Die Wissenschaftler haben ihre Arbeit getan, gefordert sind nun die Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft

05.11.2014 by

So könnte man die eben veröffentlichte Zusammenfassung des fünften IPCC-Berichtes (Intergovernemental Panel on Climate Change) auf den kürzesten Nenner bringen. Er stellt einmal mehr fest:

  • Die Erwärmung des Klimasystems seit 1950 ist eindeutig , die Atmosphäre und die Ozeane sind wärmer geworden, Schnee und Eis haben abgenommen und die Meeresspiegel sind angestiegen
  • Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar, die Emissionen von Treibhausgasen sind grösser den je und sind mit grösster Wahrscheinlichkeit die hauptsächliche Ursache für die Klimaerwärmung.
  • Klimaveränderungen beeinflussen bereits heute Natur und Menschen auf allen Kontinenten und Meeren, extreme Wetterereignisse werden häufiger.

Der Bericht zeigt aber auch, noch lässt sich die Zunahme der globalen Temperatur begrenzen und katastrophale Klimaveränderungen abwenden. Die Wissenschaftler zeigen den Weg: bis 2050 müsste der Ausstoss von Treibhausgasen weltweit auf die Hälfte und bis zu Ende des Jahrhunderts auf null gesenkt werden. Und wir haben keine Zeit mehr, mit jedem Jahr des Zuwartens werden die langfristigen und bleibenden Veränderungen im Klima gravierender.

Thomas Stocker, Schweizer Klimaforscher an der Universität Bern, fordert eine eigentliche 4. industrielle Revolution, nach der Mechanisierung, der Elektrifizierung und der Digitalisierung nun die Erneuerbarisierung. Und er sieht dies als riesige Chance. Bei allen früheren industriellen Revolutionen hat der Wandel immer auch neue Gelegenheiten, neue Arbeitsplätze und damit auch neuen Wohlstand generiert.

Noch lassen sich die Folgen des Klimawandels begrenzen, aber wer die Klimapolitik der letzten Jahre beobachtet hat, der zweifelt am Willen der Gesellschaft, diesen Weg ernsthaft zu gehen. Die Dringlichkeit der notwendigen Massnahmen und das Schneckentempo des realen Klimaschutzes klaffen immer weiter auseinander. Der vorliegende neueste Bericht wird sicher ein Thema sein an den nächsten Klimakonferenzen in  Lima (2014) und Paris (2015). Wir sind gespannt, ob unsere Entscheidungsträger endlich bereit sind, die langfristigen Zukunftaussichten der Menschheit höher zu werten, als einige kurzfristige Annehmlichkeiten.