur Verfügung zu haben, welcher vor allen genutzt wird. Gerade die Studierenden betonen Reibungsverluste, die dadurch entstehen, dass in den Lehrveranstaltungen ganz unterschiedliche Tools in unterschiedlicher Weise genutzt werden. Man wisse nie, ob man alle relevanten Informationen erhalten habe, oder ob doch noch etwas an einem anderen Ort hinterlegt sei.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Am 8. August 2012 werden wir in einem Ideenworkshop das bisher Diskutierte aufgreifen und gemeinsam mit Dozierenden erste Ideen für Lehr- und Lernszenarien entwickeln. Parallel führen wir im August und September FHNW-weit Online-Befragungen bei Studierenden und Dozierenden durch, um ein umfassendes “Stimmungsbild Social Media an der FHNW” zu erhalten. Wir freuen uns sehr über viele Teilnehmende, sowohl beim Workshop als auch bei den Befragungen!

Bei Fragen zu den Fokusgruppen und für die Anmeldung zum Ideenworkshop ist Eva-Christina Edinger Eure Ansprechpartnerin.