In den letzten Wochen sind Zukunftsszenarien für den Einsatz von Social Media für Lehre und Lernen entstanden und wurden in einem Workshop evaluiert. Die frühzeitige und detaillierte Auseinandersetzung mit den Szenarien hat geholfen, diese so anzupassen, dass sie “machbar” sind und nun in bestehende Lehrveranstaltungen eingefügt werden können. Aktuell entstehen Social-Media-integrierende Lehrveranstaltungspläne für die Pilottests im Frühlingssemester 2013. Für diese Pilottests konnten Dozierende aus vier Hochschulen gewonnen werden.

(Bild: Indem jeder aus dem Projektteam im Evaluationsworkshop eine andere Rolle übernommen hat (Dozierende, Studierende, Hochschulleitung, IT-Support, Didaktik- und E-Learning-Experten) konnten wir relevante Anforderungen und Kriterien für die Umsetzung der geplanten Szenarien ermitteln – mehr Ergebnisse dazu folgen).
 

An der Hochschule für Angewandte Psychologie ist Fred van den Anker Testpilot: Er nutzte bereits im Herbstsemester 2012/13 in einem Kurs sowohl Online-Lektionen (Webinare) als auch einen Blog, den die Studierenden für eine Beobachtungsstuide nutzen sollten, indem sie eigene Erlebnisse in Blog-Artikeln festhalten und darüber diskutieren sollten.

An der Hochschule für Wirtschaft testen mehrere Pilotinnen und Piloten Szenarien. Sabine Künzi wird in ihrem Kurs zu Wirtschaftskommunikation eine Video-Sharing-Plattform einsetzen, mithilfe derer die Studierenden Videos von eigenen Auftritten und Gruppendiskussionen für gegenseitiges Feedback nutzen können. Ihr Dozierendenkollege Michael Jeive wird die Gruppenfunktion auf einer Social Network-Plattform für seine internationalen Studierenden in einem Kurs zu Verhandlungstechnik nutzen, mithilfe derer sich die Studierenden über Cases aus der Praxis austauschen können. In einer Kooperation zwischen der Hochschule für Wirtschaft (u.a. Susan Göldi) und der Bibliothek Olten wird in einem Kurs zum Wissenschaftlichem Arbeiten das selbstständige Recherchieren und Bewerten von Quellen gezielt mit Social Media unterstützt: In einer Gruppe auf einer Social Network-Plattform werden Studierende die Möglichkeit haben, Fragen zur Literaturrecherche zu stellen bzw. sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen. Ausserdem findet ein Webinar statt, in dem die Bibliothek eine Einführungslektion zum Thema Literaturrecherche gibt.

An der Hochschule für Technik geht es in einem Kurs von Martin Klöti darum, die Vernetzung mit einer Partnerhochschule in Nairobi mittels Social Network zu ermöglichen: So sollen Studierende beider Hochschulen zusammen Lösungen für lokale Problematiken erarbeiten.

An der Pädagogischen Hochschule bei Stefan van der Vlies wird die Lernplattform Moodle verstärkt zum Einsatz kommen: Unter Nutzung der Social Media-Elemente von Moodle (wie Foren, Wikis etc.) sollen in einem Kurs zur “Pädagogik altersgemischter Schulsettings” die Reflexion und der Austausch der Studierenden gefördert werden.

Die Pilottests starten im Februar und werden vom Kernteam technisch und organisatorisch unterstützt. Ausserdem wird durch systematische Begleitforschung erhoben, inwiefern Social Media einen Mehrwert erzielen kann, welche Probleme aber auch Möglichkeiten bei der Nutzung entstehen und welche Szenarien schlussendlich für die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW empfohlen werden können.